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Religion - Eine Illusion! Sigmund Freud und seine Religionskritik

Facharbeit (Schule) 2013 15 Seiten

Psychologie - Religionspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bergriff „Religion“

3. Sigmund Freud und seine Religionskritik
3.1. Die Theorien
3.1.1 Die ontogenetische Erklärung
3.1.2 Die phylogenetische Erklärung
3.2 Sigmund Freuds Kritik an der Religion
3.2.1 Die Analogie zur Zwangsneurose

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Seminararbeit erforscht die Religionskritik von Sigmund Freud in ihren Bestandteilen. Dieses Thema hat mich von vornherein interessiert, da mich die Psychoanalyse von Freud in ihren Bann gezogen hat. Ich habe mir in diesem Zusammenhang z.B. folgende Fragen gestellt: Wie kann man von der Psychologie auf die Religion schließen?, Wie kann mit der Methode der Psychoanalyse die Religion erklären?, Was kritisiert Freud an der Religion?

Daraus ergeben sich die beiden Haupt-Fragestellungen meiner Arbeit:

1. Wie erklärt Freud das Entstehen von Religion?
2. Was kritisiert er an der Religion?

Ziel der Arbeit ist es, die Religionskritik von Sigmund Freud darzustellen und die Kritikpunkte von Freud an der Religion auf zu zeigen.

Dabei gehe ich im weiteren Verlauf auf den Begriff „Religion“ aus der Sicht der Wissenschaft und eines amerikanischen Religionspsychologen ein.

Im Hauptteil widmet sich die Arbeit ganz Sigmund Freuds Kritik. Dabei stelle ich als erstes zwei Theorien dar, die das Entstehen von Religion erklären sollen. Danach gehe ich auf wesentliche Kritikpunkte Sigmund Freuds an der Religion ein, wobei mein Schwerpunkt auf der von Freud gesehenen Analogie zwischen Religion und Zwangsneurose liegt.

Im anschließenden Fazit, dass das Ende meiner Arbeit darstellt, zeige ich die wesentlichen Kritikpunkte und Aussagen noch einmal auf und nehme dazu Stellung.

2. Der Begriff „Religion“

Das 19. Jahrhundert brachte eine Vielzahl an Definitionsversuchen für den Begriff „Religion“ hervor.

Der amerikanische Religionspsychologe J. H. Leuba referierte bereits im Jahre 1912 achtundvierzig Definitionen, die er - wie zu erwarten - allesamt für ungenügend erklärte und durch eine eigene korrigierte.

„Religion“ ist für uns zunächst einmal ein umgangssprachlicher Begriff für das, was wir als Religion erfahren“ (Stolz 1988, S.10).

Laut Leuba findet man bereits in der griechischen Antike vereinzelt Ausdrücke, die das bezeichnen, was nach unserem Verständnis Religion ausdrückt:

1. Eusebia beispielsweise meint Ehrfurcht, die vor allem gegenüber, aber nicht ausschließlich, den Göttern galt. Sie zeigt eine bewahrende Haltung gegenüber den geltenden Werten und Bräuchen auf. Eusebia kann aber auch als ein Gewissen auslegt werden, das durch religiöse Werte geprägt geworden ist.
2. „Threskeika bezeichnet den heiligen Dienst, ein religiöses Gebot in einer konkreten Angelegenheit“ ( Stolz 1988, S.10).
3. Sebos beschreibt die, gegenüber den Göttern und ehrfürchtigen Menschen gezeigte Scheu und ehrfurchtsvolle Zurückhaltung, wobei ein Moment des Staunens und der Bewunderung dabei ist (vgl. Stolz 1988, S.10).

Doch nicht nur im Griechischen findet man Ausdrücke, die das beschreiben, was unter dem Begriff „Religion“ verstanden wird.

Die lateinischen Ausdrücke religio und relegere (leitet sich aus dem Wort religio ab) kann man auf die Bedeutung des Begriffs Religion zurückführen.

Religio bedeutet gewissenhaft und Sorgfalt, relegere bedenken, achtgeben.

Man erkennt hier Parallelen zu den bereits erwähnten griechischen Begriffen Eusebia und Sebos.

In der Wissenschaft versucht man durch zwei Definitionsansätze den Begriff „Religion“ zu definieren:

1.Substantialische Definition

Bei dieser Definition versucht man den Begriff „Religion“ durch das Wesen der Religion zu definieren und versucht gleichzeitig wesentliche Merkmale der Religion zu charakterisieren.

Diese Definition greift den Begriff als etwas auf, welches sich auf das Heilige, das Transzendente, das Absolute, das Numinose oder das Allumfassende bezieht.

2. Funktionalische Definition

Hierbei versucht man die Religion in ihrer Bedeutung für das Individuum und die Gesellschaft zu definieren.

Ein Vertreter der funktionalischen Definition ist Clifford Geertz. Seine Definition von Religion lautet:

„Eine Religion ist ein Symbolsystem, das darauf zielt starke, umfassende und dauerhafte Stimmungen und Motivationen in den Menschen zu schaffen, indem sie Vorstellungen einer allgemeinen Seinsordnung formuliert und diese Vorstellungen mit einer solchen Aura von Faktizität umgibt, dass die Stimmungen und Motivationen völlig der Wirklichkeit zu entsprechen scheinen“ (Geertz 1983).

Es ist sehr schwierig eine eindeutige Definition von Religion zu verfassen. Die Bedeutung dieses Begriffs ist für jedes Individuum anders. Im Allgemeinen kann man durch die oben aufgezeigten Punkte sagen, dass die Religion eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene umfasst, die das menschliche Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen beeinflussen und normative Wertvorstellungen prägen.

3. Sigmund Freud und seine Religionskritik

3.1 Die Theorien

Sigmund Freud ist der Meinung, dass Religion aus dem Bedürfnis, die menschliche Hilflosigkeit erträglich zu machen, geboren wurde. Doch wo kommt diese menschliche Hilflosigkeit her? Seine Grund- These zur Religion ist:

Die Grundlage der Religion ist die Vatersehnsucht!

Aus dieser These leitet er 2 Theorien ab, die sowohl die Entstehung der Religion als auch die Entstehung der Hilflosigkeit erklären sollen:

3.1.1 Die ontogenetische Erklärung

Die ontogenetische Erklärung geht davon aus, dass die Religion aus der Illusion und der Hilflosigkeit der Kindheit entsteht. Freud meint, dass die Gottesgläubigkeit in Zusammenhang mit einem Eltern-bzw. Vaterkomplex steht.

Dazu schreibt Freud: „Wir wissen, schon der schreckende Eindruck der kindlichen Hilflosigkeit hat das Bedürfnis nach Schutz - Schutz durch Liebe - erweckt, dem der Vater abgeholfen hat.“...“Der Vater hat das schwache, hilflose, allen in der Außenwelt lauernden Gefahren ausgesetzte Kind beschützt und bewacht; in seiner Obhut hat es sich sicher gefühlt. Selbst erwachsen geworden, weiß sich der Mensch zwar im Besitz größerer Kräfte, aber auch seine Einsicht in die Gefahren des Lebens hat zugenommen, und er schließt mit Recht, dass er im Grunde noch ebenso hilflos und ungeschützt geblieben ist wie in der Kindheit, dass er der Welt gegenüber noch immer ein Kind ist. Er mag also auch jetzt nicht auf den Schutz verzichten, den er als Kind genossen hat. Längst hat er aber auch erkannt, dass sein Vater ein in seiner Macht eng beschränktes, nicht mit allen Vorzügen ausgestattetes Wesen ist. Darum greift er auf das Erinnerungsbild des von ihm so überschätzten Vaters in der Kindheit zurück, erhebt es zur Gottheit und rückt es in die Gegenwart und in die Realität“ (Freud 1893-1939, S.175 ff.)

Der Mensch ist voll von Konflikten aus der Kindheit, die er nie überwunden hat. Durch die infantile Hilflosigkeit und die Suche nach Schutz kann sich die Religion voll und ganz entfalten. Die Vaterfigur wird zu Gottesfigur. Da Gott ein Einzelner ist, kann somit die Beziehung und die Innigkeit der Vaterbeziehung in der Beziehung zu Gott wieder gespiegelt werden. Gott wird zu einem übermächtigen ÜBER-ICH.

Somit steckt hinter jeder väterlichen Gestalt auch eine Gottesgestalt. Daher geht Freud davon aus, dass vor allem Jugendliche ihren religiösen Glauben verlieren, sobald die Autorität des Vaters zusammenbricht.

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Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656694816
ISBN (Buch)
9783656698128
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276515
Note
12
Schlagworte
Siegmund Freud Religionspsychologie Religionskritik Tiefenpsychologie Religion
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Titel: Religion -  Eine Illusion! Sigmund Freud und seine Religionskritik