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Modelle des Qualitätsmanagements

Akademische Arbeit 2005 22 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das europäische Modell für Umfassendes QM (2001)

3 Das Modell der KTQ (2000)

4 DIN-EN-ISO 9000 ff

5 Patientenorientiertes Qualitäts-Management (PQM)

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1 Einleitung

Qualitätsmanagement in den Institutionen des Gesundheitswesens heißt nichts an­deres, als dass ein Kunde ein Recht darauf hat, eine Behandlung zu erhalten, die dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Er­kenntnisse entspricht, d.h. Dia­gnose, Therapie und Nachsorge basieren auf Evidenz-based-Erkenntnissen, sind wissenschaftlich belegbar bzw. gelten als ‚State of the Art‘ der Behandlung.

Der Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse muss aber formuliert sein und Ver­bindlichkeit beanspruchen können, so dass bei den Patienten ein nachhaltiges Ver­trauen in die Arbeitsweisen der Institutionen des Ge­sundheitssystems entwickelt werden kann und dieses System nur dann in Anspruch genommen wird, wenn es notwendig ist. Die Notwendigkeit der Inanspruchnahme wiederum kann nur dann gewährleistet werden, wenn in der Bevölkerung ein hinreichendes Wissen über Ba­gatellkrank­heiten existiert, d.h. eine Information über Gesundheit und relativ ein­deutige Hinweise auf Bagatellerkrankungen, die keiner unmittelbaren professionel­len Intervention bedürfen.

Um die Ziele des Qualitätsmanagements zu erreichen, haben sich verschiedene Organisationen mit der expliziten Ausgestaltung von Qualitätsmanagementkonzep­ten beschäftigt. Der TÜV mit Hilfe der DIN-EN-ISO 9000 ff., die Krankenkassen mit ihrer KTQ (Konfe­renz für Transparenz und Qualitätsmanagement im Gesundheitswe­sen) und auf europäischer Ebene die EFQM (European Foundation for Quality Ma­nagement), wobei das Basismodell der KTQ auf das EFQM-Modell zurückgreift.

Generell darf man unterstellen, dass die Ähnlichkeit der Modelle frapie­rend ist und alle – gleichgültig ob aus den USA, der Schweiz, Nieder­lande, Schweden usw. – das Basismodell von Donabidian (1966) (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) für ihre Ausgestaltungen in Anspruch nehmen. Insofern dürfte keine dieser Institu­tionen Originali­täts- oder Patentansprüche anmelden, denn dafür sind die Differen­zen zu gering.

Vor diesem Hintergrund vereinigt das PQM-Modell (Patientenori­entiertes Qualitäts­management) die einzelnen Konzepte zu einem Integrationsmodell, dessen oberste Priorität die Patienten- bzw. Kundenorientierung ist.

2 Das europäische Modell für Umfassendes QM (2001)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: EFQM-Modell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: EFQM-Kriterien (EFQM 2000)

(1) Führung

Definition: Das Verhalten aller Führungskräfte, um das Unterneh­men zu Umfas­sender Quali­tät zu führen.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

1a. Wie Führungskräfte ihr Engagement für eine Kultur des TQM sichtbar un­ter Beweis stellen.
1b. Wie Führungskräfte den Verbesserungsprozess und die Mitwirkung daran fördern, in­dem sie geeignete Ressour­cen zur Verfügung stellen und Un­terstützung gewäh­ren.
1c. Wie Führungskräfte sich um Kunden und Lieferanten und um andere ex­terne Orga­nisationen bemühen.
1d. Wie Führungskräfte Anstrengungen und Erfolge der Mit­arbeiter anerken­nen und würdigen.

(2) Politik & Strategie

Definition: Daseinszweck, Wertesystem, Leitbild und strategische Ausrichtung des Unterneh­mens sowie die Art und Weise der Verwirklichung dieser As-pekte.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

2a. Wie Politik und Strategie auf relevanten und umfassen­den Informationen beruhen.
2b. Wie Politik und Strategie entwickelt werden.
2c. Wie Politik und Strategie bekanntgemacht und einge­führt werden.
2d. Wie Politik und Strategie regelmäßig aktualisiert und verbessert werden.

(3) Mitarbeiterorientierung

Definition: Der Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbei­tern.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

3a. Wie Mitarbeiterressourcen geplant und verbessert wer­den.
3b. Wie die Fähigkeiten der Mitarbeiter aufrechterhalten und weiterentwickelt werden.
3c. Wie Ziele mit Mitarbeitern vereinbart und die Leistungen kontinuierlich überprüft wird.
3d. Wie die Mitarbeiter beteiligt, zu selbstständigem Handeln autorisiert und ihre Leistungen anerkannt werden.
3e. Wie ein effektiver Dialog zwischen den Mitarbeitern und der Organisation erreicht wird.
3f. Wie für die Mitarbeiter gesorgt wird.

(4) Ressourcen

Definition: Wie die Ressourcen des Unternehmens wirksam zur Unterstützung der Unter­nehmenspolitik und -strategie entfaltet werden.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

4a. Wie die Organisation ihre finanziellen Ressourcen hand­habt.
4b. Wie die Organisation ihre Informations-Ressourcen handhabt.
4c. Wie die Organisation ihre Beziehungen zu Lieferanten handhabt und wie Material bewirtschaftet wird.
4d. Wie die Organisation Gebäude, Einrichtungen und ande­res Anlagevermö­gen handhabt.
4f. Wie die Organisation Technologie und geistiges Eigentum handhabt.

(5) Prozesse

Definition: Wie Prozesse identifiziert, überprüft und gegebenen­falls geändert wer­den, um eine ständige Verbesserung der Geschäftstätigkeit zu gewähr­leisten.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

5a. Wie die für den Geschäftserfolg wesentlichen Prozesse identifiziert wer­den.
5b. Wie Prozesse systhematisch geführt werden.
5c. Wie Prozesse überprüft und Verbesserungsziele gesetzt werden.
5d. Wie Prozesse durch Innovation und Kreativität verbessert werden.
5e. Wie Prozesse geändert werden und der Nutzen der Ände­rung bewertet wird.

(6) Kundenzufriedenheit

Definition: Was das Unternehmen im Hinblick auf die Zufrieden­heit seiner externen Kunden leistet.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

6a. Die Beurteilung der Produkte, Dienstleistungen und Kun­denbeziehungen der Organisation aus der Sicht der Kun­den.
6b. Zusätzliche Meßgrößen, die sich auf die Zufriedenheit der Kunden mit der Organisation beziehen.

(7) Mitarbeiterzufriedenheit

Definition: Was das Unternehmen im Hinblick auf die Zufrieden­heit seiner Mitar­beiter leistet.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

7a. Die Beurteilung der Organisation aus der Sicht der Mitar­beiter.
7b. Zusätzliche Messgrößen, die sich auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Organisation beziehen.

(8) Gesellschaftliche Verantwortung

Definition: Was das Unternehmen im Hinblick auf die Erfüllung der Bedürfnisse und Erwartungen der Öffentlichkeit insgesamt leistet. Dazu gehören die Be­wertung der Öf­fentlichkeit bezüglich der Einstellung des Unterneh­mens zu Lebensqualität, Umwelt und Erhaltung der globalen Ressourcen so­wie der unternehmensinternen Maßnahmen in diesem Zusammen­hang.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

8a. Beurteilung durch die Gesellschaft
8b. Zusätzliche Messgrößen mit Bezug auf die Zufriedenheit.

(9) Geschäftsergebnisse

Definition: Was das Unternehmen im Hinblick auf seine geplanten Unternehmens­ziele und die Erfüllung der Bedürfnisse und Erwartungen aller finanziell am Unternehmen Be­teiligten sowie bei der Verwirklichung seiner ge­planten Geschäftsziele leistet.

Aus der Selbstbewertung sollte hervorgehen:

9a. Die finanziellen Messgrößen für die Leistung der Organisa­tion.
9b. Die zusätzlichen Messgrößen für die Leistung der Organi­sation.

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Details

Seiten
22
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656707066
ISBN (Buch)
9783668136830
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278220
Institution / Hochschule
Universität Regensburg
Note
Schlagworte
modelle qualitätsmanagements

Autor

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