Lade Inhalt...

Terminologie der Begriffe Jugend und Jugendkultur

Zusammenfassung 2006 4 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Jugend und Jugendkultur: Terminologische Vorklärungen

A. „Jugend“

1. Abgrenzung nach Altersmodellen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Was ist mit „Jugend“ gemeint?

- der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter
- Zeit zwischen Pubertät und der sozialen wie psychologischen Autonomie -> Identität

2.1 Historische Entwicklung / Differenzierung der Jugendbegriffs:

- Große Familie in der Junge, Erwachsene und Alte zusammenlebten; teilen sich anfallende Arbeiten und Aufgaben (Kinder als „kleine Erwachsene“)

- Beginn der Industrialisierung, löst diese starke Verbindung schrittweise auf -> „Kindheit“ (Verstädterung, Arbeit in Betrieben, Spezialisierung, neue soziale Kontakte)
- Institutionalisierung der Schule und allgemeine Schulpflicht (2. Hälfte des19.Jh.)
- Berufe erreichen hohen Schwierigkeitsgrad, machen eine „Reifephase“ bzw. Vorbereitung/ Qualifikation der Kinder erforderlich -> Schule + Berufsausbildung -> „Jugend“ (Begriff gibt es seitAnfang des 20.JH -> Anfang der Jugendforschung)

2.2 Lebensphase „Jugend“ nach physiologischen u. psychologischen Kriterien:

- Übergang vom Kindes- zum Jugendalter kennzeichnet durch Pubertät
- Geschlechtsreife markiert Einschnitt in der Persönlichkeitsentwicklung (der eigene Körper verändert sich, Außenwelt wird „neu“ wahrgenommen, Ich-Findung
- Bewältigung nur möglich durch psychische Abgrenzung von den Bezugspersonen
- Ende der Jugendphase schwer zu bestimmen -> soziale Abgrenzung von Eltern
- Stabile Partnerbeziehung -> neue Bindung, „eigene“ Familie

2.3 Lebensphase „Jugend“ nach soziologischen Kriterien:

- Erweiterung der Handlungsräume (Ausweis,
- Schülerolle wird wichtiger, Leistungen erforderlich
- Loslösung von der Familie; Individualität und Selbstbestimmung; Kontakt zu gleichaltrigen
- Ende geprägt durch volle Selbstständigkeit (Bsp. Volle Gerichtsbarkeit, keine Vormundschaft)
- Eintritt in das Berufsleben, eigene Familie, eigene Kinder
- Sehr schwer zu differenzieren; die Übergänge sind fließend und verlagern sich weiter nach hinten (Berufseintritt später) aber auch nach vorne (Pubertät beginnt früher)

„Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.“ - vermutlich von Aristoteles (4. Jh. vorChristus)

В „Jugendkultur“

1.1. Der Begriff „Kultur“

a) Definition

„Gesamtheit der Lebensformen, Wertvorstellungen und der durch menschliche Aktivitäten geformten Lebensbedingungen einer Bevölkerung in einem historisch und regional abgrenzbaren (Zeit-)Raum.“ (Hillmann 1994, S. 460)

b) 4 Merkmale zur Abgrenzung von Kulturen:

Einheit der Sprache, moralische Lebensanschauungen, Lebensgewohnheiten und soziale Strukturen

1.2. Kultur der Jugend ^ Jugendkultur(en)

a) Das Eigene als zentrales Element
- Eigenständigkeit
- eigenes Lebensgefühl
- eigene Werthaltungen
- eigene (Extrem-)Sportarten
- eigene Mode
- eigenes Sprachverhalten
b) Warum überhaupt Jugendkulturen?
- Steigerung der eigenen Attraktivität zur Freundes- und Partnersuche
- Lösung vom Elternhaus
- Demonstration des „Erwachsenseins“
- Wunsch nach Teilnahme an kreativer Gestaltung der Gesellschaft
- Orientierungsphase und -möglichkeit
c) Beispiele für Jugendkulturen
- Hippies, Ökos, Alternative, Punks, Goths, die Techno- und House-Szene, Hip-Hop, Hooligans, Skinheads

Wichtige Begriffe der Jugendsoziologie:

Adoleszenz

. im Anschluß an die Pubertät die Phase der vollen Ausbildung genitaler Sexualität (17. - 22. Lebensjahr), die soziologisch betrachtet mit der vollverantwortlichen Übernahme von Erwachsenen­Rollen, mit der Einfügung in das gesellschaftliche Wettbewerbssystem und dadurch mit sozialen Zwängen zur endgültigen Selbstdefinition der sozialen Position, der sozialen Ansprüche und Lebenserwartungen zusammenfällt.“ (Hillmann 1994, S. 7)

Generation

„Soziologisch ist die Generation die Gesamtheit aller ungefähr gleichaltrigen Personen, die ähnliche kulturelle und soziale Orientierungen, Einstellungen und Verhaltensformen aufweisen.“ (Hillmann 1994, S. 271)

Kohorte

„... im demographisch-soziologischen Sinne bezeichnet Kohorte ein Aggregat von Individuen, die innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls (z. B. ein Jahr oder Jahrzehnt) das gleiche Ergebnis erlebt haben. Meistens wird die Geburt als das entscheidende Lebensereignis für die Abgrenzung einer Kohorte gewählt.“ (Hillmann 1994, S. 420)

Peer group

„... Gruppe von »Gleichen«, Gleichaltrigengruppen. Als einflußreiche Sozialisationsinstanz hilft die Peer group dem Jugendlichen, soziale Ablösungs- und Neuorientierungsprozesse einzuleiten, emotionale (in der Kindheit »eingefahrene«) Barrieren zu übersteigen, Umbruchphasen der Adoleszenz zu überwinden und soziale Erfahrungen zu sammeln, die die Herausbildung von Ich-Identität begünstigen.“ (Hillmann 1994, S.659)

[...]

Details

Seiten
4
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656712756
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278017
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Institut für Politikwissenschaft und Soziologie
Note
Schlagworte
terminologie begriffe jugend jugendkultur

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Terminologie der Begriffe Jugend und Jugendkultur