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Das Konzil von Nicäa 325

Hausarbeit 2014 15 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Das Konzil von Nicäa (325)
2.1 Die historische Einordnung
2.2 Der arianische Streit und das religiöse Umfeld..
2.3 Die Teilnehmer des Konzils unter besonderer Berücksichtigung Kaiser Konstantins
2.4 Der Verlauf des Konzils.
2.5 Ergebnisse des Konzils und das Nizänische Glaubensbekenntnis.

3 Schlussbetrachtung und Folgen

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit handelt vom Konzil von Nicäa im Jahr 325. Kaiser Konstantin siegt im Jahr 324 über Licinius und wird Alleinherrscher des römischen Reiches. Seinen Sieg führt er auf Gottes Einfluss zurück und begünstigt von nun an verstärkt das Christentum in seiner Religionspolitik. Doch zu diesem Zeitpunkt ist der Kaiser selbst noch gar nicht getauft, die Taufe erfolgt erst im Jahr 337 auf dem Sterbebett.[1]

Der Schwerpunkt liegt bei der Untersuchung der Wesensgleichheit, besser bekannt als „homoousios", die seit Jahrhunderten Diskussionsgrundlagen in der christlichen Theologie bietet. Es geht darum, wie Jesus überhaupt zu verstehen ist. Dabei ist zu erläutern, wie es überhaupt zu den Streitigkeiten kommt, die das römische Reich zu spalten drohen. Dazu sind die verschiedenen Lehren des Presbyter Arius und seinem Bischof Alexander von Alexandrien näher zu erläutern.

Auf dem Ersten Ökumenischen Großkonzil, welches diesen Titel erst später bekommt, soll nun Einheit geboten werden. Kaiser Konstantin I. leitet das Konzil, scheinbar gibt er den Bischöfen größtenteils die Leitung ab. Dies ist jedoch anzuzweifeln, denn römische Kaiser sind Universalherrscher.[2] Auch die Persönlichkeit des Kaisers wird thematisiert. Die teilnehmenden Konzilsväter, welche hauptsächlich aus dem Osten des Reiches anreisen, werden genannt und der Verlauf des Konzils wird beschrieben. Hauptanliegen des Konzils ist es, ein anerkanntes Glaubensbekenntnis zu formulieren, dass frei von Fehlinterpretationen und häretischen Auslegungen ist, sowie die Festlegung eines einheitlichen Osterfestdatums. Das nizänische Glaubensbekenntnis findet besondere Berücksichtigung, die weiteren Beschlüsse und Kanones werden nicht detailliert erläutert. Aber welche Folgen hat das Glaubensbekenntnis für die weitere christliche Kirchengeschichte und welche Wirkung hat es wirklich? Abschließend soll diese Frage kurz beantwortet werden.

2 Das Konzil von Nicäa (325)

2.1 Die historische Einordnung

Konstantin hat an der Milvischen Brücke im Jahr 312 den Sieg über Maxentius erlangt und ist somit der Herrscher des westlichen Reiches.[3] Am 30.04.313 entscheidet Licinius den Kampf in Thrakien gegen MaximusDaia und ist dadurch vorläufig der Alleinherrscher im Osten des römischen Reiches.[4] Konstantin ist, wie erwähnt, nur Kaiser der Westhälfte des römischen Imperiums und will das Gesamtreich unter seine Herrschaft bringen, sodass es gilt, Licinius zu besiegen. Die Schlachten entwickeln sich zunehmend zu einem Religionskrieg, denn Licinius verfolgt das Christentum, währenddessen Konstantin die Christen begünstigt.[5] Konstantin kann im September 324 vor Hadrianopolis den Krieg für sich entscheiden. Zu betonen ist, dass sich Konstantin durch den entscheidenden Sieg vom Gott der Christen erwählt fühlt und wendet sich in der Folgezeit dem Christentum besonders zu, sodass seine Politik davon gekennzeichnet ist.[6] Grundlage für seine Religionspolitik bildet demzufolge das monotheistische Christentum und der Kaiser selbst versteht sich als „Bischof, der von Gott für die äußeren Angelegenheiten eingesetzt war".[7] Der Osten besitzt nun Religionsfreiheit und Konstantin erhält großen Zuspruch und Lob von den Katholiken. Hinzuzufügen ist, dass sich Konstantin, allein seiner Stellung wegen, nicht aus dogmatischen und disziplinären Fragen heraushält, sondern sich tatkräftig einbringt und stets bemüht ist, religiösen Frieden bestehen zu lassen. So wirkte er beim Donatistenstreit mit, aus dem das Schisma und die Irrlehre Donatus entstanden sind. Konstantin lässt die Anführer letztendlich verbannen und stellt dadurch wieder Religionsfrieden her.[8]

2.2 Der arianische Streit und das religiöse Umfeld

Innerhalb der christlichen Gemeinden hat sich um 318 ein großer Streit angebahnt, an dem die meisten oströmischen Provinzen beteiligt sind und sie zu spalten droht. Der Streit zwischen Arius und Alexander, beide in Alexandria lebend, handelt von der Frage, ob Christus gottgleich ist. Arius ist Seelsorger an der katholischen Kirche in Baukalis, einem Stadtteil von Alexandria, er selbst stammt aus Libyen. Den Quellen nach war er ein Schüler des antiochenischen Presbyter Lukian.[9] Die Bischöfe Secundus von Ptolemais in der Pentapolis und Theonas von Marmorika gehören zu seinen Anhängern der ersten Stunde.[10] Arius Lehre geht davon aus, „daß der einzige "Ungezeugte" (agennetos), Gott Vater, irgendwie zeitlich früher sein muß als das Wort, da es sonst zwei "Ungezeugte" geben müsse ohne Ursprungsprinzip; das aber würde die Einzigkeit Gottes zerstören".[11] Hieraus lässt sich aus der Lehre des Arius schließen, dass es eine Zeit gegeben haben müsse, in der das Wort nicht existiert habe. Somit sei das Wort ein Geschöpf, ein Wesen, das vom Vater als Werkzeug für die Schöpfung aller anderen Wesen benötigt worden sei. Arius spricht davon, dass Jesus kein gewöhnliches Geschöpf sei, sondern ein besonderes, außergewöhnliches Geschöpf, sozusagen Gottes Meisterwerk.[12] Zusammenfassend sagt seine Lehre aus, dass Jesu nicht wesensgleich mit Gott ist, sondern ein „Geschaffener".[13] Er greift für seine Irrlehren auf die Heilige Schrift zurück, um seine Argumentation zu stützen, ohne diese zu reflektieren.[14]

Die gegenteilige Auffassung, die unter anderem der Bischof Alexander von Alexandrien vertritt, ist die Lehre, dass Gottvater und Gottessohn in jedem Falle wesensgleich sind.[15]

Die folgende Darstellung verdeutlicht die Thesen und Gegenthesen von Arius und dem Bischof Alexander. Daraus geht hervor, dass sich Arius auf das Wort vor der Menschwerdung beruft:[16]

[...]


[1] Vgl. Lenzenweger, Josef (Hg. u.a.): Geschichte der katholischen Kirche. Ein Grundkurs, Graz u.a. 1990, S. 93.

[2] Vgl. ebd., S. 93.

[3] Vgl. Lenzenweger, Josef (Hg. u.a.): Geschichte der katholischen Kirche. Ein Grundkurs, S. 88.

[4] Vgl. ebd., S. 91.

[5] Vgl. Ortiz de Urbina, Ignacio: Nizäa und Konstantinopel, Mainz 1964, S. 21.

[6] Vgl. Baus, Karl/ Ewig, Eugen: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. Die Kirche von Nikaia bis Chalkedon, Hubert Jedin (Hg.), Handbuch der Kirchengeschichte, Bd II, Freiburg i. Br. 1973, S.5.

[7] Ortiz de Urbina, Ignacio: Nizäa und Konstantinopel, S. 22-23.

[8] Vgl. ebd., S.24-25.

[9] Vgl. Baus, Karl/ Ewig, Eugen: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. Die Kirche von Nikaia bis Chalkedon, S.31.

[10] Vgl. Ortiz de Urbina, Ignacio: Nizäa und Konstantinopel, S. 41.

[11] Ebd., S. 51.

[12] Vgl. ebd., S. 51-52.

[13] Vgl. Baus, Karl/ Ewig, Eugen: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. Die Kirche von Nikaia bis Chalkedon, S.19.

[14] Vgl. Ortiz de Urbina, Ignacio: Nizäa und Konstantinopel, S. 42.

[15] Vgl. Ulrich Jörg/ Heil Uta: Klausurenkurs Kirchengeschichte, Göttingen 2002, S. 42.

[16] Ortiz de Urbina, Ignacio: Nizäa und Konstantinopel, S. 55.

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656735618
ISBN (Buch)
9783656741541
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279822
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,3
Schlagworte
konzil nicäa

Autor

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