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Unterrichtsvorschläge zu "Nicht Chicago. Nicht hier" von Kirsten Boie

Akademische Arbeit 2006 11 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterrichtsvorschläge

3. Lernziele und Intentionen

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1. Einleitung

Mit dem ersten Schultag beginnt ein regelrechter Machtkampf, das Zentrum im Leben des Kindes verlagert sich plötzlich auf den Bereich Schule. Dadurch gewinnt auch die Akzeptanz durch die Mitschüler mehr und mehr an Bedeutung.

Nicht nur Kinder, die direkt in einer Gewaltsituation stecken, haben auf dem Pausenhof wie auch auf dem Nachhauseweg Angst, sondern auch jene, die als Beobachter am Rande stehen. Durch das reine Beobachten können sich das Gefühl und die Angst entwickeln, selber einmal Opfer von Gewalt zu werden. Diese Gefühle tragen viele Kinder lange Zeit mit sich, ohne mit einer Bezugsperson darüber zu sprechen.

Da das Thema Gewalt heue aktueller denn je ist, habe ich mich für eine Auseinandersetzung mit der Jugendlektüre „Nicht Chicago. Nicht hier.“ von Kirsten Boie entschieden, welche das Thema Gewalt unter Jugendlichen thematisiert.

2. Unterrichtsvorschläge

Die Lektüre ermöglicht den Schülern, sich mit verschiedenen Gewalttaten und deren Folgen auseinanderzusetzen. Durch den offenen Schluss werden die Schüler zum Nachdenken und Weiterdenken einer möglichen Handlung angeregt.

Die Schüler könnten Fragen nachgehen wie:

- Wie konnte es so weit kommen?
- Worin liegen die Ursachen für solch ein Geschehen?
- Was sind die Folgen verschiedener Handlungen?
- Was kann man tun, wenn man selber betroffen ist?
- Was kann man tun, um solche Taten zu verhindern?
- Was kann man tun, wenn ein Mitschüler betroffen ist und man ihm helfen möchte?

In der Auseinandersetzung mit dem Text kommen die Schüler zu verschiedensten Schlussfolgerungen. Auch dafür, dass Niklas sich nicht wehren kann, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die von den Schülern erörtert werden könnten.

Begründungen könnten folgendermaßen aussehen:

- Karl ist viel stärker, hat ein hohes Maß an Selbstbewusstsein.
- Karl ist sehr klug und scheint ein guter Schüler zu sein
- Die Erwachsenen glauben Niklas nicht
- Von der Persönlichkeit her ist Niklas ein leichtes Opfer
- Die juristischen Möglichkeiten, um gegenan zu gehen sind begrenzt, da Karl noch nicht strafmündig ist. Die Polizei ist demnach machtlos und rät von einer Anzeige ab
- Niklas hat keine Beweismittel, da Karl jederzeit ein Alibi zur Verfügung hat

Fragestellungen lassen sich zahlreiche formulieren, angefangen bei der Frage, wessen Gedanken der Epilog widerspiegeln könnte, die eines Erwachsenen oder eines Kindes. Weiter, warum diese Person solche Gedanken haben könnte und was in dieser Person vorgehen mag, dass sie derart schlimme Gedanken im Kopf hat.

Die Geschichte wird auf zwei Erzählebenen erzählt. Gerade diese Zweischichtigkeit der Erzählung könnte für einige Schüler zu einer Überforderung werden. Demnach sollte überlegt werden, ob die Ebenen nicht von einander getrennt behandelt werden könnten.

Eine tolle Aufgabe, die den Schülern sicherlich großen Spaß bereiten würde, ist die Anfertigung einer Personenbeschreibung, sei es nun ein Täterprofil, ein Opferprofil oder die Rolle einer weiteren, an der Handlung beteiligten Person.

In diese Charakterisierung könnte die Beschreibung vom Aussehen, dem sozialen Umfeld, Freunden, Gedanken, Gefühlen, Gesten, Körpersprache, sowie die Auflistung markanter Verhaltensweisen, stattfinden.[1] Möglich wäre auch eine chronologische Auflistung von Karls Angriffen auf Niklas, sowohl verbal als auch körperlich. Hinsichtlich eines fächerübergreifenden Unterrichts könnte für den Kunstunterricht die Person gemalt werden, beispielsweise als Comicfigur. Die Figur sollte genau so dargestellt werden, wie sie vom Charakter zu sein scheint, wie der jeweilige Schüler den Charakter der Person einschätzt.

In Bezug auf den Kunstunterricht könnten die Schüler zudem die Aufgabe bekommen, eine Szene, die sie besonders interessant oder wichtig finden, in einem selber gemalten Comic darzustellen.

Die gestalterische Aufgabe, eine Szene wiederzugeben, könnte sich auch in der Anfertigung einer Collage widerspiegeln.

Spannend wäre es auch, erstens darzustellen, wie das Umfeld, in dem sich die beiden Protagonisten befinden, darzustellen (Familie, Lehrerin, Freunde, weitere Bezugspersonen) und zweitens darüber zu diskutieren, warum sich die Personen so verhalten haben könnten, was sie dazu bewegt hat, was sie wohl in gewissen Situationen dachten, wie sie wohl die „gegnerische Partei“ gesehen haben.

In Bezug auf eine fächerübergreifende Aufgabe könnten die Schüler jene Situation, die für sie eine Art Schlüsselereignis darstellt, die sie für besonders wichtig halten oder die ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist, zeichnerisch oder auch mit Wasserfarben darstellen.

Weiter könnten die Schüler eine Art Auflistung machen, was „Mobbing“ ist, an wen man sich bei eigener Betroffenheit oder bei Betroffenheit eines Mitschülers/Freundes wenden kann, wie man sich auf Angriffe (verbal als auch körperlich) wehren kann.

An vielen Schulen, an denen Gewalt unter Schülern ein bekanntes Problem ist, werden sog. Streitschlichter eingesetzt. Dies sind meist Schüler, die in einem Kurs gelernt haben, Streit zu schlichten, auch in anderen Ausnahmesituationen beratend zur Seite stehen, sowie evtl. an einen Erwachsenen weiterzuleiten.

Außerdem verfügen fast alle Schulen über einen Vertrauenslehrer, an den die Schüler sich wenden können, wenn sie ihre Sorgen nicht in der Familie oder unter Freunden ansprechen können. Ein Vertrauenslehrer hat die Aufgabe, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, beratend zur Seite zu stehen und Besprochenes auch weitgehend für sich zu behalten.

[...]


[1] Vgl. Daubert, H.: Gewalt unter Schülern- ein neuer Blick auf ein brisantes Thema. S.49.

Details

Seiten
11
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656701972
ISBN (Buch)
9783656716150
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277591
Note
1,3
Schlagworte
unterrichtsvorschläge nicht chicago kirsten boie

Autor

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