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Technisierung in der Lagertechnik

Studienarbeit 2014 14 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lagerhaltung
2.1. Funktionen
2.2. Unterscheidung von Lagerarten

3. Differenzierung nach der Lagertechnik für Stückgüter
3.1. Bodenlager (statisch)
3.1.1. Blocklager
3.1.2. Zeilenlager
3.2. Regallager
3.2.1. Blockregallager (statisch)
3.2.2. Zeilenregallager (statisch)
3.2.3. Feststehende Regale, bewegte Ladeeinheiten (dynamisch)
3.2.4. Bewegte Regale, feststehende Ladeeinheiten (dynamisch)

4. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Lagerarten nach Lagertechnik für Stückgüter

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung

Die Automatisierung der Lagertechnik gewinnt immer mehr an Bedeutung vor allem in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Flexibilität.[1] Gestiegene Anforderungen produktionsseitig, kundenseitig und Anstöße aus der Weltwirtschaft machen diese Entwicklung notwendig.[2] Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer Logistik mit maßgeschneiderten Lagersystemen, sodass effizient neue Märkte erschlossen werden können und Bestandskunden mit einer Schnelligkeit, Qualität und Kostenminimierung gebunden werden.[3]

Mit dieser Arbeit soll dem Leser ein Überblick über die verschiedenen Lagersysteme in Verbindung mit unterschiedlichen Automatisierungsgraden gegeben werden. Dabei soll durch Beispielen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteilen eine Entscheidung zur Einführung eines Lagersystems erleichtert werden. Zunächst werden die grundlegenden Begriffe Lagerhaltung und dessen Funktionen erläutert, um daraufhin im Detail auf unterschiedliche Lagertechniken für Stückgüter und deren Automatisierungsmöglichkeiten einzugehen. Auf die Lagerung von Schüttgüter, Flüssigkeiten und Gase, sowie auf die Lagerung auf Fördermittel wird im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen. Zum Schluss werden die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst und bewertet.

2.Lagerhaltung

Lagerhaltung beschreibt die „ […] Bereitstellung von Gütern, die trotz Verfügbarkeit erst zu einem anderen Zeitpunkt benötigt werden“ [4]. Sie verfolgt die Ziele, Waren sofort zur Verfügung stellen zu können, um eine optimale Lieferfähigkeit zu gewährleisten und die Prozesskosten stetig zu optimieren.[5]

2.1.Funktionen

Ein Lager kann unterschiedliche Funktionen erfüllen. Grundsätzlich geht es um die Dauer zwischen der Verfügbarkeit von Waren und dem Bedarf.[6] Ehrmann unterscheidet:

- Sicherungsfunktion, da keine genaue Bedarfsprognose möglich ist
- Ausgleichsfunktion, da eine zeitliche und mengenmäßige Abweichung zwischen Bedarf und Verfügbarkeit auftritt
- Spekulationsfunktion, durch befürchtete Preis oder Qualitäts-schwankungen
- Veredlungsfunktion, da Lagerung bei manchen Waren zu Qualitätserhöhung durch Reifung führt

2.2.Unterscheidung von Lagerarten

Es gibt sehr viele verschiede Möglichkeiten Lager zu Kategorisieren.

Folgende Unterscheidungsmerkmale sind üblich:

- Nach Eigentümer
- Nach Marktbeziehung
- Nach Zentralisierungsgrad
- Nach Bedeutung
- Nach Wertschöpfungsprozess
- Nach gelagerte Güter
- Nach Standort
- Nach Lagerbauweise
- Nach Lagereinrichtung
- Nach Lagertransportmittel

Für diese Arbeit sind die folgenden Kriterien maßgeblich:

- Nach Position des Lagergutes während der Lagerdauer
- Nach Automatisierungsgrad
- Nach Lagertechnik[7]

3.Differenzierung nach der Lagertechnik für Stückgüter

Unterteilt man Lager nach der angewandten Lagertechnik, wie in Abbildung 1, so gibt es Systeme der Bodenlagerung und Regallagerung. Weiterhin gibt es Lager auf Fördermitteln, worauf nicht näher eingegangen wird. Lager kann man nach der Position des Lagergutes während der Lagerdauer in statische und dynamische Lagerung aufteilen. Beider statischen Lagerung bleibt das Lagergut von der Ein- bis zur Auslagerung am selben Platz und wird währenddessen nicht bewegt. Im Gegensatz dazu bewegen sich die Lagergüter bei der dynamischen Lagerung zwischen der Ein- und Auslagerung. Die Bewegung kann entweder durch Umlagerung an einen anderen Lagerplatz, durch bewegte Regale oder durch Fördermittel stattfinden.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lagerarten nach Lagertechnik für Stückgüter[9]

Zusätzlich zur Differenzierung im Schaubild kann man nach dem Automatisierungsgrad unterscheiden:

- Manuelle Läger werden immer seltener und finden vorwiegend in kleineren Handwerksbetrieben Anwendung. Hier erfolgt alles durch die Kraft des Menschen, unter Zuhilfenahme diverser handbetriebener Geräte wie Leitern, Handkarren etc.
- Mechanisierte Lager nutzen Hilfsmittel, die von Strom oder Kraftstoff angetrieben werden, wie beispielsweise Gabelstapler oder Krane. Größer und vielfältiger werdende Lager und wachsende Zeitnot haben diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten herangebracht.
- Automatisierte Lager werden nicht mehr von Menschen betrieben, sondern durch gesteuerte und programmierte Anlagen. Der Mensch übernimmt nur noch Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Entfallen auch diese, so spricht man vom vollautomatischen Lager.[10]

Im Folgenden werden Boden- und Regallager näher erläutert.

3.1. Bodenlager (statisch)

Diese Lagerform ist die einfachste von allen und besteht darin, dass alle Lagergüter ausschließlich auf dem Boden gelagert werden. Während dieser Zeit werden sie nicht bewegt, es handelt sich also um ein statisches Lager. Deshalb eignet sie sich insbesondere für Sperrgüter.[11]

3.1.1.Blocklager

Blocklagerung ist eine erweiterte Form des Bodenlagers, denn hier werden die Lagergüter in Blöcken zusammengefasst und manchmal gestapelt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Güter und deren Verpackung für eine Stapelung geeignet sein müssen. Bei großen Mengen einer Ware, in geringen Variationen wird diese Lagerform in der Praxis bevorzugt. In der Praxis findet man diese Form vor allem in der Baustoffindustrie, im Baustoffhandel, in der Getränkeindustrie, in der Papierindustrie oder in der Lebensmittelindustrie.[12] Ein Bespiel ist das Lager von Coca Cola in Mannheim.

3.1.2.Zeilenlager

Zeilenlagerung beschreibt eine weitere Form des Bodenlagers, in dem das Lagergut auf dem Boden in Zeilen gelagert wird. Die Zugriffsmöglichkeiten sind besser als beim Blocklager, allerdings wird auch deutlich mehr Platz benötigt.

Bei beiden Formen der Bodenlagerung besteht Beschädigungsgefahr beim Handling und bei einer großen Artikelvielfalt ist nur eine geringe Transparenz gegeben. Weiterhin bestehen nur geringe Automatisierungsmöglichkeiten, deshalb handelt es sich in der Regel höchstens um ein mechanisiertes Lager.

Für die Bodenlagerung sprechen die geringe Störanfälligkeit, da keine Automatisierungsmöglichkeiten, die niedrigen Investitionskosten, da keine Regale benötigt werden und geringe Anforderungen an das Lagergebäude.[13]

3.2. Regallager

Eine Regallagerung zeichnet sich durch die Lagerung in mehreren Ebenen durch ein Regalsystem aus. Dabei kann der Raum optimal ausgenutzt werden, denn vor allem nicht stapelfähige Lagergüter können trotzdem bis unter die Decke gelagert werden. Es kann zwischen statische und dynamische Regallager und Block- und Zeilenregallager unterscheiden werden.[14]

3.2.1.Blockregallager (statisch)

Als Blockregallager sind Ein- und Durchfahrregale zu nennen. Dabei gibt es mehrere Reihen hintereinander liegender Lagerplätze, die entweder durch einseitiges „Einfahren“ oder durch beidseitiges „Durchfahren“ die Ein- und Auslagerung mit Hilfe eines Gabelstaplers zulassen. Deshalb handelt es sich um ein mechanisiertes Lager. Diese Lagerform wird bei größeren Mengen desselben Artikels verwendet, vor allem bei nicht stapelbarer Ware. Der Flächenausnutzungsgrad ist mit 70% hoch.[15]

3.2.2.Zeilenregallager (statisch)

3.2.2.1.Fachbodenregallager

Ein flexibles System bietet das Fachbodenregal, da mit Ständern und eingehängten Fachböden ein Grundgerüst entsteht und anhand von diversen Zubehörteilen wie Schubladen, Trennbleche oder Muldeneinsätze differenziert werden kann. Je nach Höhe des Regals werden Leiter, Stapler oder Aufzüge zur Ein und Auslagerung benutzt.[16] In diesem Fall liegt ein manuelles oder mechanisiertes Lager vor. Gute Raumausnutzung, geringe Störanfälligkeit, niedrige Investitionskosten und direkte Zugriffsmöglichkeit zu den gelagerten Gütern sprechen für ein Regallager. Dagegen stehen folgende Nachteile: geringe Automatisierungsmöglichkeiten und großer körperlicher Kraftaufwand.

[...]


[1] Vgl. Weber, R. (2013), S. 135

[2] Vgl. Hompel, M. / Schmidt, T. / Nagel, L. (2007), S. 49

[3] Vgl. Hompel, M. / Schmidt, T. (2010), S. 1

[4] Wannenwetsch, H. (2010), S. 307

[5] Vgl. Seeck, S. (2010), S. 135

[6] Vgl. Ehrmann, H. (2011), S. 145

[7] Vgl. Gienke, H. / Kämpf, R. (2007), S. 440 f.

[8] Vgl. Ehrmann, H. (2011), S. 93

[9] Pfohl, H.-C. (2010), S. 125

[10] Vgl. Gienke, H. / Kämpf, R. (2007), S. 411 f.

[11] Vgl. Gienke, H. / Kämpf, R. (2007), S. 440 ff.

[12] Vgl. Ehrmann, H. (2011), S. 92

[13] Vgl. Gienke, H. / Kämpf, R. (2007), S. 402

[14] Vgl. Hompel, M. / Schmidt, T. / Nagel, L. (2007), S. 62

[15] Vgl. Martin, H. (2014), S. 383

[16] Vgl. Gienke, H. / Kämpf, R. (2007), S. 403 f.

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656714705
ISBN (Buch)
9783656720300
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278170
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,3
Schlagworte
technisierung lagertechnik

Autor

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Titel: Technisierung in der Lagertechnik