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Das Leben des historischen Buddha als Thema des Religionsunterrichts

Hausarbeit 2009 20 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Der Begriff „Buddha“
1.2 Der Buddha im Kontext seiner Zeit
1.3 Wichtige historische Quellen für das Leben Buddhas

2. Das Leben des historischen Buddha
2.1 Empfängnis und Geburt
2.2. Die Prophezeiung des Brahmanen
2. 3. Das Leben im Haus des Vaters
2.4. Die vier Ausfahrten
2.5. Auf der Suche - Leben als Asket
2.6. Erleuchtung und Entscheidung
2.7. Tod

3. Religionspädagogischer Teil
3.1. Analyse Buch A
3.2. Analyse Buch B
3.3. Vergleich von Schulbuch A und Schulbuch B
3.3.1. Gliederung und Text
3.3.2. Bilder
3.3.3. Arbeitsaufträge und Glossar
3.3.4. Umfang der Bücher und Themenvielfalt
3.3.5. Das Lehrerhandbuch
3.3.6. Vergleich der Darstellung des Lebens
3.4. Zusammenfassung aus Sachteil und Religionspädagogischem Teil

4. Fazit

Literaturangaben

Anhang

1. Einleitung

„Nur wenige Persönlichkeiten in der Geistesgeschichte der Menschheit haben so weit und so anhaltend ausgestrahlt wie Siddhartha Gotama, der »Buddha«, und keine hat Asien so tief geprägt wie er.“1

Diese Worte beschreiben die Person Siddhartha Gautama in beeindruckender Weise und um ihn soll es in den folgenden Seiten gehen. Diese Arbeit soll die wichtigsten, unterrichtsrelevanten Etappen des Lebens von Siddhartha Gautama darstellen. Es geht darum Fakten und Legenden über diese historisch bedeutende Person zusammenzustellen und diese dann, im zweiten Teil der Arbeit, auf religionspädagogischer Ebene auszuwerten. Dabei geht es um die Frage in welchem Umfang sein Leben in den Unterricht aufgenommen wird und wie es in den unterschiedlichen Schulbüchern dargestellt wird. Ausschlaggebend für meine Analyse werden dabei die Bücher von Hubertus Halbfas und Werner Trutwin sein.

Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich kurz den Begriff „Buddha“ klären und auf den Buddha im Kontext seiner Zeit und die wichtigsten Quellen eingehen, bevor es im Sachteil um das Leben von Siddhartha Gautama unter unterrichtsrelevanten Gesichtspunkten geht. Dabei habe ich mich auf Themen seines Lebens von seiner Empfängnis bis hin zur Erleuchtung und auf seinen Tod beschränkt. Die langen Jahre der Verbreitung seiner Lehre sollen jedoch nicht beleuchtet werden. Denn diese werden in den meisten Schulbüchern, die ich mir angesehen habe, nur geringfügig oder gar nicht behandelt.

1.1 Der Begriff „Buddha“

Der Ehrentitel „Buddha“ bedeutet „Erwachter“, er wird den Menschen verliehen, die aus eigener Kraft den Kreislauf der Widergeburten überwunden und die Erkenntnis gefunden haben.

Den Titel bekommen diejenigen, die das buddhistische Ziel der endgültigen Erlösung erreicht haben und den Status Bodhisattva, zum Buddha Berufener, überwunden haben. Synonyme des Wortes „Buddha“ sind „Bhagavat“ (der Erhabene) und Tathagata (der Vollendete).2

1.2 Der Buddha im Kontext seiner Zeit

Siddhartha Gautama stand stark unter dem Einfluss der Religionen/Kulturen seiner Zeit. Es gab Dinge die er für sein Leben und später auch seine Bewegung strikt abgelehnt hat, wie z.B. das Kastensystem, und andere Dinge die er übernommen hat. Zu Lebzeiten des hist. Buddha herrschte in Indien der Vedismus oder Brahmanismus. Die Brahmanen waren zu seiner Zeit die höchste Priesterkaste, die allein die heiligen Schriften, genannt Veden, kannte. Erst seit dem 11. Jh. nach Christus wir diese Religion Hinduismus genannt. Die ganze Welt des Hinduismus ist von verschiedenen Göttern erfüllt die alle unterschiedliche Namen tragen. Das Leben der Menschen ist vom Prozess der Widergeburten bestimmt und stark vom Kastensystem geprägt. Der ständige Kreislauf von Leben und Tod und die „Religionsherrschaft“ der Brahmanen brachten, schon vor der Zeit Buddhas, viele Menschen zum Nachdenken über neue Wege. Es entstand eine religiöse Krise in der es über die Jahre viele Reformen gab und viele unterschiedliche Versuche der Menschen einen Ausweg aus dem Kreislauf der Widergeburten zu finden. Einer dieser Wege leitete die Menschen unter der Führung von Siddhartha Gautama in den Buddhismus, dem heute zwischen 350 und 500 Millionen Menschen angehören. Damit bildet der Buddhismus neben dem Christentum, dem Islam und dem Hinduismus eine der viertgrößten Religionen der Welt.3

1.3 Wichtige historische Quellen für das Leben Buddhas

Vom historischen Buddha selbst sind keine Schriften überliefert und es gibt auch keine Texte die von seinen Zeitgenossen verfasst worden sind.

Der Zugang zu seinem Leben und seinem Umfeld ist dementsprechend recht problematisch. Um etwas über Siddhartha Gautama zu erfahren muss man, einen langen Weg, durch Jahrzehnte mündlicher Überlieferung, bis hin zur späteren Niederschrift von Texten, gehen. Maßgebliche Texte, die das Erschließen des Lebens Buddhas möglich machen, sind im Pali Kanon zu finden. Dieser Kanon ist in drei große Teile gegliedert und wird deshalb auch „Dreikorb“ genannt. Der Pali Kanon ist die älteste Überlieferung der Lehrreden Buddhas und ist in der Pali Sprache, einem alten Indischen Dialekt, verfasst. Andere Quellen für das Leben von Siddhartha Gautama sind der Sanskrit-Kanon und der Chinesische Kanon.4

2. Das Leben des historischen Buddha

2.1 Empfängnis und Geburt

Der historische Buddha wurde um das Jahr 560 v. Chr. geboren und erhielt im Sanskrit, dem alten indischen Dialekt, den Namen Siddhartha Gautama (Pali: Siddhattha Gotama). Eine genauere Datierung der Geburt fällt den Gelehrten schwer. Die Mehrzahl der westlichen Indienhistoriker hält jedoch das Jahr 563 v. Chr. für am wahrscheinlichsten. Siddhartha stammte aus dem adligen Geschlecht der Sakya (auch Shakya genannt), sein Vater war Suddhodana und seine Mutter hieß Maya.5

Bereits die Empfängnis des historischen Buddha durch Maya, die zu diesem Zeitpunkt schon über 40 Jahre alt gewesen sein soll, ist mit Legenden umwoben. Es wird erzählt, dass Maya vor der Geburt des Kindes einen Traum gehabt hat.

„Ein prächtiger Elefant mit sechs Stoßzähnen stieg in diesem Traum vom Himmel herab […] Der Elefant näherte sich der Königin; seine Haut war so weiß wie Bergschnee. Mit seinem Rüssel hielt er eine rosafarbene, leuchtende Lotusblüte, und er legte sie in den Körper der Königin. Dann ging auch der Elefant mühelos in sie ein und mit einem Male war sie von tiefer Ruhe und Freude erfüllt.“6

Nach zehnmonatiger Schwangerschaft brachte Maya das Kind auf der Reise zu ihren Eltern von Kapilavatthu nach Devadaha zur Welt. 7

Maya wollte das Kind, wie zu dieser Zeit üblich, im Beistand ihrer Mutter, Yasodhara, zur Welt bringen. Als Geburtsort des Kindes nimmt man den Raum unweit des Dorfes Lumbini an. Wie die Empfängnis wird auch die Geburt des Kindes von wundersamen Erzählungen begleitet. Es wird erzählt, dass Maya das Kind ganz alleine zur Welt brachte. Sie soll auf ihrer Reise von der Niederkunft überrascht worden sein. Man sagt, dass ihr Sohn bei der Geburt „die Gestalt eines kleinen Kindes besaß, sieben sichere Schritte [tat] in alle vier Himmelsrichtungen [blickte] und sprach >Ich bin der, der die Welt führen wird, dies ist meine letzte Geburt. < “8

Am siebten Tag nach der Geburt des Kindes starb Maya, „nach buddhistischer Auffassung, weil das kostbare Gefäß, dass einen Buddha vor seinem Weltengang beherbergt hatte, nie wieder weltlichen Zwecken dienen durfte“9 Siddhartha wuchs aber nicht ohne eine Mutterfigur auf, sondern wurde von der Schwester seiner Mutter, Mahaprajapati, aufgezogen.

2.2. Die Prophezeiung des Brahmanen

Ein wichtiger Punkt der frühen Lebenszeit Siddhartha Gautamas ist die ihm gegebene Prophezeiung durch einen Brahmanen namens Asita kurz nach der Geburt des Knaben, am Tag seiner Namensgebung.

„[…] ich kann deutlich sehen, dass dieses Kind wahre Größe besitzt. Es wird alle Geheimnisse des Universums durchdringen. Majestät, dein Sohn wird kein Politiker werden. Er wird ein großer Meister des Weges. Himmel und Erde werden sein Zuhause sein und alle Wesen seine Verwandten. Ich weine, denn ich werde bald sterben und nicht mehr die Gelegenheit haben, seine Stimme zu hören, mit der er die Wahrheit, die er verwirklicht verkündet.“10

Noch weitere Brahmanen prophezeiten dem Kind am Tag der Namensgebung Großes, entweder auf religiösen Gebiet, als ein Buddha, oder auf Weltlichem, als

2. 3. Das Leben im Haus des Vaters

Man sagt der Vater des hist. Buddha versuchte die Prophezeiungen der Brahmanen zu seinen Gunsten zu beeinflussen, in dem er ihn von der Welt abschirmte und versuchte sein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Suddhodana wollte seinen Sohn zu einem großen Weltenherrscher erziehen. Er wollte ihn von allem Leid der Welt fernhalten und so fehlte es dem Jungen im Haus des Vaters an nichts. Siddhartha wuchs in großer Pracht und Herrlichkeit auf. Ein alter Text lässt ihn über sich selbst sagen:

„Ich war verwöhnt, sehr verwöhnt. Ich salbte mich nur mit Benares-Sandel und kleidete mich mit Benares-Tuch. Bei Tag und Nacht wurde ein weißer Sonnenschirm über mich gehalten. Ich hatte einen Palast für den Winter, einen für den Sommer und einen für die Regenzeit. In den vier Monaten der Regenzeit verließ ich den Palast überhaubt nicht und war von weiblichen Musikanten umgeben.“11

Dementsprechend verbrachte Siddhartha seine Jugend sorglos und wurde ab dem achten Lebensjahr zumeist in soldatischen Fähigkeiten ausgebildet. Auf diesem Gebiet lagen jedoch bei weitem weder Interesse noch Begabung des Jungen, der sich lieber mit geistlichen Dingen beschäftigte.

Schon in frühen Jahren wurde Siddhartha mit einer Frau verheiratet, der in den Sanskrit Texten der Name Gopa oder Yasodhara gegeben wird. Die Ehe wurde von den Eltern arrangiert und die Ehepartner hatten nicht wirklich viel Mitspracherecht. Wegen der eher mäßigen Leistungen des Bräutigams in der Kampfeskunst forderte der Vater der Frau jedoch erst einen Tauglichkeitsbeweis bevor er seine Tochter Siddhartha anvertraute. Zum Zeitpunkt der Hochzeit sollen beide Ehepartner 16 Jahre alt gewesen sein.

2.4. Die vier Ausfahrten

Trotz dem das Siddhartha alles zu haben scheint was er braucht und er eigentlich hätte glücklich sein können, beginnt er bald an seinem Leben zu zweifeln.

Ihm wird klar, dass alle Genüsse vergänglich sind und das Leben in Saus und Braus befriedigte ihn nicht mehr. Die Legende besagt, dass sich der historische Buddha mit 29 Jahren auf 4 Ausfahrten begeben hat. Bei diesen Ausfahrten soll er Alter, Krankheit, Tod und zuletzt einem Asket begegnet sein. Es steht geschrieben das Siddhartha eines Tages das Verlangen verspürte, einen Park nicht weit außerhalb der Stadt zu besuchen. Dort soll ihm ein grauhaariger, gebeugter alter Mann aufgefallen sein, der kurz vor seinem Tod stand. Siddhartha, bestürzt von dem Anblick, gewann bald die Einsicht, dass auch ihm eine Zeit des Alters bevorstehe. Seine Begegnungen mit Krankheit und Tod öffneten ihm weiter die Augen gegenüber den Schrecken der Welt, vor denen sein Vater ihn so lange hat zu beschützen versucht. Einzig und allein an der Begegnung mit einem Asketen, auf seiner letzten Ausfahrt, konnte er gefallen finden. Siddhartha Gautama war vom Leben des Asketen beeindruckt und entschloss sich schnell auch selbst solch ein Leben führen zu wollen. Bei der Rückkehr von seiner vierten Ausfahrt erhielt Siddhartha die Nachricht, dass er Vater eines Sohnes namens Rahula, zu Deutsch „die Fessel“, geworden sei. Aber auch diese Nachricht lies ihn nicht von dem Entschluss, sein altes Leben zu verlassen, abweichen. Er wollte nur noch kurz einen Blick auf seinen Sohn werfen und dann sein Leben als Asket beginnen. Er ging kurz in das Schlafgemach seiner Frau, traute sich jedoch nicht das Kind in den Arm zunehmen.12 Der Kleine war nur ein weiterer Strang der ihn an sein altes Leben fesseln konnte und das wollte er nicht zulassen. Er wollte sich seinen Aufbruch weder von seiner Frau noch von seinem Sohn erschweren lassen. Noch in der Nacht verlies er Frau und Kind, hinterließ auch all seine Reichtümer und machte sich auf die Reise in eine unbekannte Zukunft.

[...]


1 Vgl. Hans Wolfgang Schumann, Der historische Buddha, S. 9 Z. 1- 3

2 Vgl. Helmuth von Glasenapp, Die fünf Weltreligionen, S. 74 Z. 16-17

3 Vgl. Werner Trutwin, Die Weltreligionen - Buddhismus, S. 21 - 22

4 Vgl. Werner Trutwin, Die Weltreligionen, S. 25 - 26

5 Ein Stammbaum von S. G. befindet sich im Anhang unter Punkt 3

6 Vgl. Thich Nhat Hahn, Wie Siddhartha zum Buddha wurde: eine Einführung in den Buddhismus, S. 45 Z. 2-10

7 Eine Karte des Gebietes befindet sich im Anhang unter Punkt 1

8 Hubertus Halbfas, Lehrerhandbuch, S.136

9 Helmuth von Glasenapp, Die fünf Weltreligionen, S. 78 Z. 20-23

10 Thich Nhat Hahn, Wie Siddhartha zum Buddha wurde: eine Einf. in den Bud., S. 47 Z. 13-20

ein mächtiger Raja. Diese Prophezeiungen hatten einen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Lebens des Kindes.

11 Helmuth von Glasenapp, Die fünf Weltreligionen, S. 79 Z. 4-10

Details

Seiten
20
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656724698
ISBN (Buch)
9783656724674
Dateigröße
825 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279059
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Theologische Fakultät
Note
1,6
Schlagworte
leben buddha thema religionsunterrichts

Autor

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