Lade Inhalt...

Das EFQM-Modell für Excellence. Qualitätsmanagement in der Pflege

Akademische Arbeit 2007 22 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Die Grundkonzepte des EFQM-Modells
3.1 Ergebnisorientierung
3.2 Ausrichtung auf den Kunden
3.3 Führung und Zielkonsequenz
3.4 Management mittels Prozessen und Fakten
3.5 Mitarbeiterentwicklung und –beteiligung
3.6 Kontinuierliches lernen, Innovation und Verbesserung
3.7 Entwicklung von Partnerschaften
3.8 Soziale Verantwortung

4 Aufbau des EFQM-Modells und seine Kriterien
4.1 Führung
4.2 Politik und Strategie
4.3 Mitarbeiter
4.4 Partnerschaften und Ressourcen
4.5 Prozesse
4.6 Kundenbezogene Ergebnisse
4.7 Mitarbeiterbezogene Ergebnisse
4.8 Gesellschaftsbezogene Ergebnisse
4.9 Schlüsselergebnisse

5 Die Bewertung der Kriterien durch das RADAR-Konzept
5.1 Ergebnisse (Results)
5.2 Vorgehen (Approach)
5.3 Umsetzung (Deployement)
5.4 Bewertung und Überprüfung (Assessment and Review)

6 Die Vorgehensweise bei der Einführung des EFQM-Modells

7 Die Stufen der Excellence

8 Verwendung des EFQM-Modells in Pflegeeinrichtungen
8.1 Gründe, die für die Verwendung des EFQM-Modells sprechen
8.1.1 EFQM – ein umfassendes Managementsystem
8.1.2 EFQM – der Weg ist das Ziel
8.1.3 Möglichkeit eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
8.1.4 Möglichkeit von Benchmarkvergleichen
8.1.5 Mitarbeiter Entwicklung und Förderung
8.2 Gründe, die gegen die Verwendung des EFQM-Modells sprechen
8.2.1 Probleme bei der Übertragbarkeit
8.2.2 Probleme bei der Umsetzung
8.2.3 Keine kurzfristigen Erfolge
8.2.4 Abhängigkeit von Experten

9 Fazit

10 Abkürzungsverzeichnis

11 Literaturverzeichnis (mit weiterführender Literatur)
11.1 Literatur
11.2 Quellen aus dem Internet

2 Einleitung

Im Jahr 1988 gründeten vierzehn führende europäische Unternehmen die European Foundation for Quality Management (EFQM) als gemeinnützige Organisation auf Mitgliederbasis mit der Mission, eine treibende Kraft für nachhaltige Excellence in Europa zu sein. Die EFQM hat ihren Sitz in Brüssel und ist Partnerschaften mit verwandten nationalen Organisationen eingegangen, um das Gedankengut der nachhaltigen Excellence besser in Europa verbreiten zu können. Bis zum Jahr 2003 sind etwa 800 Organisationen aus den meisten europäischen Ländern Mitglied geworden. Das EFQM-Modell für Excellence kann somit in Europa als etabliert angesehen werden. Die Eigentümerin des EFQM-Modells organisiert den Europäischen Qualitätspreis der European Quality Award (EQA) und erbringt darüber hinaus für ihre Mitglieder eine breite Palette an Dienstleistungen. Die Partnerorganisation der EFQM ist die Deutsche Gesellschaft für Qualität, die als nationale Organisation die Managementphilosophie des EFQM-Modells vertritt.[1]

3 Die Grundkonzepte des EFQM-Modells

Das EFQM-Modell basiert auf grundlegenden Konzepten, die auf das jeweilige Unternehmen anzupassen sind. Sie sind bewusst offen formuliert, um durch individuelle Vorgehensweisen bei der Umsetzung die Zielsetzung Spitzenqualitäten zu erreichen.[2] Diese Konzepte werden nachfolgend näher erläutert.

3.1 Ergebnisorientierung

Das Konzept erzielt Ergebnisse, die alle Interessengruppen der Organisation begeistern. In der Praxis soll dies erreicht werden, indem die Organisation agil, flexibel und reaktionsfähig entsprechend der veränderten Bedürfnisse und Erwartungen der Interessengruppen reagiert. Exzellente Unternehmen sehen die Bedürfnisse und Erwartungen der Interessengruppen voraus, messen diese und beobachten die Leistung anderer Organisationen. Die gesammelten Informationen werden unter kurz-, mittel- und langfristigen Aspekten zur Gestaltung der Unternehmenspolitik und –strategie sowie zur Festlegung von operativen Zielen, Kennzahlen und Planungen genutzt. Diese Informationen sollen der Organisation eine, für die verschiedenen Interessengruppen ausgewogene, Ergebnisplanung und -erzielung ermöglichen.[3]

3.2 Ausrichtung auf den Kunden

Das Konzept schafft einen nachhaltigen Kundennutzen. Dies soll in der Praxis durch eine genaue Kenntnis der Kundenwünsche ermöglicht werden, die die Aktivität von Wettbewerber und deren Wettbewerbsvorteil beobachten und die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden voraussieht, um sie bereits zu diesem Zeitpunkt zu erfüllen oder zu übertreffen. Diese Ausrichtung auf die Kunden soll die Bindung zu derzeitigen und möglichen potenziellen Kunden erhöhen und somit den Marktanteil maximieren. Dort wo Probleme auftreten, reagiert das Unternehmen schnell und effektiv. Ziel ist es, exzellente Beziehungen zu allen Kunden zu schaffen und zu unterhalten.[4]

3.3 Führung und Zielkonsequenz

Das Konzept beinhaltet visionäre und begeisternde Führung, die mit der Beständigkeit hinsichtlich der Zielsetzung gekoppelt ist. Dies soll in der Praxis durch Führungskräfte erreicht werden, die die Vision und das Leitbild der Organisation an alle Mitarbeiter und Führungskräfte kommunizieren. Die Führungskräfte aller Ebenen verfolgen laufend Excellence und regen andere durch ein glaubhaft vorgelebtes Vorbild im Bezug auf die Zielverfolgung, Verhalten und Leistung an. Des Weiteren erarbeiten die Führungskräfte Werte, ethische Grundsätze und eine Kultur sowie eine Kontrollstruktur, die gegenüber allen Interessengruppen eine einzigartige Identität und Attraktivität ausmacht. Sie zollen allen Interessengruppen Anerkennung und reagieren auf das sich schnell verändernde Umfeld und passen die Organisation prozesshaft an neue Gegebenheiten an.[5]

3.4 Management mittels Prozessen und Fakten

Das EFQM-Konzept sieht die Organisation als Netzwerk untereinander abhängiger und miteinander verbundener Systeme, die Prozesse und Fakten steuern. In der Praxis besitzen exzellente Unternehmen ein Managementsystem, dass auf den Bedürfnissen und Erwartungen aller Interessengruppen basiert. Durch ein klar strukturiertes Netzwerk von Prozessen ist sichergestellt, dass Politik, Strategie und die operativen Ziele der Organisation umgesetzt werden. Die Entscheidungen werden auf der Grundlage von faktenbasierten Informationen getroffen, die sich bspw. auf Kennzahlen stützen. Die Prozesse werden im Tagesgeschäft umgesetzt und laufend verbessert. Risiken werden identifiziert und geeignete Vorbeugemaßnahmen entwickelt und getroffen, um bei den Interessengruppen ein hohes Vertrauen zu schaffen und zu erhalten.[6]

3.5 Mitarbeiterentwicklung und –beteiligung

Das Konzept maximiert den Beitrag der Mitarbeiter durch deren Weiterentwicklung und Beteiligung. Das Unternehmen sieht die wachsende Bedeutung des intellektuellen Kapitals der Mitarbeiter und versetzen diese in die Lage, sich an neue Anforderungen anzupassen. Sie vermitteln den Mitarbeitern eine positive Grundhaltung, die den Einsatz des ganzen persönlichen Potenzials zum Nutzen der Organisation fördert. Durch eine Kultur des Vertrauens und der Offenheit soll die Eigeninitiative durch Anerkennung, Belohnung und Absicherung maximiert werden um die Loyalität zur steigern und die Mitarbeiter zu einer aktiven Beteiligung bspw. im Sinne von Ideen zur Verbesserung von Prozessen zu motivieren.[7]

3.6 Kontinuierliches lernen, Innovation und Verbesserung

Das Konzept der Excellence nutzt Lernen zur Schaffung von Innovation und Verbesserungsmöglichkeiten, um den status quo ständig in Frage zu stellen und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen. Dies soll in der Praxis durch die Reflexion sowohl der eigenen Aktivitäten und Leistungen als auch derer von anderen geleistet werden. Das Wissen von Mitarbeitern wird aufgenommen und weitergegeben. Es besteht eine Unvoreingenommenheit bzgl. neuer Ideen aller Interessengruppen. Die Belegschaft ist aufgefordert über ihre heutigen Fähigkeiten hinauszublicken und soll den Status quo im Hinblick auf Innovation und Verbesserung hinterfragen.[8]

3.7 Entwicklung von Partnerschaften

Das Konzept soll wertschöpfende Partnerschaften erhalten und entwickeln. In der Praxis erkennen Organisationen, dass ihr Erfolg von Partnerschaften abhängt. Es werden Partnerschaften mit anderen Organisationen wie mit Kunden, der Gesellschaft, Lieferanten oder sogar Wettbewerbern gesucht und entwickelt. Der gegenseitige Nutzen bezieht sich auf den Austausch von Erfahrungen, Ressourcen und Wissen. Es soll eine nachhaltige Beziehung geschaffen werden, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Offenheit beruht.[9]

3.8 Soziale Verantwortung

Das Konzept beinhaltet, dass die Mindestanforderungen, die durch gültige Gesetze und Regeln festgeschrieben sind, übertroffen werden, um die Erwartungen des gesellschaftlichen Umfeldes zu verstehen und darauf einzugehen. In der Praxis korrespondiert dies mit einem hohen ethischen Anspruch, dem die Organisation gegenüber Interessengruppen nachkommt. Die soziale Verantwortung und die ökologische Nachhaltigkeit drückt sich in den Werten der Organisation als ein integraler Bestandteil aus. Ziel ist es, die Erwartungen der regionalen bis hin zur globalen Gemeinschaft zu erfüllen und zu übertreffen. Dazu gehört auch ein aktives Risikomanagement sowie die Bereitschaft für die Gesellschaft vorteilhafte Projekte durchzuführen. Dadurch soll ein hohes Niveau des Vertrauens bei den Interessengruppen geschaffen und erhalten werden, dass den derzeitigen und zukünftigen Einfluss auf die Gesellschaft im Bezug auf negative Auswirkungen minimiert.[10]

4 Aufbau des EFQM-Modells und seine Kriterien

Das EFQM-Modell besteht aus einer offenen Grundstruktur, die aus insgesamt neun Kriterien besteht. Fünf davon sind Befähigerkriterien und vier davon Ergebniskriterien. Die Befähigerkriterien beziehen sich darauf, was eine Organisation tut, die Ergebniskriterien beziehen sich darauf, welche Ergebnisse eine Organisation mit ihren Leistungen erzielt. Die Ergebnisse lassen sich auf die Befähiger zurückführen.[11] Die angegebenen Prozentsätze werden im Fall einer Bewerbung für den Europäischen Qualitätspreis zur Bewertung herangezogen. Die jeweiligen Prozentsätze der Kriterien werden aber auch von einigen Organisationen zur Selbstbewertung verwendet.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das EFQM-Modell für Excellence[13]

[...]


[1] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[2] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[3] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[4] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[5] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[6] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[7] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[8] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[9] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[10] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[11] vgl. Raidl, Qualitätsmanagement in Theorie und Praxis, 2001, S. 71

[12] vgl.http://www.deutsche-efqm.de/download/Grundkonzepte_der_Excellence_2003(3).pdf, 22.09.2007, 16:44 Uhr

[13] Pfeifer, Qualitätsmanagement, 2001, S. 28

Details

Seiten
22
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656706151
ISBN (Buch)
9783656715559
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278196
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
1,7
Schlagworte
EFQM Qualitätsmanagement Qualitätsmanagementsysteme Qualitätsmanagement-Systeme Pflege Pflegemanagement European Foundation for Quality Management QM EQA

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Das EFQM-Modell für Excellence. Qualitätsmanagement in der Pflege