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Wirtschaftskreislauf und Nationaleinkommen

Zusammenfassung in Stichpunkten

Vorlesungsmitschrift 2013 7 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einfacher Wirtschaftskreislauf

2. Erweiterter Wirtschaftskreislauf
2.1. Einbeziehung des Staates
2.2. Einbeziehung des Auslandes

3. Verfahren der Inlandsproduktberechnung
3.1. Entstehungsrechnung
3.2. Verwendungsrechnung
3.3. Verteilungsrechnung

4. Kritik am Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandsindikator

4.1. Soziale Indikatoren aus wichtigen Bereichen der Volkswirtschaft

1. Einfacher wirtschaftskreislauf

Der einfache Wirtschaftskreislauf ist ein Modell und beruht auf zwei Prämissen:

1. Die privaten Haushalte sparen nicht und die Unternehmen investieren nicht.

2. Es handelt sich um eine geschlossene Volkswirtschaft ohne staatliche AktivitätErkenntnisse:

1. Es gibt zwei Arten von Strömen, nämlich Geldströme und Güterströme (monetäre und Realströme)
2. In diesem Modell gibt es nur ein Einkommen
3. Produktion (Y) = Einkommen (Y)

Definitionen:

Produktion ist die Kombination von Produktionsfaktoren (Kosten). Kontrakteinkommen ist das Einkommen, das aufgrund eines Vertrages beruht.

Produktionsfaktoren:

Die drei Produktionsfaktoren sind Arbeit, Kapital und Boden. Das folgende Beispiel zeigt, wie Gewinn entsteht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Liegt der Verkaufspreis nun bei 150 Einheiten, entstehen dem Unternehme 20 Einheiten Gewinn.

Im Marktpreis sind die Nutzungsentgelte für die Produktionsfaktoren enthalten. Somit setzt sich dieser aus den Löhnen, den Zinsen, der Pacht und den Gewinnen zusammen.

2. Erweiterter wirtschaftskreislauf

Sobald eine Prämisse des einfachen Wirtschaftskreislaufes aufgehoben wird, spricht man von einem erweiterten Wirtschaftskreislauf In diesem sind Investitionen (I) und Sparer (S) mit einbezogen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erkenntnisse:

1. Werden die Zahlen des Wirtschaftskreislaufs ermittelt, muss im Nachhinein die Anzahl der Investitionen gleich der Anzahl der Sparer sein.
2. Einkommen entsteht nur durch Produktion: Y =C + I (Konsum- und Investitionsgeist)
3. Einkommen kann entweder gespart oder konsumiert werden: Y = C + S (Formel für Einkommensverwendung)

Im Voraus weichen die geplanten Investitionen und die geplanten Ersparnisse immer voneinander ab.

Grundfür Wirtschaftsschwankung und Schulden:

- Schulden bringen Schulden (weiljemand in Vorleistung tritt)
- Vermögen sind Schulden (Einnahme = Ausgabe)
- Ohne Schulden kein Gewinn und kein Wachstum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Das Ersparnis derprivaten Haushalte sind das Defizit der Unternehmen, weil diese weniger einnehmen (Spiegelstrich 2).

2.1. Einbeziehung des Staates

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 1 2 3 4

Bei indirekten Steuern (siehe Fußnote 4) sind Steuerzahler und Steuerträger verschiedene Personen. Indirekte Steuern sollen nach dem Willen des Gesetzgebers überwälzt werden.

Definitionen:

Steuerzahler ist die Person, die das Geld an den Staat abführt (bei indirekten Steuern immer das Unternehmen).

Steuerträger ist die Person, dessen Einkommen/Vermögen durch die Steuern belastet wird.

Bei indirekten Steuern sind Steuerträger und Steuerzahler dieselben Personen. Diese Steuern sollen nach dem Willen des Gesetzgebers nicht in die Preise eingerechnet (überwälzt) werden.

Definitionen:

Transferleistungen sind Sozialleistungen des Staates an die privaten Haushalte ohne marktliche Mehrleistung.

Subventionen sind Transferleistungen des Staates an die Unternehmen ohne marktliche Gegenleistung.

G (Staatsausgaben) = T (Steuer) [ausgeglichener Haushalt (Konjunkturnatural)] G> T [Haushaltsdefizit] - expansiver Effekt

G< T [Haushaltsüberschuss] - führt zur Stillegung bei der Notenbank

2.2. Einbeziehung des Auslandes

Export und Import von Waren- und Dienstleistungen (keine Geldexporte und Geldimporte). Ex (Export) = Im (Import) - (konjunkturneutral)

Ex > Im - konjunkturbelebend (expansiver Effekt)

Ex < Im — Leistungsbilanzdefizit ( konjunkturdämpfend)

3. Verfahren derlnlandsproduktberechnung

3.1. Entstehungsrechnung

Die Entstehungsrechnung wird auch Wertschöpfungsmethode genannt.Das BIP wird an der Stätte des Entstehens erfasst:

1. Schritt: Die Volkswirtschaft wird in Sektoren eingeteilt (Wirtschaftssubjekte):

Im ESVG private Haushalte, private Haushalte ohne Erwerbstätige, finanzielle Kapitalgesellschaften, nicht finanzielle Kapitalgesellschaften und Staat. Darüber hinaus erfolgt eine Einteilung der Volkswirtschaft in 60 Wirtschaftsgruppen.

2. Schritt: Die Bruttowertschöpfung wird injedem Sektor ermittelt:

Wertschöpfung:

- produktionsbedingtes Faktoreinkommen
- Summe der durch den Produktionsprozess entstehenden Einkommen

Berechnung nach der Subreaktions- [Umsatz - Vorleistung] oder nach der Additionsmethode [Löhne + Zinsen + Gewinne + Abschreibung].

3. Schritt:

Die BWS aller Sektoren werden addiert. Als Ergebnis erhält man die BWS der Volkswirtschaft.

4. Schritt:

Um das BIP zu erhalten, müssen zur BWS noch die Gütersteuern addiert und die Gütesteuern subtrahiert werden.

Die Entstehungsrechnung ist vorallem für die regionale und sektorale Strukturpolitik von Bedeutung.

3.2. Verwendungsrechnung

Die Verwendungsrechnung informiert darüber, welche Nachfragesektoren das gesamtwirtschaftliche Angebot am Markt aufnehmen.

Die Verwendungsgleichung des BIP = Cprivat + CStaat+ brutto + (Ex - Im)

Die privaten Konsumausgaben (Cprivat) stellen quantitativ (weit über 50 %) die größte Komponente dar. Hier sind Käufe privater Organisationen ohne Erwerbscharakter und auch fiktive Ausgaben (zum Beispiel Miete für selbstgenutze Wohnungen) enthalten.

Staatskonsum:

- Die Aufwendungen des Staates (einschließlich der Sozialversicherung) im Nicht-Transferbereich.
- Die den Bütgern unentgeltlich zur Verfügung gestellten Dienst- und Verwaltungsleistungen. Er setzt sich im Wesentlichen aus Vorleistungen, Arbeitsentgelt/Löhne und Abschreibungen zusammen.

Abschreibungen sind die kalkulatorischen Kosten, die in der Zukunft einmal anfallen. Diese Kosten werden vom Gewinn schon abgezogen.

Außenbeitrag = Export - Import

Die Verwendungsrechnung wird für die Konjunkturpolitik benötigt.

3.3. Verteilungsrechnung

Die Verteilungsrechnung ermittelt, wie sich das Nettonationaleinkommen / Primäreinkommen auf die Wirtschaftssektoren verteilt.

Volkseinkommen = Arbeitnehmerentgelt5 + Vermögenseinkommen6 = Löhne + Gewinne = Lohnquote + Gewinnquote

Diese Gleichung hilft dabei, das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte zu messen und ist wichtig für die Vermögens- und Einkommenspolitik (Verteilungsrechnung).

4. Kritik am Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandsindikator

Vorbemerkung: Nur das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) per Kopf dient als Indikator für den Wohlstand eines Landes.

- sagt nur etwas über Quantitäten, nicht über Qualitäten aus.
- negative externe Effekte werden nicht erfasst.
- Unterbewertung bzw. Nichterfassung von Leistungen die keinen Marktpreis haben.
- keine Informationen über die Verteilung der Güter / des Einkommens.
- enthält nur ökonomische Größen, nicht aber soziale und politische Faktoren.
- die Bewertung der Güter entspricht nicht unbedingt ihrem Beitrag zur Wohlfahrt.

Problem: Lebensstandard und Wirtschaftswachstum sollen mit denselben Indikatoren angegeben werden.

Als Indikator für den materiellen Lebensstandard ist das Bruttonationaleinkommen geeignet, auch der private Konsum und das verfügbare Einkommen sollten stärker betrachtet werden.

Fazit: Das BIP muss um soziale und ökologische Indikatoren ergänzt werden.

4.1. Soziale Indikatoren aus wichtigen Bereichen derVolkswirtschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 direkte Steuern

2 Transferleistungen

3 Subventionen

4 indirekte Steuern

5 Arbeit

6 Kapital und Boden

Details

Seiten
7
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656720508
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279107
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Duisburg
Schlagworte
Wirtschaftskreislauf Nationaleinkommen Bruttoinlandsprodukt BIP Human Development Index

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Titel: Wirtschaftskreislauf und Nationaleinkommen