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50-Fragen-Spiel - Stundenentwurf

Unterrichtsentwurf 1999 8 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Teilziele der Unterrichtsstunde

Motorische Lernziele und Lerninhalte:

- Eine Verbesserung der Grundlagenausdauer soll durch den ständigen Suchlauf der Gruppen zur Lösungszettelfindung erreicht werden. - Eine Verbesserung der Grundschnelligkeit soll durch gezielt zu lösende Aufgaben mit dem Schwerpunkt Sprints durchzuführen erreicht werden (desgleichen auch Aus- dauerschulung durch entsprechende Aufgaben). - Eine Kräftigung der Schulter- und Rumpfmuskulatur soll durch gezielt zu lösende Aufgaben aus den Bereichen des Kletterns und der Akrobatik erreicht werden.

Kognitive Lernziele und Lerninhalte:

- Die zu lösenden Aufgaben fordern und fördern die Schüler in den Bereichen Kreativi- tät, Geschicklichkeit, Teamfähigkeit. Die Schüler sollen erkennen, dass zum Lösen verschiedener Aufgaben die gesamte Gruppe gegenüber dem Einzelspieler deutliche Vorteile hat. - Durch den variabel gestalteten Inhalt der zu lösenden Aufgabenkarten soll ein fä- cherübergreifender Effekt erzielt werden. Besonders im Bereich der Biologie soll dies erreicht werden. - Durch das Bearbeiten von Wissensfragen verschiedener Bereiche soll eine Verbesse- rung des schulinternen- und des Allgemeinwissens stattfinden. - Durch die relativ freie Gruppenfindungssituation (vgl. Fußnote 1) sind die Schüler gezwungen miteinander zu kommunizieren und evtl. Hemmungen abzubauen. Des weiteren ist die Akzeptanz der jeweiligen Teamzusammensetzungen bzw. Einzelspie- ler deutlich höher als bei einer Einteilung der Teams durch den Lehrenden. - Die Schüler sollen das in vorhergehenden Stunden erarbeitete Messen des Radia- lispulses üben. - Die Schüler sollen erarbeitete Aufwärmübungen wiederholen und festigen.

Sozial-affektive Lernziele und soziale Lerninhalte:

- Die Schüler sollen Teamarbeit praktizieren, das Gruppen- bzw. Mannschaftsgefühl wird verbessert. - Im spielerisch motivierenden Rahmen sollen die Schüler eine hohe Leistungsbereit- schaft entwickeln. - Um einen reibungslosen Spielablauf zu gewährleisten halten die Schüler bestimmte Organisationsformen ein. - Leistungen werden für das Team erbracht und vom Spielleiter honoriert. - Das soziale Verhalten der Schüler wird gefördert, indem sie lernen, sich aufeinander einzustellen und miteinander zu spielen. Das Lösen einiger Aufgaben, sowie die Prä- sentation der Lösungen sind nur im Team möglich. - Eine Akzeptanz der eigenen und der Leistungen der anderen Schüler wird erreicht durch eine Abschließende Würdigung der Schülerleistungen erreicht.- Der Einsatz von Schülern als kontrollierende Instanz (Schiedsrichter) fördert das Verantwortungsbewusstsein und die Akzeptanz der Schüler in ihrer Lerngruppe.

Bedingungsfeld

a) Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen

Die Klasse 7c wird von mir seit Dienstbeginn an der o.a. Schule mit 3 Stunden pro Wo- che unterrichtet. Montags steht als Unterrichtszeit eine Schulstunde (6. Stunde) undFreitags eine Doppelstunde (1. und 2. Stunde) zur Verfügung. Die Klasse besteht aus 17 Jungen und 10 Mädchen. In der Praxis erweist sich die Klasse als sehr lebhaft undengagiert, insbesondere auch bei Spielformen, die nicht dem klassischen Bild der jewei- ligen Sportart entsprechen. Ohne Probleme können z.B. alle klassischen Sportspiele, jenach Zielsetzung, abgewandelt und gut durchgeführt werden. Die Schüler zeigen sichals faire Sportler und weisen ein homogenes Klassengefüge auf. In Bezugnahme aufdas heutige Stundenthema erwarte ich deshalb keine Probleme in der Akzeptanz desSpiels von Schülerseite.

Auffällige Schüler in dieser Klasse:

Bastian (sehr lebhaft, emotional, ehrgeizig, lautstark) ist ein Schüler, der in sehr grober Art und Weise versucht seine Sicht der Dinge kund zu tun. Er fällt desöfteren durch das Stören der Unterrichtsgespräche auf, wird dann jedoch häufig ohne Aktivität der Lehrperson durch die gesamte Klasse zur Ruhe ermahnt.

Dominik (übergewichtig, wenig sportlich, aggressiv gegenüber Schwächeren, einsichtig)ist ein Schüler, der vor allem bei altersgerechten Belastungen schnell aufgibt und danndurch unmotivierendes Verhalten auffällt. Des weiteren tritt er desöfteren durch nichtnur verbal aggressiv ausgeführte Auseinandersetzungen mit seinen Mitschülern in denVordergrund. Er ist häufig in handfeste Auseinandersetzungen verwickelt, zeigt sichdann aber im Gespräch deutlich einsichtig. Dominik wechselt zu Beginn des neuenSchuljahres auf die Hauptschule.

Christian (wenig sportlich, schmächtig, schüchtern) ist ein Außenseiter und wird in derKlasse deutlich als solcher behandelt. Durch sein mangelndes Selbstbewusstsein unddas immer wieder an den Tag gelegte fehlende motorische Geschick ist es ihm nichtmöglich aus dieser Rolle auszubrechen. Vor allem die Schüler Dominik und Bastian, ge- meinsam mit den Mädchen der Klasse sind oft mit viel Freude dabei Christian zu ver- deutlichen, daß sie in jeglicher (sportlicher) Hinsicht stärker und besser sind.

In der Gesamtheit vermittelt die Klasse jedoch einen sehr geschlossenen, gemeinschaftlichen Eindruck. Die heutige Stunde wurde außerhalb einer Unterrichtsreihe geplant und soll als Abschlussstunde dienen. Es ist die letzte Doppelstunde Sport vor den Sommerferien und zugleich meine Abschlussstunde in dieser Klasse, da meine Dienstzeit an der o.a. Schule zum 24.06.1998 endet.

Die Doppelstunde wird in einem Hallendrittel der Hauptschule +++ durchgeführt. DieSchüler werden von mir an der Sporthalle der Realschule abgeholt und anschließend ineinem ca. 3 minütigem Fußmarsch zur Sporthalle der Hauptschule geführt. Die Schüler und Schülerinnen sind hier häufig durch den Lärm anderer Klassen abgelenkt und unkonzentrierter als in der Realschulhalle.

Die Ausstattung der Sporthalle entspricht dem normalen Ausstattungstand von Schulsporthallen.

Das für diese Doppelstunde gewählte Spiel verlangt vom Unterrichtenden etwas Vorbereitungszeit, um die Aufgabenzettel in der Halle aufzuhängen. Aus diesem Grund ist es ratsam etwa 20 Minuten vor der eigentlichen Unterrichtszeit in der Halle alle nötigen Vorbereitungen (Aufgabenzettel aufhängen, Spielgeräte aufstellen) zu treffen.

b) Sachstruktureller Entwicklungsstand

Die Schüler dieser Lerngruppen haben das von mir geplante Spiel in dieser Form nochnicht kennengelernt. Aufgrund meiner Erfahrungen (vgl. Teil a) gehe ich nicht davonaus, dass die Schüler mit dem Verständnis und der Akzeptanz der heutigen Inhalte inKonflikt geraten.

Aufgrund des speziellen Zeitpunktes der Stunde und der geschilderten Problem inner- halb des Klassengefüges habe ich mich entschlossen einen Inhalt zu wählen, der be- sonders die Bereiche Teamfähigkeit, Kompromissfähigkeit und Toleranz in dieser Klassefördert.

Methodisch-didaktische Schlüsselentscheidungen

Aufgrund der starken Lebhaftigkeit der Klasse erscheint es sinnvoll den Spielablauf, ins- besondere bzgl. der Präsentation der Gruppenergebnisse bzw. Aufgabenlösungen mitanschließendem Würfeln, sehr genau zu erklären. Vor Spielbeginn muss deshalb einZeitraum von ca. 10 Minuten zur Erläuterung der Spielregeln eingeplant werden. Be- sonders der Hinweis darauf, alle Zettel an ihrem jeweiligen Platz hängen zu lassen isthier sehr wichtig.

Um den beschriebenen Sozialzielen gerecht zu werden, genügt es nicht nur die Schülerin Teams zusammenzustellen. Ergänzend werden Schüler, nach Absprache, alsSchiedsrichter eingeteilt. Diese haben die Aufgabe eine Beurteilung der von ihren Mit- schülern erbrachten Leistungen vorzunehmen. So kann gewährleistet werden, dassauch die nicht "aktiv" am Unterricht teilnehmenden Schüler und Schülerinnen einen Teilder Lernziele erreichen.

Des weiteren werden die Schüler ihre Lösungen immer gemeinsam präsentieren. Es ist nicht möglich einzelne Schüler bei der Ergebnisfindung und Lösungspräsentation zu übergehen. Auch das Erwürfeln der nächsten Aufgabe soll im Wechsel von jedem Mitglied eines Teams erfolgen.

Die gute sportliche Motivation der Klasse bietet eine ideale Grundlage für das funktionieren des Spiels. Die Aufgaben wurden so ausgewählt, dass auch die nichtsportlichen Schüler einmal im Sportunterricht in den Vordergrund treten können (z.B. im Bereich Allgemeinwissen oder schulinternes Wissen).

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Details

Seiten
8
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638296540
ISBN (Buch)
9783656897903
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27664
Note
1.0
Schlagworte
Stundenentwurf Studienseminar Arnsberg sportspiel alternativer sportunterricht unterrichtsentwurf sportunterricht fragenspiel laufspiel 50-fragenspiel

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Titel: 50-Fragen-Spiel - Stundenentwurf