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Literatur der DDR und BRD im Schatten der Berliner Mauer

Bachelorarbeit 2010 33 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Geschichte der Berliner Mauer
1.1. Die Trennung Deutschlands
1.2. Der Mauerbau und die sechziger Jahre
1.3. Die Flucht in den Westen
1.4. Die siebziger Jahre in Berlin
1.5. Der Weg zum Mauerfall

2. Literatur der DDR – Christa Wolf „Der geteilte Himmel“
2.1. Christa Wolf – Schriftstellerin der Deutschen Demokratischen Republik
2.2 „Der geteilte Himmel“
2.3. Das geteilte Deutschland aus der Sicht von Rita und Manfred
2.4. Motiv der Trennung im Werk von Christa Wolf
2.5. Schlussbetrachtung

3. Brigitte Reimann „Die Geschwister“ – Beispiel der Literatur der DDR
3.1. Brigitte Reimann – ihr Leben und ihre Werke
3.2. „Die Geschwister“ als Widerspiegelung der 60er Jahre in Deutschland
3.3. Geschichte von Elisabeth und Ulrich im Spiegel der Erzählung „Die Geschwister“
3.4. Auswirkungen der Berliner Mauer auf das Leben der Ostdeutschen in den 60er Jahren
3.5. Die Berliner Mauer als Zeichen der Trennung

4. Literatur der BRD – Peter Schneider „Der Mauerspringer“
4.1. Peter Schneider – Schriftsteller der Bundesrepublik Deutschland
4.2. „Der Mauerspringer“
4.3. Die Geschichten der Haupthelden – Mauerspringer
4.4. Die Botschaft über die Berliner Mauer
4.5. Bedeutung der Mauer für den Erzähler und den Autor

Schlussfolgerungen

Streszczenie w języku polskim

Literaturverzeichnis

„Die Lage unserer Nation spiegelt sich im Schicksal der Stadt Berlin. Seit Kriegsende geteilt, gehört die Stadt zwei verschiedenen Welten an, die sich hier auf engstem Raum gegeneinander darstellen und abgrenzen. Die Mauer in Berlin ist zum weltweit bekannten Symbol der gewaltsamen Teilung Deutschlands geworden. (…) Berlin bleibt Gradmesser für die Ost-West-Beziehungen, Berlin bleibt das Symbol für die offene deutsche Frage.“ ( Helmut Kohl) [1]

Einleitung

Zwei Territorien – zwei Regierungen – zwei Systeme, und nur ein Volk. Dieses Bild bleibt in der Geschichte Deutschlands für immer. Jetzt existiert die Berliner Mauer nicht mehr. Trotzdem gibt es noch die Spuren in Berlin, die dieses Bauwerk hinterlassen hat. Fast drei Dekaden dauerte die Teilung des deutschen Landes. Auf einer Seite, der östlichen, gab es die Deutsche Demokratische Republik, die andere, westliche Seite, wurde dagegen als Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Am 13. August 1961 hat die Errichtung der Berliner Mauer das Leben von vielen Deutschen geändert und dauerhafte Auswirkungen verursacht. Vor allem hat es die Deutschen für lange Zeit geteilt, ihre Familien und Freunde voneinander getrennt.

Die Berliner Mauer hat gewisse Konsequenzen nach sich gezogen. Es geht hier nicht nur um politische und wirtschaftliche Folgen, sondern man spricht auch über die sozialen, familiären Änderungen, die man in dieser Zeit gespürt hat. Es ist sehr schwierig, sich vorzustellen, dass man seine Freunde oder Familie nicht mehr besuchen darf, weil sie wegen der Mauer entfernt und voneinander abgesondert sind. Alle ost-westlichen Beziehungen wurden abgebrochen. Viele Deutsche haben versucht, gegen das sowjetischen Regime zu kämpfen und die Grenzsperranlagen zu überwinden. Fluchtversuche, die die Menschen unternommen haben, waren für manche ein einziger Weg zur Freiheit, für viele Flüchtlingen hat das aber mit dem Gefängnis oder dem Tod beendet. Was auch immer die Menschen gemacht haben, die Grenze zwischen den beiden Ländern war ständig anwesend. Die Berliner Mauer galt als ein Symbol der deutschen Teilung über 28 Jahre und verwandelte das Leben der Ostdeutschen ins Gefängnis.

Mit der Problematik der deutschen Spaltung haben sich die Schriftsteller schon kurz nach dem Mauerbau und vor dem Mauerfall beschäftigt. Weil die politischen Wandlungen in Deutschland, vor allem in Berlin, große Unruhe ausgelöst haben, haben viele Autoren zur Feder gegriffen und über die neuesten Ereignisse in ihrem Land geschrieben. Das Thema der Berliner Mauer hat vor allem in dieser Zeit das Interesse an der politischen und sozialen Situation geweckt. Es gab sehr viele Aspekte der deutschen Spaltung und der Berliner Mauer. Die Berliner Mauer wurde auch in verschiedenen Perspektiven gezeigt. Andere Vorstellungen über die Berliner Mauer und die deutsche Spaltung hatten die östlichen Schriftsteller als die Autoren, die aus dem Westen stammten. Die Lebensrealität und Verhältnis zu den verschiedenen Systemen wurde in der Literatur dieser Zeit auf zweierlei Weise verstanden und dargestellt. Dank diesen Werken kann man unterschiedliche Standpunkte zur Problematik der Berliner Mauer und deutscher Trennung vorfinden.

Von diesen Voraussetzungen ausgehend wird in der folgenden Arbeit das Thema der Berliner Mauer und der deutschen Teilung in der Literatur aus der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland dargestellt. Um diese Literatur verstehen zu können, wird die Geschichte der Berliner Mauer der Gegenstand des ersten Kapitels dieser Arbeit sein. Zunächst wird die Situation direkt nach dem Zweiten Weltkrieg und die Gründung der beiden Staaten besprochen. In diesem Teil werden die geschichtlichen, politischen und sozialen Aspekte der deutschen Teilung besprochen. Der Leser kann sich einen historischen Überblick über die deutsche Nachkriegsgeschichte bis zum Mauerfall verschaffen. Die Geschichte der Berliner Mauer ist die Basis für Interpretation und Verständnis der östlichen und westlichen Literatur aus dieser Zeit.

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Literatur aus dem Osten und aus dem Westen zu schildern. Das ist auch ein Vergleich verschiedener Darstellungen von der deutschen Teilung und der Berliner Mauer. Wie haben die Autoren aus der DDR und BRD über die Berliner Mauer und ihre Folgen geschrieben? Die bedeutsamen Fragen dieser Arbeit beziehen sich auf die Wahrnehmung der wichtigsten Ereignisse während der Jahre der deutschen Teilung von den Schriftstellern aus den beiden Teilen Deutschlands.

Die Abhandlung konzentriert sich vor allem auf die Darstellung der Beispiele von der Literatur aus dem Osten und aus dem Westen. Deswegen werden unter vielen Publikationen drei Werke ausgewählt, die das Thema der Berliner Mauer und der deutschen Spaltung darstellen. Zwei von ihnen stammen aus dem östlichen Teil Deutschlands und dazu gehören „Der geteilte Himmel“ (Christa Wolf) und „Die Geschwister“ (Brigitte Reimann). Das Buch von einem westlichen Autor heißt „Der Mauerspringer“ (Peter Schneider).

Das zweite Kapitel wird dem Roman von Christa Wolf unter dem Titel „Der geteilte Himmel“ gewidmet. Liebe, Entscheidungen und geteilte Stadt stehen in der Lektüre im Vordergrund. Das Schicksal der Haupthelden wird im Lichte der politischen Wandlungen in Deutschland dargestellt. Die Autorin verband große Liebe zwischen Rita und Manfred, ihre widersprüchliche politische Ansichten mit der damaligen Situation in dem gespaltenen Land. Die Schriftstellerin zeigt, wie die Liebesbande durch die deutsche Trennung unterdrückt wurden und wie die Haupthelden darauf reagierten. Dieser Teil der Arbeit beschäftigt sich vor allem mit dem Motiv der deutschen Teilung und beantwortet die Fragen über den Einfluss der Berliner Mauer auf die Verliebten und ihr privates Leben.

Das dritte Kapitel dient der Darstellung des Buches von Brigitte Reimann, die ebenfalls im Osten lebte. In ihrem Werk „Die Geschwister“, auf das ihr Leben einen großen Einfluss hatte, werden vor allem die 60er Jahre in Deutschland widergespiegelt. Die große Liebe zwischen den Geschwistern, Freude im Leben, tägliche Verpflichtungen wurden durch die Trennung des deutschen Landes geändert. In diesem Teil der Arbeit werden vor allem die Auswirkungen der Berliner Mauer auf die einzelnen Menschen dargestellt. Jeder Mensch, der sich in dieser Zeit im getrennten Deutschland befand und dort lebte, musste auch so wie die Haupthelden schwierige Entscheidungen treffen, entweder sich dem sozialistischen System unterzuordnen oder gegen das sowjetische Regime zu kämpfen. Welchen Standpunkt nehmen die Haupthelden ein und wie reagieren sie auf die deutsche Teilung? Das sind die bedeutendsten Fragen, auf die man in diesem Kapitel die Antworten finden kann.

Im letzten Teil der vorliegenden Arbeit wird ein Werk aus der Bundesrepublik Deutschland betrachtet, das ist „Der Mauerspringer“ von Peter Schneider. Untersucht wird hier vor allem die Bedeutung der Berliner Mauer vom westlichen Standpunkt und die Fragen nach dem Sinn des Mauerbaus. Dieses Kapitel konzentriert sich vor allem auf die Auswirkungen der deutschen Teilung auf die Deutschen und ihre nationale Identität, die sie verlieren könnten. Fünf kürze Geschichte in der Erzählung stellen verschiedene Mauerspringer dar, ihr Leben und Gründe, warum sie die Grenze der Stadt übertreten wollen.

Kapitel 1 Geschichte der Berliner Mauer

"Dass die Berliner Mauer verschwand, ist für mich der Beweis, dass Träume sich nicht begrenzen lassen und dass der Freiheitswille alle Grenzen überwinden kann. Das Stückchen Mauer erinnert mich jeden Tag daran."

Farah Pahlavi , Hamburger Abendblatt, Aus aller Welt, 24. April 2004.

1.1. Die Trennung Deutschlands

Der Zweite Weltkrieg endete am 7. bzw. 8 Mai 1945, als das Oberkommando der deutschen Wehrmacht kapitulierte. „Tod und Zerstörung waren längst auf jene zurückgefallen, die sechs Jahre zuvor in bis dahin ungekannter Hybris daran gegangen waren, die Welt zu erobern.“[2] Vier große Siegermächte : Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und USA haben am 5. Juni das Schicksal Deutschlands und die oberste Regierungsgewalt übernommen. Während der Konferenz im Potsdam, die von 17. Juli bis 2. August 1945 dauerte, haben die Teilnehmer der Beratung ( Harry S. Truman, Josef Stalin und Winston S. Churchill, dann Clement Attlee) beschlossen, dass Deutschland die ganze Verantwortung für die Kriegsverbrechen tragen sollte.[3] Laut Potsdamer Abkommen müsste das besiegte Land demilitarisiert, entnazifiziert und demokratisiert werden.[4] Es hat sich aber herausgestellt, dass „für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands und Europas mit der Sowjetunion keine Einigung möglich war“.[5] Die drei westlichen Großmächte: Frankreich, USA und Großbritannien entschlossen sich, dass sie ihre drei Besatzungsgebiete verbinden und einen demokratischen Staat bauen würden. Am 20. März 1948 verließen die Sowjets den Alliierten Kontrollrat.

Die Westmächte wollten in ihren Sektoren eine Währungsreform durchführen, um die Entwicklung des Staates zu ermöglichen. Die Sowjetunion hat aber unakzeptable Bedingungen gestellt, deswegen mussten die westlichen Mächte im Juni 1948 die neue Währung nur in ihren Besatzungszonen einführen. Als die Sowjets nach zwei Tagen eine eigene Währungsreform in ihren Bezirken vornehmen wollten, brachten die Westmächte die neue Westmark in der sowjetischen Zone in Umlauf.

Die Währungsreformen im westlichen und östlichen Berlin haben gezeigt, dass die Sowjetunion eine eigene, separate Machtsphäre entwickeln wollte. Das bedeutete, dass die unterschiedlichen Meinungen zwischen den westlichen Staatschefs und den Vertretern der Sowjets zu einer wirtschaftlichen Spaltung führen.[6] „Schließlich war die sowjetische Deutschlandpolitik seit Mitte der vierziger Jahre darauf ausgerichtet, dauerhafte militärische Sicherheit für Deutschland zu erlangen, Reparationslieferungen aus den westlichen Industrierevieren zu erhalten und zu verhindern, dass das deutsche Potential ganz oder überwiegend in die Hände der Westmächte fiel.”[7] Das Ziel der Sowjetunion war ein eigenes System in ganz Deutschland einzuführen.[8] Zuerst begann die Sowjetunion eine Blockade der westlichen Sektoren, was den Transport unmöglich machte. Die Krise begann am 24. Juni 1948 und dauerte fast ein Jahr. Die westlichen Zonen wurden durch die so genannte Luftbrücke versorgt. Schließlich verlor Moskau in diesem Konflikt um Berlin die Initiative. Die wesentlichen Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Besatzungsmächten führten zur Entwicklung von zwei Staaten.[9] Am 24. Mai 1949 trat die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Es entstand also eine parlamentarische Demokratie.[10] Am 21. September 1949 begann die Bundesrepublik Deutschland (BRD) mit der Hauptstadt in Bonn zu existieren. Zwei Wochen später, am 7. Oktober 1949 formierte sich die Deutsche Demokratische Republik (DDR), die im östlichen Teil von Berlin ihre Hauptstadt hatte. Die anderen drei Besatzungszonen bildeten das westliche Berlin, das politisch und wirtschaftlich mit dem Westen verbunden war.[11]

Die Grenze zwischen dem Osten und dem Westen wurde von der Grenzpolizei nicht ausreichend bewacht , deshalb konnten viele Menschen aus der sowjetischen Zone in den westlichen Sektor fliehen. Es gab auch sehr viele Berliner, die im Osten wohnten und im Westen arbeiteten. Der mentale Unterschied zwischen den beiden Teilen Berlins war noch nicht spürbar. Viele Berliner entschlossen sich deswegen für die Flucht.[12] In der Zeit von 1949 bis Ende 1952 sind etwa 675000 Personen aus dem DDR Gebiet geflohen.[13]

Man kann von zwei unterschiedlichen Flüchtlingswellen reden. Die erste Welle war die Folge der Zerstörung des Dritten Reiches. Die Einwohner der östlichen Provinz haben im Jahre 1944 und im Mai 1945 das Gebiet, das im Osten von der Oder und Neiße liegt, verlassen. Die zweite Welle der Flüchtlinge begann im Jahre 1947 und erlangte im Jahre 1949 die stärkste Intensität. Die flüchtigen Deutschen wollten nicht in dem sowjetischen Gebiete, das durch das kommunistische Regime beherrscht war, wohnen. Der Zustrom der Flüchtlinge war nicht immer gleich, manchmal war er stärker. Es hing von der politischen und wirtschaftlichen Situation im Land ab. Die wichtigste für den Westen war die Tatsache, dass die starke, gut qualifizierte und junge Arbeitskraft ankam. Die Wirtschaft im Westen konnte sich deswegen schneller und besser entwickeln.[14]

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands ( SED) übernahm die Macht in der sowjetischen Besatzungszone.[15] „Parallel zu allen Regierungs- und Verwaltungsebenen bestimmte der streng zentralistische SED-Apparat alle Bereiche der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.“[16] Innerhalb kurzer Zeit änderte sich das Leben in der DDR, die politischen und kulturellen Sphären waren immer mehr dem sowjetischen System ähnlich. Stalin, der sowjetische Politiker und Diktator, wurde in der DDR von seinen Anhängern immer stärker verehrt.[17] Die Diktatur der Monopartei versuchte, dass die Einwohner keine eigenen Ideen oder Weltanschauungen haben, sondern nur an sozialistische, “beste” Partei glauben.[18] Das Motto: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“ spielte für viele Menschen in DDR eine große Rolle. Die DDR-Verlage veröffentlichten verschiedene Bücher und Dokumente über die Sowjetunion und Stalin, um das Volk zu überzeugen, welche Vorteile die Zugehörigkeit zur SED-Partei mit sich birgt.[19]

Die Sowjetunion bereitete einen Fünfjahrplan vor, in dem das Hauptgewicht vor allem auf der Schwer- und Rüstungsindustrie lag. In dieser Zeit entwickelte sich in der BRD Wirtschaft und in der DDR verschlechterte sich die ökonomische Situation. Der Beweis dafür ist die Tatsache, dass das monatliche Durchschnittseinkommen im Jahre 1952 in der DDR nur 300 Mark betrug. Der Unterschied zwischen den beiden deutschen Ländern wurde zunehmend dicht gemacht. Die Regierung der DDR beschränkte die Möglichkeiten in das westliche Gebiet zu reisen. Die Grenze zwischen der BRD und der DDR wurde stärker ausgebaut, der Landverkehr wurde gesperrt und die Bahn- und Tramübergänge wurden beschränkt. Die Regierung in der DDR war vor allem von der UdSSR abhängig. Seit dem Jahr 1952 sind wieder sehr viele Menschen (ca. 160 000) aus der sowjetischen Zone geflohen. Im Jahre 1955 sollen 250 000 Flüchtlinge die Grenze überschritten haben. Diese Angaben umfassen nur diese Menschen, die sich in westlichen Flüchtlingslagern angemeldet haben. Das heißt, das die Anzahl der aus der DDR Geflohenen noch größer sein konnte.[20]

Während der II. Parteikonferenz, die im Juli 1952 stattfand, beschloss Walter Ulbricht – der Generalsekretär des Zentralkomitees der SED, dass in der DDR Sozialismus gebaut werden wird.[21] Planmäßig wollten die Regierenden die Kollektivierung der Landwirtschaft durchführen, Privatwirtschaft sollte aufgehoben werden. Die „illegalen Gruppen“ und „Klassenfeinde“ wurden terrorisiert. Als Stalin, der kommunistische Führer, im Jahr 1953 starb, begannen die Vertreter der SED um die Macht zu kämpfen. Die Regierenden gaben zu, dass sie die Fehler der Vergangenheit wiedergutmachen und die Lebensmittelpreise senken wollen. In der Wirklichkeit sah das ganz anders aus. Der gesetzliche Mindestlohn wurde abgebaut, die Lebensverhältnisse verschlimmerten sich. In dieser Zeit wurden die so genannten Lebensmittelkarten an die Bevölkerung ausgegeben, mit denen die Menschen Kleider oder Essen kaufen konnten. Diese Ereignisse zeigten nämlich, dass sich die Situation in der DDR von Tag zu Tag verschlechterte.[22]

Der schlechte Lebensstandard der Bewohner Ost-Berlins und die Unzufriedenheit der Menschen führte dazu, dass es am 17. Juni 1953 zu einer Welle von Streiks und Demonstrationen auf der Straße kam.[23] Die Arbeiter verließen ihre Arbeitsplätze und aus dem ökonomischen Protest entwickelte sich politische Revolte, die sich im ganzen Land ausbreitete. Die Grundforderungen der Demonstranten betrafen vor allem freie Wahlen, den Rücktritt der Regierung und die Befreiung festgenommener Personen.[24] „Die Partei- und Staatsführung erwies sich als ohnmächtig. Es bedurfte der sowjetischen Panzer und der Verhängung des Ausnahmezustandes, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.“[25] Die Anzahl der Opfer ist nicht präzis genannt. Nach den DDR-Angaben sollte es 21 Tote und 187 Verletzte geben. Im Westen sprach man von 260 Verstorbenen.[26]

Die SED wollte die ganze Schuld am Aufstand den Provokateuren aus dem Westen zuschreiben.[27] Für die Vertreter der DDR war es klar, dass die Juniereignisse von den westlichen Regierenden ausgelöst und gesteuert wurden. Eine ganz andere Ansicht hatte die Regierung und die Medien der BRD. Sie waren der Meinung, dass in dem sowjetischen Gebiet eine Art von Volksaufstand gegen die kommunistische Regierung ausgebrochen ist. Für die DDR-Bewohner war der Tag des 17. Juni eine Tragödie, weil sie nichts erreichten, sondern eher verloren haben. Viele Opfer und strenge Strafen führten dazu, dass die Menschen dann für die lange Zeit Angst hatten, gegen kommunistische Macht zu kämpfen.[28]

Solange die SED mit ihrem politischen Apparat existierte, hatten die Menschen in der DDR nur einen Weg, und das war die Übersiedlung.[29]

Eine wichtige Folge der Streiks im Juni 1953 war das rasche Flüchtlingswachstum. Die Grenze zwischen der DDR und BRD wurde zwar stärker bewacht, aber das galt nicht für die Grenze, die Berlin teilte. Nur in einem Monat sind im Jahre 1961 30000 Menschen aus der DDR geflohen. In der Stadt sprach man immer häufiger von der Abdichtung der Grenze zwischen den beiden Teilen Berlins. Die SED wollte natürlich die Abwanderungszahlen aus der DDR senken und die Flucht ihrer Bewohner verhindern.[30] Die schon längst vorbereiteten Pläne von einer Errichtung der Mauer erblickten das erste Mal das Licht der Welt, als Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 während der Pressekonferenz auf die Frage einer Journalistin antwortete: „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es in Westdeutschland Menschen gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht. Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt beschäftigen sich hauptsächlich mit Wohnungsbau, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“[31]

1.2. Mauerbau und die sechziger Jahre

Moskau wollte das Problem der Flüchtlinge schnell lösen. Der Bau der Berliner Mauer fing man am 13. August gegen 2 Uhr an. Die Bewohner Berlins bemerkten, wie die Volkspolizisten und NVA-Soldaten (Nationale Volksarmee) die Straßen zwischen dem westlichen und östlichen Teil Berlins mit Stacheldraht und Barrieren abtrennten. Viel Arbeit hatten auch SED-Betriebskampfgruppen, die die Straßensperren aus Pflastersteinen aufstellten. Gegen 3 Uhr wurden die östlichen Patrouillen an den wichtigsten Orten der Stadt, wie zum Beispiel Unter den Linden oder am Alexanderplatz postiert. Nur einige Menschen konnten sich in dieser Zeit noch durch Flucht retten. Die Bewohner der DDR mussten schon zwar in den fünfziger Jahren nur mit gültiger Erlaubnis in den westlichen Teil Berlins fahren, aber ab 13. August 1961 war das unmöglich. Die Grenze zu Westdeutschland war abgesperrt. In den folgenden Tagen wurden einzelne Bewohner gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und die Geschäfte aufzulösen.[32]

Die Berliner Mauer wurde von den DDR-Propagandisten als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet, der bis zum 9. November 1989 die Familienmitglieder und Freunde voneinander getrennt hat. Es gab sehr viele Menschen, die trotz großer Gefahren, wie Behinderung, Lebensbedrohung oder sogar Tod, zum westlichen Teil hingelangen wollten.[33]

Vor dem Mauerbau arbeiteten ca. 53 000 DDR-Berliner im anderen Teil der Stadt, dort hatten sie auch ihre Freunde, Verwandten oder Familie. Nach der Grenztrennung mussten sie im östlichen Gebiet eine neue Arbeitsstelle suchen. Die letzten Übergänge nach Westberlin wurden schon am 23. August gesperrt.[34]

Die Grenze zwischen Westberlin und Ostberlin zählte 43 km. Die Regierenden befestigten die Grenze nicht nur mit dem Stacheldraht, sondern es gab dort auch Minenfelder und viele Kontrolltürme. Das gleiche galt auch für die Grenze zwischen der DDR und BRD. Diese Sicherung war auch ein Beispiel für die anderen kommunistischen Länder in Europa.

Die Berliner Mauer wurde von der DDR immer mehr verbessert, weil sie am Anfang nicht genug die Flucht verhinderte. Nach ein paar Tagen in der Nacht vom 12/13. August erreichte die Mauer schon die Höhe von 3,60 m, sie wurde aus den Hohlblocksteinen gebaut. Schon nach einem Monat war eine drei Kilometer lange Mauer zu sehen. Damit die Menschen nicht mehr aus der DDR fliehen konnten, sind 245 Bunker entstanden. Sie hatten nicht nur Schießscharten, sondern auch Scheinwerfer, Stromaggregate und Munitionslager. Die Hunde begleiteten in den folgenden Jahren die Wachmänner, damit jeder Flüchtling ergriffen werden konnte.

Es gab ca. 50 000 Grenzschutzangehörige, die ihren Dienst auf den Türmen oder in den Bunkern leisteten. Ihre Ausrüstung bestand aus Maschinengewehren mit scharfer Munition. Außer den Polizeibeamten bewachten die Grenzen auch die Freiwilligen von dem Hilfsdienst, die vor allem in der Nähe von dem Mauergebiet wohnten. Entweder denunzierten sie die Flüchtlingen bei dem Grenzschutz oder sie fingen einfach die Flüchtlinge.[35]

In den sechziger Jahren baute man den Sozialismus weiter. „Die Bevölkerung sollte politisch neutralisiert werden“.[36] Das war nur möglich, wenn sich der Lebensstandard verbesserte. Deshalb wollte die SED-Führung das Wirtschaftssystem reformieren. Auf diese Weise hatten die Bewohner Ostberlins keine andere Möglichkeit als die Anpassung an die sozialistische Ideologie. Die SED hatte die Gelegenheit, neue Befürworter anzuwerben. Nach dem ökonomischen Wachstum hatte die SED die Hoffnung, dass sie einen großen Erfolg auch in der Außen- und Innenpolitik erreicht.[37]

Nach dem 11. Plenum wurden die Reformen im Osten gestoppt und die Wirtschaft wurde von der Politik der Sowjetunion bestimmt. “Die erneute Verhärtung des Kurses und der damit verbundene kulturelle Kahlschlag lähmten das intellektuelle Leben in der DDR. Die SED belegte Künstler, darunter bereits im November 1965 Wolf Biermann, mit Auftrittsverboten und ließ die inkriminierten Filme und Bücher aus dem Verkehr ziehen.“[38] Trotzdem versuchten die Regierenden einige Reformen durchzuführen, wie z.B. Bildungsreformen. Es entwickelte sich eine bestimmte Unterrichtsstruktur, die bis in die 90er Jahre dauerte. Der ausgebildete Mensch sollte ein angepasster Mensch sein. Nach der neuer Verfassung von 1968 sollte überall die Freiheit der Medien, wie Presse, Rundfunk oder Fernsehen, herrschen. Die Wahrheit war aber ganz anders, weil die SED die Normen der Freiheit bestimmte. Am Ende der sechziger Jahre stellten sich neue Schwierigkeiten in der Wirtschaft ein.[39]

1.3. Flucht in den Westen

Im Laufe der Zeit ist die Berliner Mauer 4 Meter hoch geworden.[40] Es war fast unmöglich für die Menschen, die in der DDR lebten, die Grenze zu überqueren. Der östliche Teil der Mauer wurde weiß bemalt, damit die Grenzschutzangehörigen alle Flüchtlinge gut sehen konnten und die Bewohner der DDR an der Flucht gehindert würden. Auf dieser Seite gab es die so genannte Sicherheitszone, die 100 Meter breit war und von der Stadt mit dem Stahlzaun oder mit der zweiten Mauer getrennt wurde. Niemand konnte deshalb nah an die Mauer herantreten, sonst wäre jeder Geflohene erschossen. Die andere, westliche Seite der Mauer sah ganz anders aus. Sie war nämlich bunt bemalt und mit verschiedenen Skizzen der Sprayer (sog. Graffiti) gezeichnet.

Die Regierung hat die Mauer als „das achte Weltwunder“ oder „das Jahrhundert-Denkmal“ bezeichnet. Sie waren stolz darauf, dass die Berliner Mauer zu den besten Grenzsicherungssystemen gehört hat. Im Westen herrschten ganz andere Meinungen und man nannte die Grenze in Berlin als „die Schande-Mauer“.

Trotz der Gefahr, dass man während der Flucht in den Westen sterben konnte, gab es sehr viele mutige Menschen, die die Mauer überschreiten wollten. Die Flucht über die Mauer schien fast unmöglich zu sein, aber sehr vielen Ostberlinern ist es auf verschiedene Art und Weise gelungen. Der Wunsch nach der Freiheit war so groß, dass die Flüchtlinge unterschiedliche und manchmal auch außergewöhnliche Mittel und Wege verwendet haben, um ihr Ziel zu erreichen. Als Beweis gilt hier das Museum „Haus am Checkpoint Charlie“ in Berlin, wo der Gründer - Reiner Hildebrandt die ersten Fluchtversuche dokumentiert hat. Er wohnte an der berühmten damals Bernauer Straße, von wo er beobachten konnte, dass die Ostberliner bereit waren, alles Mögliche zu unternehmen, um in den Westen zu fliehen. Er sah, wie die ganzen Familien aus den Wohnblöcken auf die westliche Seite gesprungen sind. Aufsehen erregend war auch die Flucht von 57 Personen, die die Grenze unter der Mauer überschritten. Der Tunnel wurde in 10 Monaten ausgehoben und war 140 Meter lang. Damit sich die Flüchtlinge in dem Tunnel bewegen konnten, half ihnen ein gebauter Holzweg. Zur Fluchtmethode gehörte auch eine Einkaufstasche, in der sich ein vierjähriger Junge versteckte. Seine Mutter beförderte ihn illegal in den Westen.

Das Auto war auch ein sehr bekanntes Fluchtmittel. Die Ostberliner wurden unter dem Auto festgeschnallt oder im Kofferraum versteckt. Mit einem Kleinwagen, der dem Fiat 500 ähnlich war, konnten sehr viele Personen in den Westen fahren. Die sowjetischen Grenzschutzangehörigen durchsuchten genau alle Autos, die über die Grenze fuhren. Nur die kleine „Isetta“, die ein Wagen für Invaliden war, wurde nicht kontrolliert. Auf diese Weise fuhr Isetta 18 Mal hin und zurück um die Ostberliner zu transportieren. Ein anderes Beispiel der Flucht zeigt, dass die Ostberliner alles machen konnten, um sich auf der westlichen Seite der Mauer zu befinden. Die Rede ist hier von zwei Familien, die mit einem Heißluftballon in den Westen flohen. Das Fluchtmittel wurde zu Hause nach der einfachen Anweisungen hergestellt. Eine andere Familie glitt mit einem Gürtel in den Westen hinunter.[41]

Seit dem 13. August 1961 bis zur Hälfte des Jahres 1981 versuchten 23 000 Ostberliner in den Westen zu fliehen. Bis zum Sommer 1989 stieg die Zahl der Flüchtlinge auf fast 50 000.[42] Sie wurden im Westen auch als Sperrbrecher bezeichnet. Die Zahlenangaben über den Toten an der Berliner Mauer sind sehr unterschiedlich. Nach den neusten Ermittlungsergebnissen des Museums „Haus am Checkpoint Charlie“ sind bei der Berliner Grenze 227 Flüchtlinge ums Leben gekommen. 190 Menschen sollten nach dem Tag des Mauerbaus, d.h. 13. August 1961 getötet worden sein. Insgesamt gibt es 1065 Grenz- und Mauertote.[43]

Sehr viele Flüchtlinge kamen ins Gefängnis. Nach den Angaben des Amnesty International gab es nur im Jahre 1979 in der DDR von 5000 bis 7000 politische Gefangene. Das waren vor allem die Menschen, die in den Westen fliehen wollten.[44] Die Behörden der BRD wollten die Gefangenen kaufen. Sie bezahlten deshalb sehr viel Geld für jeden Festgenommenen. Geldbetrag hing von dem Alter oder der Ausbildung ab und betrug zwischen 20 000 bis 60 000 Deutsche Mark. Die Kommunisten der DDR gingen auf diesen Vorschlag ein und verkauften sehr gern die Menschen aus ihren Gefängnissen. Es gab auch sehr viele Menschen, die in der Tatsache ins Gefängnis gehen wollten. Das war eine „billigere“ Möglichkeit, in den Westen zu kommen.

Obwohl manche Menschen die Berliner Mauer überquerten, wurde das Ziel der Mauer verwirklicht und der Flüchtlingsstrom wurde bis zu einem gewissen Maße angehalten.[45]

1.4. Die siebziger Jahre in Berlin

Am Anfang der siebziger Jahre verbesserten sich die Verhältnisse zwischen den Regierenden in der DDR und der BRD. Die Berliner Mauer stand aber ganz fest und bildete die Grenze zwischen den beiden Teilen der Stadt. Immer noch war die Reise in den Westen unmöglich und illegal. Nur die Rentner konnten ohne große Schwierigkeiten in die BRD fahren, weil sie während der Aufenthalte im Westen keine Altersbezüge von der DDR bekamen. Das war also für Ostdeutschland ein gutes Geschäft. Die Regierenden der DDR hatten aber die Absicht die Mauer noch zu verbessern, damit der Flüchtlingsstrom gestoppt wird. Die Behörden wollten sogar 42 Millionen Mark für dieses Ziel bestimmen. Diese Pläne wurden aber nicht mehr verwirklicht.[46]

Im Jahre 1971 schloss die DDR mit der Bundesrepublik Deutschland das Viermächteabkommen über Berlin, um den Transitverkehr zu erleichtern. In demselben Jahr wurde das Transitabkommen zur Ausführung der Bestimmungen des Berlinabkommens unterzeichnet. Ein Jahr später trat der Grundlagenvertrag in Kraft, der die Souveränität und die Grenzen der DDR anerkannte. Die Folge davon war, dass die DDR von den meisten Staaten der Welt diplomatisch anerkannt wurde und 1973 zusammen mit der BRD in die UNO aufgenommen wurde. Trotz dieser guten Verhältnisse zwischen den beiden Staaten wollte sich die DDR von der BRD isolieren. Sie verstärkte die Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze. Der Begriff „deutsche Nation“ wurde von der Verfassung beseitigt.[47]

Im Laufe der Zeit gewöhnten sich die Menschen an die Mauergrenze. „Die Mauer, die Teilung der Stadt gehörte zum Alltag, so beschwerlich und absurd ihre Auswirkungen diesen Alltag mitunter auch machten. Hatte man sich in West-Berlin damit abgefunden, in einer eingemauerten Halbstadt zu leben, so galt dies ebenso für viele Menschen im Ostteil der Stadt.“[48]

Am 3. Mai 1971 endete die Ära Ulbricht und Erich Honecker wurde zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees der SED durch Wahl bestimmt.[49] Als erste Aufgabe für die SED wollte Honecker den materiellen und kulturellen Lebensstandard des Volkes verbessern. Laut der neuen Sozial- und Wirtschaftspolitik sollten sowohl die kranken und alten Menschen, als auch die Schwachen beachtet werden. Ein weiterer Schwerpunkt von Honeckers Politik war das Wohnungsbauprogramm und kostenlose medizinische Versorgung. Um das alles zu erreichen, musste die Regierung Kredite von den westlichen Banken aufnehmen. Ihre Strategie hatte aber viele Schattenseiten. Ihr innenpolitisches Ziel war wie vorher die sozialistische Gesellschaft nach marxistisch-leninistischen Prinzipien zu bauen. Im Jahre 1973 konnten die Ostberliner schon legal die TV-Sendungen sehen sowie das Radio von der Bundesrepublik Deutschland hören. Sie wurden aber vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR stark kontrolliert.[50]

Die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Deutschen Demokratischen Republik verbesserten sich während der Periode Honeckers. Das sowjetische System sollte weiterhin als Vorbild für die Ostberliner gelten.[51]

Im Oktober 1976 wurde das Lebensniveau in der DDR wirklich verbessert. Die Mindestlöhne wurden erhöht, die Arbeitszeit wurde verkürzt, aber in der Mitte der siebziger Jahre steckte die DDR in einer Ölkrise. Die Krise war auch mit dem Wolf Biermann verbunden. Während seiner Konzerte in der BRD kritisierte er die Politik der DDR und deshalb wurde er ausgebürgert. Nach diesem Ereignis gab es sehr viele Proteste der Künstler und Dissidenten gegen Biermanns Ausbürgerung, die um eine Meinungsfreiheit in der DDR kämpften.[52] „Die Biermann-Ausbürgerung war weit mehr als nur ein neuerlicher kulturpolitischer Klimawechsel, von denen es in der DDR-Geschichte mehrere gab. Sie markierte einen Einschnitt, in dessen Folge große Teile der kritischen DDR-Intelligenz resignierten.“[53]

[...]


[1] Helmut Kohl, Zur Lage der Nation im geteilten Deutschland. Bericht der Bundesregierung abgegeben von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl vor dem Deutschen Bundestag am 23. Juni 1983. Bonn 1983, S. 15.

[2] Ulrich Mählert, Kleine Geschichte der DDR. München 2001, S. 15.

[3] Vgl. ebd., S. 18.

[4] Vgl. Agnieszka Centkowska, Mur berliński, od podziału do jedności Niemiec. Toruń 2005, S. 5.

[5] Wolfgang Ribbe, Jürgen Schmädeke, Kleine Berlin Geschichte. Berlin 1994, S. 200.

[6] Vgl. Ribbe, Schmädeke, Kleine Berlin Geschichte, a.a.O., S. 200.

[7] Mählert, Kleine Geschichte, a.a.O., S. 11.

[8] Vgl. ebd., S.12.

[9] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 7.

[10] Vgl. Helmut M. Müller, Deutsche Geschichte in Schlaglichtern. Leipzig. Mannheim 2002, S. 330.

[11] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 7.

[12] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 7.

[13] Ribbe, Schmädeke, Kleine Berlin Geschichte, a. a. O., S. 210.

[14] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 8.

[15] Vgl. ebd., S. 9.

[16] Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 56.

[17] Vgl. ebd., S. 58f.

[18] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 9f.

[19] Vgl. Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 59.

[20] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S.10f.

[21] Vgl. Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 62.

[22] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 11.

[23] Ribbe, Schmädeke, Kleine Berlin Geschichte, a. a. O., S. 208.

[24] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 12.

[25] Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 75.

[26] Wolfgang Ribbe, Jürgen Schmädeke, Kleine Berlin Geschichte, a. a. O., S. 208.

[27] Vgl. Ulrich Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 76.

[28] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 16.

[29] Vgl. Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 69.

[30] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 16.

[31] Ulrich Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S.96.

[32] Vgl. ebd., S.98f.

[33] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 18.

[34] Vgl. Thomas Flemming, Hagen Koch, Die Berliner Mauer, Geschichte eines politischen Bauwerks. Berlin 2001, S. 38f.

[35] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 19f.

[36] Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S.103.

[37] Hermann Weber, Die DDR 1945-1990, München 2000, S. 60f.

[38] Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 108.

[39] Vgl. ebd. a. a. O., S.109f.

[40] Vgl. „Die Zeit“, 17.XI.1989, auch „Forum“, 24.-31.XII.1989.

[41] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 22f.

[42] Vgl. ebd., S. 23.

[43] Vgl. http://www.berlinermaueronline.de/geschichte/mauertote.htm , Zugriff am 26.02.2010.

[44] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 23.

[45] Vgl. ebd., S. 23.

[46] Vgl. Centkowska, Mur berliński, a. a. O., S. 24.

[47] Vgl. Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 123f.

[48] Flemming, Koch, Die Berliner Mauer, a. a. O., S. 100.

[49] Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 115.

[50] Vgl. ebd., S. 118f.

[51] Vgl. Mählert, Kleine Geschichte, a. a. O., S. 121.

[52] Vgl. ebd,. a. a. O., S. 129.

[53] Ebd., a. a. O., S. 130.

Details

Seiten
33
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656763680
ISBN (Buch)
9783656763734
Dateigröße
743 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277484
Institution / Hochschule
Uniwersytet Marii Curie-Skłodowskiej w Lublinie
Note
1,0
Schlagworte
literatur schatten berliner mauer

Autor

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Titel: Literatur der DDR und BRD im Schatten der Berliner Mauer