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Probleme, Theorie und Praxis in der Entwicklungspolitik

Zusammenfassung 2012 21 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik

Leseprobe

Teil II 1 Was heißt "Entwicklung"?

- "Entwicklung": Entfaltung (Auseinanderwicklung) eines Potentials (der "keimhaften Anlagen")
- „Entfaltung eines Potentials": Verschiedene Völker weisen je nach spezifischem historischen Hintergrund und geographischen Gegebenheiten ihres Lebensraumes sehr unterschiedliche "Potentiale" auf, die ohne Einfluß von außen in sehr unterschiedlicher Weise (Entwicklung von Bedürfnissen und des Umfangs und der Formen ihrer Befriedigung) entfaltet würden (oder evtl. auch gar nicht)
- Unterscheidung zwischen
- der Entfaltung globaler Potentiale als "globale Entwicklung"
- nationaler/regionaler/lokaler Entwicklung Im Sinne einer ständigen Wechselbeziehung lokaler Potentiale mit globalen Strukturen
- Verbesserung der Lebensbedingungen durch Wachstum und Fortschritt sind Ziele von "Entwicklung" (Erich Weede)
- „Entwicklung" ist zu Begriff geworden, der Herrschaft des Nordens über Süden legitimiert, der nichts mit Entfaltung eigener Potentiale im Sinne des oben reflektierten Verständnisses von Entwicklung zu tun hat (Wolfgang Sachs)
- Ungeklärt: Verhältnis zwischen normativem Konzept von „Entwicklung", das gewisse Ziele definiert, an denen „Entwicklungsstand" einzelner Gesellschaften gemessen werden kann, sowie empirisch-historischem Verständnis industriell-kapitalistischer Entwicklung, das sich primär bemüht, den historischen "Entwicklungs"Prozess einzelner Gesellschaften bzw. der "Weltgesellschaft"- oder auch: des "kapitalistischen Weltsystems" -zu analysieren und zu verstehen

Entwicklungsbegriff

- Erich Weede: Keine explizite Definition des Begriffs "Entwicklung", aber sieht gradlinige Korrespondenz zwischen "Entwicklung" und "Wachstum"
- Wolfgang Sachs: Sieht Entwicklungsbegriff als wesentliches Instrument zur Verbreitung europäisch-nordamerikanischen Fortschrittsdenkens, der in vielen Gesellschaften der Dritten Welt eher Zerstörung als Entfaltung von Potentialen mit sich gebracht habe

Vier Dimensionen des Entwicklungsbegriffs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Matrix verdeutlicht, dass gängige Diskussion um Definitionen und Konzepte von (sozio-ökonomischer) „Entwicklung" einem dieser vier Kästchen zuzuordnen ist à Handelt sich um normative Bewertung gesellschaftlicher Veränderungsprozesse in einzelnen Regionen oder Nationen, d.h. um die Kombination "normativ/partikular"
- Modernisierungsorientierte Entwicklungsbegriffe (wie bei Weede) sind dagegen auf Schaffung der langfristigen Voraussetzungen orientiert à Betrachten "Entwicklung" nicht nur von den normativen Zielen (etwa: Definition von Bedürfnissen), sondern auch vom Prozess her als Nachvollzug der Entwicklung in Westeuropa bzw. Nordamerika
- Wird aber übersehen, dass "Entwicklung" empirisch-historisch seit europäischer Welteroberung nur noch im globalen Kontext "stattfindet" (nationale Entwicklung hängt immer von Integration der nationalen Gesellschaft ins kapitalistische Weltsystem ab) à Einfacher Nachvollzug von Entwicklungsmustern anderer Gesellschaften kann nur in Ausnahmefallen erfolgreich sein
- Auch angestrebte Ziele von "Entwicklung" haben keine raum-zeitlich universale Gültigkeit (Grund: Sozio-kulturelle Spezifika einzelner Regionen)
Dieter Nohlen und Franz Nuscheler: "Magisches Fünfeck von Entwicklung"
- Integrieren bei Definition der normativen Entwicklungsziele den Aspekt der Schaffung materieller Strukturen als Voraussetzung für langfristige Entwicklung (Wachstum, Arbeit, Gleichheit/Gerechtigkeit, Partizipation, Unabhängigkeit/Eigenständigkeit)

Problematik:

- Für alle Länder werden dieselben Kriterien verwendet à Unterschiedlichen, historisch bedingten Voraussetzungen (soziokultureller, ökonomischer und politischer Art) einzelner Weltregionen und Bedeutung der spezifischen Integration einzelner Regionen bzw. nationaler Gesellschaften in das kapitalistische Weltsystem werden nicht berücksichtigt
- Versuch, Entwicklungsziele im Zusammenhang der materiellen Voraussetzungen ihrer Realisierbarkeit zu sehen, bleibt zu sehr in der normativen Diskussion

Definition Entwicklung:

- Prozess der Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung praktisch aller Menschen innerhalb einer sozialen Einheit (Dorf, Region, nationale Gesellschaft) sowie der Schaffung (bzw. Erhaltung) der sozio-kulturellen, politischen, ökonomischen und ökologischen Voraussetzungen für langfristiges Fortschreiten dieses Prozesses

Voraussetzungen:

1. "Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung": Trotz der besonderen Bedeutung der "Grundbedürfnisse" geht es auch um Bedürfnisse, die über Grundbedürfnisse hinausgehen
2. „Praktisch aller Menschen": Keine sozialen Schichten und keine völlig marginalisierten Parias dürfen aus Prozess der Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung ausgeschlossen werden
3. „Voraussetzungen für langfristiges Fortschreiten dieses Prozesses": Politische Voraussetzungen im Sinne der Entwicklung von Institutionen zu einer möglichst gerechten und breit akzeptierten Lösung von Konflikten,
3.1. sozio-kulturellen Voraussetzungen, die Basis für kollektive Ethik schaffen
3.2. ökologischen Voraussetzungen im Sinne einer dauerhaften Absicherung der elementaren natürlichen Voraussetzungen menschlichen Lebens

à Charakter dieser Integration: Gesellschaft ist in der Lage, aktiv auf Probleme zu reagieren (Fähigkeit zur Entwicklung alternativer Exportprodukte; Auffangen von Außenhandelseinbrüchen durch lokale Produktion)

2 Unterentwicklung als Konsequenz von Ausbeutung/Abhängigkeit der Peripherie von den Metropolen

2.1 Ausbeutung und Abhängigkeit als zentrale Begriffe der "kritischen" Dritte-Welt-Diskussion

- Überwiegende Vorstellung: Problematik der Unterentwicklung ist Folge der Abhängigkeit der Dritten Welt von Industrieländern und der damit zusammenhängenden vielfältigen Mechanismen der Ausbeutung

Stereotype Positionen, die engagierte Dritte-Welt-Diskussion prägen:

- Wesentliche Grundlage der Unterentwicklung ist internationale Arbeitsteilung zwischen Metropolen, die industrielle Produkte herstellen und exportieren, sowie rohstoffexportierende-n Ländern der Dritten Welt
- Fähigkeit der Industrieländer, politische und wirtschaftliche Strukturen gemäß ihren Interessen zu bestimmen
- Träger dieser Herrschaftsbeziehungen sind internationale Finanzorganisationen (IWF, Weltbank) und Transnationale Konzerne
- Eliten der "Dritten Welt" sind nicht in der Lage, eigenständige nationale Entwicklungsprozesse voranzutreiben, weil sie sich lediglich am Vorbild der Industrieländer orientieren
- Definition "Ausbeutung": Ständiger (illegitimer, aber nicht unbedingt illegaler) Transfer von Ressourcen vom Ausgebeuteten zum Ausbeutenden
- Definition "Abhängigkeit": Unselbständig, angewiesen sein auf etwas oder jemanden à Abhängigkeitsbegriff im hier verwendeten Sinne verweist immer auf asymmetrische Formen der Interdependenz (Länder der Dritten Welt sind mehr auf Industrieländer angewiesen als umgekehrt)

2.2 Mechanismen der Ausbeutung

- In Jahrhunderten der kolonialen Eroberung und Kolonialherrschaft beruhte Ausbeutung der eroberten Gebiete auf unmittelbarer Ausnutzung politisch-militärischer Macht
- Beziehungen zwischen Kolonien und Kolonialmächten blieben primär durch politisch-militärische Herrschaft bestimmt

Der "ungleiche Tausch" - Ausbeutung über den Handel

- "Terms of Trade" ("ToT"): Verhältnis der Preise der Exportgüter eines Landes zu den Preisen der Importwaren
- Steigende Nachfrage nach Industriegütern - Stagnation der Nachfrage nach Rohstoffen
- Konsum von Nahrungsmitteln nimmt bestenfalls leicht überproportional zum Wachstum der Bevölkerung zu
- Nachfrage nach Rohstoffen steigt aufgrund Tendenz zu ihrer Substitution durch industriell erzeugte Werkstoffe sowie des sinkenden Anteils der Rohstoffe am Wert der Industrieprodukte ebenfalls vergleichsweise langsam, Nachfrage nach Industrieprodukten steigt jedoch weltweit sehr schnell
- Commodity TermsofTrade (CToT): Verhältnis aus Index der Exportgüterpreise (Px) zum Index der Importgüterpreise (Pm) à CToT = Px/Pm
- Preisindices der einzelnen Produkte werden nach Anteil dieser Produkte an Ex- bzw. Importen ("Güterstruktur" des Handels) gewichtet
- Income Terms of Trade (IToT): Veränderung der Importfähigkeit stellen, wird durch Multiplikation der Commodity Terms of Trade mit Exportmengenindex (Qx) errechnet
- Land kann Außenhandelssituation auch durch Steigerung der Faktorproduktivität in der Exportgüterproduktion verbessert haben (keine höhere Exporterlöse, aber dafür weniger Kapital und Arbeit eingesetzt)
- Single Factoral Terms of Trade (SFToT): Commodity Terms of Trade werden mit Produktivitätsindex für die im inländischen Exportgütersektor eingesetzten Produktionsfaktoren (Fx) multipliziert
- Double Factoral TermsofTrade (DFToT): Berücksichtigung auch der Produktivitätsentwicklung im ausländischen Exportgütersektor, von dem die Importgüter stammen
- Mobssen Massarrat: Theoretischer Ansatz zum Verständnis der Bildung von Rohstoff-Weltmarktpreisen, der Ambivalenz der Rohstoffpreis- Entwicklung thematisiert
- These: Mineralische, nichterneuerbare Rohstoffe und agrarische, prinzipiell zwar erneuerbare, aber von der knapper werdenden Ressource Agrarland abhängige Rohstoffe müssten aufgrund der absehbaren Verknappung ihrer natürlichen Voraussetzungen eigentlich tendenziell teurer werden
- Aufgrund der spezifischen Integration der Länder des Südens in Weltwirtschaft sind Länder des Südens aber praktisch gezwungen, ihre natürlichen Ressourcen zu Dumping-Preisen zu verkaufen
- „Vollkommener Marktpreis" berücksichtigt neben Extraktions- bzw. Produktionskosten vor allem auch Tatsache, dass Ressourcenbesitzer aufgrund der zu erwartenden zukünftigen Verknappung langfristig höhere Erlöse erzielen könnte und deshalb eine Rente (eine Art Kompensation) verlangen kann, wenn er die Ressource sofort ausbeutet
- Entwicklungsländer werden veranlasst, mehr Rohstoffe auf Weltmarkt anzubieten, als ihren langfristigen Interessen (und dem theoretisch bestimmbaren vollständigen Marktpreis) entspricht
- Ungleicher Tausch: Marktpreisbildung bei Produkten der Industrieländer führt dazu, dass sie mehr oder weniger zu ihrem Wert gehandelt werden, Machtverhältnisse und ökonomische Strukturen führen dazu, dass Länder der Dritten Welt ihre Rohstoffe zu Dumpingpreisen unter Wert verkaufen müssen
- Diskussion um "ungleichen Tausch" stellt erhebliche Ausweitung der Diskussion um ungerechte internationale Arbeitsteilung dar à Bezieht Preisentwicklung und Analyse von internationalen Austauschprozessen nicht auf bestimmte Produktgruppen, sondern auf Frage nach Wert und damit letztlich nach unterschiedlichem Lohnniveau in Industrie- und Entwicklungsländern
- Fazit der Theorien: Überlegungen sind nichts anderes als Umformulierungen der Ausgangsthesen ungleicher Produktivität bzw. ungleicher Lohnniveaus
- „Berliner Schule": These von Modifikation des Wertgesetzes auf Weltmarkt durch Intervention von Nationalstaaten durch Existenz nationaler Währungen und Art und Weise, in der das Wechselkursverhältnis unterschiedliche nationale Produktivitätsrelationen reflektiert
- Fazit: Zweifellos findet Tausch ungleicher Arbeitsquanta auf Weltmarkt statt, Tatsache, dass Billigexporte zumindest in einigen Ländern dennoch Grundlage für sozio-ökonomische Entwicklungsprozesse bildeten, sollte zur vorsichtigeren Interpretation dieser Prozesse anregen, als es einige der allzu geradelinig argumentierenden Ansätze zum "Werttransfer" und zum ständigen Verfall der Terms of Trade nahelegen
- Grundsätzlich ambivalenter Charakter eines niedrigeren Lohnniveaus: Ist gleichzeitig Ausdruck von Ausbeutung, aber auch Voraussetzung für Chance, sich überhaupt auf dem Weltmarkt behaupten zu können à Chance besteht allerdings primär bei Industrieprodukten, bei Rohstoffen dienen niedrige Löhne in der Dritten Welt primär der erhöhten Ausbeutung (die im Durchschnitt der gesamten Dritten Welt vergleichsweise niedrigen Löhne fuhren zur Verbilligung dieser Produkte auf dem Weltmarkt und kaum zu einer Erhöhung der Exportchancen für die entsprechenden Länder der Peripherie)

Ausbeutung durch Transnationale Konzerne und Großbanken

- Transnationale Konzerne (TNK; "Multis") entstanden nicht allein im Kontext der Nord-Süd-Beziehungen, ihre Entwicklung in diesem Zusammenhang markiert wesentlichen Aspekt der Transformation kolonialer Beziehungen in internationale Wirtschaftsbeziehungen
- TNK entwickelten sich zunächst im Bereich der mineralischen Rohstoffe, indem sie moderne Abbautechniken einsetzen konnten und über entsprechende Transport- und Vermarktungskapazitäten verfügten à Ausbeutung im Produktionsbereich durch Rücktransfer der Gewinne in die metropolitanen Ursprungsländer der Konzerne
- TNKs im Rohstoffbereich boten günstige Möglichkeiten für Gründung gewerkschaftlicher Organisationen, die bald von entwicklungsorientierten Regierungen unterstützt wurden und so Verbesserung von Löhnen und Arbeitsbedingungen durchsetzen konnten
- Zentraler Punkt: Gewinntransfers der TNK, die bereits mit Herkunft des investierten Kapitals beginnt

Kritikpunkten an Rolle der industriellen TNK:

- Angesichts von Kooperationen mit nationalen Unternehmen, Finanzierung durch nationale Banken usw. werde oft nur relativ geringer Teil der Investitionen durch realen Kapitaltransfer aus dem jeweiligen Industrieland finanziert
- „Kooperation" diene der Etablierung der Kontrolle durch TNK; technologische-ökonomische Eigendynamik der lokalen Kooperationspartner werde zerstört
- Als Resultat wird Kapital nicht nur als ausgewiesene Gewinne exportiert als importiert, sondern auch durch Lizenzzahlungen für Technologie etc.
- Auch 1975-1980 und 1980-1985 waren Gewinnrückflüsse doppelt so hoch wie Neuzuflüsse à Aber: In Regionen, in denen industrielle Investitionen getätigt wurden, überwogen Neuinvestitionen (nichtölexportierende Länder in Süd- und Ostasien und in Lateinamerika)
- Vor allem in 1970er Jahren versuchten viele Länder der Dritten Welt diese "Repatriierung von Profiten" durch politische Interventionen zu begrenzen
- Kontrolle der konzerninternen Verrechnungspreise blieb aber schwierig, so dass über deren Manipulation eine Verschiebung von Gewinnen (bzw. Verlusten) möglich blieb
- Investitionen der TNK trugen nicht zum Akkumulationsprozess in der Peripherie bei (Rohstoffe wurden auf Weltmarkt sowieso unter Wert verkauft à Kontrolle des Prozesses und der erzielten Profite durch TNK ist zusätzliche Ausbeutung der Dritten Welt
- Beispiel für Ausbeutungscharakter von Expansionsstrategien internationaler Konzerne: Massive Propaganda von Nestle für Substitution von Muttermilch durch Milchpulver (und Saugflasche) in 1970er Jahren
- Kritik auch an leichtsinniger Kreditvergabe in 1970er Jahren und kurze Laufzeiten der Kredite à Schuldnerländer sind Auswirkungen des extrem variablen internationalen Zinsniveaus weitgehend hilflos ausgeliefert
- Generell eigentlicher Charakter von Krediten: Sind auf "wachsenden Kuchen" hin orientiert à Erst wenn Kredite nicht zu wachsendem Einkommen fuhren, wird Verschuldung zu Problem (Beispiel: Industrialisierung der USA)

"Brain drain" - Ausbeutung durch Migration

- Effekte der "normalen" Arbeitsmigration sind für Länder der Dritten Welt generell eher negativ
- Spezifischer Aspekt der Migration: Wanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte, die Industrieländer in die Lage versetzt, sich an Ausbildungsanstrengungen der Entwicklungsländer zu bereichern
- Migration von hochqualifizierten Arbeitskräften erreichte Höhepunkt in 1960er und frühen 70er Jahren, nachdem in englischsprachigen Ländern die Einwanderungsgesetze liberalisiert worden waren

Ursachen für Migration von Fachkräften:

1. Industrieländer bieten generell bessere Arbeits- und Forschungsbedingungen
2. Einkommensniveau ist meist um ein Vielfaches höher
3. Spezifische Form der Modernisierung des Bildungssystems (mit einer Überbetonung akademischer Studien) hat in vielen Entwicklungsländern zwischenzeitlich zu deutlichem Überangebot an Hochschulabsolventen geführt
4. Politische Verfolgung bzw. enge Begrenzung der Arbeitsmöglichkeiten aus politischen Gründen

- Auch gewisse positive Auswirkungen des "brain drain" für Entwicklungsländer: Finanzieller Beitrag von Einkommenstransfers der Migranten zur Ernährung ihrer Familien, bei Rückkehr des Migranten können erworbene Kenntnisse im Entwicklungsprozess des Heimatlandes Bedeutung erlangen

- Ressourcentransfer vom Süden in den Norden

2.3 Unterentwicklung als Folge struktureller Abhängigkeit

- Mechanismen der Abhängigkeit sind in Strukturen der Abhängigkeit eingebettet (stabiles Muster von ungleichen Beziehungen zwischen einzelnen Teilen des Weltsystems, das sich tendenziell immer wieder erneut herstellt)

- Strukturen der Abhängigkeit sind Resultat eines langen historischen Prozesses der Entwicklung des Weltsystems
- Entfaltung dieses weltweiten Systems von Unterentwicklung/Entwicklung führte zu zwei Polarisierungen:

1. Polarisierung unter Ländern der ganzen Welt: Auf der einen Seite wirtschaftlich entwickelten, industrialisierten und fortschrittlichen Länder des "nördlichen Zentrums", auf der anderen Seite unterentwickelte, arme und abhängige Länder der "südlichen Peripherie"
2. Polarisierung innerhalb der Länder: Zwischen gesellschaftlichen Gruppen, Regionen und wirtschaftlichen Tätigkeiten, die fortschrittlich und modern sind, und Gruppen, Regionen und Tätigkeiten, die zurückgeblieben, marginalisiert und abhängig sind

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Details

Seiten
21
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656727170
Dateigröße
948 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279195
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
Schlagworte
probleme theorie praxis entwicklungspolitik

Autor

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