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Theorie der Nation (Magisterprüfung)

Prüfungsvorbereitung 2003 5 Seiten

Politik - Grundlagen und Allgemeines

Leseprobe

Stellen Sie „objektivistische“ und „subjektivistische“ Auffassungen der Nation dar. Welches dieser beiden Konzepte der Nation hat sich mittlerweile in den meisten modernen Demokratien durchgesetzt? Wieso?

1. Einleitung – Was ist eine Nation?

Das Wort Nation stammt aus dem lat. natio = Geburt, Herkunft, Abstammung. Bei antiken Autoren wie Tacitus bedeutet natio soviel wie Stamm/Volksstamm, z. B. die Germanen, also eine Abstammungsgemeinschaft von einem fiktiven Ahnen. Nationes sind für zeitgenössische und spätere Autoren auch die Stämme der Völkerwanderungszeit. Gemeinsam ist der antiken und spätantiken Wortbedeutung, daß sie Stämme nicht im ethnisch homogenen Sinn bezeichnete, sondern auf Wanderungs-, Zweck- oder aber Kulturgemeinschaften (gleiche Sitten, Religionen etc.) abstellte. Im MA taucht der Begriff Nation als Herkunftsbezeichnung für Teilnehmer kirchlicher Konzilien auf, die nach ihrem Herkunftsland abstimmten. Im späten MA und der frühen Neuzeit, d. h. der ständischen Feudalgesellschaft werden ständische Vertretungen so genannt. Die Vertreter der Territorien, der reichsfreien Städte, Körperschaften und reichfreien Orte Mitteleuropas gehörten seit 1649 zum Heiligen römischen Reich deutscher Nation, das ein multinationale Staatsgebilde darstellte. Der Adel war sowie international und stellt sich auch in fremdnationale Dienste. Schließlich bezeichneten sich auch die Generalstände in Frankreich, die über die Steuern zu entscheiden hatten, als Nation. In Polen regierte wie in anderen osteuropäischen Staaten die Adelsnation. Erst durch die französische Revolution änderte sich die Konnotation. Schon im Absolutismus Ludwig des 14. schien Frankreich als der Prototyp des modernen zentralistischen Staatswesens. Der Prozeß der Demokratisierung begann mit der Beteiligung der Stände an der Alleinregierung durch das Steuerrecht, der König verlangt eine höhere Besteuerung -> die Stände werden stärken und berufen sich auf eine Nationalversammlung, wonach eine Verfassung geschrieben wird und der König entmachtet. Der französ. Geistliche Emmanuel Joseph Sieyès verfaßte eine Vielzahl von Kampfschriften für eine Nation gleichberechtigter Bürger und gegen Standesprivilegien. Sein Schrift Qu‘est-ce le Tiers État? aus dem Revolutionsjahr 1789 gehört bereits zu den Ursprüngen der subjektivistischen Auffassung der Nation.

Zu den Entwicklungsbedingungen des nationalen Gedankens zählen in erster Linie a) der moderne Nationalstaat und b) die Entstehung eines Nationalbewußtseins:

a) Die Gründung des modernen Nationalstaates

- Rationalisierung -> moderner Staat; Demokratisierung -> moderne Nation
- K.W. Deutsch: Nationalismus und seine Alternativen, S. 10ff
- die Entstehung von Ländern (mehrere Bevölkerungsgruppen, Straßen, Verkehr, Besiedlung)
- die Standardisierung der Sprachen aufgrund von seßhaftem Leben, Isolierung, Verfremdung
- die Integration der Eliten (zur Bildung der nationalen Standardsprache)
- die Ausweitung des Gefühls der Verwandtschaft von Verwandtengruppen und Stämmen zu ganzen Völker
- eine gefestigte soziale Kommunikation (Lügen, Rede- und Sprichwörter)
- die Integration von Verwaltungsbezirken und die Schöpfung des modernen Staats

WAS WAR ZUERST – NATION ODER STAAT?

- Otto Dann: Nation und Nationalismus in Deutschland 1770-1990, München 1993

1. Phase der Staatsbildung,
2. Phase der Nationalbildung,
3. Phase der Demokratisierung,
4. Phase der Sozialgerechtigkeit,
5. Phase der Internationalität

- erster Staat nach dem Modell des modernen Staats: Sizilien des Staufenkaisers Friedrich der II (Verwaltung durch Beamtenschaft usw.)
- dauerhafter war Frankreich: Dominanz des Königtums (Erbmonarchie), Verwaltung und Steuereinziehung, Kooperation mit der kath. Kirche als organisatorisches Vorbild
- Westfälischer Frieden 1648 Grenzziehung = Territorialstaatsprinzip
- Absolutismus in Frankreich (Louis XIV: „Ich werde vergehen, aber der Staat bleibt bestehen“) -> die neuen Nationen hatten Staatsvolk, abgegrenztes Territorium und Verwaltung, Militär
- Nation als kollektiver Begriff = Stände, Adel, Bauern, Volk
- Prozeß der Demokratisierung begann mit der Beteiligung der Stände an der Alleinregierung durch das Steuerrecht; der König verlangt eine höhere Besteuerung und verzichtete auf Macht; die Stände werden stärker und berufen ein Parlament; eine Verfassung wird geschrieben und der König entmachtet -> franz. Revolution u. Mythos der Gallier -> Nation wird durch den dritten Stand repräsentiert

b) Die Entstehung des Nationalbewußtseins und des Nationalismus

1. Gefühl des Ressentiments
2. Die Befreiungskriege = nationale Bewegung/Protonationalismus (Bsp.: Reconquista, Maurenkriege in Spanien, Polnische Aufstände, Deutschland 1812/13)
3. religiöse Reformbewegungen (Jan Hus in Böhmen, Martin Luther in Deutschland)
4. Durchsetzung der Volkssprachen (lösen Mundart und Obrigkeitssprache ab; Bibelübersetzungen in die Volkssprachen)
5. Entwicklung der Druckerzeugnisse (Demokratisierung des Lesens, Anerkennung der Volkssprachen, neue Medien, Wörterbücher, Wachstum von Schulen und Universitäten)
6. Dichtung, Geschichtsschreibung und Mythosbildung (Entwicklung eines Kollektivgedächtnisses, Ursprungsmythen, Festakte, Nationalerzählungen, Entdeckung antiker Schriften, z. B. Tacitus, De origine et situ Germaniae liber)
7. Entwicklung der Technik und des Handels (Bsp.: Zollunion und einheitliches Gewichts- und Maßsystem, neue Verkehrsdichte durch steigende soziale Mobilität und Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und Aufstieg der Bourgeoisie
8. öffentliche Meinung + Demokratisierungsprozeß (Dtl.: Bürgertum und Verein; Frk.: Ständeherrschaft; Engl.: Parliament)
9. Nationalismus als Religionsersatz (Nation als Bezugssystem = Wir-Identität, Kollektivbewußtsein, Vergöttlichung der Nation = Nation als nicht sichtbare Realität, an sie muß geglaubt werden, Ursprung in der romantischen Philosophie bei Schelling, Fichte, Hegel, Jahn, Religionsersatz und Missionsbedürfnis)

- Carlton J. H. Hayes: humanitärer Nationalismus (Aufklärung), jakobinischer Nationalismus (Franz. Revolution), traditioneller Nationalismus (Restauration), liberaler Nationalismus der verfassungsstaatlichen Bewegungen, integraler Nationalismus (Charles Maurras), der sich zu autoritären und totalitären Formen steigern kann

In Westeuropa und Mittel bzw. Osteuropa ging der nationale Gedanke unterschiedliche Wege. Es kristallisierten sich geistesgeschichtlich differenzierte Auffassungen der Nation heraus, die als subjektivistisch und objektivistisch bezeichnet werden können.

subjektivistische Auffassung

objektivistische Auffassung

- westeuropäisch
- subjektives Bekenntnis, d. h. Bekenntnis des mündigen Staatsbürgers zum Staatsnation = Willensgemeinschaft
- politische Definition der Nation
- Maßstab ist Territorium und der Wille, Staatsbürger der Staatsnation zu sein
- Nation als Solidargemeinschaft, die sich in aktiver sozialer und politischer Partizipation äußert
- Unterwerfung einer nach außen abgegrenzten Gesamtheit von Staatsbürgern unter gemeinsame Gesetze und Institutionen
- Gemeinsamkeit der Kultur mit entsprechenden Mythen und Symbolen und gemeinsamer Staatsbürgerreligion
- ius soli (Boden- und Geburtsrecht)
- Hauptvertreter: Ernest Renan (1823-1892): 1882 Rede an der Sorbonne: „Das Dasein einer Nation ist ein Plebiszit Tag für Tag“ = Willens-, Schicksals- und Erinnerungsgemeinschaft“ -> Endlichkeit der Nationen
- bereits 1789 fragt Abbé Sieyès (1748-1836): „Was ist eine Nation?“ Eine Gesellschaft mit gemeinsamen Gesetzen und unter Vertretung einer gesetzgebenden Versammlung. -> „Was ist der dritte Stand? Alles. – Was ist er bis jetzt in der politischen Ordnung gewesen? Nichts. – Was verlangt er? Etwas zu werden“ Gleichsetzung von Drittem Stand und Nation
- Objekt des Streites um deutsch-französisches Nationalverständnis ist E-L, das nach Krieg von 1870/1871 annektiert wurde = Briefwechsel zwischen Fustel de Coulanges und Theodor Mommsen über die nationale Zugehörigkeit des Elsaß
- in der aktuellen politischen Definition der Nation herrscht Ratlosigkeit wegen der Operationalisierbarkeit des Begriffs, so birgt nach Bernd Estel die rein subjektivistische Def. der Nationen Gefahren für das Gemeinwesen mit sich:

1) Untergeordnete Kulturen bekommen nicht genug Anerkennung und werden assimiliert
2) der Staat als alleiniger Vertreter des Gemeinwillens der Nation mutiert zu einem neuen Potentat, der absolute Herrschaft ausüben kann -> nationale Anonymisierung und Kollektivierung

- Nation als Ort der Integration/offene politische Ordnung (Systemtheorie) -> Karl Wolfgang Deutsch, Kybernetiker Politikwissenschaftler, Autor von „Nationen-bildung – Nationalstaat – Integration“ schrieb: „Eine Nation ist ein Volk im Besitze eines Staates“ -> Identifizierung der Mehrheit des Volkes und der Führungsschicht mit dem Staat, gemeinsame Präferenzen, Wahrnehmnungen, Symbole und Kommunikationsgewohnheiten, setzt meist gemeinsame Sprache und Kultur voraus
- die politische Nation verlangt nach Assimilierungsleistung, während die multikulturelle Gesellschaft davon absieht
- Jürgen Habermas: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats, FaM 1992 –> Verfassungspatriotismus = Kollektividentität entsteht nicht durch traditionelle Werte und Normen, sondern durch die Überprüfung neuer Werte und Normen -> Staatsbürgerschaftsrecht soll materiell sein, d. h. auf Rechtsnormen und nicht auf kulturelle Maßstäbe aufbauen
- ethnisch monokulturelle Identität durch Zuwanderung gerade in Deutschland in Frage gestellt -> Dieter Oberndörfer: Der Wahn des Nationalen, Freiburg 1993
- Exkurs zum französisch republikanischen Integrationskonzept:

1)Die Gemeinschaft ist ein politisches Gemein-wesen und keine ethnisch-kulturelle Gemeinschaft.
2)Die Säule des politischen nationalen Gemein-wesens, der citoyen, ist – wie auch der Mensch überhaupt der Grundrechtserklärungen – eine abstrakte Rechtsfigur. Als Rechtsfigur ist jeder Staatsbürger gleich und frei. Er hat unabhängig von seiner Herkunft Anspruch darauf, sich am politischen Projekt der Nation zu beteiligen.
3)Durch das gemeinsame Handeln der citoyens gewinnt der Staatsbürger eine objektivere Gestalt -> Schicksalsgemeinschaft und öffentlicher Raum der vom privaten (oikos) und kollektiven der Zivilgesellschaft zu trennen ist
4)Der republikanische Nationalstaat verhandelt nur mit den einzelnen Staatsbürgern, er erkennt keine Statusrechte an. Im privaten und kollektiven Bereich können sich kulturelle Gemeinschaften frei organisieren.
5)Trennung des öffentlichen und religiösen Raumes (quasi-heilige Prinzip der Laizität)
6)Im öffentlichen Raum gelten neben den Normen und Gesetzen nur die universellen Grundwerte als verbindlich.
7)Der Erhalt der Staatsbürgerschaft wird durch das sog. Territorialprinzip erleichtert.
8)Die soziale Integration der Migrantenkinder un ihre Erziehung zu guten Staatsbürgern werden von den Institutionen der Republik gefördert

- mittel/-osteuropäisch
- objektive Merkmale wie Rasse, Sprache, Religion, geographische Grenzen, Geschichte begründen ein Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit
- kulturelle Definition der Nation
- Maßstab ist ethnisch-genealogische Herkunft = gemeinsame Abstammung und Ursprünge
- Mobilisierung des Volkes zur Bewahrung der kulturellen Einheit und der ethnischen Homogenität
- Ausrichtung und Legitimierung der Gesetzgebung und Institutionen auf die Überlieferungen, Sitten und sprachliche Bande
- Glauben an die Erlösungsqualität und einzigartige innere Natur einer solchen Nation
- ius sanguinis (Blutrecht) -> prägte die deutsche Staatsangehörigkeitsgesetzgebung von 1913 bis 2000 => doppelte Staatsbürgerschaft
- Einheitsbewußtsein entsteht unabhängig vom Staatswesen, das Nationalbewußtsein steht im Falle der Einigung Deutschlands, Polens, Italiens am Anfang
- östlicher Kollektivismus vs. westlicher Individualismus
- den Begriff der Kulturnation prägte maßgeblich der Historiker Friedrich Meinecke in seinem Hauptwerk „Weltbürgertum und Nationalstaat“ (1908), wobei er Sprach- und Kulturnationen (die deutsche) gegen Staatsnationen westlicher Prägung (Schweiz, GB, Frk.) -> Staats- und Kulturnationen gehen ineinander über
- Johann Gottfried Herder (1744-1803) rückt das Volk und seine Seele in den Mittelpunkt der Betrachtung -> erste Erwähnung des Nationalismus 1774: „Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit“ -> das Volk als Lebensform -> Prägung des Begriffs des Volksgeistes als einer Art kollektives Unterbewußtsein, das sich in Sprache, Glaube und Recht manifestieren = neben Volksseele Zentralbegriff der Romantik
- Fichte 1806: Reden an die deutsche Nation, Engagement gegen Napoleon -> Wiederentdeckung des Nationalen gegen die Besatzung, das deutsche Volk als Urvolk, das allein wahren Patriotismus entfalten mag
- Hegel: Volksgeist wird im Staate objektiviert -> Weltgeist als eigentliches Subjekt der Weltgeschichte
- Ernst Moritz Arndt: Was ist des deutschen Vaterland?; Über den Volkshaß und über den Gebrauch einer fremden Sprache (1813) -> Franzosenhaß als Notwendigkeit für wehrhafte Deutsche
- Umschlag während der deutschen Nationalbewegung, vor allem Burschenschaften unter dem Banner schwarz-rot-gold (lützowsches Freichor) -> Ehre, Freiheit, Vaterland -> deutscher Liberalismus
- Friedrich Julius Neumann „Volk und Nation 1888: Die Nation ist eine größere Bevölkerung, die infolge hoher eigenwertiger Kulturleistungen ein eigenartiges gemeinsames Wesen gewonnen hat, das sich auf weiten Gebieten von Generation zu Generation überträgt
- Alfred Vierkandt: Gesellschaftslehre. Hauptprobleme der philosophischen Soziologie, Stuttgart 1923, S. 318: Die Grundlage der Gemeinschaft ist natürlich auch hier nicht das Blut (man denke an die vielen Mischungen), sondern die Kultur.
- Gründe für die Dominanz einer kulturalistischen Auffassung der Nation:

1)Volk/Sprachgemeinschaft ohne Staat -> Des-integration des HRRDN und kleindeutsche Lösung (Spannung zwischen Reichs- und Staatsgedanken)
2)verspätete Nation (Helmut Plessner)
3)politische Kultur (Widerstände gegen die Aufklärung und den politischen Humanismus, der philosophische Nihilismus und das demokratische Defizit)
4)religiöse Dimension der deutschen Kultur und die mythischen Vorstellung der guten warmen Gemeinschaft (Ferndinand Tönnies: Gemeinschaft und Gesellschaft, Luthertum, Romantik etc.); Frontstellung der Zivilisation vs. Kultur seit Kant

- die Nation als Abstammungs- und Blutsgemeinschaft = völkische Bewegung

-> drei Erklärungsansätze:

1)der kulturgeschichtliche Erklärungsansatz (Arthur Graf de Gobineau)
2)sozialdarwinistische Rassetheorien (Galton)
3)synkretistischen Rassentheorien (Houston Stewart Chamberlain)

Peter Alter: Nationalismus, Stuttgart 1985

- hält Nationalismus als Ideologie stärker als die Ideen der Freiheit, der parlamentarischen Demokratie und des Kommunismus

S. 16: „Die Nation ist das politisch mobilisierte Volk“

S. 22: „Im Begriff der Nation sind objektive Gegebenheiten und das Moment der subjektiven politischen Selbstbestimmung miteinander verschränkt“

S. 23: Nation = „eine soziale Gruppe, die ihrer Zusammengehörigkeit aufgrund sprachlicher, kultureller, religiöser Beziehungen bewußt geworden ist“ -> Kriterien = Nationalbewußtsein, Anspruch auf politische Selbstbestimmung

- Nation als Konstruktion und langwieriger sozialer und politischer Integrationsprozeß

- in Englang, Frankreich, Portugal, Schweden zügig verlaufen durch dynastische oder wirtschaftliche Entwicklungen

- Ziel des Nation-Building war die Kongruenz politischer und sprachlich kultureller Merkmale

Risorgimento-Nationalism.

Reformnationalismus

integraler Nationalismus

- emanzipatorische Funk-tion -> liberal, originär

- Befreiungsnationalismus italienischen Ursprungs (gg. k-k Monarchie) = Einigung zwischen 1815-1871
- Freiheitskampf der Polen, Griechen, Deutschen 1848
- staatliche Erneuerung bereits bestehender Natio-nen
- defensiv, gegen wirtschaftliche Kontrolle und kulturellen Fremdeinfluß -> wirtschaftlich bürokratische Adaption
- Import der natioanlen Ideologie aus dem Westen
- Bsp. Japan, China, Türkei
- radikal, militant, reak-tionär
- geprägt von Charles Maurras, Gründer und Pu-blizist der action francaise
- Überhebung nationaler Ideen und Interessen
- Ursprung in der franz. Revolution (Jakobinismus)
- setzt etablierte National-staaten voraus -> Imperia-lismus (Konkurrenz, Wett-bewerb, Bsp. Wilhelm. Deutschland, Frankreich der Dreyfuß-Affäre, Italien im Faschismus/NS-Ideolo-gie

Christian Graf von Krockow: Nationalismus als deutsches Problem, München 1970

- Nationalismus ist kein deutsches Privileg, hatte aber in Dtl. mörderische Konsequenzen
- Literatur zum Thema beschreibt historische Tatsachen, Apologetik, Anklagen als Barbarei
- Nationalismus als moderne Erscheinung, geprägt durch
- franz. Revolution
- Einführung des Nationalitätsprinzips und Ersetzung dynastischer und feudale Bande des Staats (Adel und Juden waren international)
- Überlegenheit über Sozialismus (siehe 2. Internationale 1914) und Liberalismus (WR)
- starke Verbreitung in Asien, Afrika und Lateinamerika
- Ursachen waren die Modernisierung vorindustrieller Gesellschaften, die Egalisierung, Solidarisierung und Aktivierung der Menschen in nationalen Gemeinschaften, Fundamentalpolitisierung = N. als Integrationsideologie politischer Großgruppen und Säkularisierung

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Details

Seiten
5
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783656716648
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278477
Institution / Hochschule
Universität Rostock – Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaft
Note
Schlagworte
theorie nation magisterprüfung

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