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Untersuchung der Darstellung von Frauen und Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen am Beispiel der Gerichtsshows „Barbara Salesch“ und „Das Jugendgericht“

Seminararbeit 2004 22 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. allgemeine Einführung in das Genre „Gerichtsshow“

3. Auswertung der Sendung „Barbara Salesch“

4. Auswertung der Sendung „Das Jugendgericht“

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit geht aus dem Seminar „Gender and media“ hervor. Dieses hatte den Einfluss der Medien auf die Darstellung der unterschiedlichen Geschlechter zum Untersuchungsgegenstand. Zu diesem Thema wurden bereits zwei Untersuchungen durchgeführt, die fast ein Vierteljahrhundert auseinander liegen. Erich Küchenhoff hatte 1975 noch festgestellt, dass Frauen generell im Fernsehen unterrepräsentiert sind, demgegenüber konnte die Becker-Studie herausarbeiten, dass sich zwar dieses Ungleichgewicht aufgelöst hat, trotzdem Frauen immer noch in bestimmte Rollen gesteckt werden. Im folgenden soll am Beispiel der noch relativ jungen Gerichtsshow untersucht werden, wie sich die Situation in diesem speziellen Genre verhält.

Ausgangspunkt bildet eine Einführung in dieses TV-Format. In diesem Kapitel wird auch schon eine erste quantitative Untersuchung durchgeführt werden. Dabei sollen die bestimmenden Rollen der beiden Sendungen „Barbara Salesch“ und „Das Jugendgericht“ aufgelistet und ausgewertet werden. In den Kapiteln 3 und 4 sollen jeweils drei Fälle auf die Darstellung von Frauen hin analysiert werden. Hierbei wird parallel eine quantitative und eine qualitative Untersuchung Anwendung finden. Sicherlich ist davon auszugehen, dass die qualitative Analyse subjektive Wertungen und Empfindungen beinhaltet. Trotzdem hat sich der Autor bemüht, so objektiv wie möglich zu arbeiten.

Es ist davon auszugehen, dass sich der Trend, der durch die beiden vorangegangenen Studien festgestellt wurde, anhält und die Präsenz von Frauen im Fernsehen weiter zunimmt. Weiterhin ist für dieses besondere Genre zu erwarten, dass das Augenmerk bei der Auswahl der Frauen nicht so sehr auf dem Äußeren liegt, sondern eher auf den Charakter, da hierbei ein großes Publikum angesprochen werden und die Darstellerinnen bestimmte Gruppen repräsentieren sollen.

Die Auswahl des Autors bei den Sendungen hat ihre Ursachen in der Besetzung der Richterrolle mit Frauen. Dies ist sicherlich schon ein eindeutiges Indiz auf eine Gleichstellung zwischen Männern und Frauen. Schließlich ist auch der Beruf eines Richters früher eher eine von Herren dominierte Position.

Literatur zu diesem Thema ist sicherlich nicht von allzu großer Bedeutung, da die Ergebnisse auf den Auswertungen der einzelnen Sendungen beruhen. Vorrangig wurden die beiden oben genannten Studien verwendet und zusätzlich die Internet-Auftritte der beiden untersuchten Sendungen.

2. allgemeine Einführung in das Genre „Gerichtsshow“

Die Gerichtsshow befindet sich auf dem Vormarsch und verdrängt dabei schrittweise die bis dahin äußerst beliebte Talkshow immer mehr aus dem Fernsehprogramm.

Dies zeigen folgende Daten. Gab es bis zur Einführung der Gerichtsshow bei RTL 2001 noch vier Talkshows, die sich auf die Sendezeit von 13 – 17 Uhr erstreckten, so gibt es heute im gleichen Zeitraum nur noch eine, die „Olliver Geissen Show“. Im Gegenzug füllen nun drei Gerichtsshows das Programm von 14 – 17 Uhr. Dies sind erstens „Das Strafgericht“, zweitens „Das Familiengericht“ und drittens „Das Jugendgericht“

Ähnlich verhält es sich auch bei SAT. 1. Dieser Sender bietet momentan zwei Gerichtsshows in seinem Programm an. Nämlich erstens „Barbara Salesch“ und zweitens „Richter Alexander Hold“. Allerdings hat SAT. 1 auch der Talkshow weiterhin die Treue gehalten. So wird bereits um 10 Uhr mit „Franklin“ die erste und von 12 – 14 Uhr mit „Vera am Mittag“ und „Britt“ zwei weitere Talkshows gesendet. Hier ist also zu erkennen, dass der „Vormarsch“ der Gerichtsshows sich nicht quantitativ auswirkt, wohl aber auf die Sensezeiten und Programmgestaltung einen erheblichen Einfluss hat.

Vorreiter für dieses neue Genre war die Sendung „Streit um zwei“ auf dem ZDF, die in der Zwischenzeit allerdings abgesetzt wurde. Über die Gründe kann ich nur spekulieren, in denke aber, dass das Zuschauerinteresse durch die Einführung der Shows in den privaten Sendern nachließ. Dies liegt mit Sicherheit daran, dass die Fälle wenig spektakulär waren, wurden doch hier meistens nur Kleinkriege zwischen Nachbarn ausgetragen. Ein weiterer Grund ist natürlich die TV-Präsenz. Die beiden privaten Sender RTL und SAT. 1 machten natürlich ständig Werbung für ihre neuen Zugpferde. Dies tat das ZDF wiederum nicht.

Nun stellt sich die Frage, wie ein Richter zu sein hat? Welche Eigenschaften er vorweisen muss, um vom Publikum als Autorität angesehen zu werden? Dabei steht sicherlich die Neutralität im Vordergrund. Weitere Attribute sind Rationalität, gutes Urteilsvermögen, Emotionslosigkeit. Bis auf Neutralität sind dies alles Eigenschaften, die eher Männern zugesprochen werden. Allerdings ist mir bei den Vorbereitungen zu dieser Arbeit aufgefallen, dass sich besonders im Jugendgericht die Sache anders verhält. Das Spezielle an dieser Gerichtsform ist, dass die Beteiligten oftmals noch sehr jung sind und deshalb natürlich von allen direkt am Verfahren teilnehmenden Personen ein gewisses Maß an Verständnis, Geduld und Rücksicht verlangt wird. Dies sind fast ausschließlich weibliche Attribute. Von diesem Aspekt aus betrachtet, ist Ruth Herz also die Idealbesetzung für einen Jugendrichter. Ob dies auch auf Barbara Salesch als Strafrichterin zutrifft, soll im folgenden Kapitel näher analysiert werden.

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Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638298919
ISBN (Buch)
9783638713665
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27993
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Untersuchung Darstellung Frauen Behandlung Frauenfragen Fernsehen Beispiel Gerichtsshows Salesch“ Jugendgericht“ Proseminar

Autor

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Titel: Untersuchung der Darstellung von Frauen und Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen am Beispiel der Gerichtsshows „Barbara Salesch“ und „Das Jugendgericht“