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Supply Chain Management. Interaktive Planung mit SNP, PP/DS und TLB sowie Prognosemodelle mit SAP APO

Studienarbeit 2013 35 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Supply Chain Management
1.1 Supply Chain Planning
1.2 Supply Chain Execution
1.3 Motive für das SCM
1.4 Ziele des Supply Chain Management
1.4.1 Verbesserter Informationsfluss
1.4.2 Reduktion der Lagerhaltungskosten
1.4.3 Senkung der Gesamtdurchlaufzeiten
1.4.4 Nutzung von Synergieeffekten im Netzwerk
1.4.5 Steigerung der Kundenzufriedenheit
1.4.6 Schnelle und angemessene Reaktion auf Änderungen
1.5 Herausforderungen des Supply Chain Management
1.6 Komponenten des Supply Chain Management

2 Prognosemodelle
2.1 Konstantmodell
2.2 Trendmodell
2.3 Saisonmodell
2.4 Trend-Saisonmodell

3 SAP APO
3.1 Stammdaten
3.2 Bedarfsplanung (Demand Planning DP)
3.2.1 Prognosemodelle
3.2.2 Generelle Einstellungen
3.2.3 Konstantmodell
3.2.4 Methode nach Croston
3.2.5 Auto-Modellauswahl 1 &
3.2.6 Trendmodell
3.2.7 Lineare Regression
3.2.8 Saisonmodell
3.2.9 Abschluss der Bedarfsplanung
3.3 Supply Network Planning and Deployment (SNP)
3.4 Produktions- und Feinplanung (PP/DS)
3.5 Deployment und Transport Load Builder (TLB)

4 Generelle Reflektion
4.1 Allgemeine Voraussetzungen für den zentralistischen Ansatz
4.2 Alternativer zentraler Ansatz
4.2.1 Multi-Agenten basierte Systeme
4.3 Flexible Supply Chain
4.3.1 Kopplung
4.3.2 Geschäftsprozesse
4.3.3 Umfeld

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1-1 Supply Chain

Abbildung 1-2 Haupt- und Nebenziele des SCM

Abbildung 1-3 Hierarchisches Modell

Abbildung 2-1 Konstantmodell

Abbildung 2-2: Trendmodell7

Abbildung 2-3: Saisonmodell

Abbildung 2-4: Trend-Saisonal-Modell

Abbildung 3-1 SAP APO Prognosemodelle

Abbildung 3-2 Zeitraum

Abbildung 3-3 Parameter

Abbildung 3-4 Konstantmodell

Abbildung 3-5 Auto-Modellauswahl

Abbildung 3-6 Trendmodell

Abbildung 3-7 Trendmodell Parameter

Abbildung 3-8 Saisonmodell

Abbildung 3-9 Saisonmodell Parameter

Abbildung 3-10 Supply Network Plan

Abbildung 3-11 Planung der Aufträge im PP/DS

Abbildung 4-1 Flexible Supply Chain

Abbildung 4-2 Basisdaten für das SNP

Tabellenverzeichnis

Tabelle 3-1 Vergangenheitswerte

1 Supply Chain Management

Supply Chain Management ist seit den 90er Jahren ein wichtiger Begriff für Unternehmen. Eine zunehmende Bedeutung erfährt das SCM aufgrund diverser Einflussfaktoren, wie beispielsweise die Globalisierung der Beschaffungsmärkte, die Deregulierung der europäischen und welt- wirtschaftlichen Handelsvorschriften und steigende Kundenanforderungen hinsichtlich Zeit, Qualität und Kosten. Dies stellt hohe Anforderungen an die gesamte Logistik eines Unternehmens. Um die Anforderungen zu erfüllen, müssen die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette zwischen Zulieferern, Produzenten und Händlern optimiert werden. Die Beziehung zu Lieferanten müssen zu einem gut funktionierenden Netzwerk aufgebaut und gepflegt werden. Besonders wenn Lieferungsverfahren wie das „“Just-in-Time“ Verfahren oder „KANBAN“ angewandt werden möchten. Es muss ein ständiger Informationsfluss zwischen den Parteien gewährleistet werden. Um solche Beziehung aufzubauen ist ein vertrauenswürdiger und professioneller Umgang zwischen allen Kooperationspartner nötig, welchen es von Lieferanten bis zu den nachfolgenden Kunden und Vertriebspartner zu pflegen gilt. Für den Aufbau und der Pflege dieses Netzwerks von Kooperationspartnern entlang der Wertschöpfungskette ist das Supply Chain Management (SCM) vorgesehen. In der Literatur gibt es für diesen Begriff diverse Definitionen. So definiert Martin Christoph eine Supply Chain als „ein Netzwerk miteinander verbundener, voneinander unabhängiger Organisationen, welche gemeinsam kooperativ zusammenarbeiten, mit dem Ziel, den Fluss an Materialien und Informationen vom Lieferanten zum Endkunden hin, zu kontrollieren, zu verwalten und zu verbessern.“1 Walker hingegen definiert den Begriff wie folgt: „Supply Chain Management überwacht die Unternehmensbeziehungen, um Informationen zu erhalten, die für das Funktionieren eines Unternehmens notwendig sind, um Produkte durch das Unternehmen ausliefern zu können und um das Geld zu erhalten, welches letztendlich den Profit eines Unternehmens generiert.“1

Dieser Zusammenschluss der Kooperationspartner muss durch technische Komponente unterstützt werden. Des Weiteren ist es notwendig eine gemeinsame Strategie mit den Lieferanten und Kunden zu beschließen, rechtliche Rahmenbedingungen müssen einvernehmlich geklärt werden und gemeinsame Geschäftsprozesse herausgearbeitet werden. Ziel sollte es sein eine möglichst genaue Regelung der Kooperation auszuarbeiten, damit Schnittstellen standardisiert werden können und mögliche Fehlerquellen und Problemfelder schnell zu identifizieren und zu minimieren. In der nachfolgenden Abbildung 1 wird das generelle Zusammenspiel einer Supply Chain veranschaulicht. Daraus wird ersichtlich, dass diese einige unternehmensübergreifende Prozesse enthält, welche durch die Einführung einer simultanen Planung ganzheitlich optimiert und aufeinander abgestimmt werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-1 Supply Chain

Aus dem Schaubild ist die Informationskette einer Supply Chain ersichtlich.

1.1 Supply Chain Planning

Das Supply Chain Planning beschäftigt sich mit folgenden Punkten:

- Planung
- Netzwerkplanung
- Produktionsplanung
- Distributionsplanung
- Transportplanung
- Bedarfsplanung

Der Schwerpunkt des Supply Chain Planning liegt bei der Bedarfsplanung. Die Bedarfsplanung wird i.d.R. durch zusätzliche Software wie z.B. den SAP APO unterstütz. In dieser wird dies über die Komponente Demand Planning

(DP) realisiert. Der Bedarf wird anhand von Basisdaten des Unternehmens durchgeführt. Anhand von verschiedenen Prognosemodellen, Kunden- befragungen und Erfahrungswerten versucht man das Verhalten der Kunden und somit den Absatz einzuschätzen. Nach der erfolgreichen Einschätzung des Bedarfs, findet die Produktionsprogramm-Planung (Master Planning MP) statt. In dieser Planung werden die Bedarfsmenge der einzelnen Baugruppen eines Produktes, sowie der Sekundärbedarf und die Liefertermine berechnet.

Die Berechnung des Primärbedarfs als auch des Sekundärbedarfs findet mittels Material Requirement Planning (MRP) statt. Bei dieser Berechnung werden die verfügbaren Mengen in allen Lagern, zukünftig geplante Zugänge aus laufenden Aufträgen oder Bestellungen gewertet und in den Vergleich zum ermittelten Bedarf gesetzt. Die MRP beschränkt sich jedoch nur auf die Lager innerhalb eines Unternehmens. Sollte ein Unternehmen im Netzwerk stehen, so müssen die Lagerbestände der Unternehmen die sich im Netzwerk befinden ebenfalls überprüft werden. Nach der MRP wird die Fertigungssteuerung mittels Fertigungsaufträgen durchgeführt.2

1.2 Supply Chain Execution

Dieser Bereich ist für das Controlling verantwortlich. In diesem sind folgende Funktionen zu finden:

- globale Verfügbarkeitsprüfung
- Lagersteuerung
- Transportsteuerung
- Bestandssteuerung

Mit diesen Funktionen erfolgt die Steuerung der Produktionskette. Dies umfasst alle Prozesse der Materialbeschaffung, -kapazität, sowie dem Vertrieb und Transport, welche simultan und synchronisiert für die gesamte Supply Chain berücksichtigt werden.

1.3 Motive für das SCM

Unternehmen sind heutzutage wie bereits erwähnt einer enormen und immer weiter wachsenden Komplexität ausgesetzt. Diese wird mit einer gleichzeitig steigenden Dynamik, wie z.B. durch sinkende Lieferzeiten oder kürzere Modellzyklen gepaart. Um in diesem Zusammenhang bestehen zu können, lassen sich die folgenden drei Strategien definieren:3

- Reduzierung der benötigten Reaktionszeit, z.B. durch Konzentration auf die Kernkompetenz und Outsourcing von Aufgaben
- Erhöhung der verfügbaren Reaktionszeit, z.B. durch aktive Marktbeobachtung, Kundenorientierung und Customer Relationship Management (CRM)
- Reduktion der Komplexität und Dynamik, z.B. durch Standardisierung, Reduzierung der Variantenvielfalt und der Lieferantenanzahl

1.4 Ziele des Supply Chain Management

Ziel eines Supply Chain Managements ist es, einen reibungslosen Lieferablauf innerhalb des Netzwerks der Kooperationspartner zu gewährleisten. Das SCM verfolgt außerdem weitere Ziele, wobei hier immer das gesamte Netzwerk und nie nur ein einzelnes Unternehmen betrachtet werden muss:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-2 Haupt- und Nebenziele des SCM4

1.4.1 Verbesserter Informationsfluss

Ein Reibungsloser Lieferablauf kann nur dann erreicht werden, wenn die Transparenz in der Supply Chain erhöht wird, also der Informationsfluss innerhalb der Wertschöpfungskette verbessert wird. Um dies zu erreichen werden spezielle SCM-Software und zunehmend auch das Internet bei den Kooperationspartnern eingesetzt.

1.4.2 Reduktion der Lagerhaltungskosten

Ein weiteres wichtiges Ziel des Supply Chain Managements ist es, die Bestände und somit auch die Kosten für die Lagerhaltung entlang der Supply Chain zu senken. Eine Möglichkeit ist hier die Just-in-Time-Lieferung. Allerdings sollte es dabei nicht zu einer Verschiebung der Lagerhaltung auf die Lieferanten kommen.

1.4.3 Senkung der Gesamtdurchlaufzeiten

Ein effektives Supply Chain Management verfolgt die Verringerung der Gesamtdurchlaufzeit der Wertschöpfungskette. Erreicht wird dies wenn bspw. Schnittstellenprobleme beseitigt werden und somit die Materialflüsse im Netzwerk verkürzt, vereinfacht und optimal koordiniert werden.

1.4.4 Nutzung von Synergieeffekten im Netzwerk

Durch eine enge Vernetzung in der Supply Chain und der angestrebten vertrauensvollen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller Kooperationspartner können Synergieeffekte entstehen. Dies wird u.a. möglich durch:

- Gemeinsame Forschung und Entwicklung
- Entstehung von Systemlieferanten
- Bessere Auslastung der Transportmittel
(z.B. Lieferanten nutzen einen gemeinsamen Spediteur)
- Evtl. gemeinsame Lager

1.4.5 Steigerung der Kundenzufriedenheit

Auch die Steigerung der Kundenzufriedenheit gehört zu den Zielen eines intakten SCM. Zum einen wird durch einen reibungslosen Lieferablauf im Netzwerk und der transparenten Informationspolitik in der Wertschöpfungs- kette dafür gesorgt, dass Endkunden ihre Produkte termingerecht bekommen.

Zum anderen ist es in einem SCM auch möglich die „Demand“-Seite miteinzubeziehen. So geht ein modernes SCM nicht nur auf die Rückwärtsintegration von Lieferanten ein sondern auch in der Vorwärtsintegration bis zum Endkunden. Durch die Integration der Endkunden und deren Wünsche können die Kooperationspartner des SCM direkt auf dessen Bedürfnisse eingehen und diese befriedigen.

1.4.6 Schnelle und angemessene Reaktion auf Änderungen

Durch die Vernetzung der Kooperationspartner kann ein umfassender Informationsfluss dafür sorgen, dass alle Unternehmen im Netzwerk schwankende Nachfragesituationen und veränderte Kundenwünsche schnell erkennen.

Dank geringer Gesamtdurchlaufzeiten und kurzem Time-to-Market können die vernetzten Unternehmen schneller auf diese Änderungen reagieren und ihre Produktion dementsprechend schnell anpassen.

1.5 Herausforderungen des Supply Chain Management

Die Einführung eines effektiven Supply Chain Management fordert von den Kooperationspartnern einschneidende Veränderungen: Um den Informations- fluss zu verbessern, müssen alle Unternehmen miteinander vernetzt werden. Dabei Viele Prozesse werden umgestellt oder sogar komplett hinterfragt. Dass es bei derartigen Veränderungen auch Probleme gibt, liegt auf der Hand. Die größten Hemmnisse für ein effektives Supply Chain Management sind:

- Widerstände der Mitarbeiter
- Unklare Zielvorgaben
- Ungeeignete Organisationsstrukturen - Entstehung von neuen Schnittstellen
(z.B. Lieferanten untereinander, neue Schnittstellen durch SoftwareVernetzung)
- Fehlende Bereitschaft von Kunden und Lieferanten zum Informationsaustausch

Die Einführung eines SCM verursacht Synergiekosten. Allerdings entsteht auch ein großer Synergienutzen, wenn es gelingt, die Wertschöpfungskette besser aufeinander abzustimmen. Dieser Nutzen kann dann die Kosten um ein Vielfaches übersteigen.

1.6 Komponenten des Supply Chain Management

Ein SCM System kann unterschiedlich in Unternehmen eingebunden werden. Eine Möglichkeit ist das Hierarchische Modell (vgl. Abbildung 1-3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-3 Hierarchisches Modell5

Diese Struktur findet sich heutzutage i.d.R. überwiegend innerhalb eines einzelnen Unternehmensverbundes z.B. innerhalb eines Konzerns mit verschiedenen nationalen und internationalen Produktionsstandorten.

Innerhalb des SAP-R/3-Systems sind mehrere Mandanten und innerhalb eines Mandanten mehrere unabhängige Firmen abbildbar. Dadurch kann die Konzernsituation bereits innerhalb eines SAP-R/3-Systems auftreten.

Innerhalb eines im SAP-R/3-System abgebildetem Unternehmen sind mehrere unabhängige Produktionswerke abbildbar, die über ein SCMSystem koordiniert werden können.6

2 Prognosemodelle

Für die Planung mit APO stehen für die Analyse einer Verbrauchsreihe unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten zur Auswahl, aus welchen sich verschiedene Prognosemodelle ableiten lassen. In diesem Kapitel werden die grundlegenden Prognosemodelle vorgestellt, welche für die Planung in SCM Systemen eine große Rolle spielen. In Kapitel 3.2.1 werden diese dann in einem Szenario angewandt und ausführlicher beschrieben.

2.1 Konstantmodell

Von einem konstanten Verbrauchsverlauf kann ausgegangen werden wenn der Verbrauch um einen Durchschnittswert statistisch schwankt (Abbildung 2-1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1 Konstantmodell7

2.2 Trendmodell

Bei einem trendförmigen Verbrauchsverlauf steigt oder fällt der Verbrauch stetig über einen längeren Zeitraum hinweg, überlagert von zufälligen Schwankungen (Abbildung 2-2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-2: Trendmodell7

[...]


1 Vgl. [Glöckle13], S. 21 ff.

2 Vgl. [Glöckle13], S. 6

3 Vgl. [Beckmann04], S. 5 ff.

4 [SCMO13], S. 13

5 [Glöckle13], S. 49

6 Vgl. [Glöckle13], S. 50

7 [SAPH13]

Details

Seiten
35
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656731689
ISBN (Buch)
9783656731672
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279342
Institution / Hochschule
Hochschule Reutlingen
Note
1,2
Schlagworte
supply chain management interaktive planung pp/ds prognosemodelle

Autor

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Titel: Supply Chain Management. Interaktive Planung mit SNP, PP/DS und TLB sowie Prognosemodelle mit SAP APO