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Einsamkeit und Viktimisierung in der Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 24 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen - Eine Begriffsbestimmung
2.1 Zwei Dimensionen von Einsamkeit
2.2 Entwicklung und Einflussfaktoren auf das Einsamkeitsempfinden

3 Einsamkeit und Viktimisierung
3.1 Merkmale einsamer und viktimisierter Schüler/innen
3.2 Der negative Kreislauf von Einsamkeit und Viktimisierung
3.3 Folgen von Isolation und Viktimisierung

4 Integration und Isolation im Klassenverband
4.1 Gruppendynamik und psychosoziale Funktion des Klassenverbandes
4.2 Anerkennung und Beliebtheit in der Schulklasse
4.3 Der Einfluss des Klassenklimas insgesamt

5 Maßnahmen zur Prävention von Einsamkeit und Viktimisierung
5.1 Training sozialer Kompetenzen
5.2 Anti-Bullying Programme
5.3 Mitwirkung der Eltern

6 Schlussbemerkungen

7 Bibliographie

1 Einleitung

Laut Petillon (2010) wird dem „Beziehungsgeschehen zwischen Gleichaltrigen [] für die Qualität des Lernens eine herausragende Rolle zuerkannt“ (S. 794). Dies ist beispielsweise daran erkennbar, dass „in curricularen Überlegungen [] die Vermittlung von sozialen Schlüsselqualifikationen (z.B. Teamfähigkeit)“ betont wird (ebd.). Die „Ausgestaltung einer positiven atmosphärischen Grundstimmung“ in einer Schulklasse und der Schule insgesamt hat einen großen Einfluss auf den Grad der Schul- und Lernfreude und der schulischen Leistungsentwicklung von Kindern und Jugendlichen (vgl. Maschke & Stecher 2010, S. 89). Umso erschreckender sind die Ergebnisse verschiedener Studien, die zeigen, dass zwischen 10 und 15% der Schüler/innen mit dem Sozialklima in ihrer Klasse bzw. Schule nicht zufrieden sind und unter Einsamkeit und Viktimisierung leiden

So belegt eine Studie von Asher, Hymel & Renshaw (1984) durch einen Selbsteinschätzungsbogen von 506 Schüler/innen aus 20 Klassen zweier Schulen im mittleren Westen der USA, dass über 10% der Befragten in der Schule sozial unzufrieden sind und Gefühle von Einsamkeit hegen (S. 1458, 1463). Ähnliches zeigt eine jüngere Untersuchung von Gasteiger Klipcera & Klipcera (2003), bei der die Selbsteinschätzungen von 1200 Schüler/innen der 6. und 8. Jahrgangsstufe zweier österreichischer Schulen ausgewertet wurden. In dem Selbsteinschätzungsbogen sollten die Schüler/innen angeben, wie sie die vorhandene bzw. fehlende Akzeptanz der Mitschüler/innen, die Anzahl bzw. den Mangel an Freunden sowie den Umfang der Unterstützung durch das Elternhaus beurteilten. Die Ergebnisse der zweijährigen Längsschnittstudie ergaben, dass sich etwa 15% der 11-13-Jährigen selbst als einsam bezeichneten und dass sie sich von Mitschüler/innen weniger akzeptiert fühlten, weniger Freunde hatten und die Unterstützung durch die Eltern als geringer einschätzten als ihre Mitschüler/innen. Weiterhin wurde deutlich, dass einsame Schüler/innen durch ein geringes prosoziales Verhalten auffallen und häufiger Opfer von Aggressionen der Mitschüler/innen werden (vgl. Gasteiger & Gasteiger Klipcera 2003, S. 1-2ff.).

In Bezug auf die Anzahl der Lernenden, die von anderen Schüler/innen regelmäßig schikaniert werden, ergibt sich aus einer Studie von Scheidthauer et al. (2006) mit 2086 Schüler/innen zweier deutscher Schulen in den Klassen fünf bis zehn - deren Ergebnisse mit Studien in anderen Ländern vergleichbar sind (vgl. Olweus 2004) -, dass 11,1% der Schüler/innen mindestens einmal in der Woche Opfer von Aggression oder Ausgrenzung durch Mitschüler/innen werden. In ähnlicher Weise ergab eine Studie von Schäfer & Korn (2004) mit 104 deutschen Schüler/innen, dass etwa 10% der Kinder bzw. Jugendlichen regelmäßig den Aggressionen durch Mitschüler/innen in der Rolle des Opfers ausgeliefert sind.

Obwohl also die Ausbildung sozialer Kompetenzen ein wichtiger Teil schulischer Arbeit ist und Einsamkeit und Viktimisierung eigentlich dadurch vermieden werden sollen bzw. könnten, stellen diese beiden Phänomene ein gängiges Problem in der Schule dar. In dieser Arbeit soll erläutert werden, was genau unter Einsamkeit und Viktimisierung - hier im Besonderen unter Bullying - zu verstehen ist, welche Einflussfaktoren es hierfür gibt und welche Folgen Einsamkeit und Viktimisierung mit sich bringen. Desweiteren wird erklärt, welche psychosozialen Funktionen ein Klassenverband hat und wie es so in der Schulklasse überhaupt zur Integration oder Isolation von Mitschüler/innen kommt und auch welche Bedeutung das Klassenklima für das psychische Empfinden, die Gruppendynamik und die Lernfreude hat. Schließlich beschäftigt sich das letzte Kapitel dieser Arbeit mit der Prävention von Einsamkeit und Viktimisierung und stellt dabei Möglichkeiten zur Schulung sozialer Kompetenzen und zur Gewaltprävention, unter anderem unter Einsatz verschiedener Programme, in Hinblick auf die betroffenen einsamen und/oder viktimisierten Schüler/innen sowie auf die Mitschüler/innen, das Lehrerverhalten und die Mithilfe der Eltern vor.

2 Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen - Eine Begriffsbestimmung

2.1 Zwei Dimensionen von Einsamkeit

Zurückgehend auf die Forschungen von Weiss (1973) wird Einsamkeit im heutigen psychologischen Verständnis allgemein als Phänomen aufgefasst, das entsteht, wenn „zwei wesentliche Dimensionen sozialer Bedürfnisse“ nicht befriedigt werden (zitiert in Gasteiger Klipcera & Klipcera 2003, S. 2). Zum einen fühlt sich ein Mensch, der einsam ist, sozial nicht oder unzureichend integriert und empfindet einen Mangel an Miteinander, was zu Langweile und dem Gefühl des Ausgeschlossenseins führt. Diese Dimension kann als soziale Einsamkeit bezeichnet werden. Desweiteren empfindet ein einsamer Mensch einen Mangel an Intimität und Nähe und ihm/ ihr fehlt es an engen, emotionalen Beziehungen zu anderen Menschen. Diese Dimension lässt sich als emotionale Einsamkeit beschreiben.

Zu Unterscheiden ist Einsamkeit vom Konzept des Alleinseins, dem besonders in der Phase der Adoleszenz eine wichtige Bedeutung zukommt:

Alleine zu sein ist bei vielen jungen Menschen auch mit positivem Erleben verbunden. Zeit für sich selbst zu haben, um über verschiedene Dinge des Lebens nachzudenken, ist für Jugendliche ein wichtiger Aspekt des Erwachsenwerdens (ebd.).

2.2 Entwicklung und Einflussfaktoren auf das Einsamkeitsempfinden

Im Laufe der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen wandelt sich das Empfinden für soziale und emotionale Einsamkeit. Während im Vorschulalter enge Freundschaften wichtiger als Gruppenzugehörigkeit sind und somit emotionale Einsamkeit durch die Trennung von einem Freund eine größere Rolle spielt, wächst die Bedeutung der Gruppenzugehörigkeit und der sozialen Einsamkeit in der mittleren Kindheit, wenn ein Kind von einer Gruppe nicht akzeptiert wird (vgl. Gasteiger Klipcera & Klipcera 2003, S. 3). In der Adoleszenz nimmt die Bedeutung von engen Freundschaften wiederum zu. Bei Einsamkeit im Jugendalter ist allerdings noch ungeklärt, ob die Ursachen des Einsamkeitsempfindens eher in der sozialen oder emotionalen Dimension auszumachen sind:

Da jedoch zu den Ursachen von Einsamkeit in der Adoleszenz kaum Befunde vorliegen, ist bisher noch nicht ausreichend geklärt, ob eine dyadische Freundschaft mangelnde Peerbeziehungen und fehlende Akzeptanz in der Gruppe ausgleichen kann, oder umgekehrt (vgl. ebd.).

Erwiesen ist in jedem Fall, dass „die Anzahl der Freunde neben den Gruppenerfahrungen für das Empfinden von Einsamkeit von Bedeutung ist“ (vgl. ebd. S. 4, vgl. S. 12). Wenige Freunde zu haben und die Ablehnung und eventuell sogar eine dauerhafte Viktimisierung durch die Gruppe der Mitschüler/innen zu erfahren, führt dazu, dass sich Kinder und Jugendliche einsam fühlen (vgl. ebd.; vgl. Asher, Hymel & Renshaw 1984, S. 1459-60). Ebenso rufen indirekt „mangelnde Zuwendung und Akzeptanz“ durch die Klassenkameraden, auch ohne dass der oder die Betroffene in weiterer Form schikaniert wird, Gefühle von Einsamkeit bei Schüler/innen hervor (vgl. Gasteiger Klipcera & Klipcera 2003, S. 12).

Neben Freundschaften und dem Einfluss Gleichaltriger hat auch die Familie bzw. die Eltern- Kind-Beziehung einen Einfluss auf das Einsamkeitsempfinden von Kindern und Jugendlichen (vgl. ebd. S. 4-5; vgl. Asher, Hymel & Renshaw 1984, S. 1461). So wird von Gasteiger Klipcera & Gasteiger (2003) angenommen, dass eine gute Qualität der Bindung sowie ein Erziehungsstil, der durch Wärme und eine fördernde Haltung gegenüber dem Kind bzw. Jugendlichen gekennzeichnet ist, mehr emotionale Sicherheit vermittelt und einen Einfluss auf das Erleben von Einsamkeit hat (vgl. ebd.). In ihrer Studie (vgl. auch die Einleitung) hat sich bezüglich des Familienklimas gezeigt, „dass sich einsame Schüler zwar als ebenso beaufsichtigt, aber deutlich weniger unterstützt und in ihrer Selbstständigkeit gefördert erlebten“ als ihre weniger einsamen Mitschüler/innen und dass diese ebenfalls „von häufigeren Konflikten und Auseinandersetzungen in ihrer Familie“ berichteten (S. 11). Mit dem sozioökonomischen Hintergrund der Familien hat sich dabei kein Zusammenhang mit dem Einsamkeitsempfinden der Jugendlichen gezeigt (vgl. ebd.). Somit stellt „ein schwieriges familiäres Umwelt […] einen 5 zusätzlichen Risikofaktor für das Erleben von Einsamkeit im schulischen Kontext dar“ (ebd. S. 13).

3 Einsamkeit und Viktimisierung

3.1 Merkmale einsamer und viktimisierter Schüler/innen

Kinder und Jugendliche, die in der Schule einsam sind, zeigen häufig ein „zurückgezogenes Verhalten“ und verfügen über „geringeres prosoziales Verhalten“ (Gasteiger Klipcera & Klipcera, S. 12-13). Da die betroffenen Schüler/innen bei ihren Mitschüler/innen häufig unbeliebt sind und ebenfalls wenig freundlich von diesen behandelt werden, ist es für die Betroffenen schwierig auf ihre Klassenkameraden von sich aus zuzugehen und aus ihrer Außenseiterrolle herauszukommen (vgl. ebd.; vgl. Kapitel 3.2).

Im Zusammenhang mit sozialer Ablehnung und Einsamkeit spielt die Viktimisierung eines Kindes oder Jugendlichen durch andere Mitschüler/innen häufig eine Rolle, da diese häufiger zu Opfern aggressiver Handlungen der Mitschüler/innen werden (vgl. ebd. S. 3-4, 12). Unter aggressiven Handlungen sind dabei Verhaltensweisen zu verstehen, „die Individuen oder Sachen aktiv und zielgerichtet Schaden zufügen, sie schwächen oder in Angst versetzen“ (Fürntratt 1974, S. 283, zitiert in Busch & Todt ebd., S. 1). Ursächlich für die Viktimisierung von Kindern und Jugendlichen in der Schulklasse sind grundsätzlich die Gruppenkonstellation und das Gruppenklima, durch welches der Status der einzelnen Mitschüler/innen beeinflusst und bewertet wird. Dabei spielt das Vorhandensein bzw. der Mangel an prosozialem Verhalten bei allen Beteiligten eine entscheidende Rolle (vgl. Kapitel 4).

Im Falle einer Viktimisierung einsamer Kinder und Jugendlicher geschieht diese häufig durch sogenanntes Bullying (Schikanieren). Dies ist eine besondere Form aggressiven Verhaltens, welche in der Schule unter Kindern und Jugendlichen auftritt und mit der man aggressive, absichtlich schädigende Handlungen einzelner oder mehrerer Schüler/Schülerinnen bezeichnet, die sich gegen eine/n bestimmte/n Mitschüler/in richten und wiederholt und über einen längeren Zeitraum stattfinden (Olweus 2004, S. 22; vgl. auch Busch & Todt 2010, S. 4 sowie Scheithauer & Bull 2009, S. 13 ). Dabei besteht ein tatsächliches oder subjektiv erlebtes Kräfteungleichgewicht zwischen Täter/in(nen) und Opfer, welches sich aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen eigener Unsicherheit und Ängstlichkeit sowie aufgrund der isolierten Position im Klassenverband, nur schwer gegen die Attacken wehren kann (vgl. Olweus ebd. S. 22-23; vgl. Scheithauer & Bull 2009, S. 14). Scheithauer et al. (2006) unterscheiden dabei drei verschiedene Formen von Bullying, nämlich physisches, verbales und relationales Bullying. Physisches Bullying umfasst körperliche Gewalttätigkeiten z.B. treten, schlagen, schubsen usw., während verbales Bullying verbale Angriffe, etwa durch Verspotten, Beleidigen, Beschimpfen, Lustig machen usw. beinhaltet. Der Begriff relationales bzw. beziehungsbezogenes Bullying meint das Manipulieren des sozialen Umfeldes einer Person, um deren sozialen Ruf/Status absichtlich zu schädigen, z.B. durch Nichtbeachtung, Ausgrenzung sowie Verleumdungen mithilfe von Gerüchten und Lügen.

Im Falle von Bullying trifft es häufig zu, dass der/die viktimisierte Schüler/in dem/der Täter/in in irgendeiner Weise unterlegen ist und somit ein Kräfteungleichgewicht zum Vorteil des Bullys besteht. So zeichnen sich viele Opfer dadurch aus, dass sie sich eher unsicher verhalten, sich bei Angriffen zurückziehen und/oder weinen. Möglicherweise haben diese Kinder oder Jugendliche in der Familie ein Konflikt vermeidendes oder überanpassendes Verhalten gelernt, sind eher ängstlich oder empfindsam und still (vgl. auch Kapitel 2.2). Sie verfügen unter Umständen über ein geringes Selbstwertgefühl; es kann aber auch sein, dass dieses erst durch den Bullyingprozess selbst beschädigt wird. Als Opfer werden insgesamt häufig Klassenkameraden/innen ausgewählt, von denen erwartet wird, dass diese bei Angriffen keinen oder nur geringen sozialen Rückhalt von der Gruppe erhalten werden. So werden meist Kinder und Jugendliche, die in der Klasse isoliert sind, zum Opfer, z.B. weil sie von Mitschüler/innen als Außenseiter/in, Streber/in, Neue/r in der Klasse betrachtet werden (vgl. Olweus 2004, S. 42 ff.; vgl. Scheidthauer & Bull 2009, S. 14; vgl. Busch & Todt 2010, S. 5, vgl. AKJS 2009, S. 5-6).

Weil Bullying meist in einer stabilen Gruppe, z.B. einer festen Schulklasse, stattfindet, ist es dabei für das Opfer schwierig oder unmöglich sich dem Täter bzw. der Tätergruppe zu entziehen, wenn das Opfer keine Hilfe von außen erhält (vgl. Olweus ebd. S. 22-23; vgl. Scheithauer & Bull 2009, S. 14). Zudem ist Bullying generell ein gruppendynamisches Phänomen, bei dem in zwei Drittel aller Fälle „neben Täter und Opfer weitere Gleichaltrige beteiligt sind“, welche z.B. das Bullying ohne einzugreifen beobachten oder es aktiv unterstützen bzw. es auch zu verhindern suchen (vgl. Scheithauer & Bull 2009, S. 14; vgl. Olweus 2004, S. 51f., vgl. Schäfer & Korn 2004).

3.2 Der negative Kreislauf von Einsamkeit und Viktimisierung

In Bezug auf die Entwicklung von Einsamkeitsempfinden in der Schule besteht die Gefahr, dass sich besonders bei Kindern der 3. bis 7. Jahrgangsstufe ein negativer Kreislauf mit größerer Ängstlichkeit und emotionalen Problemen entwickeln kann, bei dem die betroffenen Kinder sozial abgelehnt und im Laufe eines Schuljahres immer stärker zu Opfern von Aggressionen ihrer Mitschüler/innen werden können. Dabei nehmen die emotionalen Probleme des Kindes auf der einen Seite und die Ablehnung durch die anderen Kinder auf der anderen Seite immer weiter zu (vgl. Gasteiger Klipcera & Klipcera 2003, S. 3 und vgl. Hodges und Perry 1999).

In Hinblick auf Bullying als Gewaltform unter Schüler/innen beschreibt analog der Kreislauf von Olweus, welche Faktoren zu diesem Teufelskreis beitragen (vgl. Scheithauer & Bull 2009, S. 14):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dar. 1 Teufelskreis des Bullying nach Olweus

Das Modell von Olweus veranschaulicht, dass ein/e Schüler/in durch bestimmte Risikofaktoren und erlernte Verhaltensweisen zum Bully wird und durch Klassenklima und Lehrerverhalten sowie die Reaktion des Opfers nicht in seinem bzw. ihrem Verhalten gestoppt wird. Dabei zeigt das Modell, dass das passive Reagieren des schwächeren und unsicheren Opfers auf die Angriffe des Bullys dazu führen, dass die Eltern nichts über die Probleme erfahren und auf diese Weise nicht einschreiten können. Zudem wird deutlich, dass zum einen die Mitschüler/innen häufig nicht helfen und zum anderen die Lehrer/innen schikanenhafte Situationen unter den Schüler/innen möglicherweise zwar als solche wahrnehmen (was nicht unbedingt der Fall sein muss), aber hilflos und unangemessen darauf reagieren. Dabei ignorieren die Lehrpersonen das Bullying zum Beispiel oder gehen inkonsequent damit um, eventuell auch, weil es keine transparenten Regelungen an der Schule dafür gibt. In Bezug auf den Teufelskreis des Bullying wird der oder die Täter/in zum einen also durch das Nicht-Eingreifen oder unangemessenes Eingreifen der Lehrperson nicht in seinem/ihrem Verhalten gestoppt und gleichzeitig durch mitmachende Klassenkameraden und Schüler/innen, die nichts tun, in seinem/ ihrem Verhalten verstärkt, sodass sich die Bullying-Vorfälle immer weiter fortsetzen und dem Opfer großen Schaden zufügen können.

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Details

Seiten
24
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656690269
ISBN (Buch)
9783656690252
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276118
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal – School of Education
Note
1,3
Schlagworte
Einsamkeit Viktimisierung Bullying Klassenklima Sozialkompetenzen Soziales Lernen Klassenverband Gewaltprävention Schlüsselqualifikationen Beziehungsarbeit Schule psychosoziale Hintergründe Präventionsprogramme Lehrerverhalten Eltern

Autor

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Titel: Einsamkeit und Viktimisierung in der Schule