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Die Romantik als literarische Epoche

Skript

Vorlesungsmitschrift 2012 36 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Die Romantik als literarische Epoche

Grundvorstellungen romantischer Schriftsteller

- dynamische, von Fortschrittseuphorie geprägte Epoche in der ein Aufschwung der Poesie sattfindet
- „Athenäum“ à führende Zeitschrift
- aber auch Spannungen à Schriftsteller stehen auf Kriegsfuß mit bürgerlicher Leserschaft
- zeitl.: zwischen französischer Revolution und Restauration
- empfinden sich als progressiv (progressive Universalpoesie als Konzept von Friedrich Schlegel im Athenäum erwähnt):
- beinhaltet sämtliche literarischen Gattungen (Lyrik, Drama, Prosa) und verbindet auch die Literatur mit Philosophie, Kunst und Wissenschaft
- Ziel: alle Sinne anzusprechen
- Traum und Wirklichkeit, Poesie und das wahre Leben sollen in einen Wechselbezug treten
- Progressiv ist sie, weil sie ewig im Werden ist à Fragment als wichtiges Stilmittel
- Vorliebe für das Wunderbare, Phantastische, Abgründige und für Märchen

Kann man von einheitlicher Romantik sprechen?

- Romantik nur in Zusammenhang mit anderen literarischen Bewegungen à nicht abtrennbar
- kein einheitliches schriftstellerisches Konzept à aber: Charakteristika romantischen Schreibens

Sattelzeit (1770-1830)

- starre ständische Ordnung löst sich auf, Grundlage für bürgerliche Gesellschaft
- Schlüsselereignis ist die Französische Revolution 1789 à neues Geschichtsdenken (Geschichte nicht mehr normative Funktion; jede Zeit bringt eigene individuelle Kultur hervor)
- kulturelle Blütezeit in Literatur, Philosophie, Musik und Wissenschaften (Beethoven, Kant, Humboldt)
- Klassik: Schiller, Goethe
- zwischen Klassik und Romantik: Kleist, Hölderlin, Jean Paul
- Romantik: Arnim, E.T.A. Hoffmann, Brentano, Novalis, Brüder Grimm

Epocheneinteilung

- Klassik und Romantik lassen sich schwer trennen
- 1795-1805: entstehen klassische Dramen von Goethe und Schiller
- in 1790er aber auch romantische Schriften von Schlegel, Tieck und Hölderlin
- Zeitnahe Erscheinung klassischer und romantischer Schriften

Aufklärung: 18. Jhd.

- Empfindsamkeit: ca. 1730 – 1790
- Sturm und Drang: 1770 – 1784/86
- Weimarer Klassik: 1786 – 1805
- Romantik: 1793 – ca. 1830/50
- Frühromantik in Jena (und Berlin): 1793 – 1801
- Hochromantik/Mittlere Romantik; Heidelberger Romantik: 1805 – 1808; Berliner Romantik: 1809 – 1815
- (katholische) Spätromantik: 1820 – 1830/50
- Junges Deutschland/Vormärz: 1820 - 1850

Konzept der Kunstautonomie

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Klassik und der Romantik

- Auffassung vieler Künstler, dass Kunst autonom
- Endzweck seines Daseins hat Kunst in sich selbst
- Autonomiekonzept als Gemeinsamkeit, aber anders betont:
- Sturm- und Drang:
- Künstler im Mittelpunkt nicht künstlerisches Produkt à Selbststilisierung des Genies
- Klassik:
- Werk im Mittelpunkt, nicht Subjektivität des Künstlers
- Romantik:
- schöpferische Subjektivität als höchsten Wert à noch stärker als im Sturm- und Drang
- Ich wird zur absoluten Instanz (Fichte), Ich als höchste Stufe des Daseins à viele Künstlererzählungen und Romane

Auswirkungen der Künstlerautonomie auf die Romantik

1. Aufwertung der Phantasie, des Traums, Vorliebe für Märchen
2. Absolutsetzung des reflektierenden Ich (in Anlehnung an Fichte)
3. das schöpferische Subjekt erhebt sich über das begrenzte Werk
- Offenheit und Unvollendbarkeit des Werks wird in Fragment gezeigt
- Werk wird vom Künstler als notwendig beschränkt reflektiert; Kunstwerk beschäftigt sich mit seiner Endlichkeit
- Bild: „Der Mönch am Meer“ à Unendlichkeit des Meers à Drang, das Endliche hinter sich zu lassen

Verhältnis zur Französischen Revolution

- anfangs aufgeschlossen, dann Ablehnung der Französischen Revolution
- Einleitung: der Zeitschrift Die Horen (Schiller)
- Kunst soll politische Ereignisse ausblenden
- Flucht aus realer Welt in Welt des schönen Scheins
- Kunst soll auf die Realität einwirken
- Romantik: Autonomiekonzept verbindet sich nicht mit humanem Ideal, aber Poetisierung der Welt

Differenzen zwischen Klassik und Romantik: Das anthropologische Konzept

- Klassik
- ganzheitliche Bildung (Humboldt)
- gegen zweckgerichtete Staatspädagogik des Absolutismus
- humane Selbststabilisierung
- Romantik
- keine normativen Idealvorstellungen
- kein Harmoniestreben
- Grenzerfahrungen à Außenseiter, Künstler, Träumer, Taugenichtse als Protagonisten àGespaltenheit und Zerrissenheit der Menschen
- Klassik: individuelle Charakterbildung
- Romantik: nicht rationale Seiten der Menschen

Antike und Mittelalter als historische Bezugsfolien

- Klassik: Orientierung an Antike, wird als gesund und objektiv bezeichnet
- Romantik: Orientierung am Mittelalter, wird als krank und subjektiv bezeichnet
à beide stehen nicht im offenen Widerspruch sondern sind auch verbunden
- stehen im Horizont der Aufklärung und führen dessen Ideen weiter à gleiche sozialgeschichtliche Grundlagen wie z.B. die Französische Revolution
- beide sind Reaktionen auf die Ausdifferenzierung der bürgerlichen Gesellschaft und die daran geknüpften Entfremdungserscheinungen

Romantische Geschichtsauffassung: das Mittelalterbild

- Entfremdung des Menschen von der Natur wird in der Klassik und Romantik stark hervorgehoben à Mensch wird durch arbeitsteilige Gesellschaft in eine Fragmentarisierung der Gesellschaft getrieben und Entfremdet sich von der Natur
- Antikes Griechenland ist dagegen Idealmodell im Gegensatz zur Moderne (Hervorhebung der Bildhauerkunst, Ganzheit des Griechischen, Natur noch ganz und Mensch als funktionierendes Teil in ihr)
- in der Romantik tritt anstelle der Antike das Mittelalter (aber nicht nur, auch noch Antike) à kulturelle Neubewertung des Mittelalters, das vorher als barbarisch und kunstlos verschrien wurde

Novalis: „Die Christenheit oder Europa“ (1799): Schlüsseltext für dieses Mittelalterbild

- Novalis spricht im Text nicht vom Mittelalter, bezieht sich aber eindeutig darauf à Hinwendung zur christlichen Vergangenheit
- eigene Zeit ist Anarchie, bietet Möglichkeit der europäischen Erneuerung durch Nullpunkt der französischen Revolution
- Eindruck von politischer und religiöser Erschütterung, aufgelöste Ordnung, Krieg gegen Frankreich droht, Papst Pius ist gestorben, keine Neuwahl àsieht Europa an einem Wendepunkt
- will Eintritt in besseres Zeitalter beschwören unter einer einheitsstiftenden Religion
- Novalis erklärt das Mittelalter zu Welt von Einheit und Frieden, Welt ohne störendes Wissen, das von der oberen Geistlichkeit verboten wurde (fiktives Bild)
- Novalis verurteilt Reformation als Abfall von mittelalterlicher Einheit und Geistheit
- Schrift mündet in Aufrufung eines neuen goldenen Zeitalters durch neue Form der Religiosität à neue Religion ist universeller als das Christentum, ist nicht wie Christentum aufs Jenseits sondern ins Innere gerichtet
- Argumentation von Novalis nach charakteristischem dreistufigem Geschichtsmodell

Triadisches Geschichtsmodell

1. Zeit universeller Einheit und Harmonie à Paradies
2. Zeit der Entzweiung à Gegenwart
3. Neue, höhere Einheit – Wiederkehr des goldenen Zeitalters
- Zeitalter, das anvisiert wird soll auf höherer Stufe stehen als ursprüngliche harmonische Urzeit
- Ritterwelt/Spätmittelalter wichtig à kein historisch korrektes Mittelalter
- Nachwirkung der Schrift à Mittelalterbild verfestigt sich bis hin zur nationalsozialistischen Vereinnahmung
- nationalpolitische Aktualisierung des Mittelaltergedankens à Stärke und Macht des Mittelalterreichs soll wieder erreicht werden
- Interesse am Mittelalter auch Interesse an architektonischen Zeugnissen und Künsten aus dem Mittelalter à z.B. Gotik
- auch im Bereich der Literatur à Fachdisziplin der Germanistik entsteht und wendet sich bisher unerforschten Texten des Altertums zu
- unbekannte Überbleibsel aus dem Mittelalter sollen durch Nachdichtung bekannt gemacht werden

Zur Forschungsgeschichte

- 19. Jhd. à vorherrschende starke Ablehnung der Romantik, die politisch begründet ist; Ablehnung der Vernunft in der Romantik wird kritisiert
- Ende des 19. Jhd. à mit der Gründung des deutschen Reiches, national motivierte Aufwertung der Romantik
- nach dem ersten Weltkrieg à Romantik wird als irrationale Geist- und Lebensphilosophie herausgehoben à national geprägt, steht für typisch Deutsches
- Nationalsozialistischen Wissenschaft vereinnahmen Romantik völlig
- 50er /60er Jahre à Bemühung Romantik durch Umdeutung und Neuorientierung von ideologischem Ballast zu befreien
- 80er Jahre: Forschungsfeld öffnet sich ideologiefrei

Begriff der Romantik und des Romantischen

- anders als unser heutiger Begriff von Romantik
- unterschiedliche Bedeutungen im 18. Jhd.: Bezeichnung für romanische Sprachen; Bindung des Wortes an Roman à romantisch zuerst im 17. Jhd. in England und bezeichnete im 18. Jhd. fantastische, unwirkliche, unglaubwürdige, negativ gemeinte Begebenheiten aber auch schon positiv zur Bezeichnung von Landschaften à wilde Berglandschaften mit Gipfeln und Abgründen, tiefe Flusstäler, Rheinlandschaft
- ab dem 18. Jhd. werden alle Gegenständige als romantisch bezeichnet, die Abstand zum Alltäglichen aufweisen
- neues Stilideal: Aufwertung des Wunderbaren und Fantastischen àGegenstände werden als schön empfunden, die nicht alltäglich sondern bizarr und exotisch sind
- Substantiv: Die Romantik à setzte sich erst Ende des 18. Jahrhunderts durch bei Autoren wie Novalis und Jean Paul
- drei Verwendungsweisen
- Haltung, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verwischt
- Gesamteuropäischer Stilbegriff in der Literatur, Musik und der Bildenden Kunst
- Epochenbegriff der deutschen Epochengeschichte àZeit zwischen 1789 und 1830, letzte Ausläufer bis 1850

Individualstil und Epochenstil

Sehnsucht von Eichendorff

- Sehnsucht verweist auf Drang das Endliche zu übersteigen à innere Ausrichtung was jenseits des Konkreten liegt
- Landschaftsbild in der zweiten Strophe à Landschaftvorstellung der Bildenden Kunst und Malerei für Romantik
- Hinweis auf Geschichte à Marmorbilder à nicht Mittelalter sondern Verweis auf Antike
- nächtliche Szenerie, einsames Subjekt von inneren Wünschen bestimmt
- in der Bildenden Kunst häufig das Motiv am Fenster
- Posthorn wird verknüpft mit dem Reisemotiv, weckt Sehnsucht des Ichs
- zwei Ebenen des Gedichts: extradiegetische Ebene Ich am Fenster, intradiegetische Ebene
- Gedicht überschreitet die Anfängliche Begrenztheit des Ichs ohne, dass dieses die Position am Fenster verlässt à Gedicht vereinet Statik und Dynamik
- Kreisförmige Struktur à nach letzter Strophe könnte das Gedicht wieder von vorne beginnen

Phasengliederung der Romantik

- 1789 – 1850 à problematisch wie immer
- Tieck schreibt während der ganzen Romantik
- Forschung ist sich einig Romantik in 3 Phasen zu Gliedern
- Phasen folgen nicht nahtlos einander sondern es gibt unterschiedliche Gruppierungen in unterschiedlichen Städten mit unterschiedlichen Schwerpunkten
- Frühromantik:
- stark theoretisch
- Tieck, Schlegel, Novalis, Wackenroder à haben alle Jura studiert sich aber auch für Philosophie interessiert à keine nationalphilologische Einschränkung
- immer mehr Romane wurden in dieser Zeit gedruckt
- Jena als Zentrum der Frühromantik, aber kurz auch Berlin und Dresden à Unterschied zur Weimarer Klassik: Klassik entwickelt sich kontinuierlich und viel länger
- Hochromantik (1805-1820)
- Antitheoretisch und AntiIntelektuelle Strömung à Hinwendung zur Volksdichtung
- man sammelt Volklieder und Märchen
- wird auch Heidelberger Romantik genannt
- Brentano, Arnim, Brüder Grimm
- Reaktion auf Vormarsch Napoleons à Nationale Einengung, die es in der Frühromantik noch nicht gab
- zweites Zentrum der Hochromantik: Berlin à Kleist, Arnim, Hoffmann
- kaum Grundnenner bei Berliner Romantik, wenn, dann theoretisches Interesse tritt zurück und Lust am Erzählen dominiert
- Spätromantik (1815-1830/50)
- Schlegel, Eichendorff, Brentano, Arnim, Tieck à sind schon vorher als romantische Autoren hervorgetreten
- trotzdem neue Phase, weil Autoren sich entfernten von romantischen Anfängen
- 3 Grundtendenzen:
- Zweckfreiheit ist nicht mehr oberstes Gebot
- Ursprünglich kosmopolitischer Anspruch wird zurückgenommen, Verengung ins Nationale
- Zunehmende religiöse Ausrichtung

Die Zeitschrift „Athenäum

- 1798 von Gebrüder Schlegel gegründet
- das Publikationsorgan der Frühromantik
- F. Schlegel beherrschte Zeitschrift
- erschien 3 Jahre lang à eigentlich umfangreicher geplant
- 2 Hefte erscheinen jährlich für 3 Jahre (Auflage ca. 1600)
- Projekt typisch für Frühromantik: setzt sich über Wünsche des Publikums hinweg à bewusst provozierend, hebt sich von zeitgenössischer Publikation ab
- Briefe, Gespräche, Aphorismen à verschiedene Textsorten à offen, experimentell
- Gruppencharakter wird betont: Fragment ohne Autor als Gemeinschaftswerk à Gruppenbildung wichtiges Konzept der Zeitschrift
- Zeitschrift bei Gegnern als Feindbild (an Publikumsgeschmack vorbei)

das frühromantische Fragment

- in Literaturwissenschaft zwei Bedeutungen:
- Bruchstück von Gesamtwerk
- unabgeschlossener Texte, die es nie vollständig gegeben hat
- bewusst gewählte Form der Romantiker à eigene Unvollkommenheit wird ausgestellt
- Fragment als Ausdruck von Totalität, Entzweiung der Welt (z.B. Subjekt und Objekt) soll überwunden werden, Kluft zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit soll darin kompensiert werden
- Geschlossenheit aber nicht ganz ausgeschlossen
- heute würde man diese Fragmente als Aphorismen bezeichnen
- „vor jemandem Denken“ à nicht fertige Ergebnisse präsentieren

Verbindliche Elemente der frühromantischen Fragmente

1. Novalis und Schlegel gründen ihre Fragmente auf den „Einfall“ à Einfall, besondere Idee, das Überraschende
2. Zahlreiche Fragmente rücken eine gewagte Hypothesen in den Vordergrund
3. Vorliebe für überraschende Analogien

Zusammenfassung: Fortführung der traditionellen Aphorismensammlung; Verweigerung starker Systematik, Neigung zu gewagten Thesen, offene Form

116. Athenäums-Fragment: Progressive Universalpoesie

- kein Aphorismus
- eher kein Fragment, da abgeschlossen
- sprachlich stilistische Brüche
- „romantische Poesie“ soll definiert werden à bleibt gerade unbestimmt, da von unterschiedlichen Arten der Poesie geredet wird
- alle Gattungen der Poesie à romantische Poesie erscheint als Absolutes Erweiterung durch Rhetorik und Philosophie
- umfassende Poetisierung der Welt
- Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten der romantischen Poesie; Poesie als Medium dem es möglich ist alles zu umgreifen à Universalpoesie
- eingespannt zwischen zwei Extremen à romantische Poesie bewegt sich dazwischen hin und her ohne sich festzulegen à Reflexionsprozess möglich; keine Festlegung à beständige Weiterentwicklung à progressiv

F. Schlegel: Das Gespräch über die Poesie

Versuch über den verschiedenen Styl in Goethes früheren und späteren Werken

- zunächst im Athenäum veröffentlicht
- ästhetische Schrift in Dialogform
- Grenzbereich zwischen Poesie und Poetik
- keine Formulierung fester Ergebnisse
- offener Dialog, der Suchbewegung beschreibt

Rede über die Mythologie

- Mythologie als Ausdruck kindlich naiven Denkens im 18. Jhd.
- Mythologie und Poesie werden gleichgesetzt
- Gegenwärtiger Poesie fehlt Zentrum à neue Mythologie
- Zeitpunkt neuer Mythologie ist gekommen à soll einendes Zentrum der Poesie gefunden werden
- Etablierung neuer Mythenwelt à Hoffnung von Vermittlung von Individuum und Gesellschaft
- Zitat von Schlegel: Empfinden einer Kluft zwischen Gegenwart und Vergangenheit à Was alten Besitz war ist heute Sehnsucht à ein Ziel auf das man hinsteuert, das man aber niemals erreichen kann à wichtiger Gedanke der Frühromantik
- progressive Universalpoesie à vereint alles gesprochene und geschriebene in sich

1. Romantische Ironie

- man sagt das Gegenteil von dem was man meint und wird vom Gegenüber trotzdem verstanden
- romantische Ironie geht darüber hinaus und funktioniert anders
- romantischen Ironie ist Ausdruck der Kluft zwischen Endlichem und Unendlichem
- romantisches Schreiben ist immer im Modus der Ironie: Jedes Buch das sich nicht widerspricht ist nicht vollständig

zwei Hauptdimensionen der romantischen Ironie

- Ironie, die der Dichter auf sich selbst bezieht
- Dichter muss sich von sich selbst zu differenzieren à heraustreten des Sprechers aus seinem Text um Künstlichkeit des Textes zu zeigen
- Form der Selbstrelativierung
- Realität kann nie deckungsgleich mit dem Ideal sein, da dieses nie vollständig erreicht werden kann; auch Künstler oder Werk sind nie ideal vollendet
- Ironie, die Struktur des Werks kennzeichnet
- romantische Ironie zeigt Werk in seiner Endlichkeit und lässt es so erscheinen indem es vom hypothetischen Standpunkt des Unendlichen das Endliche reflektiert
- Fragment zeigt Orientierung an der Philosophie
- muss Transzendentalpoesie sein à Anspruch der romantischen Poesie über das Reale hinauszugehen und auf etwas Ideales hinzusteuern
- kritische Poesie hat Abstand zu sich selbst, will nicht nur Darstellung sein, sondern auch die Darstellung an sich betrachten [Poesie und Poesie der Poesie]
- Abgrenzung vom Sturm und Drang: nicht das Erleben und das Gefühl sondern die Distanz wird gezeigt
- Abgrenzung zur Klassik; Ironie hebt diese Vorstellung von der in Sich geschlossenen Ganzheit des Kunstwerks auf

Selbstreflexivität und Metafiktionalität

- Kunst soll nicht auf äußere Realität verweisen, sondern auf etwas, das nicht Real ist Selbstreferenzialität à schafft Voraussetzung für Selbstreflexivität
- Selbstreflexivität à Literatur thematisiert sich selbst, Poesie der Poesie à führt zur Metafiktionalität
- Metafiktional: fiktionale Erzähltexte, die selbstreflektiv zeigen, dass sie Kunstprodukte sind und ihren fiktionalen Charakter ausstellen

[...]

Details

Seiten
36
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656716914
ISBN (Buch)
9783656716938
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278628
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
Schlagworte
romantik epoche skript

Autor

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