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Die Unternehmen Ruukki und Nokia in der Ukraine

Essay 2011 7 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Ruukki

Ruukki ist ein finnisches Unternehmen und bietet energieeffiziente Stahl-Lösungen für das Baugewerbe und die Maschinen – und Fahrzeugindustrie. Ruukki Construction ist Teil der Rautaruukki Gruppe und wird offiziell auch so bezeichnet. Der Name Ruukki wird vor allem in den Marketing Aktivitäten des Unternehmens verwendet. Das Unternehmen ist börsennotiert und beschäftigt weltweit rund 11.800 Arbeitnehmer in 30 Ländern; dazu gehören auch Russland, Ukraine und weitere osteuropäische Länder.[1] Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund 3,7 Milliarden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.ruukki.com

Der Spezialstahl der von Ruukki hergestellt und genutzt wird erhöht die Produktivität, verbessert die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Produkte und schafft Kostensenkungen. Darüberhinaus konzentriert sich Ruukki sehr darauf den Wachstum in den Schwellenländern zu fördern.

Das Unternehmen ist in drei Bereichen tätig: in der Metallindustrie, im Ingenieurwesen und im Baugewerbe.

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Quelle: www.ruukki.com

Hintergrund: Baumaterial Sektor in der Ukraine

Das Baugewerbe in der Ukraine wächst rasant: so stieg das Investment innerhalb dieses Sektors um rund 40 % im ersten Quartal 2006.[2] Durch diese Entwicklung steigt auch die Nachfrage für Baumaterial. So bietet dieser Bereich einen $ 3 Milliarden Markt, Tendenz steigend.[3] Der Zugang zu den Ressourcen in der Ukraine bietet außerdem einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, ebenso die günstige Arbeitskraft und die niedrigen Elektrizitätskosten.

Hoch qualitative Produkte im Baugewerbe sind in der Ukraine besonders gefragt, wie beispielsweise Materialien für den Dachbau: viele Jahrzehnte wurde ein Großteil der Dächer mit Asbest gebaut.

Seitdem es neue und qualitativ hochwertige Produkte auf diesem Markt gibt entstehen ständig neue Trends und Verbesserungen in diesem Bereich, die auch zu höheren Preisen führen.[4]

Für Ruukki stellt die Ukraine ein wichtiges Gebiet dar das dem Unternehmen als Wachstumsmarkt dient. Die Firma besitzt dort eine lokale Baumaterialproduktion und importiert jedoch auch Güter. Ruukki trat Ende der 90er Jahre in den ukrainischen Markt ein und wächst seither beständig. Als Markteintrittstrategie wurden bereits existierende Kontakte und Netzwerke aus anderen Ländern genutzt die Zugang zum lokalen Markt hatten. Die Unternehmensaktivitäten bestanden zunächst aus der Produktion und dem Verkauf von Stahldächern.[5]

Ruukki besitzt drei Produktionslinien für Baumaterialien: zwei in der Kiew Region und eine in Dnipropetrovsk. Diese Produktionslinien und auch Akquisitionen des Unternehmens sind Greenfield Investments. Greenfield Investments sind internationale Direktinvestitionen und bezeichnen die Errichtung von Produktionsstätten im Ausland. Übersetzt bedeutet dies „grünes Feld“ und bezeichnet damit ein unbekanntes Gebiet, dementsprechend ein unbekanntes Ausland in dem die Produktionsstätte errichtet wird. Dieser Strategie bietet dem Unternehmen deutliche Vorteile, so lassen sich Produktion – und Transportkosten einsparen, die Absatzchancen steigen auf dem neuen Markt mit einem dort gefragten Produkt und das Unternehmen hat eine größere Nähe zum Markt und den Kunden.

Auch im Bereich Human Resources hat sich Ruukki will das Unternehmen lokale Kompetenz fördern. Ruukki bietet seinen Mitarbeitern viele Weiterbildungsmöglichkeiten. So gibt es eine Ruukki Academy die Seminare für Mitarbeiter in den Bereichen Konstruktion, Produktinstallation und Technology bietet. Das Unternehmen möchte auf diese Weise die Sicherstellung von neustem Know-how gewährleisten. Neben dem klassischem Lehren in der Gruppe gibt es vor allem auch Online Seminare und Material zum Selbststudium.

Desweiteren gibt es ein spezielles Management Training: Das Mentoring beispielsweise basiert auf unterschiedlichen Wertungen und Arbeitspraktiken für Manager und Führungskräfte von internationalen Teams. Das Management Training richtet sich unter anderem auf spezielle Stahl Expertise, Verkaufsmanagement und Führungstechniken. Darüberhinaus gibt es viele weitere Trainingsmethoden um den ukrainischen Mitarbeitern eine gewisse Expertise anzueignen und die Qualität ihrer Arbeit sicherzustellen.

Als wichtiger Motivationsfaktor gilt außerdem das anbieten von Boni, speziellen Vergütungen aber auch eine klare Management Struktur ist im ukrainischen Arbeitsalltag enorm wichtig. Auf diese Dinge legt Ruukki viel Wert.

Outsourcing ist ebenfalls eine Praktik, die das Unternehmen betreibt. So übernimmt die Installation und Aufbau der Produkte nicht Ruukki selbst sondern eine Firma aus ihrem Netzwerk. Die Produkte werden von Ruukki geliefert und anschließend durch das kooperierende Unternehmen dem Kunden aufgebaut.

All diese Strategien und Praktiken haben dem Unternehmen geholfen in der Ukraine Fuß zu fassen und den stetig wachsenden Erfolg zu sichern. So ist Ruukki der führende Hersteller von Stahldächern und einer der Top Drei in der Herstellung von Produkten die für den Dach – und Fassadenbau gebraucht werden.[6]

Nokia

Nokia ist einer der maßgeblichen Hersteller von Mobiltelefongeräten und der globale Führer von Zubehör, Lösungen und Dienstleistungen für Netzwerk Betreiber. 2011 hatte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 38,7 Milliarden Euro; weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 60.000 Menschen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Quelle: www.nokia.com

Hintergrund: Mobiltelefon Sektor in der Ukraine

In den vergangen Jahren war die Telekommunikation der am schnellsten wachsende Sektor in der Ukraine. So hat sich die Anzahl der Anschlussinhaber mehrere Jahre hintereinander mehr als verdoppelt: waren es 2004 noch 13,8 Millionen Kunden, wuchs die Zahl im nächsten Jahr auf 30,4 Millionen. Im Jahr 2009 waren es schon 55,3 Millionen.[7]

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Quelle: IKS Consulting 2006

In der Ukraine hat Nokia eine lokale Geschäftsstelle seit 1999, die Verkäufe werden offiziell jedoch durch die finnische Muttergesellschaft durchgeführt. Die Gründe hierfür basieren vor allem auf schlechten Erfahrungen in Russland: so wurden die von den Händlern importierten Güter nur bedingt oder gar nicht bezahlt. Als Resultat änderte Nokia die Bedingungen für die Einfuhr und zwang die Zahlungen durchzuführen, dies geschah im Namen der lokalen Firma.[8]

Die Produkte werden von den europäischen Produktionsstätten aus Finnland, Deutschland und Ungarn eingeführt. Vor der Eröffnung verfolgte Nokia eine klare Markteintrittsstrategie: einige Jahre zuvor startete das Unternehmen mit einem lokalen Agenten. Nach der Etablierung übernahm Nokia die Kontrolle über das Unternehmen und über die Mitarbeiter und änderte den Namen in Nokia. Ohne lokale Partner und die damit verbundenen Netzwerke lässt sich nach Angaben von Nokia Manager Mika Toivonen, der verantwortlich für den Vertrieb in den CIS Ländern ist, kein erfolgreicher Markteintritt generieren; so hat das Unternehmen auch keine heimischen Manager entsandt.[9]

Dies schafft Kosteneinsparungen, aber vor allem liefert es Know-how, bringt das Unternehmen näher zum Markt und vereinfacht die Entscheidungsfindung.

Der Geschäftsbereich Customer and Market Operations wird von Finnland gesteuert, alle ukrainischen Mitarbeiter und das Management sind jedoch lokal. Der Manager der für die CIS Länder verantwortlich ist besucht das Land regelmäßig und hält Meetings mit den Vertriebsmitarbeitern. Diese Maßnahmen fördern die Kommunikation der unterschiedlichen Divisionen.

Nokia Organisation und Partner Gruppen in der Ukraine

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Quelle: www.nokia.com

Auch das Marketing von Nokia ist stark an den ukrainischen Markt und den ukrainischen Kunden angepasst und unterscheidet sich von den Methoden auf dem heimischen Markt. Grund hierfür ist das unterschiedliche Klientel das außerdem fortwährend am wachsen ist. Die Präferenzen unterscheiden sich ebenfalls deutlich und benötigen daher eine genaue Analyse dessen, was vom ukrainischen Kunden verlangt wird.

So hat Nokia bewusst auf mehr Premium Produkte gesetzt, da diese dort äußerst begehrt sind. Dies hängt mit der Tatsache zusammen, dass die ukrainischen Kunden ihren Reichtum gerne zur Schau stellen und auf Statussymbole setzen. Das Unternehmen verkauft dort sogar Artikel die auf anderen Märkten noch nicht erhältlich sind.[10] Ferner muss das Äußere der Produkte Luxus vermitteln und unterscheidet sich somit ebenfalls von den Ansprüchen westeuropäischer Kunden.

[...]


[1] Vgl. http://www.ruukki.com/About-Ruukki

[2] State Statistics Commitee of Ukraine, 2006 www.ukrstat.gov.ua

[3] Ukraine Trade Invest, 2006 Construction Materials Industry Overview

[4] Vgl.Kaisa – Kerttu Hannula „ Doing Business in Ukraine – Experiences oft wo Finnish Companies“

Electronic Publications of Pan-European Institute, 2006

[5] Vgl.Kaisa – Kerttu Hannula „ Doing Business in Ukraine – Experiences oft wo Finnish Companies“

Electronic Publications of Pan-European Institute, 2006

[6] Vgl.Kaisa – Kerttu Hannula „ Doing Business in Ukraine – Experiences oft wo Finnish Companies“

Electronic Publications of Pan-European Institute, 2006

[7] Vgl. http://www.acm-consulting.com/news-and-data/75-cellular-jan-2010.html

[8] Vgl.Kaisa – Kerttu Hannula „ Doing Business in Ukraine – Experiences oft wo Finnish Companies“

Electronic Publications of Pan-European Institute, 2006

[9] Vgl.Kaisa – Kerttu Hannula „ Doing Business in Ukraine – Experiences oft wo Finnish Companies“

[10] Vgl.Kaisa – Kerttu Hannula „ Doing Business in Ukraine – Experiences oft wo Finnish Companies“ Electronic Publications of Pan-European Institute, 2006, S.21

Details

Seiten
7
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656704249
ISBN (Buch)
9783656709244
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277716
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn
Note
1,7
Schlagworte
Business Development Eastern Europe Osteuropa Ruukki Nokia Ukraine Business Osteuropa

Autor

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