Lade Inhalt...

Der Hipster als Individualist in der heutigen Konsumkultur

Hausarbeit 2013 10 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhalt

1. Inhalt und Problemstellung

2. Konsumverhalten in der heutigen Gesellschaft
2.1 Konsum zur Bedürfnisbefriedigung des Menschen
2.2 Der postmoderne Konsument und sein Bestreben nach Individualität

3. Der Hipster als „rebellischer Verbraucher“
3.1 Entstehung und Erkennungsmerkmale
3.2 Die Negation der Gemeinschaft

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Quellen

1. Inhalt und Problemstellung

Der Begriff des Hipsters ist zurzeit in aller Munde, insbesondere in Großstädten wie Berlin ist er nicht mehr zu übersehen. Jeder hat bereits von ihm gehört, doch keiner kann den Hipster wirklich trennscharf einordnen, da sich niemand offiziell dazu bekennen will, dem „Hipstertum“ anzugehören. Bei dem Versuch ihn zu beschreiben, fallen in Berlin Begriffe wie Nerd-Brille, Mate, Schnurrbart und Jutebeutel. Doch der Style des Hipsters verändert sich ständig. Wie kann man ihn also weitreichender und distinktiver beschreiben als mit ein paar Erkennungsmerkmalen? Wie ist er entstanden und in welchem Umfeld lebt er? Und wenn er nun so hip und cool ist, warum will sich dann niemand dazu bekennen, ein Hipster zu sein?

Ich habe den Hipster als Ausgangspunkt für diese Arbeit gewählt, da er ein aktuelles Phänomen widerspiegelt und gleichzeitig ein sehr gutes Beispiel - wenn nicht sogar den Vorreiter - für den postmodernen Konsumenten darstellt.

Wir leben heute in einer Gesellschaft des Massenkonsums. Aufgrund des allgemeinen Wohlstands, der billigen Produktion und der Vernetzung durch das Internet hat jeder in der westlichen Welt einfachen Zugang zu schöner Kleidung, Markenprodukten und modernen Gütern. Diese riesige Auswahl an Waren führt dazu, dass der Konsument von heute seine Identität, sein Selbstbild und seinen Life-Style durch gezielten Konsum ausbildet.

Doch wenn coole Kleidung als preiswerte Massenware in jedem Schaufenster hängt, was hat Konsum dann noch mit Authenzität zu tun? Wie soll man auf dieser Basis eine individuelle Identität kreieren?

Die Antwort auf diese Fragen gibt der Hipster durch sein Verhalten und seine ganz spezielle Einstellung zum Konsum. In dieser Hausarbeit soll analysiert werden, wie der Hipster durch seine Konsumentscheidungen Individualität und Coolness kreiert, Kontakt und Verbindungen zu anderen herstellt, wie er es also schafft, zum „rebellischen Verbraucher“ zu werden.

2. Konsumverhalten in der heutigen Gesellschaft

Unsere moderne Gesellschaft wird als Konsumgesellschaft bezeichnet, weil der Ge- und Verbrauch von Gütern nicht mehr allein dem Überleben dient, sondern weit darüber hinausgeht. Da in unserer Gesellschaft ein relativer Wohlstand herrscht, sind die Grundbedürfnisse der Bürger bis in die unteren Gesellschaftsschichten bereits befriedigt (Wasser, Nahrung, warme Unterkunft). Wie Rolf Haubl (2009, S. 3) es formuliert: „Die Notwendigkeit physischer Existenzsicherung wird von der Notwendigkeit sozial-distinktiver Existenzsicherung abgelöst.“ Alle Güter, die darüber hinaus gehend konsumiert werden, dienen individuellen Bedürfnissen.

Einen wichtigen Teil der entwickelten Konsumgesellschaft stellt die Massenproduktion dar, die dazu führt, dass wir vor einer scheinbar unendlichen Auswahl an Gütern stehen. Man geht hierbei davon aus, dass die Konsumenten sich nicht dauerhaft an ein Produkt binden. Stattdessen werden insbesondere durch gezieltes Marketing immer neue Bedürfnisse bei den Kunden produziert, um ihre Aufmerksamkeit auf neue Produkte zu lenken. Der Mensch strebt nach Glück und ist daher sehr anfällig für diese Versprechen der Werbeindustrie. In der Hoffnung diesem Glück ein Stückchen näher zu kommen, glaubt der Mensch gerne, was die Werbung ihm verspricht (vgl. Haubl, 2009, S. 3-4).

2.1 Konsum zur Bedürfnisbefriedigung des Menschen

Die Bedürfnisse des Menschen legen also den Grundstein für seine Kaufentscheidungen. Das Ziel des Menschen ist es, seine Bedürfnisse zu befriedigen und dies soll durch den Konsum geschehen. Obwohl die Bedürfnisse von Mensch zu Mensch variieren, versuchen Forscher diese zu verallgemeinern, sodass die Werbebranche von außen Einfluss auf sie ausüben kann. Der Psychologe Abraham Maslow unterteilt die Bedürfnisse in folgende Kategorien: Sind die Grund- und Sicherheitsbedürfnisse erst einmal gedeckt, strebt der Mensch nach der Befriedigung seiner sozialen Bedürfnissen wie Liebe, Freundschaft und Akzeptanz; darauf folgen die individuellen Bedürfnisse wie Status und Anerkennung und das am höchsten gestellte Bedürfnis ist das nach Selbstverwirklichung. Es besteht also eine Hierarchie der Bedürfnisse: Ist ein Bedürfnis befriedigt, widmet sich der Mensch der nächst höheren Stufe der Bedürfnispyramide (vgl. Solomon, 2013, S. 144). Dieser Prozess endet erst dann, wenn sich ein Mensch mit dem zufrieden gibt, was er hat, anstatt kontinuierlich nach Glück zu streben. Der Unterschied besteht darin, dass Glück einen emotionalen Höhepunkt darstellt, welcher aber meist nur von kurzer Dauer ist, wohingegen Zufriedenheit eher einen Zustand beschreibt, bei dem man sich dauerhaft mit dem zufrieden gibt, was man hat (vgl. Haubl, 2009, S. 4). Ein Zufriedensein des Menschen würde somit implizieren, dass er keine Produkte mehr kaufen müsste, um ein Glücksgefühl herbeizuführen. Daher versuchen die Unternehmen im Kapitalismus diesen Zustand bestmöglich zu verhindern, indem sie z.B. durch Werbung immer neue Bedürfnisse kreieren.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656697657
ISBN (Buch)
9783656699422
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276585
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
Schlagworte
hipster individualist konsumkultur

Autor

Zurück

Titel: Der Hipster als Individualist in der heutigen Konsumkultur