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Die Geschichte der Highland Games

Eine chronologische Gliederung

Akademische Arbeit 2005 45 Seiten

Sport - Sportgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ursprünge keltischer Tradition bis in das 11.Jahrhundert und die Wurzeln der Hochlandspiele
2.1 Die Rolle der Skoten und Pikten für die Highlands
2.2 Angelsachsen, Britonen und der Einfluss einfallender Wikingerstämme
2.3 Die Frage danach ob eine Irische Tradition als Urheber der schottischen Hochlandspiele angesehen werden kann.

3. Die große Zeit der Highland Clans (1100 – 1750)

4. Von den Highland Clans zu den Highland Societies
4.1 Culloden Ende der Jakobiteraufstände und der Beginn einer neuen Periode
4.2 Der Act Proscription und seine Umkehrung

5. Neubeginn einer alten Tradition - Die Highland Societies und der Grundstein für die ersten neuen Highland Games

6. Von der Marginalisierung der Hochlandbevölkerung über den Einfluss der Romantik bis zur Popularisierung der Highland Games unter Queen Victoria
6.1 Der Gesellschaftliche Wandel der Highlands und die Probleme, welche sich hieraus für die ländliche Bevölkerung ergaben
6.2 Sir Walter Scott und der Einfluss der Romantik auf das schottische Hochland
6.3 Der Charakter der Spiele zur Zeit Walter Scotts
6.4 Queen Victoria, Balmorality, Sporting Landlords und die Renaissance der Highland Games

7. Abbildungsnachweise

8. Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur)

8. Anhang
1 Der Act of Proscription
2 Der Widerrufungsbeschluss

1. Einleitung

Wenn man etwas über die Ursprünge der Spiele sagen möchte, stellt man rasch fest, dass es nur wenig verlässliche Quellen gibt. Schon J. Grant hält zu Beginn einer seiner Arbeiten fest, dass kaum schriftliche Formen der Überlieferung aufzufinden sind.

„Highland tradition itself helps to explain this problem since so many of the legends, customs and traditions of the Highland communities tended to be passed on from generation to generation by word of mouth rather than being written down.” (Grant 1991: 7)

Demnach scheint es nur allzu verständlich, dass vorhandenes Wissen über die frühe Entwicklung nur in fragmentarischen Zügen tradiert wurde. Wobei es anzumerken gilt, dass auch den Chroniken, welche durch schottische Geschichtsschreiber nach dem 11.Jahrhundert verfasst wurden, mit Skepsis begegnet werden sollte. Oft hatten sie das Bestreben, durch Zurückdatierung der schottischen Ursprünge diese gegenüber der Geschichte Englands aufzuwerten, um die schottische Geschichte in ein besseres Licht zu stellen. (vgl. Grant 1991: 7 f) Heutige Erkenntnisse müssen diesbezüglich also kritisch reflektiert werden.

Jedoch kann man mit relativer Sicherheit davon ausgehen, dass solche schon sehr frühen Formen von Disziplinen der Hochlandspiele existiert haben, auch wenn diese sich bis heute auch sportlich weiter entwickelt haben. Beispielsweise gibt es ein Manuskript aus dem 11. Jahrhundert (dessen Verfassungsdatum wohl noch weit früher liegt), das erstmals auf die Erscheinungsform der Mannschaftssportart Hurling verweist. Sie ist die irische Schwestersportart zu dem auch heute noch teilweise bei den schottischen Hochlandspielen praktizierten Shinty.

Nicht unmittelbar lässt sich hier beweisen, dass der Ursprung beider Spielvarianten ganz sicher keltischer Herkunft ist. Fest steht jedoch, dass sowohl die irische als auch die schottische Form etymologisch auf das Gälische zurückzuführen ist. Caman ist der urkeltische Ausdruck für einen gebogenen Holzstock und wird nach wie vor in beiden Ländern als Grundbezeichnung für den verwendeten Schläger benutzt. (vgl. Maolfabhail 1999: 149)

Die beständige Besinnung auf einen gemeinsamen keltischen Ursprung macht sich heute sowohl in Irland als auch in Schottland immer noch gerade auch im Sport bemerkbar. So heißt bekanntermaßen der eine der beiden großen Fußballclubs Schottlands Celtic Glasgow, wodurch indirekt eine starke Affinität zur irischen Kultur ausgedrückt wird. Dies lässt sich weiter dadurch begründen, dass der Verein, wie auch der Großteil Irlands, streng katholisch ist und seine Grundfarben Grün-Weiß ganz und gar der irischen Tradition entsprechen. Interessanter Weise genießt Celtic-Glasgow außerdem große Sympathie bei den irischen Fußballbegeisterten, von den protestantischen Anhängern Nordirlands einmal abgesehen. Hibernian (also „irisches“!) Edinburgh (vgl. Bockrath 1999: 1) mag auf den ersten Blick geradezu paradox wirken, aber vor dem Hintergrund einer gemeinsamen keltischen Vergangenheit erscheint selbst ein solcher Vereinsname durchaus nach-vollziehbar.

Um nicht zu weit abzuschweifen, soll nun aber das Augenmerk wieder auf für Schottland volkstypischere Sportarten gelenkt werden, denn Fußball gehört mit Sicherheit nicht zu den Sportarten, die unter historischem Blickwinkel die Tradition und Entwicklung Schottlands schon vom 11. Jahrhundert an maßgeblich beeinflusst haben. Auch wenn nicht zu verleugnen ist, dass der Massensport Fußball als modernes Phänomen sicherlich heute einen bedeutenden Einfluss auf die schottische Kultur im Speziellen und die europäische Kultur im Allgemeinen hat, soll hierauf nicht weiter eingegangen werden.

Wieder auf die Bedeutung der keltischen Wurzeln für die Entwicklung Schottlands zurückkommend, soll nun die ethnographisch heterogene Zusammensetzung der verschiedenen Volksstämme skizziert werden.

2. Die Ursprünge keltischer Tradition bis in das 11.Jahrhundert und die Wurzeln der Hochlandspiele

In den folgenden Abschnitten wir näher auf die demographische Entwicklung eingegangen, die die Grundlage legte für die in Schottland lebende Bevölkerung und die Tatsache, dass diese auf keltische Wurzeln beruht.

2.1 Die Rolle der Skoten und Pikten für die Highlands

Die keltischen Ursprünge Schottlands gehen zunächst auf den Einfluss von fünf verschiedenen Volksgruppen zurück: Skoten, Pikten, Angelsachsen, Britonen (aus dem Gebiet um Strathclyde) und einfallende Wikinger (Grant 1991: 17). Im 5. Jahrhundert (Doghson 1981: 40) breiteten sich die ursprünglich irischen Skoten zunächst vor allem im Nordwesten Schottlands, dem heutigen Argyllshire und Kintyre aus (Grant 1991: 16). Diese Gebiete waren allerdings vorher schon teilweise besiedelt, vgl. hierzu Isabel Grant:

„The earliest settlement of the Gael recorded in history took place on the Argyllshire coast about 498, but there are many traditions of earlier settlements.” (Grant 1961: 4)

Die verschiedenen Namen für die einwandernde Gruppierung verweisen allesamt direkt auf deren Herkunft. „Scottos bedeutet eigentlich auch Ire. Eine Unterscheidung zwischen Scoti und Hiberni wird erst im Hochmittelalter vorgenommen“ (Novacek, 1989: 13). Die eigentlichen Gründe für deren Emigration aus ihrem Heimatland sind nicht eindeutig geklärt. Allerdings kursieren mehrere Theorien hierfür. Zum einen wäre möglich, dass die Skoten sich niederließen, nachdem sie die Pikten im Kampf gegen die Römer verteidigt hatten. Zum Zweiten, dass sie zur Unterstützung der Britonen gegen die Pikten dorthin zogen und zum Dritten, dass sie selbst Piraten waren, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren und in neuem Terrain Asyl suchten (Novacek, 1989: 13).

Die Pikten selber waren von Grund auf schon ein gemischtes Volk, ein erstes Zeugnis von deren Existenz gibt es aus dem Jahre 297. Die Aussage „the historical Picts are the only Picts known to us“, getroffen von Wainwright (Doghson 1981: 27), macht deutlich, dass das einstige Volk der Pikten nicht lange überdauerte. Der Grund hierfür ist, dass um das Jahr 843 der Skote Kevin McAlpin die Pikten unterwarf und daraufhin durch den Zusammen-schluss beider Völker das Königreich Alba gründete. Alba ist der auch heute noch gültige keltische Name für Schottland. Verwunderlich an der Unterwerfung und nachfolgenden Vereinigung ist vor allem, dass dies ohne größeres Aufsehen geschah. Eigentlich hatten sich die Pikten bis dahin stets wacker gegen die römischen Besatzer durchgesetzt und oftmals diesen nicht unerheblichen Schaden zu gefügt.

„ Indeed, the union of the Picts and Scots to form Alba was so uneventful that it puzzles us why a people who enter the historical record like a lion, as formidable warring tribes constantly harassing the Romans, should leave it like a lamb […].” (Doghson 1981: 37)

Die Highlands blieben im Großen und Ganzen von dem Einfluss der Römer verschont. Obwohl diese nach der Unterwerfung der gallischen Kelten durch Julius Cäsar große Teile Englands und einen Teil Schottlands besetzt hatten, waren sie nicht weit in das schottische Hochland vorgerückt.

„Roman power ruled most of Britain during the following five hundred years but did not extend to the Highland Scotland, nor to Ireland.“ (Maofabhail 1991: 151)

Dies mag sicherlich auch daran liegen, dass das zu dieser Zeit riesige römische Reich in seinen Grenzgebieten immer wieder Probleme mit den dort lebenden Völkern hatten. In Schottland waren dies die dort ansässigen Pikten oder Skoten.

Da die militärische Okkupation verhältnismäßig schwach war, abgesehen von eher wenigen Vorstößen bis an den Rand der schottischen Lowlands, zogen sich die römischen Besatzer rasch in die besser abgesicherten Bereiche Zentralschottlands zurück. Im Jahre 122 wurde der Versuch unternommen eine Art Hadrians-Wall zu errichten der die nördlichen Gebiete Albas aus der Pax Romana ausschloss. Dieser wurde über die Jahre hinweg wiederholt erneuert und schließlich unter dem Namen „The Antonine Wall“ bekannt. Für damalige Verhältnisse muss diese Befestigung eine monumentale Landmarke dargestellt haben. (Doghson 1981: 22). Den Niedergang des römischen Reiches jedoch konnte sie mit Sicherheit kaum beeinflussen.

Die Vereinigung der beiden Volksstämme unter MacAlpin kann als Initialzündung für den weiteren Vereinigungsprozess innerhalb der Highlands angesehen werden.

2.2 Angelsachsen, Britonen und der Einfluss einfallender Wikingerstämme

Außer den Pikten und Skoten gab es mit den Britonen einen weiteren kelti-schen Stamm. Dieser allerdings wies eher eine Verbindung zu den in Wales und Cornwall lebenden Kelten auf, als zu den Skoten.

„Their affiliations though, were not with the Goedelic-speaking Celts, like the Scoti, but with the Brythonic speaking Celts of Cumbria, Wales and Cornwall” (Doghson 1981: 81).

Die Britonen kontrollierten vor allem das Gebiet Northumberland und Lothian. Im Laufe des 7. Jahrhunderts wurde deren Machtanteil allerdings durch die immer stärker nach Norden dringenden Angelsachsen sukzessive geschmälert (Grant 1981: 17). Diese wiederum behielten über drei Jahrhunderte hinweg die eindeutige Vormachtstellung im Süden Schottlands, bis sie ihrerseits schon früh im 11. Jahrhundert in der Entscheidungsschlacht bei Carham von den Skoten geschlagen wurden (Doghson 1981: 48). Diese sicherten sich somit bis auf weiteres den Großteil des schottischen Territoriums.

Allerdings gab es eine weitere Entwicklung, die in dem dazwischen liegenden Zeitraum die im Norden siedelnden Volksgruppen dazu zwang, sich hier und da enger zusammenzuschließen.

Einfallende Wikinger gefährdeten bereits vor dem 8. Jahrhundert immer wieder vor allem die nordwestlichen Gebiete sowie die westlichen Inseln. Sie sollten die letzten sein, die maßgeblich an der Herausbildung der ethnographischen Struktur der Highlands teilhatten.

„Some of the oldest Highland clans take their point of origin from Somerled, a vassal of the King of Norway who emerged as a distinct threat to the Scottish monarchy during the twelfth century“ (Grant 1981: 17).

Ob und inwiefern die norwegischen Einwanderer sich letzten Endes in bestehende Verhältnisse eingliederten, ist nicht sicher. Die Meinungen gehen dahingehend auseinander, dass sich diese zum einen friedlich mit der ansässigen Bevölkerung verständigten und kaum kriegerisch auftraten. Zum anderen, dass sie sich zunächst durch entsprechende Verteidigungseinrichtungen gegenüber den Einheimischen abschotteten, sich folglich keineswegs widerspruchslos integrierten. (Doghson 1981: 56)

Die angesprochenen entstehenden Zusammenschlüsse waren immer dann relativ stabil, wenn eine akute Gefahr durch norwegische Plünderer bestand. In Zeiten in denen allerdings nur wenige Übergriffe vorkamen, waren diese Verbindungen sehr instabil und Skoten, Pikten, Britonen und Angelsachsen befehdeten sich untereinander.

2.3 Die Frage danach ob eine Irische Tradition als Urheber der schottischen Hochlandspiele angesehen werden kann.

Vermutlich ist gerade in dem beständigen gegenseitigen Bekriegen ein Grund für die Entwicklung allgemein sportlicher Betätigung und somit auch für die Ausbildung bestimmter sportlicher Formen, die später einmal Bestandteil der Hochlandspiele werden sollten, zu sehen. Die Körperertüchtigung diente den Hochlandbewohnern nicht nur für militaristische Zwecke. Ein harter unbeständiger Alltag, den das Leben in den Highlands unweigerlich mit sich brachte, machte eine gesunde Grundkonstitution überlebensnotwendig. Dadurch, dass der Lebensunterhalt vorwiegend durch den landwirtschaftlichen Ertrag gesichert wurde, kam man ohnehin nicht ohne entsprechende Kraft und Ausdauer aus. Die Landwirtschaft konzentrierte sich vorwiegend auf die Viehhaltung, denn die klimatisch schlechten Voraussetzungen machten den Ackerbau wenig ertragreich.

„[…] bearing in mind the natural unproductiveness of the land during the long winters and late springs, the Highlands are less unsuitable for the raising of animals than for the growing of grain. The Highlanders have mainly depended on their livestock ever since our remote predecessors first became herdsmen rather than hunters” (Grant 1964: 65)

Der Milchwirtschaft kam hierbei die größte Bedeutung zu. In Erinnerung an diese Bedeutsamkeit wurde in der späteren Tradition der Highland Games im frühen 19. Jahrhundert die Disziplin des Kuhzerlegens durchgeführt (Novacek 1989: 43). Auf diesen Aspekt soll allerdings erst später noch einmal eingegangen werden, wenn der Gesamtzusammenhang der Hochlandspiele im viktorianischen Zeitalter klarer dargelegt wird.

In Irland gab es schon vor der Emigration der Skoten nach Schottland eine sportliche Tradition, die unter Umständen als eine Art Urform der Highland Games gesehen werden kann. Diese Spiele hießen Tailteann Games. Schon bei den keltischen Iren war die körperliche Ausbildung groß geschrieben. Auch wenn diese schwerpunktmäßig militärische Zwecke erfüllen sollte, wurden durchaus Sportarten ausgeführt, die nicht eindeutig diesem Bereich zu zuschreiben waren. Sportarten, von denen einige gleichartig oder in ähnlicher Form später bei den Highland Games wieder auftauchen sollten. Zu ihnen zählten unter anderem: Laufwettbewerbe, Weitsprung, Hochsprung, Hammerwerfen, Speerwerfen, Faustkämpfe, Hurling oder auch Schwimmen und Tauchen (Novacek 1989: 17).

Über die tatsächliche Rückverfolgbarkeit der Hochlandspiele bis auf diese irische Tradition scheiden sich allerdings die Geister. Für Novacek, der sich auf Webster bezieht ist dieser Sachverhalt durchaus fraglich. Die Liebe zum Sport wird den keltischen Völkern jedoch nicht abgesprochen. Dies stellte auch die Scottish Amateur Athletic Association 1933 fest:

„[…] yet what we have is the prove of the love of athletics among the Picts, Scots and the gregarious Celts” (Novacek 1989: 15).

Ein anderer Autor, Gerald Redmond, andererseits geht sogar soweit, dass er die Tailteann Games bis 1829 v. Chr. zurück datiert, zu dieser Zeit waren sie erstmals in der Ortschaft Telltown im Bezirk Meath durchgeführt worden.

Auch er nennt einige der bereits aufgeführten Disziplinen: „running, jumping, wrestling […], the roth-cleas, or wheel feat, from which has originated the practice of throwing the hammer“ (Redmond 1971: 24). Die Homepage der Dunedin Highland Games in den Vereinigten Staaten verweist hier auf das Book of Leinster. Dieses wurde im 12. Jahrhundert nach Christus verfasst und stützt sich auf die gleiche Datierung, die auch Redmond erwähnt (www.dunedinhighlandgames.com). Interessant an dieser zeitlichen Einordnung ist, dass somit die Ursprünge der Hochlandspiele selbst noch vor den ersten antiken olympischen Spielen lägen. Diese wurden bekanntlich erst fünfhundert Jahre später, 776 v. Chr. erstmals zu Ehren des Zeus abgehalten (Guttmann 1978: 31). Ergo kann man in einigen leichathletischen Formen der Neuzeit durchaus Analogien zu Disziplinen der damaligen Zeit erkennen und muss deren Urform also nicht gezwungener Maßen nur auf die olympischen Formen im antiken Griechenland zurückführen.

Im Gegensatz zu der irischen Urtradition, welche nur bis an das Ende des 12. Jahrhunderts überdauerte, wurde aus Highland Games in Schottland eine Tradition, welche sich weit über dessen Grenzen hinaus verbreiten sollten.

In Anbetracht der Schwierigkeiten, welche sich bzgl. einer klaren Entstehungsgeschichte aus dem vorhergehenden Abschnitt erkennen lassen, stellt sich die Frage, wie die ersten wirklichen Highland Games aussahen und wann und wo sie stattfanden. In der Rückbesinnung auf eine eigentlich irische Abstammung fällt auf, dass auch heute immer noch in Bezug auf bestimmte Dinge geradezu eine Konkurrenzsituation zwischen der schottischen und der irischen Nation existiert. So belächeln beispielsweise die Schotten heute immer noch die Behauptung, dass der Whisky, laut vehementer Verfechtung vieler Iren, eigentlich gar nicht ursprünglich aus Schottland käme sondern seine Wurzel in Irland habe.

Da liegt vielleicht auch die Vermutung nahe, dass man sich in Schottland gegen die These die Highland Games beruhten auf irischem Ursprung strebte.

3. Die große Zeit der Highland Clans (1100 – 1750)

Um nun Hintergründe für die ersten Spiele aufzudecken, muss erneut auf die gesellschaftspolitische Situation Schottlands eingegangen werden. Zusätzlich zu dem Einfluss der oben bereits angedeuteten instabilen Verhältnisse wurde diese durch eine weitere Entwicklung vehement beeinflusst.

Die Anglisierung, die durch den Einfluss der aus Süden kommenden Angelsachsen vor allem im Süden Schottlands vorangetrieben wurde, fand einen Höhepunkt in der Regierungsübernahme durch das schottische Königsgeschlecht der Canmores, deren Regierungszeit bis zum Ende des 13. Jahrhunderts andauern sollte. Entscheidend für die Veränderung war die Heirat zwischen dem schottischen Monarchen Malcolm Ceann-Mor (gälisch für Canmore) mit der dem gälisch sprechenden Schottland eher argselig gegenüber stehenden englische Queen Margaret im Jahre 1085 (Grant 1991: 18). Auf lange Sicht hin bedeutete dieses Ereignis die Marginalisierung der gälischen Kultur und somit gleichzeitig deutliche Erschwernisse für das Hochland.

„the marriage […] marked the beginning of an anglicisation process which eventually led to the marginalisation of Gaelic culture and an increasing cultural dependency upon a more metropolitan culture” (ebd.: 18).

Denn von nun an sollten gerade im politischen und wirtschaftlichen Bereich vor allem die stärker besiedelten Gebiete Schottlands einen Aufschwung erfahren. Dies bedeutete gleichzeitig eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse in den Highlands. Der von den Canmores gefasste Beschluss, den königlichen Gerichtshof aus dem in den Highlands gelegenen Perth weiter in den Süden zu verlegen (ebd.: 18), verschlimmerte die Situation zusätzlich. Von der Außenwelt nahezu abgeschnitten und weit entfernt vom direkten Machteinfluss des Monarchen, regierten vor allem im Norden Schottlands von nun an mehr und mehr Gewalt und Selbstjustiz.

„The people of the north gave themselves up to violence and turbulence and revenged in person any insults or injuries which law did not attend to” (ebd.: 18).

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Details

Seiten
45
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656701750
ISBN (Buch)
9783656702191
Dateigröße
880 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277568
Note
1,0
Schlagworte
geschichte highland games eine gliederung

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Titel: Die Geschichte der Highland Games