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Kaiser Friedrich II. und die Wissenschaft

Hausarbeit 2010 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Über das Verhältnis Friedrich II. zu den Wissenschaften
2.1 Ausbildung und Werdegang des jungen Königs
2.2 Wissenschaftliche Interessenssphären Friedrichs
2.3 Das Bild Friedrich II. bei seinen Zeitgenossen

3 Wissenschaft im Umfeld Friedrich II.
3.1 Der Hof Friedrichs II. und dessen Gelehrte
3.2 Der Kontakt zu arabischen, griechischen und jüdischen Gelehrten
3.3 Der Kontakt Friedrich II. zu zeitgenössischen Wissenschaftlern
3.4 Zusammenfassung

4 Überlieferte Schriftstücke Friedrich II. zu den Wissenschaften
4.1 Die Gründung der Universität Neapel
4.2 Die Konstitutionen von Melfi
4.3 Das Falkenbuch

5 Fazit

6 Literatur- und Quellenverzeichnis

7 Anhang

1 Einleitung

In der Chronik des Nikolaus de Jamsilla wird Friedrichs Leistung beim Verfassen eines naturwissenschaftlichen Werks „ … mit ungeheurem Scharfsinn, der besonders auf dem Gebiet der Naturwissenschaften hervortrat“[1] beschrieben. Viele Historiker gehen nicht nur deswegen davon aus, dass Friedrich selbst als Wissenschaftler bezeichnet werden kann. Doch stellt sich die Frage, in welchem Zusammenhang diese Aussagen über Friedrich getroffen wurden und wie diese zu bewerten sind. Fraglich ist auch ob und in welchem Umfang er tatsächlich an der Verfassung von wissenschaftlichen Werken beteiligt und was überhaupt unter Wissenschaft im Zeitalter Friedrichs II. zu verstehen war. Die verschiedenen Bilder, die uns in der Historiographie vom 15. bis zum 19. Jahrhundert über Friedrich II. erhalten geblieben sind, lassen ihn als „Wahrer des Reiches“ über „Protestant“ bis zu einem „modernen Freigeist“ erscheinen[2]. Doch kann sich kein Zeitalter frei von der eigenen erlebten Welt ein Bild der Vergangenheit machen. So liegt es besonders heute in der wissenschaftlich geprägten Welt nahe, die Frage aufzuwerfen, ob das Bild Friedrich II. als Wissenschaftler eher ein subjektiver Reflex unserer zeitgenössischen Wahrnehmung ist, als eine objektivierte Rekonstruktion der vergangenen Wirklichkeit.

In diesem Beitrag soll untersucht werden, ob Friedrich II. tatsächlich als Wissenschaftler bezeichnet werden könnte. Dazu wird im ersten Schritt anhand von Historikertexten und ausgesuchten Quellen die Berührungspunkte Friedrich II. mit den Wissenschaften dargestellt. Dabei liegt das Augenmerk nicht auf einer umfassenden Erläuterung des ereignisgeschichtlichen Rahmens des Lebens Friedrichs II., sondern konzentriert sich lediglich auf die Aspekte, die der Untersuchung der Fragestellung dienen. Eine gute Einführung in die Geschichte Friedrichs liefert Hubert Houben in seiner Biographie zu Friedrich II.

Zu Beginn wird die Ausbildung und der wissenschaftlichen Werdegang Friedrich II. anhand vorliegender Historikertexte dargelegt. Danach wird Literatur herangezogen, die sich mit den verschiedenen Interessensphären Friedrichs und insbesondere seinem Hof sowie dessen Gelehrtenkreis beschäftigt. Darüber hinaus wird im folgenden Kapitel das wissenschaftliche Arbeiten im Umfeld des Kaisers dargestellt, um anschließend mit Hilfe ausgesuchter Quellen das Verhältnis Friedrichs zu den Wissenschaften genauer zu beleuchten. Schließlich wird das Falkenbuch daraufhin untersucht, ob es wissenschaftlichen Kriterien entspricht und inwieweit Friedrich an der Erstellung des Werkes teilgenommen hat.

Doch bevor mit der Darlegung der aktuellen Forschung begonnen wird, sollte eine Definition des Begriffs Wissenschaft gemäß dem untersuchten Zeitraum vorausgehen. A. Speer beschreibt im Lexikon des Mittelalters die Wissenschaft im 12. Und 13. Jh. vor allem als eine axiomatisch begründete Wissenschaft, die sich vom allgemeinen Fall auf das Besondere oder Spezielle ableiten lässt[3]. Im Gegensatz zur früh- und hochmittelalterlichen Vorstellung der Wissenschaft zum Dienst des besseren Verständnisses der Heiligen Schrift[4], also vorrangig theologischen Zwecken dienend, vollzieht sich bereits im 12. Jh. ein Wandel. Wissenschaft fängt an, sehr viel differenzierter und spezialisierter zu werden. Es entstehen die einzelnen Teildisziplinen der Wissenschaften, wie wir sie auch heute noch kennen[5]. In der Folge entwickelt sich aus dem einheitlichen Erkenntnisgewinn „Wissen“ eine Vielzahl verschiedener „Wissenschaften“, die sich verschiedenen Disziplinen widmen. Eine Erkenntnis wird seither als wissenschaftlich bewertet, wenn aus ersten allgemeinen Erkenntnissen mithilfe eines Katalogs logischer Argumente (durch Beweisführung) eine neue Erkenntnis begründet wird[6]. Im 13. Jh. beruhte diese Erkenntnismethodik auf den Werken Aristoteles. Es ging um die Verknüpfung von Wahrheit und Gewissheit. Das heißt, man weiß, dass es bestimmte Gründe gibt und es zudem keine Anderen sein können, die bei einem untersuchten Problem auftauchen[7].

In der heutigen Zeit bedeutet Wissenschaft die Erweiterung des bisherigen Wissensbestands durch Forschung. Die Wissenschaft versorgt also die Menschheit mit Wissen erhöhter Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit[8]. Sie benutzt hierbei genau definierte Methoden, die innerhalb von spezialisierten Forschungsgruppen angewandt werden, um neue Erkenntnisse auf realer (empirischer Forschung) oder formallogischer, idealisierter Ebene zu erreichen[9]. Zumeist sind diese Forschungen durch Anwendungsdruck der Wirtschaft geprägt. Dabei ist herauszustellen, dass im untersuchten Zeitraum diese Anwendungsorientierung in geringem Maße an wirtschaftliche Interessensgruppen verknüpft war. Es ist also zu berücksichtigen, dass wissenschaftliches Arbeiten im untersuchten Zeitraum ein anderes Niveau hatte und sich im Laufe der Jahrhunderte nach und nach erst zu der heutigen Reife entwickelt hat. Es wird daher davon ausgegangen, dass man – bezogen auf den untersuchten Zeitraum – von einem wissenschaftlichen Werk reden darf, wenn in dem Schriftstück logisch begründetes, aus Erfahrung entwickeltes Wissen erhöhter Verlässlichkeit dargestellt wird.

2 Über das Verhältnis Friedrich II. zu den Wissenschaften

2.1 Ausbildung und Werdegang des jungen Königs

Während der Jugendzeit bestimmte wohl Papst Innozenz III. in besonderer Weise den Werdegang des heranwachsenden Friedrich. Innozenz studierte an den Universitäten Bologna und Paris Theologie und entwickelte sich zum herausragenden Führer der römischen Kirche und großen politischen Lehrmeister mit juristischer und scholastisch argumentativer Begabung. Friedrich ist nach dem Tod seiner Mutter Konstanze 1198 bereits mit 4 Jahren Vollwaise geworden. Friedrichs Mutter ernannte kurz zuvor den Papst zum Vormund Friedrichs, um damit die Königskrönung Friedrichs in Sizilien durch den Papst gesichert zu wissen. Doch begann für Friedrich auch eine Zeit von Wirren und Unsicherheit. Verschiedenste Interessensgruppen versuchten Einfluss auf den jungen Thronerben und die Herrschaft über sein Land zu gewinnen. Auch wenn der Papst selbst erst kurz vor der Volljährigkeit Friedrichs 1208 nach Sizilien reiste, so haben doch sein reger Kontakt und die Sorge um seine Regentschaft in Sizilien einen großen Einfluss auf Friedrich ausgeübt und zumindest den Machtkampf zwischen Markward von Annweiler, Wilhelm Capparone und Walter von Pagliara zugunsten Friedrichs stark beeinflusst. Nach Stürner müssen diese Ereignisse schon früh das Bewusstsein Friedrichs im Bezug auf die Wichtigkeit seiner Person geschärft haben.[10]

Über die genaue Ausbildung des heranwachsenden Königs, vor allem im Zeitraum zwischen 1202 und 1206 stehen nur wenig zuverlässige Quellen zur Verfügung. Es ist unwahrscheinlich, dass der königliche Haushalt nicht mal fähig gewesen sein sollte den jungen Königsanwärter zu ernähren, wie Kantowicz einst feststellte.[11] Immerhin freute sich Papst Innozenz III. in einem Brief, dass Friedrich wie an Alter auch an Weisheit und Tüchtigkeit zunehme. Friedrich selbst bestätigt diese Aussagen später: „Ehe ich die Pflichten des Regierens auf mich nahm, strebte ich den Wissenschaften nach und atmete ihre balsamischen Düfte.“[12] Auch später bestätigte Innozenz die herausragende Ausbildung Friedrichs in weiteren Briefen, unter anderem in einem an Peter II. von Aragon (Vater der künftigen Ehefrau Friedrichs), in dem er Friedrich durch „Leistung das fehlende Alter ersetzend“ beschreibt.[13] Aufgrund anderer Schriftzeugnisse, die wohl am Hofe in Palermo entstanden, fasst Stürner folgende Eigenschaften Friedrichs zusammen: „Eine wahrhaft glänzende Gestalt steht da vor uns, ein früh gereifter Jüngling von gewinnendem Äußeren, körperlich durchtrainiert, meisterhaft ausgebildet im Waffenhandwerk, wie es sich für einen Hochadligen und zumal künftigen Regenten eines Königreichs gehörte, dazu außerordentlich intelligent, wissensdurstig und gelehrig, im Besitze vielfältiger Kenntnisse und Fähigkeiten, voller Unruhe und Tatendrang, dem Alter ein Knabe, nach seinen Eigenschaften jedoch bereits ein König!“[14] Verwunderlich ist diese Idealisierung kaum, da so die Position Friedrichs als König bis zu seiner Volljährigkeit gestärkt werden sollte. Doch finden sich innerhalb dieser Beschreibungen auch negative Aspekte, was die Glaubwürdigkeit der Quellen wiederum erhebt. So soll Friedrich „ungehöriges und unschickliches Betragen“ aufgrund des „rüden Umgangs“ in den vorangegangenen kindlichen Jahren an den Tag legen.[15]

Der souveräne Amtsantritt Friedrichs als König lässt zudem darauf schließen, dass Friedrich ebenfalls eine fundierte Einführung in die politische Praxis erhielt. Man kann also davon ausgehen, dass die viel angepriesene Wissensfülle und Sprachkenntnis Friedrichs auf eine planmäßige Ausbildung auch innerhalb der Wirren zurückzuführen ist.[16] Hubert Houben stellt zudem heraus, dass bemerkenswerte Ähnlichkeit bei der Ausbildung Friedrichs mit der einer traditionell ritterlichen Erziehung besteht und das geschilderte idealisierte Bild des Herrschers durchaus dem zeitgenössischen höfischen Ideal entsprach.[17] Ein paar Kenntnisse in arabischer und griechischer Sprache[18], sowie Apulisch-Sizilisch, Latein, Deutsch und Altfranzösisch, soll er innerhalb seines Lebens erlernt haben.[19] Der Einfluss des frühen Verlusts seiner Eltern und der vielen Bedrohungen und Wechsel seiner Bezugspersonen ist nicht eindeutig nachvollziehbar, jedoch sollten sie nicht nur sein Bewusstsein für die Wichtigkeit seiner Person, sondern auch sein kritisch-eigenständiges Urteil geschärft haben, vor allem im Bezug auf vertrauenswürdige Gefolgsleute.[20] Betrachtet man noch einmal genauer einen weiteren Brief des zuvor erwähnten unbekannten Verfassers aus der Umgebung Walter von Pagliaras, so erkennt man die Güte der These Stürners. Er unterstellte Friedrich, dass man ihm „unverzüglich und ohne zögern gehorchen muss, da er von sich aus zwischen Getreuen und Ungetreuen, zwischen Guten und Schlechten unterscheiden“[21] könne.

Es ist kaum vorstellbar, dass eine solch wichtige Persönlichkeit nicht die elementaren Bildungsgüter erhalten haben soll, die seiner Herkunft entsprechen und auch am Hofe in Palermo vorhanden waren. Damit lässt sich feststellen, dass Friedrich in zwar nicht bekannter Intensität eine allgemeine Bildung erhielt, die es ihm ermöglichte, wissenschaftliche Interessen zu vertiefen. Friedrich hätte wohl kaum 1237 seinem Sohn Manfred zu eifrigem Erwerb von Wissen und Weisheit als Kardinaltugenden der Herrscher geraten, wenn er nicht selbst von der Wichtigkeit dieser Bildung überzeugt gewesen wäre und erhalten hätte.[22]

2.2 Wissenschaftliche Interessensphären Friedrichs

Das Interesse des Kaisers an den Naturwissenschaften ist sozusagen hausgemacht. Bereits sein Urgroßvater und sein Großvater (Roger II.) haben eine intensive Übersetzung arabischer, christlicher und jüdischer Schriften vorangetrieben. Dies führte auch Friedrich II. an seinem Hof fort, was in Kapitel 3.1 genauer dargelegt wird. Ebenso trat bereits Roger II. als Herausgeber eines Buches über Erdkunde hervor.[23] Friedrich zeigt ebenso gesteigertes Interesse für Naturkundliches bei seiner Beschäftigung mit der Falkenjagd. In diesem Zusammenhang erscheint Friedrich als Autor des Buches „Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen.“[24] Inwieweit dieses die Eigenleistung Friedrichs war und dieses Buch als wissenschaftlich bewertet werden kann, soll allerdings erst in Kapitel 4.3 genauer untersucht werden.

Friedrich schreckte nicht vor ungewöhnlichen Experimenten im Zusammenhang mit naturwissenschaftlichen Phänomenen zurück. So untersuchte er, ob sich Straußeneier in der Hitze von Apulien ausbrüten ließen oder ob sich Geier nur von totem Fleisch ernährten. Dazu wurden ausgehungerten Geiern lebende Küken vorgeworfen, die sie nicht anrührten, um daraufhin einigen Geiern die Augen zuzunähen, um zu sehen ob diese Geier die toten Tiere mit dem Geruchssinn oder dem Augenlicht ausmachten.[25]

In arabischen Traktaten finden wir einen Katalog anspruchsvoller Fragen, die Friedrich an arabische Gelehrte richtete: „Warum sieht ein an grauem Star Erkrankter schwarze Punkte, obwohl solche nicht auf seiner Pupille zu erkennen sind“ oder „Warum erscheinen teilweise ins Wasser getauchte Gegenstände wie Ruder oder Lanzen gekrümmt?“ Diese Fragen zur Optik stammen jedoch wahrscheinlich eher von Gelehrten am Hofe Friedrichs, als aus seiner eigenen Feder. Ebenso ist man sich bei den sizilianischen Fragen, gerichtet an Ibn Sab´in, sicher, dass es sich um ein literarisch-fiktives Werk handelt, dass auf Grundlage der Kenntnis um Friedrichs Interessen entstand[26]. So mögen diese Fragen zwar nicht von Friedrich selbst gestellt gewesen sein, doch spiegeln sie die Interessensgebiete Friedrichs wieder. Es werden Friedrich sogar einige Fragenkataloge zugeschrieben, die von mathematisch-astrologischer Orientierung über der Lagerung der Erde bis hin zur Lehre von den Engeln reicht. Zudem geht es um Größenverhältnisse, Wind-Feuer-Rauchphänomene, Süß- und Salzwasser, sowie Seelen im Jenseits[27]. So soll Friedrich einmal einen zum Tode Verurteilten in ein Fass stecken lassen haben, um zu sehen, ob nach seinem Ableben die Seele aus dem Loch des Fasses entweichen würde.[28]

Große Bedeutung für Friedrich hatte zudem die Medizin. Die Wichtigkeit dieser Wissenschaft spiegelt sich vor allem in seiner Gesetzgebung wieder. Zu dieser gehörte eine Approbationsordnung für Apotheker und Ärzte, eine Studienordnung für die Schule von Salerno, die es vorschrieb nach einem 3-jährigen Studium der Logik ein fünfjähriges Medizinstudium anzuschließen, um schließlich noch ein weiteres Jahr unter der Leitung eines erfahrenen Arztes zu praktizieren[29]. Zudem spiegelt ein Gesetz über die Luft- und Wasserverschmutzung die Fähigkeit Friedrichs wider, aus auf Erfahrung beruhenden Erkenntnissen praktische Konsequenzen zu ziehen[30].

Ein weiteres Interessensgebiet des Kaisers ist in der Baukunst zu finden, wie z. B. der Bau des Castel del Monte eindrucksvoll zeigt. Richard von Germano berichtet sogar, dass sich Friedrich höchstpersönlich um den Bauplan für sein Brückenkastell von Capua bemüht haben soll.[31] Nach einem weitaus weitreichenderen Bauplan suchte Friedrich ebenfalls mit Michael Scotus in Diskussionen an seinem Hof über die Idee einer Urmaterie, welche die ganze geschaffene Welt, den Bereich der Himmelsphären, sowie die Erde hervorbrachte.[32]

All diese Interessensgebiete spiegeln zunächst das Bild eines interessierten Gelehrten wieder, jedoch sagen die überlieferten Interessen noch nichts über die eigentlichen Gründe aus, die hinter diesen stehen. So bleibt immer auch die Vermutung, dass das Interesse an Wissenschaften zum Machterhalt im Reich diente, da man bei aller Idealisierung des Kaisers nicht seine vielbeschriebenen „machtpolitischen Triebe“[33] außer Acht lassen darf. Um dies zu beleuchten stelle ich im nächsten Kapitel das Bild Friedrich II. bei seinen Zeitgenossen dar.

2.3 Das Bild Friedrich II. bei seinen Zeitgenossen

Von der einen Seite als Antichrist verdammt, von der anderen als „Endkaiser wiederkehrend am Ende der Zeiten“ glorifiziert. Schillernd wäre wohl das passende Wort, um allen Beschreibungen der Zeitzeugen zu genügen. Ich will jedoch nicht versuchen eine allumfassende Beschreibung des Kaisers anhand zeitgenössischer Überlieferungen darzustellen, sondern das Verhältnis Friedrichs zu den Wissenschaften erleuchten. Zumal er sich selbst als „inquisitor“ (Forscher) und „sapientie amator“ (Liebhaber der Weisheit) beschreibt.[34]

Der Chronist Salimbene von Parma fördert hierbei eine für heutige Verhältnisse undenkbare Grausamkeit des experimentellen Vorgehens Friedrichs zu Tage. So soll Friedrich einen zu Tode Verurteilten nach dem Mittagessen spazieren gehen und einen Weiteren sich ausruhen gelassen haben, diese danach aufzuschneiden, um zu sehen welcher besser verdaut hatte. Desweiteren werden dem Kaiser ähnlich grausame Experimente mit Säuglingen nachgesagt (siehe Anhang M1).[35] Da jedoch Salimbene ein Franziskaner in Gunstschaft der Kirche war, ist eine kritische Beurteilung der Erzählungen geboten. Es liegt ferner nahe, dass es sich um reine Phantasiegeschichten handelt. Es gab jedenfalls eine Art tradierte Häresiebeschuldigung seitens der Kirche, welche Friedrich nach dem zweiten Bann am 20. März 1239 abermals vorgeworfen wurde[36]. Zudem brandmarkte die Kirche sein naturwissenschaftliches Interesse und verstand es dieses zu ihren Gunsten auszumalen. So sollte Friedrich an der unbefleckten Empfängnis gezweifelt und gesagt haben, dass jeder Empfängnis die Vereinigung von Mann und Frau vorausgehen muss und dies allein von der Vernunft der Natur abhänge.[37] Völlig unbegründet und gänzlich abwegig wird die Darstellung der Taten Friedrichs durch die Kirche allerdings auch nicht gewesen sein, sie bediente sich vielmehr an dem Wissen des regen Interesses Friedrichs an den Wissenschaften. So bleibt zumindest ein Erstaunen über die neuen ungewöhnlichen Methoden des Kaisers bestehen.

Die wissenschaftlichen Leistungen Friedrichs werden von den Zeitgenossen nur sehr selten unmittelbar gerühmt. Der Chronist Nicolaus de Jamsilla, welcher wohl aus der engsten Umgebung Manfreds stammte[38], glorifiziert den großen Scharfsinn und den außerordentlichen naturwissenschaftlichen Rang des Kaisers im Bezug auf das Falkenbuch.[39] Nicolaus de Jamsilla schreibt Friedrich die Eröffnung von Schulen der Freien Künste und für erprobte Wissenschaften zu, sowie die Förderung mittelloser Studenten[40] und das Anlocken vieler Gelehrter aus aller Welt.[41] 1264/65 attestierte Bottatius in einem Brief an Karl von Anjou dem Kaiser ein „gutes Gedächtnis“ und lobte sein „wohlbedachtes“ Vorgehen bei der Reihung der Kapitel des Falkenbuches.[42] Dies bedeutet allerdings keine allgemeine Anerkennung großer Leistungen Friedrichs im wissenschaftlichen Bereich, aber es unterstützt abermals die These des großen Interesses des Kaisers an naturwissenschaftlichen Themen.

3 Wissenschaft im Umfeld Friedrich II.

3.1 Der Hof Friedrichs II. und dessen Gelehrte

Die Wissenschaften am Hof unterscheiden sich wesentlich von der universitären oder klösterlichen Wissensmehrung. Sie diente der Erfüllung der Aufgaben am Hofe, welche entscheidend durch die Herrscherpersönlichkeit beeinflusst wurden. Zum Hof des Friedrich gehörten zunächst eine Vielzahl von Übersetzern und Dolmetschern, die einen Kontakt mit anderssprachigen Regionen ermöglichten. Dabei fällt besonders der rege Kontakt zur arabischen Herrschaftsdynastie der Hafsiden auf. Doch neben der sprachlichen musste auch eine kulturelle Brücke überwunden werden. So war eine Beschäftigung mit anderen Kulturen zwecks politischer Antizipation unumgänglich. Friedrich musste stets in der Lage sein, seine politischen Aktivitäten durch breit gefächertes Herrschaftswissen zu optimieren, andernfalls wäre die erreichte Machtfülle des Kaisers nicht denkbar gewesen. So beschäftigte man sich an seinem Hofe mit verschiedensten Themenspektren: Von der Tiermedizin und Jagdkunde, über Mathematik, bis hin zur Kriegsführung sowie Lyrik zur Repräsentation und Selbstdarstellung des Hofes. Jedoch hebt sich der friderizianische Hof durch die intensive Beschäftigung mit Aristoteles von anderen Fürstenhöfen des Mittelalters ab. Dies zeigt eine deutliche naturwissenschaftliche Tendenz.[43] Die enorme Bedeutung der vielen Übersetzungen arabischer und antiker Schriften am Hofe Friedrichs wurde in der Renaissance erkannt. Neben diesen fand man auch Urkunden und Briefe, sowie höfische Lyrik. Dagegen beschäftigten sich die Universitäten zu dieser Zeit vor allem um die Methode der scholastischen Lehrpraxis und des wissenschaftlichen Streitgesprächs.[44]

Es ist davon ausgehen, dass Friedrich nicht daran interessiert war, die wissenschaftlichen Errungenschaften oder Übersetzungen geheim zu halten, sondern vielmehr zur Glorifizierung seiner eigenen Persönlichkeit einsetzen wollte. Dies ist z. B. nach Stefan Georges auch der Grund für die vielfache Verbreitung der Abschrift des Moamin.[45] Gundula Grebner deckte zudem eine möglicherweise durchgängig praktizierte Wissenserlangung durch verschiedene systematische Bearbeitungsstufen innerhalb der Redaktionen des „Liber particularis“ auf.[46]

Ähnlich wie Karl der Große scharte Friedrich viele Gelehrte um sich, die an selbst gestellten oder ihnen vom Kaiser übertragenden Aufgaben arbeiteten und auch den adligen Nachwuchs unterrichteten.[47] Petrus de Vinea übernahm hierbei die Leitung der Kanzlei und scharte wiederum eine große Gefolgschaft literarisch geschulter Männer um sich, die sich im Auftrag des Herrschers der schriftstellerischen Probleme und eleganten sprachlichen Gestaltung widmeten.[48] Hierbei finden sich in einer Vielzahl überlieferter Briefe vor allem „das Bemühen um höchstes stilistisches Niveau, treffende Zitate, farbige Bilder, Reichtum an Klang und um gesuchte Worte und Wendungen“, die einer sprachwissenschaftlichen Darbietung genügen.[49] Man kann hierbei fast schon von instrumentalisierter Eigenwerbung Friedrichs ausgehen, die seine Stellung im Reich sichern sollte.[50]

Johannes von Palermo erfreute sich wegen seiner ausgeprägten arabischen und mathematischen Kenntnisse, die auch Leonardo da Pisa zu schätzen wusste, bei Friedrich größter Wertschätzung, ebenso der Hofphilosoph Theodor von Antiochia[51]. Genaue Details über das tägliche wissenschaftliche Leben am Hof sind jedoch nicht bekannt und die relevanten Quellen liefern eher bruchstückhafte Informationen. Eine interessante erhaltene Randnotiz; Friedrich selbst beeindruckte offenbar während seines Kreuzzugs einige Araber mit mathematischen Kenntnissen[52], was eine nicht nur beiläufige Beschäftigung mit dieser Disziplin an seinem Hof wahrscheinlich macht. All dies zeigt, dass sich die Gelehrten am Hof der Unterstützung Friedrichs sicher sein konnten. Und zwar nicht nur christliche, sondern auch jüdische Wissenschaftler, wie z.B. Jakob ben Anatoli, welcher eine freimütige Atmosphäre des Meinungsaustauschs am Hofe anpreist (Genaueres hierzu im nächsten Kapitel).[53]

Die wohl bedeutendste Lehrperson an Friedrichs Hofe war Michael Scotus. Er erweiterte nicht nur die wissenschaftlichen Dimensionen an Friedrichs Hof mit seinem Liber introductorius um die Naturwissenschaften, sondern übersetzte wohl als Erster die Werke des Averros.[54] Scotus verbrachte nach seinem Studium einige Jahre in Toledo und wirkte bei der Übersetzung vieler wissenschaftlicher Werke aus dem Arabischen ins Lateinische mit. Wann Michael in die Dienste Friedrichs eintrat, ist unklar. Man vermutet einen ersten Kontakt 1220 in Bologna. Weiterhin genoss der Gelehrte besten Ruf bei der päpstlichen Kurie. So ersuchte Honorius III. den Erzbischof von Canterbury, Michael Scotus wegen seiner außergewöhnlichen wissenschaftlichen Fähigkeiten und Leistungen angemessene Pfründe zu verschaffen. Auch unter den zeitgenössischen Gelehrten genoss Michael als Astrologe einen hervorragenden Ruf. Das erste dem Kaiser gewidmete Buch von Michael war eine Übersetzung einer Zusammenfassung der aristotelischen Tierkunde, die Friedrich später selbst in seiner Falkenkunde verwendete, so dass gesichert ist, dass dieses Werk der höfischen Bibliothek angehörte. Ohnehin wurden z. B. in einem Brief eines unbekannten Autors an die Scholaren und Magister der Universität Bologna die Bibliothekschätze Friedrichs als reich beschrieben.[55] Zudem muss man davon ausgehen, dass allein schon die höfischen Übersetzertätigkeiten und die Ansammlung der vielen Gelehrten am Hofe ein gewisses Maß an Lektüre innerhalb der höfischen Bibliothek erforderte.[56] Das Verhältnis zwischen Friedrichs kritischem Sinn und Michael Scotus wissenschaftlichen Ansehen bezeugt eine von Salimbene überlieferte Anekdote: Während der Jagd bat Friedrich Michael die Entfernung zwischen einem Dorfkirchturm und dem Sternenhimmel exakt zu bestimmen, welches ihm ohne Schwierigkeiten umgehend gelang. Daraufhin ließ Friedrich den Turm geringfügig kürzen und bat bei einem erneuten Ausritt Michael hinsichtlich kaiserlicher Unsicherheit die Berechnung zu wiederholen. Michael bemerkte die Veränderung sofort, worauf Friedrich ihn in die Arme geschlossen haben soll.[57] Mit Sicherheit kann man ihm, trotz fehlender Detailinformationen über den Gesamtumfang der Werke Scotus, eine wichtige Rolle als Förderer der wissenschaftlichen Entwicklung im 13. Jahrhundert zugestehen.

3.2 Der Kontakt zur arabischen, griechischen und jüdischen Kultur

Die Praxis der Übersetzungen vom Arabischen ins Lateinische hat im ausgehenden Hochmittelalter oft den Weg über das Hebräische genommen.[58] So ist es kaum verwunderlich, dass jüdische Gelehrte auch am Hof des Kaisers zu finden waren. Einer von ihnen war der schon oben erwähnte Jakob ben Anatoli. Dieser bedankte sich wiederum in seinen 1232 erschienenen Kommentaren zum Averros für die große Förderung durch den Kaiser.[59] Ein weiterer Gelehrter war Juda ben Salomon Cohen, der unter anderem von Diskussionen am Hofe über den Talmund[60] berichtet. Ein im Jahre 1236 geführter Gerichtsprozess belegt, dass Friedrich Kenntnis vieler jüdischer Bücher besaß und somit die Unbegründetheit einer Anklage eines angeblichen Ritualmordes eines Juden bezeugen konnte[61]. Auch in den Konstitutionen von Melfi wurde der Respekt Friedrichs gegenüber anderen Religionen erkennbar. Dies bedeutete allerdings keineswegs eine Gleichstellung der Juden oder Muslime mit den Christen (z. B. betrug die Geldstrafe für Tötung eines Juden oder Muslimen nur die Hälfte als jene für einen Christen,[62] oder das Verbot einer Eheschließung zwischen einheimischen Bürgern und „Fremden“[63] ). Von Toleranz im allgemeinen Sinne konnte somit keine Rede sein, sondern es ist zu vermuten, dass sich Friedrich bewusst gemacht hat, dass eine Beschäftigung mit den kulturellen Begebenheiten innerhalb seines Reiches unumgänglich ist und eine „Duldung“ verschiedener Religionen innerhalb Siziliens nötig war. So bleibt zumindest ein Bild einer erstaunlichen Unbefangenheit und Verständnisbereitschaft Friedrichs gegenüber jüdischen Wissenschaftlern erhalten.[64]

Wie bereits erwähnt, berichten auch arabische Werke von einem Katalog anspruchsvoller Fragen, die Friedrich an muslimische Gelehrte sandte. Wobei es hierbei vor allem um diplomatischen Verkehr ging, denn bei den Arabern diente das Stellen wissenschaftlicher Fragen Repräsentationszwecken.[65] Die erwähnten sizilianischen Fragen beantwortete letztlich Ibn Sab´in, ein angesehener aber wohl auch kritischer Philosoph. Eine von Friedrich dafür angebotene stattliche Entlohnung lehnte er aber zweimal ab, weil es ihm nur darum ging die Überlegenheit des Islam gegenüber dem Christentums zu zeigen.[66] Bewiesen ist damit ein Interesse Friedrichs, neue Forschungsansätze und Lösungen kennen zu lernen. Jedoch fehlen Anhaltspunkte zur Güte der wissenschaftlichen Diskussionen innerhalb Friedrichs Umfeld. Weitere Verbindungen zur islamischen Kultur ergaben sich durch den Umgang mit den Sarazenen, deren Umsiedlung nach Lucera sowie wie schon dargestellt durch seine Erziehung und Ausbildung in Sizilien. Eine außergewöhnliche Wertschätzung Friedrichs für den Islam bedeutete dies allerdings noch nicht. So forderte er z. B. von den Palastsarazenen in Palermo die Konversion zum Christentum.[67] Hingegen kann man ein reges Interesse und die Wertschätzung Friedrichs für arabische Naturwissenschaften deutlich erkennen (z. B. durch den tunesisch-sizilischen wissenschaftlichen Austausch sowie die Übermittlung eines Textes zur Falkenheilkunde und weiterer humanmedizinischer Traktate).[68]

3.3 Der Kontakt Friedrich II. zu zeitgenössischen Wissenschaftlern

Auch wenn in den vorangegangenen Kapiteln die zahlreichen Berührungspunkte zu arabischen, jüdischen und abendländischen Gelehrten zum Hofe Friedrichs vorgestellt wurden, wird nicht erkennbar in welchem Umfang sich Friedrich selbst an den wissenschaftlichen Bemühungen beteiligte. Mitte der 1220er muss Friedrich jedoch auf ein Werk des wohlbekannten Leonardo da Pisa gestoßen sein, der zu dieser Zeit der wohl größte Mathematiker des Abendlands war. Dieser besaß beste Beziehungen zum kaiserlichen Hof und liefert ein viel besseres Bild von Friedrichs Interessen als andere Quellen. Michael Scotus bat Leonardo um Zusendung seines 1202 erschienenen „Liber Abaci“. Leonardo nahm diese Bitte wohlgleich zum Anlass eine Bearbeitung dieses Werks durchzuführen, die als sogenannter „summus philosophus“ vermutlich 1226 in den Händen Scotus lagen. Zudem erfahren wir von Leonardo über eine von Magister Johannes von Palermo mit Friedrich geführte Diskussion über mathematische Probleme, die ihn schließlich zum Verfassen des dem Kaiser gewidmeten „Liber quadratorum“ bewegte. Offenbar suchte Friedrich bei weiteren „kniffligen Fragen“ die Hilfe des Mathematikers, der ihm wiederum sorgfältig schriftlich erarbeitete Lösungen zukommen ließ.[69]

In der aktuellen Diskussion des 13. Jahrhunderts über die Vereinbarkeit der Lehre der Kirche und des Aristoteles bewies Friedrich ebenfalls innerhalb der bereits vorgestellten sizilianischen Fragen höchste wissenschaftliche Aktualität. Die Fragen zur Ewigkeit der Welt und der Untersterblichkeit der Seele zeigten ebenfalls den Widerspruch zwischen Aristoteles Vorstellung, dass die Welt schon immer bestanden habe, und der Schöpfungsgeschichte der Kirche, die große Zeitgenossen wie Grosseteste, 1235 Bischof von Lincoln, oder Alexander von Hales, Theologieprofessor an der Universität Paris, beschäftigen sollte.[70]

Hierin sind nun wichtige Belege für das rege Interesse Friedrichs und seiner gelehrten Umgebung an der aktuellen wissenschaftlichen Entwicklung zu finden und zeigt das bewusste Einsetzen der kaiserlichen Möglichkeiten und Kontakte zur Wissensmehrung.

3.4 Zusammenfassung

Insgesamt ist aufgrund der dargestellten Informationen zum einen davon ausgehen, dass Friedrich eine seinem Stand gemäße Erziehung genossen hat (Kapitel 2.1) und daher einige grundlegende Kenntnisse im sprachlichen, kulturellen, sowie herrschaftspolitischen Bereich erlernte. Gestützt wird diese Annahme vor allem durch seinen souveränen Amtsantritt im Alter von 14 Jahren.

Zum anderen entwickelte er großes Interesse an anderen Kulturen, vor allem der arabischen und antiken Kultur. So verwundert es nicht, dass die verschiedensten Bereiche der aktuellen Wissenschaften bei der Gesetzgebung Friedrichs eine große Rolle spielten (Kapitel 2.2). Zudem bestätigen viele Zeitzeugen, das rege Interesse des Kaisers am wissenschaftlichen Geschehen der Zeit (Kapitel 2.3). Zwar sind diese Quellen größtenteils von minderer Zuverlässigkeit, da sie stets in enger Umgebung des Kaisers oder von seinen Gegnern verfasst wurden. Diesen Autoren ist somit ein bestimmtes (meist wirtschaftliches oder machtpolitisches) Interesse am Kontakt mit dem Kaiser zu unterstellen. Es finden sich Beschönigungen oder Überspitzungen innerhalb dieser Quellen, die jedoch zumeist dieselben Eigenschaften und Taten Friedrichs aufgreifen. Durch diese Parallelen bei konträren Interessensgruppen werden die beschriebenen Eigenschaften des Kaisers wiederum hinreichend belegt.

Allgemein ist die rege Teilnahme seines Hofes am wissenschaftlichen Geschehen und dem Entwickeln neuer Erkenntnisse in den verschiedensten Bereichen des kulturellen Lebens belegt (Kapitel 3.1-3.3), jedoch nicht welche Intentionen der Kaiser im Einzelnen hatte. Dazu ist eine vertiefte Beschäftigung mit dem vorhandenen Quellenbestand erforderlich. Man kann davon ausgehen, dass das ausgeprägte Wissen Friedrichs wohl kaum denkbar gewesen wäre, wenn er der Wissenschaft nicht höchste Wichtigkeit zugemessen hätte. Ob dies der wichtigste Grund war oder vor allem der eigene Machterhalt bleibt zu untersuchen. Der systematische Umgang innerhalb verschiedener Bearbeitungsstufen seines Hofes bei der Wissenserlangung lässt jedenfalls eine empirisch-wissenschaftliche Herangehensweise bei einigen Fragestellungen erkennen, welche sicher auch das Denken und Handeln Friedrichs bestimmt hat.

Somit bleiben drei Fragen offen, die zur Beantwortung der gestellten Grundfrage unumgänglich sind. Erstens, welches Interesse der Kaiser im Bezug auf die Wissenschaften verfolgte? Zweitens, welche Bedeutung maß er den Wissenschaften zu? Drittens, In welcher Weise ging Friedrich selbst wissenschaftlich vor? Hierzu sollen im vierten Kapitel die zuvor bereits erwähnten Quellen genauer befragt werden.

4 Überlieferte Schriftstücke Friedrich II. zu den Wissenschaften

4.1 Die Gründung der Universität Neapel

Ein Schreiben Friedrichs aus dem Jahre 1224 postuliert die Gründung der Universität Neapel „[…], deren Vorschriften nach unserem Willen alle gehorchen sollen“[71]. Dadurch zeigt Friedrich die unbedingte Absicht sich innerhalb dieser Institution den geeigneten Verwaltungsapparat für sein sizilisches Reich heranzuziehen und bietet im Gegenzug beste Studienbedingungen[72] sowie Aussicht auf Reichtum im Dienste des Kaisers[73]. Friedrich II. wollte die Ausbildung seiner zahlreichen Beamten offensichtlich nicht mehr in einem fremden Umfeld vollziehen lassen, sondern ihm ergebene Berater und Gelehrte heranbilden. Durch die hervorragenden Bedingungen versuchte er darüber hinaus Gelehrte der anderen Universitäten zu gewinnen.

Neu war, dass die universitäre Bildung unter staatlicher Kontrolle erfolgte. Dies erreichte er vor allem durch den Einsatz kaiserlicher Vertrauter als Lehrpersonen innerhalb der Universität[74]. Die Androhung von Leibes- und Geldstrafen wegen eines möglichen Studiums an einem anderen Ort als Neapel[75] zeigt eindrucksvoll welche Bedeutung Friedrich der Kontrolle der Ausbildung künftiger „Verwaltungsbeamter“ beimaß. Gleichzeitig ruft er die Scholaren außerhalb des Königsreichs auf bis zum Feste des heiligen Michaels an der Universität in Neapel einzukehren[76].

All dies zeigt das erhebliche Interesse Friedrichs an der Herausbildung eines von ihm kontrollierten Verwaltungsnachwuchses damit sich das Anwerben von Scholaren aus womöglich stauferfeindlichen universitären Umfeldern (z. B. Bologna) erübrigte. Friedrich suchte also eine Möglichkeit seine Machtsphäre weiter zu sichern und auszubauen. Zwar erwähnt er ein „Studium der Natur“[77], spricht jedoch später nur explizit von der Einsetzung von Vertrauten in der Lehre des Rechts und der Gerechtigkeit[78] sowie auf juristischen Lehrstühlen[79]. Es steht somit fest, dass die Errichtung der Universität Neapel in erster Linie nicht der allgemeinen Wissensmehrung des Reiches dienen sollte, sondern vor allem dem eigenen Machterhalt.

4.2 Die Konstitutionen von Melfi

In den Konstitutionen von Melfi befindet sich ein Erlass über das Ausüben des Arztberufes. Hierin fordert Friedrich dass „niemand sich unterfangen soll, den Heilberuf auszuüben wenn er nicht auf einer öffentlichen Sitzung der Magister zu Salerno als tauglich befunden worden ist“[80]. Friedrich legte also großen Wert auf eine richtige Ausbildung in seinem Königreich, um bei Ärzten Fehler durch Unerfahrenheit abzuwenden.[81] Welche besondere Bedeutung die Medizin für den Staufer hatte, lässt sich daran erkennen, dass ein Nichteinhalten des Verfahrens zur Ausübung des Heilberufs unter schwere Strafe gestellt wurde[82].

4.3 Das Falkenbuch

Eine genaue Analyse des gesamten überlieferten Falkenbuches würde eindeutig den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen, so konzentriere ich mich lediglich auf den Prolog des Buches, der die Intentionen des Kaisers zum Verfassen des Buches überliefert und das Vorgehen bei der Erarbeitung des Werkes beschreibt. Darüber hinaus ziehe ich für die Einordnung des Falkenbuches als wissenschaftliches Buch sowie für die Frage des Umfangs der Beteiligung Friedrichs an diesem Werk Historikerwissen heran. Doch vorweg ein paar Worte zur damaligen Bedeutung der sehr kostspieligen Falkenjagd. Sie gehörte zum allerhöchsten Vergnügen und Privilegium des mittelalterlichen Adels und erforderte enormes Wissen hinsichtlich der Abrichtung und Pflege der Tiere[83]. Friedrich entwickelte ein großes Interesse[84] an dieser, „Kunst“[85], wie er sie selbst nannte. Innerhalb der Wissenschaften fand die Jagd in der scientiae mechanicae[86] des Hugo von St. Viktor weite Verbreitung. Doch galt diesen Disziplinen eher eine Geringschätzung, da sie sich mit irdischen und materiellen Bedürfnissen befasse und somit den niederen Schichten vorbehalten war[87].

Innerhalb des Prologs offenbart Friedrich sogleich die Intention des Buches, indem er dem Leser eine „kunstgerechte Lehre über diesen Gegenstand“[88] hinterlassen möchte. Zudem preist er die nahezu dreißigjährige Vorbereitung auf dieses Buch an, die er „verstandesmäßig und ausübend“ ergründete[89]. Zudem macht er keinen Hehl daraus, darauf hinzuweisen, Rat von Gelehrten angenommen zu haben und diese weiterentwickelte. Zwar werden die Gelehrten im Falkenbuch nicht explizit genannt, es zeigt aber die Wertschätzung Friedrichs für Leistungen anderer, wie z. B. die des Aristoteles[90]. Gleichwohl scheute sich Friedrich nicht Aristoteles zu korrigieren, der in seinem Tierbuch nach Friedrichs Erfahrung von der Wahrheit abweicht. Der Kaiser ging also mit vorliegender Literatur kritisch um. Dies bestätigt noch einmal sein Vorgehen, nicht nur dem „Ohr“ zu folgen, sondern auf eigene Erfahrung und Beobachtung zurückzugreifen[91]. Dies lässt eine empirisch anmutende Vorgehensweise erkennen, welche im Verlauf des Buches, vor allem auch durch die systematische Gliederung und dem Schließen vom Allgemeinen auf spezielle Beobachtungen mit Zuhilfenahme von Experimenten, bestätigt wird[92]. Friedrich selbst weist darauf hin, dass die Herrscherpflichten ihn oft davon abhielten sich diesem Werk zu widmen, er dieses Vorhaben jedoch nie „hintansetzte“. Der Hinweis auf die teilweise sprachliche Ungenauigkeit wegen in der lateinischen Grammatik fehlenden Fachausdrücken zeigt ebenfalls ein außergewöhnlich kritisches und genaues Vorgehen bei der Erstellung[93].

Der Gegenstand des Buches wird ebenso als theoretisch, wie praktisch beschrieben. Hierbei ist bemerkenswert, dass versucht wird durch theoretische und allgemeine Überlegungen der Praxis zu Hilfe zu kommen[94] und mit Einleitungen zu den einzelnen Passagen bessere Übersicht verschafft werden sollte[95]. Diese Herangehensweise ist nur in wenigen wissenschaftlichen Büchern dieser Zeit zu finden. Es ist naheliegend, dass Friedrich dadurch versuchte die „angewandte Wissenschaft“ der Jagd, welche sich in den scientiae mechanicae einordnete, so auf eine höhere Ebene zu setzen. Friedrich hatte auf diese Weise vor, die Beizjagd in den Rang einer Kunst zu erheben[96], was durch die detailreichen Ausführungen[97] und den enormen Umfang des Buches unterstrichen wird.

Stürner stellt zudem fest das Friedrich mit „seiner Konzentration auf das konkret vor Augen Stehende, auf die Beobachtung der einzelnen Lebewesen und ihrer typischen Verhaltensformen, sowie mit seiner Neigung, dieses Verhalten immanent, aus deren Natur zu begründen und zu verstehen, ganz offenkundig einen charakteristischen und bedeutsamen Grundzug des künftigen naturwissenschaftlichen Denkens schon vorwegnahm“[98]. Aufgrund des auf Erfahrung basierenden empirischen Charakters und dem Versuch der theoretischen Begründung einer Wissenschaft fürs Erleichtern der praktischen Anwendung hat das Werk wissenschaftliche Größe.

Bei seinen Zeitgenossen erkannte jedoch nur Nicolaus de Jamsilla die Güte des wissenschaftlichen Werkes[99], was wiederum auf eine geringe Verbreitung des Werkes schließen lässt, zumal der große Umfang das Kopieren zu einer kostspieligen Angelegenheit gemacht hätte. Doch der Umfang der Verbreitung eines Buches spielt bei der Bewertung der wissenschaftlichen Güte keine Rolle. Es bleibt jedoch offen, inwiefern und welchem Umfang Friedrich tatsächlich selbst an diesem Werk mitgewirkt hat. Hierzu liefert die genaue Analyse des zweiten Falkenbuches von Stefan Georges Klarheit. Georges fand heraus, dass dieses Traktat mit großer Wahrscheinlichkeit am Hofe unter großer Beteiligung Friedrichs entstand. Den Auslöser hierfür findet Georges im etablierten Kontakt Friedrichs mit dem hafsidischen Herrscher in Tunis 1240[100]. Da das Original dieses Werkes wahrscheinlich bei einem Lagerüberfall im Jahre 1248 in der Stadt Victoria leider verschwunden ist, wird diese Frage wohl nicht mit absoluter Sicherheit beantwortet werden können. Sicher ist nur, dass viele der Beobachtungen des Falkenbuches teilweise bis ins 20. Jahrhundert unübertroffen[101] blieben was die außergewöhnliche wissenschaftliche Güte dieses Werkes beweist. Sicher erscheint auch, dass Friedrich zumindest Arbeiten beauftragter Gelehrter geprüft und korrigiert und so Art und Umfang des Falkenbuches entscheidend mitbestimmt hat.

5 Fazit

Es fällt auf, dass sich über das gesamte Leben Friedrichs Quellen finden lassen, die seinen außergewöhnlichen Scharfsinn, sein Interesse an den Wissenschaften und eigenständiges Arbeiten bezeugen. Doch bleibt auch zu beachten, dass alle überlieferten Quellen von Autoren stammen, die auf die Gunstschaft des Kaisers mehr oder weniger angewiesen waren. Darüber hinaus wird der Kaiser mit der Machtsicherung seines Reiches und Kämpfen um dieses beschäftigt gewesen sein und hatte wohl nie wirklich die Zeit, sich ernsthaft und dauerhaft selbständig mit wissenschaftlichen Problemstellungen zu befassen, was er selbst im Prolog des Falkenbuches bestätigt.

Durch seine vielen Reisen eröffneten sich ihm interessante Kontakte zu anderen Kulturen, wobei man Friedrich eine große Offenheit gegenüber neuem Gedankengut unterstellen darf. Er wusste um die Bedeutung der Wissenschaft und nutzte diese für politische Zwecke aus. Vielleicht hat der rege Kontakt mit dem arabischen Raum und die dadurch gewissermaßen erzwungene Beschäftigung mit den Naturwissenschaften eine Erhaltung der diplomatischen Kontinuität herbeigeführt. Die Gründung der Universität Neapel bestätigt jedenfalls das machtpolitische Interesse Friedrichs an den Wissenschaften; wodurch er gezielt seinen Verwaltungsapparat in Sizilien ausbildete. Sein Interesse an den Wissenschaften diente in erster Linie dem Ausbau seiner Macht und weniger der Wissenschaft an sich. Die Machtsicherung seines Reiches mag also stets über dem wissenschaftlichen Interesse gestanden haben. Er maß der Wissenschaft aber auch höchste Wichtigkeit zu, wie u.a. die Passage in den Konstitutionen von Melfi über die Ausübung des Ärzteberufs zeigt.

Viele Historiker rütteln heute am Antlitz des Kaisers als glorreichen Herrscher und Wissenschaftler. Dem schließe ich mich allerdings nicht mit aller Konsequenz an. Friedrich II. konnte zwar aus Zeitgründen kaum sein eigenes wissenschaftliches Interesse ausleben, jedoch hatte er ein enormes Gespür für wissenschaftliche Themen, erkannte und benutzte die Wissenschaft für seine persönlichen und politischen Ziele. Er hatte nachweislich sehr großes Interesse an den Wissenschaften und somit kann seine Selbstaussage als „Liebhaber der Weisheit“[102] bestätigt werden.

Ob er selbst als Wissenschaftler bezeichnet werden kann, ist nicht eindeutig. Das von ihm zumindest konzipierte und mit verfasste Falkenbuch zeigt ein für damalige Verhältnisse modernes wissenschaftliches Vorgehen. Friedrich muss demnach die für wissenschaftliches Arbeiten notwendigen Grundlagen des Aristoteles kennen, ergänzte diese sogar an der einen oder anderen Stelle[103]. Die zuvor gründlich wissenschaftlich-theoretische Analyse der Natur im Falkenbuch ermöglicht den Falknern ein Erreichen der hochgesteckten praktischen Ziele der Beizjagd. Der Versuch innerhalb des Falkenbuchs eine praktische Kunst durch theoretische Überlegungen zu begründen, zeigt eine durchaus moderne Herangehensweise, wie wir sie in den heutigen Naturwissenschaften ebenfalls finden. Kritisch muss man jedoch die Glorifizierung durch Friedrichs Zeitgenossen betrachten.

Friedrich als Wissenschaftler durch und durch zu bezeichnen, wäre jedoch vermessen, weil er sich zwar der wissenschaftlichen Disziplinen hingab, wie auch der Kontakt mit zeitgenössischen Wissenschaftlern zeigt, sich wohl aber nur im Falle des Falkenbuchs mit hinreichendem Einsatz um Wissenschaftlichkeit bemühte. Bei jeglicher anderer Beschäftigung Friedrichs mit den Wissenschaften bleibt immer ein Schleier der Wahrung seiner Machtansprüche erhalten.

Vermutlich würde man Friedrich II. heute als Mäzen der Wissenschaft bezeichnen. Für die an Friedrichs Hof beschäftigten Gelehrten hatte er die Stellung eines solchen. Vergleicht man die wissenschaftlichen Aktivitäten am Hofe Friedrichs II. mit denen anderer Höfe zur damaligen Zeit, z. B. mit Hof Alfons X. (1252-1284), erkennt man sehr ähnliche Strukturen und Tätigkeiten. Auch an anderen Höfen wurden die wissenschaftlichen Errungenschaften als Wegbereitung für neuartige Wissenshorizonte glorifiziert.[104] Es war zwar keine allgemeine Tradition an mittelalterlichen Höfen, Gelehrte um sich zu scharen, jedoch auch keine Ungewöhnlichkeit. Viele hatten beim Streben nach mehr Machtfülle den Hof Karls des Großen als Vorbild, welcher ebenfalls einen großen Stab Gelehrter beschäftigte. Die kulturelle Vielfalt und das rege wissenschaftliche Treiben an Friedrichs Hof ist allerdings besonders hervorzuheben.

Innerhalb des Rahmens dieses Beitrags war es zwar nicht möglich weitere Quellen intensiver hinsichtlich der Thematik zu studieren und einen tiefergreifenden Vergleich Friedrichs mit Wissenschaftlern seiner Zeit anzustellen, sowie den Hof Friedrichs einer genaueren Analyse zu unterziehen. Allerdings hat sich eine recht eindeutige Antworttendenz herauskristallisiert:

Friedrich II. stirbt am 13. Dezember 1250 bei seiner wohl größten Leidenschaft, der Jagd.[105] Er hinterlässt hierzu ein für seine Zeit außergewöhnlich detailreiches und modernes wissenschaftliches Buch. Friedrich schätzte zeitlebens Wissenschaften weitaus mehr, als vorangegangene Herrscher. Sein ureigenes Interesse an der wissenschaftlichen Arbeit war sehr groß, sonst wäre ein Werk wie das Falkenbuch unter seiner Leitung niemals entstanden. Letztendlich sind die reichen Hinterlassenschaft des Kaisers an arabischen Übersetzungen sowie das Errichten einer neuen Art von Universität wichtige Schritte in Richtung einer wissenschaftlichen Renaissance. Diese legte dann beginnend in den oberitalienischen Städten im ausgehenden Mittelalter wichtige Grundsteine für die heutigen Wissenschaften. In einer Ausgabe der Zeitschrift Spiegel Geschichte über „Die Welt der Staufer“ wird bereits deutlich, dass Friedrich in der heutigen Zeit nicht mehr bedingungslos dem ihm im 19. Jahrhundert erschaffenen Idealtypus standhält[106]. Der Glorifizierung Friedrichs als Wissenschaftler kann sich schlussendlich nicht angeschlossen werden.

6 Literatur- und Quellenverzeichnis

Literatur:

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David Abulafia: Herrscher zwischen den Kulturen. Friedrich II. von Hohenstaufen. Frankfurt am Main und Wien 1991.

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Klaus van Eickels: Friedrich II. (1212-1250). Mit Heinrich (VII.) (1222-1235). In: Bernd Scheidmüller: Die deutschen Herrscher des Mittelalters : historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919 - 1519). Darmstadt 2003.

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Arnold Esch, Norbert Kamp (Hrsg.): Friedrich II. : Tagung des Deutschen Historischen Instituts in Rom im Gedenkjahr 1994. Tübingen 1994.

Mamoun Fansa (Hrsg.): Kaiser Friedrich II. (1194 - 1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums : Führer durch die Ausstellung im Landesmuseum für Natur und Mensch vom 10. Februar bis 15. Juni 2008. Mainz am Rhein 2008.

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Knut Görich: Die Staufer. Herrscher und Reich. München 2006.

Gundula Grebner, Johannes Fried (Hrsg.): Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittealter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert. Berlin 2008.

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Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Herrscher, Mensch und Mythos. Stuttgart 2008.

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Matthias Schreiber: Machtmensch mit Phantasie. In: Rudolf Augstein: Spiegel Geschichte Nr. 4 / 2010. Hamburg 2010.

Gerhard Schurz: Einführung in die Wissenschaftstheorie. Darmstadt 2006.

Ferdinand Seibt: Glanz und Elend des Mittelalters. Eine endliche Geschichte. München 2008.

A. Speer: Wissen, Wissenschaft. In: Lexikon des Mittelalters. Band 9. München 1998.

Wolfgang Stürner: Friedrich II. Teil 1. Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220. In: Peter Herde (Hrsg.): Gestalten des Mittelalters. Darmstadt 1992. Wolfgang Stürner: Friedrich II. Teil 2. Der Kaiser 1220-1250. In: Peter Herde (Hrsg.): Gestalten des Mittelalters. Darmstadt 2000.

J. Verger: Universität. In: Lexikon des Mittelalters. Band 8. München 1997.

Hans J. Vermeer: Das Übersetzen im Mittelalter (13. Und 14. Jahrhundert). Band 1: Das arabisch-lateinische Mittelalter. Heidelberg 1996.

Michael B. Wellas: Griechisches aus dem Umkreis Kaiser Friedrich II. München 1983.

Quellen:

Klaus van Eickels, Tania Brüsch: Kaiser Friedrich II. : Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters. Darmstadt 2000.

Rainer A. Müller, Wilfried Hartmann (Hrsg.): Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellungen. Band 1 Frühes und hohes Mittelalter 750-1250. Stuttgart 2008.

Dorothea Walz, Carl Arnold Willemsen: Das Falkenbuch Friedrichs II. : Cod. Pal. Lat. 1071 der Biblioteca Apostolica Vaticana. Darmstadt 2003.

Lorenz Weinrich: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250. In: Rudolf Buchner (Hrsg.): Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe. Darmstadt 1977.

7 Anhang

M1) Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Aus: Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Herrscher, Mensch und Mythos. Stuttgart 2008, S. 145.

M2)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. Lat. 1071 (De arte venandi cum avibus), Fol. 1 v, Detail

M3) Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: Klaus van Eickels, Tania Brüsch: Kaiser Friedrich II. : Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters. Darmstadt 2000, S. 132-134.

M4) Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: Klaus van Eickels, Tania Brüsch: Kaiser Friedrich II. : Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters. Darmstadt 2000, S. 231-232.

M5) Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. Lat. 1071 (De arte venandi cum avibus), Fol. 10v und 11r

M6) Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: Klaus van Eickels, Tania Brüsch: Kaiser Friedrich II. : Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters. Darmstadt 2000, S. 231-232.

[...]


[1] Klaus van Eickels: Friedrich II. (1212-1250). Mit Heinrich (VII.) (1222-1235). In: Bernd Scheidmüller: Die deutschen Herrscher des Mittelalters : historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919 - 1519). Darmstadt 2003, S. 310.

[2] Klaus van Eickels, Tania Brüsch: Kaiser Friedrich II. : Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters. Darmstadt 2000, S. 9-13.

[3] A. Speer: Wissen, Wissenschaft. In: Lexikon des Mittelalters. Band 9. München 1998, S. 260-261.

[4] Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren. Konstanz 2004, S.111-114.

[5] Uta Lindgren: Die Artes Liberales in Antike und Mittelalter. München 1992, S.69-73.

[6] A. Speer: Wissenschaft. S. 260-261.

[7] Martin Carrier: Wissenschaftstheorie zur Einführung. Hamburg 2006, S.141-142.

[8] Ebda., S.15-16.

[9] Gerhard Schurz: Einführung in die Wissenschaftstheorie. Darmstadt 2006, S.32-39.

[10] Wolfgang Stürner: Friedrich II. Teil 1. Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220. In: Peter Herde (Hrsg.): Gestalten des Mittelalters. Darmstadt 1992, S.67-105.

[11] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 36.

[12] Georgina Masson: Das Staunen der Welt : Friedrich II. von Hohenstaufen. Tübingen 1958, S. 31.

[13] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 52.

[14] Stürner: Friedrich II. Teil 1. S.109.

[15] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 48.

[16] Stürner: Friedrich II. Teil 1. S.110.

[17] Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Herrscher, Mensch und Mythos. Stuttgart 2008, S. 109-111.

[18] Michael B. Wellas: Griechisches aus dem Umkreis Kaiser Friedrich II. München 1983, S. 144-145.

[19] David Abulafia: Herrscher zwischen den Kulturen. Friedrich II. von Hohenstaufen. Frankfurt am Main und Wien 1991, S. 111-114. Sowie Wolfgang Stürner: Friedrich II. Teil 2. Der Kaiser 1220-1250. In: Peter Herde (Hrsg.): Gestalten des Mittelalters. Darmstadt 2000, S. 362.

[20] Stürner: Friedrich II. Teil 1. S. 112-113.

[21] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen., S. 48.

[22] Wolfgang Stürner: Friedrich II. Teil 2. Der Kaiser 1220-1250. In: Peter Herde (Hrsg.): Gestalten des Mittelalters. Darmstadt 2000, S. 346.

[23] Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Herrscher, Mensch und Mythos. Stuttgart 2008, S. 141-142.

[24] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 241.

[25] Houben: Kaiser (1194-1250). S. 144-145.

[26] Ebda., S. 146.

[27] Gundula Grebner: Der Liber Nemroth, die Fragen Friedrich II. an Michael Cotus und die Redaktionen des Liber particularis. In: Gundula Grebner, Johannes Fried (Hrsg.): Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittealter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert. Berlin 2008, S. 285-288.

[28] Houben: Kaiser (1194-1250). S. 144.

[29] Ebda., S. 148.

[30] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 232.

[31] Houben: Kaiser (1194-1250). S. 150.

[32] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 450-451.

[33] Ferdinand Seibt: Glanz und Elend des Mittelalters. Eine endliche Geschichte. München 2008, S. 272.

[34] Houben: Kaiser (1194-1250). S. 144.

[35] Ebda., S. 145.

[36] Rainer A. Müller, Wilfried Hartmann (Hrsg.): Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellungen. Band 1 Frühes und hohes Mittelalter 750-1250. Stuttgart 2008, S. 437-439.

[37] Knut Görich: Die Staufer. Herrscher und Reich. München 2006, S. 111-112.

[38] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 440.

[39] Stürner: Friedrich II. Teil 2. 456-457.

[40] Ein Beispiel hierfür ist in der Förderung des begabten Sarazenenknaben Abdolla zu finden, der eine gehobene Ausbildung, unter anderem der arabischen Schrift und Sprache erhielt. Siehe auch: Ebda., S. 350.

[41] „Der Kaiser selbst aber ließe in seinem Reich Schulen der Freien Künste und der erprobten Wissenschaften einrichten. Gelehrte aus den verschiedenen Weltteilen lockte er durch die Großzügigkeit seiner Geschenke herbei und setzt ihnen wie auch den mittellosen Studenten auf Kosten der Staatskasse ein festes Gehalt aus, damit die Menschen jedes Standes und jedes Vermögens nicht aufgrund irgendeines Mangels am Studium der Philosophie gehindert würden (…).“ Siehe auch: Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 440-441.

[42] Grebner, Fried: Hofgesellschaft Mittealter. S. 162.

[43] Grebner, Fried: Hofgesellschaft Mittealter. S. 7-8.

[44] Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren. Konstanz 2004, S. 108-109.

[45] Stefan Georges: Der staufische Anteil an der Moamin-Tradition. In: Gundula Grebner, Johannes Fried (Hrsg.): Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittealter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert. Berlin 2008, S. 197-214.

[46] Grebner, Fried: Hofgesellschaft Mittealter. S. 285-293.

[47] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 346.

[48] Eickels: deutschen Herrscher des Mittelalters. S. 309.

[49] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 362-363.

[50] Gestützt durch sein offenes Bekenntnis zu den literarischen Bemühungen an seinem Hof und die Förderung seines Sohnes Enzios in dieser Disziplin. Siehe: Ebda., S. 373-374.

[51] Nach dem Ableben von Michael Scotus 1235 rückte Theodor stärker in den Vordergrund und genoss ähnliches Ansehen wie sein Vorgänger in Gebieten der Philosophie, Astrologie, Übersetzungstätigkeit und als Arzt. Siehe: Ebda., S. 422-429.

[52] Ebda., S. 387-388.

[53] Ebda., 398-399.

[54] Averros verfasste eine medizinische Enzyklopädie und viele Kommentare zu Werken Aristoteles und übte somit großen Einfluss auf die Bildung im Mittelalter aus. Siehe auch: Ebda., S. 404.

[55] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 400-402.

[56] In vielen Quellen wird immer wieder erwähnt, dass Gelehrte und auch Friedrich selbst wissenschaftliche Bücher gelesen haben soll, was darauf schließen lässt, dass diese sich durchaus in der höfischen Bibliothek befunden haben. Zudem liefert Wellas wichtige Hinweise auf das Vorhandensein vieler griechischer Schriften. Siehe: Wellas: Griechisches. S. 145-146.

[57] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 415.

[58] Hans J. Vermeer: Das Übersetzen im Mittelalter (13. Und 14. Jahrhundert). Band 1: Das arabisch-lateinische Mittelalter. Heidelberg 1996.

[59] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 398.

[60] Hebräisch „Lehre“, neben der hebräischen Bibel das Hauptwerk des Judentums. Siehe: Houben: Kaiser (1194-1250). S. 146-147.

[61] Lorenz Weinrich: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250. In: Rudolf Buchner (Hrsg.): Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe. Darmstadt 1977, S. 497-503.

[62] Houben: Kaiser (1194-1250). S.147-156.

[63] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 230-231.

[64] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 399.

[65] Eickels: deutschen Herrscher des Mittelalters. S. 310.

[66] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 390-392.

[67] Mamoun Fansa (Hrsg.): Kaiser Friedrich II. (1194 - 1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums : Führer durch die Ausstellung im Landesmuseum für Natur und Mensch vom 10. Februar bis 15. Juni 2008. Mainz am Rhein 2008, S. 33-34.

[68] Anna Akasoy: Zu den arabischen Vorlagen des Moamin. In: Gundula Grebner, Johannes Fried (Hrsg.): Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittealter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert. Berlin 2008, S. 147-156.

[69] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 385-390.

[70] Ebda., S. 394-397.

[71] Siehe Anhang M3 Z. 8.

[72] Siehe Anhang M3 Z. 26-40 und Z.60-78.

[73] Siehe Anhang M3 Z. 9-25.

[74] Siehe Anhang M3 Z. 41-48.

[75] Siehe Anhang M3 Z. 49-59.

[76] Siehe Anhang M3 Z. 79-84.

[77] Siehe Anhang M3 Z. 5-6.

[78] Siehe Anhang M3 Z. 22-25.

[79] Siehe Anhang M3 Z. 41-48.

[80] Siehe Anhang M4 Z. 1-3.

[81] Siehe Anhang M4 Z. 3-16.

[82] Siehe Anhang M4 Z. 16-18.

[83] Fansa: Friedrich II. Ausstellung. S. 79-80.

[84] Stürner: Friedrich II. Teil 2. 329-331.

[85] „ars venandi“ Siehe Anhang M6 Z. 3-9.

[86] Die nach dem Vorbild der „septem artes liberales“ gegliederten handwerklich-technischen Fächer.

[87] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 442-443.

[88] Siehe Anhang M6 Z. 8-9.

[89] Bestätigt wird diese Aussage durch die erst späte Beschäftigung Friedrichs mit den Werken des Moamin 1240/41. Siehe: Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 437.

[90] Siehe Anhang M6 Z. 16-29.

[91] Siehe Anhang M6 Z. 28-37.

[92] Eickels, Brüsch: Friedrich II. Quellen. S. 241 und Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 442-449.

[93] Siehe Anhang M6 Z. 45-53.

[94] Siehe Anhang M6 Z. 54-60.

[95] Siehe Anhang M6 Z. 65-70 und M6 Z. 88-92.

[96] Siehe Anhang M6 Z. 61-64.

[97] Siehe hierzu auch im Anhang M5: ein Auszug aus dem Falkenbuch, welcher die detailreichen Illustrationen widerspiegelt.

[98] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 456.

[99] Fansa: Friedrich II. Ausstellung. S. 75.

[100] Stefan Georges: Das zweite Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. Berlin 2008, S. 427-434.

[101] Fansa: Friedrich II. Ausstellung. S. 76.

[102] Siehe Anhang M6 Z. 71-72.

[103] Stürner: Friedrich II. Teil 2. S. 447-449.

[104] Barbara Schlieben: Wissen am alfonsinischen Hof - Der kastilische Moamim als Beispiel für höfisches Wissen. In: Gundula Grebner, Johannes Fried (Hrsg.): Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittealter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert. Berlin 2008, S. 331-250.

[105] Eickels: deutschen Herrscher des Mittelalters. S. 313-314.

[106] Matthias Schreiber: Machtmensch mit Phantasie. In: Rudolf Augstein: Spiegel Geschichte Nr. 4 / 2010. Hamburg 2010, S. 42-52.

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (Buch)
9783656688259
Dateigröße
4.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276041
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Historisches Seminar
Note
1,0
Schlagworte
Geschichte Mittelalter Friedrich II. Wissenschaft

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Titel: Kaiser Friedrich II. und die Wissenschaft