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Die Bedeutung der Zeitung "Junge Freiheit" und des Blogs "Politically Incorrect" für die nationalistische Bewegung

Agitationsmuster und Verhaltensweisen

Seminararbeit 2011 16 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. „Uncivil Society“

3. Print-Medien
3.1. Fallbeispiel Junge Freiheit

4. Internet
4.1. Politically Incorrect

5. Interaktion und Vernetzung

6. Conclusio

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Neue religiöse und nationalistische Bewegungen fungieren als soziale und politische Akteure in der Gesellschaft. Dabei kommt es zu Interaktionen mit den Medien – sowohl mit den klassischen Printmedien wie auch mit den neuen Online-Medien. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen eigenen und externen Medien der nationalistischen Bewegung, also unabhängige Medien, die über diese Variante der Uncivil Society berichten, und solchen Medien, die selbst Teil dieser nationalistischen Bewegung sind und den Versuch unternehmen, mit eigenen Positionen den Diskurs zu beeinflussen.

Neben den klassischen Printmedien agieren nationalistische Bewegungen auf unterschiedliche Art und Weise verstärkt über das Internet. Hier werden Kontakte geknüpft, es kommt zum Austausch von Interaktionen, politische Positionen werden erörtert und es entstehen Netzwerke, die über deutsches und europäisches Territorium hinausgehen. Daher verwundert es nicht, dass die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie von diesen Bewegungen aufgegriffen werden. Doch welche Bedeutung können Medien hinsichtlich nationalistischer Bewegungen zugeschrieben werden? Fungiert das Internet tatsächlich etwa über Blogs als wichtiger Ankerpunkt, um nach Anbahnung von Kontakten und virtuellen Meinungsaustausch auch in der realen Welt Netzwerkarbeit voranzutreiben?

Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen zwei rechte Medientypen genauer untersucht werden. Zum einen die Wochenzeitung Junge Freiheit, und zum anderen der Weblog Politically Incorrect. Welche besondere Rolle spielt diese Zeitung und dieser Weblog für die nationalistische Bewegung? Das Interesse besteht nun darin, Agitationsmuster und Verhaltensweisen ausfindig zu machen, die spezifisch auf rechte Medien zutreffend sind.

2. „Uncivil Society“

Bei der Bezeichnung Zivilgesellschaft denkt man an ein emanzipatorisches und auf Verständigung ausgerichtetes System. Damit werden Demokratisierung und ein gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie friedliche Lösungen sozialer Konflikte verbunden. Dennoch ist der Begriff Zivilgesellschaft eine nicht eindeutig umrissene Wortwahl, die mehr oder weniger schwammig daher kommt. „Es gibt keine Garantie dafür, dass sich zivilgesellschaftliche Akteure prodemokratisch und gemäß dem Toleranzprinzip verhalten" (Schade 2002: 66). Sozusagen als Gegenstück der Zivilgesellschaft fungiert die Uncivil Society. Neben neuen religiösen Bewegungen treten hier vor allem neue nationalistische Bewegungen als soziale und politische Akteure in das Geschehen ein. Ein Beispiel innerhalb der nationalistischen Bewegung ist die Neue Rechte.

„Bei der intellektuellen Neuen Rechten handelt es sich keineswegs um eine festgefügte Organisation oder gar um eine Partei. Vielmehr ist sie ein eher loses Netzwerk aus Personen, politischen Projekten […], Publikationen und Verlagen. Deren Zielsetzung ist es, auf die politische Kultur der Bundesrepublik im Sinne ihrer ideologischen Orientierung einzuwirken, um auf diese Weise den politischen Primat zu erringen.“ (Gessenharter 2004: 33). Gerade die Heterogenität, die hohe Unabhängigkeit von Hierarchie und die Vielschichtigkeit der verschiedenen Formen des Auftretens von der nationalistischen Bewegung, macht es zum einen schwierig und mühsam, Strukturen, Verknüpfungspunkte und Agitationsfelder offenzulegen, gleichzeitig aber auch unbedingt notwendig, die Strukturen und Vorgehensweise aus dem nationalistischen Bereich der Uncivil Society zu analysieren.

Neben der intellektuellen Neuen Rechten ist in den letzten Jahren innerhalb der nationalistischen Bewegung vor allem die Islamophobie verstärkt in den Fokus gerückt. Hierbei gibt es verstärkt kleinere Parteien und Online-Plattformen, die auf diesem Themenfeld agieren und den Versuch unternehmen, die Meinungshoheit in dieser Angelegenheit zu erlangen.

Bei der Begutachtung der Medienwelt der neuen nationalistischen Bewegung in Deutschland soll hierbei im Besonderen das Printmedium Junge Freiheit sowie der Weblog Politically Incorrect untersucht werden. Beide besitzen für ihr jeweiliges Metier eine gewichtige Bedeutung und sind daher geeignete Forschungsobjekte. Auch wenn diese beiden Medientypen auf unterschiedliche Art und Weise publiziert werden und auch eine unterschiedliche Akzentuierung hinsichtlich ihrer politischen Ausrichtung haben, sind sie dennoch auf ihrem jeweiligen Gebiet Prototypen der neuen nationalistischen Bewegung.

3. Print-Medien

Der Rechtsextremismus in Deutschland präsentiert sich nach der Wiedervereinigung auf eine modernere Art und Weise. Verjüngung, Dynamik und Integrationskraft sind hinzugekommen. Besonders ist aber zu bedenken, dass die rechten Leitfiguren die Mediengesellschaft entdeckt haben und bewusst in diesem Spielfeld agieren (vgl. Braun u.a. 2007: 17). „Gefochten wird um die Verankerung von rechtem Gedankengut in politischen und sozialen Strukturen und um die Präsenz ihrer Vertreter im öffentlichen Raum, um Akzeptanz für ihre Argumente und um Deutungsmacht auf allen Ebenen der gesellschaftlichen Meinungsbildung. Vom Stammtisch bis zum Forschungskongress, vom Lokaljournalismus bis zu den Leitartikeln der überregionalen Qualitätspresse reicht das Spektrum der rhetorischen Schlachtfelder, auf denen die ‚kulturelle Hegemonie‘ erstritten werden soll.“ (Braun u.a. 2007: 17). Die Uncivil Society ist genauso wie die Zivilgesellschaft auf eine Interaktion und ein Zusammenwirken mit den Medien angewiesen, um ihre Inhalte publik zu machen und eigene Positionen in den Diskurs einzubringen. Nach Ansicht der nationalistischen Bewegung werden die betreffenden Themenbereiche jedoch oftmals falsch, verzerrt oder dramatisierend dargestellt. Der Teil der Medienwelt, welcher kritisch über die nationalistische Bewegung berichtet, wird unter der Bezeichnung linke Mainstream-Medien geführt. Von daher ist es aus der Sichtweise der Uncivil Society notwendig und sinnvoll, eigene mediale Plattformen zu befördern und erschaffen, um Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Ein gewichtiges Beispiel bei den Printmedien ist die Junge Freiheit.

3.1. Fallbeispiel Junge Freiheit

Die Wochenzeitung Junge Freiheit wurde Mitte der achtziger Jahre gegründet. Sie fungiert im Printbereich als Vorzeigemedium der Neuen Rechten. Die intellektuelle Gedankenwelt dieser Gruppierung beinhaltet keine Gewalt im Auftreten, spielt nicht mit Symbolik aus der nationalsozialistischen Zeit und sieht keinen Bedarf an Aufmärschen, die für Medien inszeniert werden. Dennoch sieht sich die Junge Freiheit als Vermittlerin zwischen demokratischem Konservatismus und dem rechtsradikal-reaktionären Wirkungskreis. Für den Rechtsextremismus fungiert die Wochenzeitung als Ideologieschmiede sowie in stichwortgebender Funktion (vgl. Braun u.a. 2007: 17).

„Nach wie vor gilt die JF als die zentrale Publikation der Neuen Rechten in Deutschland, einer Strömung, die unter dem Deckmantel des Konservativismus ein Scharnier zwischen Rechtsextremismus und demokratischem Spektrum bildet.“ (Braun/Vogt 2007: 9f).

Im Grenzbereich zwischen politisch und verfassungsrechtlich nicht zu beanstandenden sowie in diesem Bezug sehr problematischen Positionen bewegt sich das Profil der Jungen Freiheit. Dabei wird dies auf eine Art und Weise gehandhabt, die sich aus juristischer Sicht geschickt am Randbereich des Erlaubten bewegt. Ebenso kommt es zu einem taktisch geprägten Ausgleich zwischen einem Journalismus der danach strebt, anspruchsvoll und seriös zu wirken, gleichzeitig jedoch klare Positionen von Geschichtsrevisionismus, völkisch nationalistischen, xenophoben und kulturrassistisch geprägten Positionen betreibt (vgl. Braun u.a. 2007: 19).

Um die politische Ausrichtung der Jungen Freiheit verstehen zu können, ist die Begutachtung ihrer Strategie entscheidend. Vom italienischen Marxisten Antonio Gramsci wurde die Strategie beschrieben, dass erst einmal die Eroberung der kulturellen Hegemonie anzuzielen ist. Dies ist die Voraussetzung, damit später die Erringung der politischen Macht möglich ist. Genau diese Strategie wird von der Jungen Freiheit verfolgt (vgl. Puttkamer 2004: 212).

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Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656691013
ISBN (Buch)
9783656690955
Dateigröße
822 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276063
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut für Internationale Entwicklung
Note
Schlagworte
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