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Die popularisierten Highland Games im 19., 20. und 21. Jahrhundert

Kulturelle Modernisierung und Zivilisierung der schottischen Highlands

Akademische Arbeit 2005 38 Seiten

Sport - Sportgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die popularisierten Highland Games im 19. Jahrhundert - der Weg in die Moderne
2.1 Beginn der Verbreitung der Spiele und erste Anzeichen der Professionalisierung
2.2 Die Gründung der Scottish Amateur Association 1883 und der Anfang einer scheinbaren Differenzierung der Highland Games in Amateur- und „Profisport“
2.3 Das Aufkommen anderer Sportarten und die damit verbundene Wirkung auf die Highland Games - Der Pedestrianism

3 Die Highland Games im 20. und 21. Jahrhundert – kulturelle Modernisierung und Zivilisierung der schottischen Highlands
3.1 Die Highland Games in der Phase bis zum ersten Weltkrieg und der darauf folgenden wirtschaftlichen Depression.
3.2 Vom Zerfall der Hochlandspiele nach dem zweiten Weltkrieg bis zu deren Wiederbelebung in den 80er Jahren
3.3 Die Situation der Spiele von den 80er Jahren bis heute
3.3.1 Wirtschaftsfaktor Highland Games?
3.3.2 Die Highland Games zwischen Kultur und Kitsch
3.3.3 Die Highland Games als Politikum?

4. Abbildungsverzeichnis

5. Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur)

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit wird zum einen auf die Entwicklungsphase der Highland Games in der nachviktorianischen Zeit eingegangen. Gekennzeichnet wird diese Phase durch Leitbegriffe, wie Industrialisierung des Hochlands, Ausweitung des Fremdenverkehrs, Gründung der Scottish Amateur Athletic Association, sowie einem zunehmenden professionellen Charakter der Highland Games und die Bedeutung des Pedestrianisms.

Des Weiteren werden erst die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf das schottische Hochland, sowie die Highland Games skizziert. Bevor dann die Phase nach 45 bis heute näher betrachtet werden soll. Abschließend wird hierbei auf die etwaige wirtschaftliche, kulturelle und politische Dimension, bzw. Bedeutung der Spiele näher eingegangen.

2. Die popularisierten Highland Games im 19. Jahrhundert - der Weg in die Moderne

2.1 Beginn der Verbreitung der Spiele und erste Anzeichen der Professionalisierung

Eine Folge der deutlichen Popularitätssteigerung war sowohl eine größere Besucher- als auch Teilnehmerzahl. Durch den Ausbau von Straßen und Eisenbahnverbindungen verbesserten sich die Ausgangsbedingungen für die Highland Games enorm. So wurden in den Jahren 1852-1888 unter anderen fünfzehn der zentralen Veranstaltungsorte etabliert. Unter ihnen waren einige der auch heute noch bedeutendsten Schottlands, wie die Aboyne Highland Games[1] und die Ballater Highland Games (vgl. Grant 1992: 72).

Die Spiele breiteten sich in ganz Schottland bis an die Nordküste und auch weit in den Süden aus. Prinzipiell beinhalteten alle die Grunddisziplinen der heavy events, Hochlandtänze und die traditionellen Musikwettbeberbe, auch wenn die einzelnen Spiele eine individuelle Note hatten. Der individuelle Charakter wurde zumeist durch die lokalen Gegebenheiten bestimmt. So konnten gerade in kleineren Orten nicht immer alle Elemente auftauchen, da beispielsweise der dortige Austragungsort nicht genügend Fläche darbot. Um zu verhindern, dass die Einheimischen keine Chancen auf Erfolg hatten, wurde in machen Fällen differenziert ein offener Wettbewerb durchgeführt, an dem jeder teilnehmen durfte und außerdem ein „geschlossener“, der dann für nur die Ortsansässigen gedacht war. Hierdurch wurde eine absolute Dominanz des gesamten Wettbewerbs durch die Favoriten verhindert. Da die Unterstützung für einheimische Sportler generell sehr hoch war, hatten diese oftmals gegenüber Außenstehenden einen psychologischen Vorteil und dadurch auch im offenen Wettbewerb Chancen. Bestimmte Disziplinen wurden je nach Ort in einer etwas abgeänderten Form ausgeführt, so dass auch hier eigentliche Favoriten gegenüber den Austragenden gleichgestellt waren. Oder man hatte durch Disziplinen, die an anderen Orten so in dieser Form gar nicht existierten ortsansässige Experten und von daher sehr gute Chancen auf einen „Heimsieg“ (Brander 1992: 40). An dieser Ausprägung kann man schon ersehen, welch sozial wertvollen Charakter die Spiele schon zur damaligen Zeit hatten. Ein Aspekt, der auch den modernen Highland Games erhalten geblieben ist..

Die Popularisierung zeigte sich auch daran, dass von nun an Werbung für die Veranstaltungen gemacht wurde und manche Eisenbahnunternehmen sogar Tagesreisen zu den Wettkämpfen anboten (Novacek 1989: 56).

So wurde es den Athleten möglich, eine größere Anzahl an Wettbewerben zu besuchen. Durch eine Zunahme an Sportlern war eine vergrößerte Konkurrenz und damit direkt eine Leistungssteigerung der Athleten verbunden. Da inzwischen auch vermehrt Siegesprämien verliehen wurden, war es denjenigen, die an mehreren Spielen teilnahmen nun möglich, tatsächlich Geld zu verdienen. Jedoch darf man dies nicht überbewerten, denn ihren Lebensunterhalt konnten nur einige wenige Ausnahmeathleten hierdurch sichern.

Die berühmteste unter diesen Ausnahmeerscheinungen war im19. Jahrhunderts Donald Dinnie (Abb. 1). Er verdiente in Anbetracht des durchschnittlichen Tageslohnes eines Handwerkers von 23 Pfund mit 26.000 Pfund im Jahr ein wahres Vermögen (ebd.). Donald Dinnie war zu seiner Zeit auch ein absoluter Superstar. Von 1856 bis 1876, mit Ausnahme eines Jahres, in dem Dinnie im Ausland war, dominierte er die Hochlandspiele in Schottland. 1870 waren die beiden besten Athleten Schottlands, Dinnie und James Fleming auf ihrer Highland Games Tour in den Vereinigten Staaten sehr erfolgreich und sollten den Weg für viele Athleten öffnen, die ihnen mit den Jahren nachfolgten (Redmond 1971: 61).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Donald Dinnie

Donald Dinnie sollte der Erste sein, der auf Welttour ging. Er besuchte neben Amerika Australien, Neuseeland und Südafrika und das bemerkenswerter Weise Mitte des 19. Jahrhunderts (Brander 1992: 37). Dinnies Rekorde, die er vor allem in Schottland in vielen Disziplinen aufgestellt hatte, blieben bis lange nach seinem Tode bestehen (ebd.: 36). Dies soll mit einem Beispiel untermauert werden:

Es gelang ihm, im Rahmen eines Wettkampfes in Braemar zwei besonders schwere Steine, die stones of dee, welche später ihm zu Ehren in Dinnie Stones (http://bigsteel.iwarp.com Zugriff 03.01.05) umbenannt wurden, mehrer Yards zu tragen..

Ein Unterfangen, das bis heute kein moderner Gewichtheber leisten konnte - zwar schafften es inzwischen einige, die Steine anzuheben, die von Dinnie zurückgelegte Wegstrecke konnte jedoch mit dem doch gewaltigen Gewicht von niemandem sonst bewältigt werden (Brander 1992: 36-37)[2].

Außerdem war Dinnie nicht nur in den Heavies führend sondern konnte sich auch in diversen anderen Disziplinen auszeichnen. So bezeichnete ihn Webster 1959 als „ the best all-round athlete Scotland has ever produced” (Redmond 1971: 62). Für die Highland Games stellt dies keineswegs eine Ausnahme dar, denn auch noch heute verhält es sich so, dass die Athleten nur selten nur eine Spezialdisziplin haben. So nimmt der Großteil von ihnen an mehrere Einzeldisziplinen innerhalb eines Wettkampfes teil. Sie müssen dementsprechend über eine gute Konstitution, in den Heavies besonders über eine ausgeprägte Kraftausdauer verfügen, um die Vielzahl an Belastungsphasen erfolgreich bestreiten zu können. Hierbei gilt es anzumerken, dass es jedoch im Allgemeinen nicht so ist wie es sich bei Dinnie verhielt. Dies bedeutet, dass diejenigen, die sich eher auf die schwerathletischen Disziplinen spezialisiert haben, auf Grund der weiter fortschreitenden Professionalisierung heute eine deutlich größere Körpermasse haben müssen, da sich die Leistungen im Vergleich zum 19.Jahrhundert durch die Errungenschaften der Sportwissenschaft und insbesondere der Trainingslehre um einiges gesteigert haben. Sie haben also keine guten Voraussetzungen für die light events. Dennoch benötigen sie die nötige Konstitution, da der Großteil der Sportler zum einen entweder innerhalb der Heavies, oder der light events mehrere Einzeldisziplinen bestreitet.

2.2 Die Gründung der Scottish Amateur Association 1883 und der Anfang einer scheinbaren Differenzierung der Highland Games in Amateur- und „Profisport“

Die Tatsache, dass die Hochlandspiele nun wirklich einen zum Teil kommerziellen Charakter zu bekommen schienen und die damit verbundene Spezialisierung sowie Professionalisierung vieler Athleten führten 1883 zur Gründung der Scottish Amateur Athletic Association (S.A.A.A). Die S.A.A.A war eine Institution, die sich für eine weitere Spezialisierung einsetzte, um dem Amateursport zu einer deutlichen Leistungssteigerung zu helfen.

Die Wettkampfbedingungen der Highland Games waren nicht gerade gut für eine Optimierung sportlicher Leistung. Brander zitiert hier die Autoren E. Lennox Peel und J.W. McCombie. Ersterer weist mit aller Deutlichkeit auf die widrigen Bedingungen hin, unter denen zum Teil die Laufwettkämpfe stattfanden.

„What matter if the running path in the North is only a moderately level grass-grown spot of irregular shape, with sudden acute-angled corners that would fill an Oxford or Cambridge president with a sense of the liveliest dismay” (Brander 1992: 34-35).

Letzterer bezog sich auf die unterschiedliche Form der Steine an verschieden Austragungsorten und die zum Teil bergauf oder bergab verlaufenden Laufstrecken.

„[…] the ground varied from flattish to `indifferently level`, which may be interpreted as either up- or down-hill. He also noted considerably variations in the stones used” (ebd.: 35).

Man sollte hierbei aber nicht vergessen, dass der eigentliche Hintergrund der Spiele auch keiner war, den man einer reinen Leistungsorientierung hätte zuschreiben können. Dienten sie doch vor allem auch dem sozialen Zweck der Zusammenkunft und waren von alters her aus den Clan Gatherings entstanden.

„These local festivals, like the present-day Highland and order Games, […] did not advance the development of athletics very much. […], they had cultural, rather than sporting or monetary significance for the local community members” (Macintyre 1986: 125).

Gerade durch die mangelnde Normierung blieb den Spielen auch die bereits erwähnte individuelle Note erhalten.

Auch wenn die Beschaffenheit manch einer Laufstrecke von den Mitgliedern der S.A.A.A mit Abscheu betrachtet worden war (vgl. Novacek 1989: 60) hätte dies also eigentlich keine weit reichenden Folgen für eine Weiterführung der Highland Games haben sollen. Trotz einer unweigerlich entstehenden Konkurrenzsituation sollte das auch nicht wirklich der Fall sein. Wie in der folgenden Abbildung zu sehen, ist die Beschaffenheit für Läufe auch bis heute nicht optimiert worden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Photo von einem Handicaplauf beim Royal Gathering in Braemar 2004. Die Läufe werden immer noch auf Graßböden verrichtet und auch die Kreisbögen der der Laufbahn sind keineswegs ordentlich normiert.

Auf geschäftlicher Ebene arbeiteten die S.A.A.A und die Organisatoren sogar zusammen. Somit ergab sich aber aus der Sicht der Athleten doch eine Konsequenz. Der Einfluss der S.A.A.A resultierte in einer geringeren Teilnahmezahl von Athleten bei den Highland Games. Dies lag daran, dass durch die Bemühungen der Organisation eine etwas schärfere Abgrenzung zwischen Amateur- und Profibereich vorgenommen wurde[3]. Da bei den Hochlandspielen ja inzwischen Preisgelder vergeben wurden, sahen sich die Athleten vor der Wahl, entweder ihren Amateurstatus aufzugeben, sich von ihrem Verband suspendiert zu sehen oder eben nicht mehr an den Highland Games teilzunehmen. Dennoch schien sich hier die Grenze zwischen Amateur und Profiathlet oftmals zu verwischen und es nahmen auch weiterhin Amateursportler für Preisgelder an einigen Wettkämpfen teil oder wurden alternativ, beispielsweise durch Sachpreise anderweitig entlohnt, (vgl. Novacek 1989: 62).

Auch wenn es demnach so aussah, als ob es zu einem Großteil gelang ursprüngliche Charakterzüge der Highland Games zu erhalten, veränderten sich diese doch mehr als man aus dem bisher Gesagten erschließen kann.

2.3 Das Aufkommen anderer Sportarten und die damit verbundene Wirkung auf die Highland Games - Der Pedestrianism

Schon den ersten Highland Societies war es nicht gelungen ihr Ziel, die Konservierung der alten Tradition zu gewährleisten oder gar zur alten Form zurückzufinden. So sollten sich die Highland Games auch im Zuge des 19. Jahrhunderts weiter von der Urform entfernen.

Durch eine weiter vorangetriebene materialistische Ausrichtung kam es zwangsläufig zu einer Konkurrenzsituation zwischen den verschiedenen Veranstaltern.

Deren Reaktion war, dass man mit allen möglichen Mitteln versuchte, originelle Elemente einzubauen um mehr Zuschauer anzulocken, als es den anderen gelang. Die zunächst zur Belustigung schon in der viktorianischen Zeit eingeführten fun elements [4] wurden immer mehr zu einem zentralen Kern der Spiele.

Aber nicht nur diese Konkurrenzsituation führte zu einer Veränderung. Noch bevor Fußball und Rugby durch ihre Popularität den Highland Games potentielle Zuschauer entzogen hatte eine andere sportliche Erscheinung, der Pedestrianism, einen gewissen Einfluss auf die Highland Games (vgl. Bockrath 2004: 17).

Auch in Hinblick auf dieses Phänomen wird erneut die Problematik um den Amateurcharakter des Sports im Schottland des 19. Jahrhunderts aufgeworfen. Novacek sieht, wenn er sich auf Jamieson beruft, im Begriff des Pedestrianism ein „Synonym für den professionellen Laufsport, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand und neben Boxen und Ringen zu den typischen Arbeitersportarten gerechnet wurde“ (Novacek 1989: 57)[5]. Sein Ursprung geht auf die Tatsache zurück, dass vor dem Hintergrund einer unzureichenden Straßenversorgung englische Adelige Läufer einsetzten um Nachrichten übermitteln zu lassen. Da einige, die entsprechendes Talent mitbrachten, bekannte Läufer wurden, schlossen einige Adlige untereinander Wetten ab, welcher Nachrichtenübermittler nun der schnellere war. Als im Zuge der Industrialisierung durch die infrastrukturellen Veränderungen keine Laufboten mehr notwendig waren, entwickelten sich aus dieser Tradition eigenständige Laufwettbewerbe und damit verbunden ein lukratives Wettgeschäft. Die Pedestrians waren geboren (vgl. Macintyre 1986: 125).

Obwohl der Pedestrianism eine große Anzahl an Zuschauern anzog - so waren bis zu 150.000 Zuschauer bei einigen britischen Wettbewerben (ebd.) - bedeutete er nicht in allen Fällen einen Zuschauerverlust für die Highland Games (vgl. Novacek 1989: 58). Ausnahmen gab es jedoch. In Edinburgh genoss der Laufsport großes Ansehen. Im Jahr 1880 kam ein komplett gefüllter Zug mit Besuchern nach Edinburgh um den damaligen großen Star Harry Hutchens rennen zu sehen (Macintyre 1986: 126). Ein Phänomen, welches wir heute nur aus den großen Breitensportarten wie Fußball kennen. Die dort veranstalteten Highland Games hatten eine Zeit lang dementsprechend mit einem geringen Zuschauerzuspruch zu kämpfen. Allerdings gelang es der Edinburgh Highland Society durch die Umstellung des Programms deren Attraktivität enorm zu steigern. Sie verschoben den Schwerpunkt der Veranstaltung hinsichtlich anderer Disziplinen und stellten den Laufsport hinten an (vgl. Novacek 1989: 58).

Interessant an den beschriebenen Entwicklungen ist auch, dass durch die zeitweilige Teilnahme von Läufern sowohl bei den professionellen Laufwettbewerben als auch bei den Highland Games diese eine weitere Professionalisierung erfuhren. Dies hatte durchaus negative Konsequenzen. Profis die an den Highland Games teilnahmen, machten deren Laufwettbewerbe zu Schaukämpfen, bei denen der Sieger zuvor ausgemacht wurde. Im Nachhinein wurde dann das Preisgeld unter den Athleten aufgeteilt. Die Organisatoren nahmen dies oftmals stillschweigend in Kauf, da Athleten von Rang und Namen natürlich als Zuschauermagnet wirkten (ebd.). Die Wettbewerbe wurden also regelrecht bewusst verzerrt um nicht an Zuschauerzuspruch zu verlieren. Einige Athleten stellten in der Folge Überlegungen an, wie man die Wettkämpfe zu ihren finanziellen Gunsten verändern könnte. So versuchte sich Donald Dinnie dafür einzusetzen, dass die Athleten mit verschiedenen Hämmern werfen mussten. Seine Absicht hierbei war es, immer möglichst knappe Entscheidungen herbeizuführen, um im Endeffekt nicht seine Höchstleistungsgrenze zu erreichen. Für die Veranstalter hatte dies den angenehmen Nebeneffekt der Spannungssteigerung. So gelang es ihm sukzessive seine Leistungen zu verbessern und stets erneut die Prämie zu kassieren.

[...]


[1] Offizielle Homepages der Spiele http://www.aboynegames.com/

[2] Das Laufen einer bestimmten Wegstrecke mit zwei Gewichten gehört auch heute noch bei vielen Spielen zu einem Austragungsbestandteil. Es wir als Farmers Walk bezeichnet.

[3] Noch 1885 stand im „Handbuch der Athletiksports“ eine Amateurregel, in der „Handwerker, Arbeiter oder Tagelöhner“ von Wettkampfteilnahmen ausgeschlossen wurden. Gerade in Großbritannien bestand somit eine gesellschaftliche Schere die, die sozial schwächer gestellten Sportler ausschloss. Man versuchte den Sport, aus aristokratischer Begründung heraus nur für die Oberschicht freizuhalten (vgl. Guttmann 1978: 40-41). Novaceks Interpretation der Amateurregel der S.A.A.A, bezieht sich allerdings eher auf einen erst später entstandenen Sachverhalt. Nämlich eine Interpretation selbiger Regel die sich primär auf eine Differenzierung zwischen Amateurbereich und Profibereich hinsichtlich deren nichtprofitorientierten bzw. profitorientierten Ausrichtung bezieht. Hier könnte man darüber diskutieren ob man (ð S.54) in Schottland, wo nicht davon die Rede war die niederen Klassen von den Spielen auszuschließen, schon weiter war als im übrigen Königreich. Ob man schon erkannt hatte, dass es gerade für das Erreichen eines generell höheren Leistungsniveaus in Sportarten wohl kaum Sinn macht bestimmte Schichten der Bevölkerung auszuschließen.

[4] An dieser Stelle sein angemerkt, dass solche fun elements auch heute noch bei vielen Spielen fester Bestandteil sind. Natürlich gibt es heute neben dem traditionellen Elementen wie dem Sackhüpfen, dass inzwischen vor allem für Kinder durchgeführt wird auch modernere Elemente. Beispielsweise werden in Inverness Motocross Showeinlagen dargeboten.

[5] Den Pedestrianism als Synonym des professionellen Lausports zu bezeichnen halte ich für übertrieben. Abgesehen von den schottischen Highland und Border Games überdauerte er den ersten Weltkrieg nicht und wird somit heute in diesem Sinne kaum noch getrieben.

Details

Seiten
38
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656701859
ISBN (Buch)
9783656715757
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277570
Note
1,0
Schlagworte
highland games jahrhundert kulturelle modernisierung zivilisierung highlands

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Titel: Die popularisierten Highland Games im 19., 20. und 21. Jahrhundert