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Die „Jugendsprache“. Blickwinkel, Entwicklung und Funktion innerhalb der Gesellschaft

Hausarbeit 2013 15 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugendsprache
2.1 Der Begriff der Jugendsprache
2.2 Die Jugendsprache und ihre Erforschung im historischen Wandel

3. Die Sprache als Identität einer Generation

4. Die heutige Jugendsprache
4.1 Definitionen
4.2 Funktionen der heutigen Jugendsprache
4.3 Merkmale und Eigenarten der Jugendsprache
4.4 Jugendliche und Jugendsprache
4.5 Wann wird Jugendsprache gesprochen?
4.6 Jugendsprache und ihre Funktion in Gesprächen mit Erwachsenen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff der Jugendsprache wird oft verwendet. Eine genaue und spezifische Bedeutung scheint er in vielen Aussagen jedoch nicht zu haben. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit zuerst der Begriff der Jugendsprache in den Blick genommen werden und zudem die Bedeutung geklärt werden. Zusätzlich soll ein kurzer historischer Werdegang der Perspektiven innerhalb der Forschung auf diesen Sprachkomplex gegeben werden. Dies wird mit einer kurzen Einschätzung enden, inwiefern die Jugendsprache für die jeweilige Generation ein identitätsbildender Faktor ist. Nach diesem Einstieg werde ich mich den Kernfragen der Arbeit widmen.

Gibt es diese eine Jugendsprache? Was macht diese Sprache aus und wie nehmen junge Sprecher diese Sprache wahr? Wie und warum wird sie heute gesprochen?

Mit diesen Fragen wird sich die Hausarbeit schwerpunktmäßig beschäftigen. Eine besondere Gewichtung wird auf den Merkmalen der Jugendsprache liegen. Wie und woran kann diese Art des Sprechens erkannt werden. Die Ausarbeitung wird an einem Kommunikationsbeispiel belegt werden, um eine möglichst präzise Beschreibung zu ermöglichen und spezifische Situationen als Beispiel nennen zu können. Die Kommunikationssituationen werden vor allem an der Kommunikation von Jugendlichen mit älteren Sprechern dargelegt und nicht an der schon untersuchten Kommunikation innerhalb der Peergroup.

Der Bereich der Jugendsprache ist schon lange ein Forschungsgegenstand für die Wissenschaft und es gibt somit eine breite Literaturbasis auf der diese Arbeit basiert. So wird der wissenschaftliche Standard bestmöglich gewährleistet. Insbesondere werden die Werke der Autoren Eva Neuland und Wolfgang Bachofer Verwendung finden.

2. Jugendsprache

2.1 Der Begriff der Jugendsprache

Der Begriff der Jugendsprache ist nicht exakt zu definieren, dennoch ist dieser durch Rahmenbedingungen einzugrenzen. Die Jugendsprache spielt sich hiernach im sozialen Alter der Jugend ab, welches durch die jeweilige Gesellschaft beziehungsweise durch Institutionen definiert ist. Zudem weicht diese Jugendsprache von der Standardsprache mehr oder weniger ab und fällt so innerhalb der Sprachnorm als Varietät auf (vgl. Androutsopoulos 1998, S. 1-3). Die Jugendsprache kann unter vielen Facetten beobachtet und beschrieben werden. Es werden die Bereiche der Phonologie, der Morphologie und der Syntax eröffnet. Durch den Einfluss der Gesellschaft und deren Wechselwirkungen mit der sozialen Gruppe der jugendlichen Sprecher bildet sich ein soziolinguistischer Komplex aus. Der Komplex der Jugendsprache kann zur besseren Bearbeitung in Ädie korrelative, die lexikologische und die interaktionale Perspektive“ (Androutsopoulos 1998, S. 2) aufgeteilt werden. Die korrelative Soziolinguistik beschreibt hierbei vor allem die Sprachvariation, welche in Verbindung mit sozialen Faktoren steht. Zudem bearbeitet die Ausrichtung die Frage, wie es zum Sprachwandel kommt und inwiefern die Jugendsprache hierauf Einfluss hat. Die lexikologische Perspektive richtet ihren Blick in erster Linie auf die Jugendsprache und ihren Wortschatz. Aus dem Blickwinkel der interaktionalen Perspektive werden Sprechstile des Sprechers und dessen Methoden und Zielsetzungen untersucht (vgl. Androutsopoulos: 1998, S. 4-6).

2.2 Die Jugendsprache und ihre Erforschung im historischen Wandel

Die Jugendsprache ist kein reines Phänomen der Gegenwart, dennoch hat sich die Perspektiven auf diese Gruppe von Sprechern stark verändert. Die Sprache als ein Kommunikationsmittel, welches durch Menschen benutzt wird und somit einer stetigen Veränderung unterliegt, wurde schon früher behandelt und wahrgenommen. Bereits früher wurde die Sprache untersucht und deren Veränderungen dokumentiert. Allerdings ist hier die wichtige Einschränkung anzuführen, dass sich die Sprachwissenschaft zuerst rein dem akademischen Sprechen widmete und auch somit lange die Rolle von weiblichen Sprechern außen vor ließ (vgl. Neuland 2008-1, S. 91). Aus diesem Grund lassen historische Dokumente im großen Teil nur einen Einblick auf die Studentensprache zu. Die Studentensprache kommt hiernach zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf und ist auf die große Freiheit zurückzuführen, welche die Reformation bewirkte (vgl. ebd., S.91-92). Dennoch ist die Quellenlage hier noch zu dünn, um eine gute wissenschaftliche Basis zu liefern, mit der man heute arbeiten könnte. Der Beginn der Sprachforschung im engen Sinn lässt sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts beobachten. Hierbei war das Forschungsziel meist nicht die allgemeine Beschreibung der Sprache, sondern eher ihr Einfluss, also der Einfluss der Sondersprache, auf die Allgemeinsprache. Erst zu Beginn des 20. Jahrhundert findet hier ein Umschwung statt und so wird die spezifische Ausdrucksweise an einen speziellen Raum, eine Zeit und an individuelle Umstände geknüpft. Zusätzlich wird nicht nur noch der reine Wortgebrauch betrachtet, sondern dieser in den sozialen, kulturellen und lokalen Hintergrund gestellt (vgl. ebd., S. 92-94).

3. Die Sprache als Identität einer Generation

Die Erforschung der sprachlichen Äußerungen und Besonderheiten von Jugendlichen können als Basis für die heutige Jugendkultur gesehen werden. Zuerst war diese Gruppe durch die wissenschaftlichen Methoden stark eingeschränkt und nicht heterogen, dies verschwand allerdings in der neueren Forschung. So gilt damals wie heute, dass Jugendsprache und ihr Einfluss auf die Allgemeinsprache groß ist. Dennoch ist dieser Einfluss nicht einseitig zu sehen, sondern durch Wechselwirkungen zu charakterisieren. Jugendsprache entsteht und wirkt nicht, wenn kein sozialer und kultureller Hintergrund gegeben ist. Die Allgemeinsprache ist ebenfalls auf diese Verhältnisse zurückzuführen und wird durch sie Ägespiegelt und gegengespiegelt“ (ebd., S. 95). Zudem macht es die Wissenschaft heute möglich nicht nur den allgemeinen Begriff der ‚Jugend‘ zu sehen, sondern schafft durch die vielfältigen Perspektiven eine soziale Identität und eine Position innerhalb der Gesellschaft, welche durch die Jugend und ihre Sondersprache eingenommen wird. So kommt es immer wieder zu individuellen Sprechakten, welche in eine Gruppe aufgenommen werden, sich verbreiten und wieder verschwinden. Die Bezeichnung einer Äwiederholenden Neuschöpfung“ (ebd., S. 95) des sprachlichen Ausdrucks zeugt von diesem Vorgang, welcher durch die Vielfältigkeit der Sprecher und deren individuellen Hintergrund immer wieder neu beginnt (vgl. ebd. S. 95).

Diese Erkenntnisse lassen weitere Möglichkeiten zu, auf welche die Sprache untersucht werden kann. So entsteht durch die Erforschung der Jugendsprache ein Bild der sprachlichen Heterogenität innerhalb eines Sprachraumes und zudem kann ein Einblick auf die sozio-kulturellen Lebensstile und dessen Umstände genommen werden. Des Weiteren entsteht aus dem individuellen Sprechakt ein Abbild der Erfahrungen und allgemeiner sozialer Einstellungen und Wertungen. All dies kann, muss aber keineswegs, teilweise innerhalb sprachlicher Äußerungen zum Vorschein kommen. Die Identität des einzelnen und der Gruppe können erkannt werden. Die speziell in der Gruppe gesprochene Sprache schafft ein Gruppengefühl und verbindet die Mitglieder über den eigentlichen Inhalt hinaus miteinander (vgl. Augenstein 1998, S.168-169). Somit können diese Erkenntnisse von der

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Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656732457
ISBN (Buch)
9783656741329
Dateigröße
1003 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280011
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft - Lehrstuhl für Deutsche Philologie
Note
1,7
Schlagworte
jugendsprache blickwinkel entwicklung funktion gesellschaft

Autor

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