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Sokrates' Dialog "Protagoras" und der Streit über die Lehrbarkeit des Gutseins zwischen Philosophen und Sophisten

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 19 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1 Grundlegendes
1.1 Definition und Ursprung der Sophisten
1.2 Wer war Protagoras?

2 Gliederung und Erläuterung der Rahmenhandlung des Dialoges Protagoras
2.1 Die erste Rahmenhandlung [309a-310a]
2.2 Die zweite Rahmenhandlung [310a-314e]

3 Was lehrt ein Sophist und kann man dies lernen?
3.1 Protagoras These darüber, was er Hippokrates lehren könne [316b-319a]
3.2 Sokrates Gegenthese: Tugend ist nicht lehrbar [319a-320d]
3.3 Protagoras Erklärt: Die Tugend ist wohl lehrbar [320c-328d]
3.4 Die Einheiten der Tugend

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

Kann man Gutsein/ Weise sein lernen?- oder - ist die Tugend lehrbar?

Diese zentrale Frage des Dialogs Protagoras war Bestandteil unseres Seminars und soll in dieser Hausarbeit näher erläutert und erörtert werden.

Der Dialog behandelt die Auseinandersetzung zweier Philosophen, Sokrates und Protagoras. Letzterer bezeichnet sich selbst als Sophisten und verlangt, wie es zu dieser Zeit üblich war, ein Entgelt für seine Lehren. Sokrates hingegen kritisiert dies, vor allem in Betracht auf seine Meinung, dass Tugend nicht lehrbar sei. Bei näherer Betrachtung des Gesprächs der beiden wird klar, dass hier eine große Anzahl von Detailfragen offengelegt wird. Als Beispiele wären zu nennen: „Haben wir als Mensch einen angeborenen Sinn für das Gute und das Böse? Welchen Sinn sieht man in Bestrafungen? Wo soll politische Bildung und Erziehung stattfinden, in der Schule oder schon von Beginn im Elternhaus? Welchen Sinn haben Strafen?“. Diese Hausarbeit soll den Teil herausarbeiten, indem es um die Lehrbarkeit des „Gutsein“ geht, und diesen kritisch reflektieren.

Im Dialog wird der Ort, die Zeit, die Perspektiven und auch mehrmals die Gesprächspartner gewechselt, außerdem haben diese auch noch unterschiedliche Gesprächsstile. Dies führt dazu, dass immer wieder ein scheinbarer Themenwechsel stattfindet. Es sollte deswegen auch Ziel dieser Arbeit sein, zu zeigen, dass der Text in sich mehr Zusammenhänge hat als man glauben mag und dass sich eine Frage durch den gesamten Dialog zieht, nämlich: Kann ein Sophist wie Protagoras das lehren, was er verspricht, nämlich Gutsein.

Ein Zitat aus Platons Ausgabe des Protagoras soll als Einführung in das Thema dienen.

„Was ein Sophist überhaupt ist – das sollte mich wundern, wenn du es weißt“ (Prot 309c7). Dieser Satz weist darauf hin, dass ein Jüngling der die Lehren Protagoras begehrt, Hippokrates, nicht weiß was ein Sophist ihm bieten kann. Doch genau diese Frage gilt es zu klären. Was kann jemand bieten der sich selbst als Sophos bezeichnet? Und tut Protagoras dies? Ist er Begriff des Sophos, dem Begriff des Sopisten gleichzusetzen? Dazu soll zunächst einmal kurz auf den Zweig der Sophistik eingegangen werden und wie diese entstand. Im Anschluss wird Platos Text Protagoras näher in Bezug auf den Begriff des Sophisten analysiert. Wie tritt ein Sophist auf und was meint Protagoras, seinen zahlenden Mitläufern beibringen zu können? Außerdem soll die Frage geklärt werden wie genau man bei einem Sophisten lernt, lernt man um eben genau wie der Lehrer ein Sophist zu werden, oder lernt man bestimmte Tätigkeiten oder Eigenschaften?

1 Grundlegendes

Definition und Ursprung der Sophisten

Der Begriff des Sophisten steckt bereits im Begriff der Philosophie. Dieses Wort kann man aus dem griechischen leicht übersetzen. Philosophia oder Φιλοσοφία bedeutet wörtlich übersetzt „Liebe oder Freundschaft zur Weisheit“. Der Begriff der Philosophie zuerst bei Heraklit auf (vgl. wissenmedia_in_derinmediaONE]GmbH, 2000-2014, unter: Philosophie) Heraklit erklärt, dass der der die Wissenschaft [Weisheit] besitzt, der Weise [sophos] ist und der der sie lehrt, ein Sophist [sophistes] ist (vgl. e.d.). Aus diesem Grund sehen Sokrates und Platon die Philosophie auch als ein Streben nach Weisheit (vgl. Brockhaus 1995, unter dem Begriff: Philosophie). Die Bezeichnung „sophos“ kommt nach Platon nur den Göttern zu und der Philosoph könne diese Wissenschaft zwar anstreben, aber sie nicht besitzen (wissenmedia_in_derinmediaONE]GmbH, 2000-2014, unter: Philosophie). So bekommt der Begriff des Sophisten einen negativen Ruf, denn sie behaupten die Weisheit unterrichten zu können, was aber bedeuten würde, dass sie diese besitzen. Daraus folgert man, dass sie sich anmaßen sich als Weise zu bezeichnen, was im Zusammenhang mit der Aussage Platons, einem Vergleich mit den Göttern gleicht.

Was aber waren die Sophisten? Die Definition laut Brockhaus lautet folgendermaßen: „ Sophisten [grch. >>Weisheitslehrer<<], grch. Gelehrte und Rhetoren des 5./4. Jh. V. Chr., die eine höhere, zum polit. Handeln befähigende Bildung vermitteln wollten. (…) Ihre Lehren bezogen sich v.a. auf Sprachtheorie (z.B. Rhetorik, Poetik, Grammatik) und Ethik (Theorien über Staat, Gesetz, Moral und Recht) und waren von einem gegen Tradition und Religion gerichteten erkenntnistheoret. Skeptizismus geprägt.“ ( Brockhaus 1995, unter dem Begriff: Sophist) .

Um den Zweig der Sophisten besser zu verstehen, sollte man sich zunächst ein wenig Hintergrundwissen zum Thema Sophistik aneignen. Andreas Greaser gibt in Die Philosophie der Antike aus dem Band Geschichte der Philosophie Band II eine kurze aber dennoch prägnante Erklärung zur Entstehung der Sophistik.

Im Wandel, den das antike Griechenland seit der Einführung der Demokratie vollzog, wurde die Notwendigkeit einer neuen Denkrichtung der Philosophie immer dringlicher. „Durch die Demokratie führte der Weg zu politischem Einfluss und Erfolg über die Kunst, durch die Rede zu überzeugen“ (Graeser 1993, S.19). Die bis dahin vor Allem naturphilosophisch ausgelegten Denkrichtungen konnten für diese Fragestellungen, wie die Frage der richtigen Redekunst, keine Antworten bieten. Es wurde also notwendig den Fokus der philosophischen Fragestellungen mehr auf den Menschen zu richten (vgl. e.d.). Nach Graeser fand dies spätestens seit dem fünften Jahrhundert statt. Die Menschen zu dieser Zeit hatten politische und rechtliche Fragen zu klären, bei der die Philosophie ihnen dienlich sein sollte.

„Das Spektrum dieser Interessen reicht von der praktischen Philosophie über formale Aspekte der Disputationskunst bis zur Sprache mit Stilistik und Redekunst“ (e.d.). Diese berufliche Nische die somit entstand füllte eine Gruppe von „kundigen Männern“, die für die Ausbildung im politischen Reden und

allgemein dem richtigen Verhalten eines Staatsmannes, eine Entlohnung verlangten. Diese Männer wurden Sophisten (sophistai) genannt. Hiermit ist jedoch nach Graeser keine konkrete philosophische Denkrichtung gemeint, die diese Sophisten gemein hätten, sondern eher ihre Aufgaben, nämlich das Lehren, das sie zu solch einer Gruppe formt. „Denn als Sophisten galten ursprünglich z.B. Richter, Rhapsoden, Lehrer (…). Das Wort ‚Sophist‘ konnte auf jeden bezogen werden, der sich in theoretischen oder praktischen Belangen durch besonderes Können und Wissen auszeichnete.“ (e.d.).

Somit ist die Sophistik auch von dem Terminus des Sophisten abzugrenzen. Das Hauptaugenmerk der Sophistik lag im Begriff der Aufklärung (vgl. e.d.). Dieser Auffassung waren jedoch nicht alle Sophisten. Aus diesem Grund lässt sich die Denkart der Sophistik auch nicht auf alle, als Sophisten bezeichnete, Philosophen übertragen. Im Dialog Platons wird ein sich bekennender Sophist, Protagoras, und dessen Ansicht über die Lehrbarkeit der Weisheit, bzw. des tugendhaften Handelns, beleuchtet.

1.1 Wer war Protagoras?

Der Sophist Protagoras, von dem der gleichnamige Dialog Platos handelt, stammt laut Graeser aus Abdera. Er soll 486/5 v.Chr. geboren und um etwa 420 v.Chr. durch einen Schiffsbruch ums Leben gekommen sein (vgl. e.d. S.20). Plato betont in seinem Dialog das hohe Ansehen Protagoras indem er deutlich macht wie wichtig es jungen Menschen war ihn zu sehen, seine Reden zu hören oder mit ihm zu sprechen. Nach Graeser gab es aber auch eine Menge Groll gegen die Ansichten Protagoras. Nach Graeser soll ihm in Athen „wegen seiner agnostischen Thesen über die Götter“ (e.d.) der Prozess gemacht, und dort sollen angeblich auch seine Buchpublikationen verbrannt worden sein (vgl. e.d.). Die Ausrichtung der damaligen Denkweisen auf den Menschen, anstatt auf die Natur lässt sich durch einen, von Protagoras verfassten Satz, deutlich machen, dem Homo-Mensura-Satz:

„Der Mensch ist das Maß aller Dinge, dessen, was ist, daß/wie (ώς) es ist, dessen, was nicht ist, daß/wie (ώς) es nicht ist“ (e.d. S.21).

Dieser Satz zeigt unter anderem, dass für Protagoras der Mensch als Individuum im Mittelpunkt stand. Er sei die „Beurteilungsinstanz des Seiens“ (e.d.S.25). Diese Auffassung grenzt sich deutlich vom altertümlichen Glauben ab, der die Götter als Schöpfer und Verwalter des kompletten Daseins der Menschheit sah. Das Protagoras die Götter nicht für reale Erscheinungen hielt, wird auch in dem Teil des Dialogs deutlich, indem er eine Schöpfungsgeschichte, den Mythos von Prometheus, als „Märchen“ betitelt (vgl. Prot320c).

2 Gliederung und Erläuterung der Rahmenhandlung des Dialoges Protagoras

Der Text, indem Platon die Auffassungen des Sophisten Protagoras erläutert, lässt sich in mehrere Sinnesabschnitte einteilen, die das Verständnis des Textes vereinfachen können. Dabei bilden zwei unterschiedliche Gespräche, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, zwei verschiedene Rahmenhandlungen.

2.1 Die erste Rahmenhandlung [309a-310a]

In diesem Teil wird ein Treffen des Sokrates mit einem nicht benannten Anhänger geschildert. Sokrates beginnt dieses Gespräch, indem er seinem Anhänger berichtet, wie es dazu kam, dass er Protagoras aufsuchte. Er macht dabei Anspielungen auf den Verlauf des Gespräches, zum Beispiel, dass er trotz der Anwesenheit des Schönlings Alkibiades, seine Konzentration nur auf das Gespräch mit Protagoras richten konnte (vgl. Pro 309a). Dies soll deutlich machen, wie fesselnd das Gespräch für ihn gewesen sein muss. Außerdem kann man in dieser Rahmenhandlung deutlich erkennen, wie Sokrates seinen Gesprächspartner Protagoras bewertet, indem er ihn den „ Weisesten, unter denen wenigstens, die jetzt leben“ (e.d.309d) nennt. Diese Aussage zollt dem Sophisten großen Respekt, der den meisten Sophisten jener Zeit verwehrt wurde. Dies lässt einiges auf das Ende des Gespräches deuten, das demnach sehr positiv, und für Sokrates wohl ein großes Ereignis zu sein schien.

2.2 Die zweite Rahmenhandlung [310a-314e]

Das Gespräch zwischen Sokrates und Hippokrates bildet die zweite Rahmenhandlung der Geschichte. Hippokrates, der Sohn des Appolodores, spielt hierbei die Rolle eines nach Wissen dürstenden Jünglings, der Sokrates darum bittet, ihn auf dem Weg zu Protagoras zu begleiten und für ihn ein gutes Wort einzulegen (vgl. e.d.310b). Hierbei wird deutlich, dass Hippokrates der Meinung ist, dass Geld alleine wohl nicht genügt um bei Protagoras als Lehrling angenommen zu werden. Er hofft aus diesem Grund, auf einen guten Zuspruch eines renommierten Philosophen wie Sokrates. Der Eifer und die Überschwänglichkeit des Hippokrates soll darauf hindeuten, wie berühmt der Weise Sophist Protagoras aus Abdera, von dem er unbedingt „weise gemacht“ werden möchte, zu dieser Zeit zu sein scheint (vgl. e.d.310d).

Der Begriff des „σοφός tritt hier zum ersten Mal auf. Hippokrates klärt Sokrates darüber auf, dass Protagoras von allen als der Intelligenteste gehalten wird und ihn aus diesem Grund intelligent machen könne (vgl. e.d.310e). Sokrates versucht diese Euphorie des Jünglings zu dämpfen, denn hier werden seine ersten Zweifel,die den Hauptaugenmerk des Dialoges bilden, deutlich. Sokrates Frage: „ Was aber überhaupt ein Sophist ist – das sollte mich wundern, wenn du es weist!“ (Pro e.d.312c), bildet den

Ausgangspunkt für das restliche Gespräch. Sokrates versucht nun im Laufe des Gespräches Hippokrates Willen, bei Protagoras in die Lehre zu gehen, zu erproben. Dabei leitet er ihn durch seine berühmte Dialogführung, der Mäeutik, nämlich jede Aussage hinterfragend, zu einer Antwort die Hippokrates sich am Ende selbst gibt. Immer wieder lässt sich die Frage ableiten: Was genau kann man von einem Sophisten lernen (vgl. e.d. 311b; 311e-312a; 312d; 312e).

Denn „ … um zu wem zu gelangen und was zu werden?“ (e.d. 311b) will Hippokrates zu Protagoras? Sokrates vergleicht zunächst die bezahlbaren Eigenschaften eines Arztes, Bildhauers und Dichter mit der Tätigkeit des Sophisten. Er fragt Hippokrates daraufhin, ob er vom Sophisten erwarte, dass dieser ihn ebenfalls zum Sophisten mache so wie ein Arzt jemanden lehrt ein Arzt zu werden (vgl. e.d.311c-d)? Hippokrates streitet dies natürlich ab und ist zudem auch noch etwas peinlich berührt. Hier wird die Tatsache offensichtlich, dass sich, zu dieser Zeit, einen Sophisten zu nennen wohl etwas war, für das man sich schämen musste und Hippokrates stellt an dieser Stelle klar, dass das nicht der Grund ist weswegen er zu Protagoras möchte (vgl. e.d.312 a-b). Hippokrates erkennt, dass das Lernen bei Protagoras wohl ein Lernen zu sein scheint, wie von einem Grammatik- oder Sportlehrer, nämlich zur Erziehung bestimmter Eigenschaften (vgl. e.d.312b).

In diesem Abschnitt geht es darum einen groben Überblick über das Vorwissen, das die beiden über den Beruf des Sophisten haben, und was dieser glaubt, gegen Bezahlung lehren zu können. Sokrates der um einiges erfahrener und weiser ist als der Jüngling Hippokrates, zeigt seine Zweifel am Berufszweig der Sophisten, da deren Tätigkeiten keine bestimmte Definition verfügen. Aus diesem Grund genügen Sokrates auch keine leichtfertigen und unvollständigen Antworten. Er durchschaut sehr schnell, ob der Jüngling verstanden hat worauf er sich bei den Lehren eines Sophisten einlässt und gibt nicht nach bis dieser selbst erkannt hat, worauf es ankommt, wenn man bei jemandem in die Lehre geht.

Er möchte wissen, welche Eigenschaft es ist, die man bei einem Sophisten erlernt. Hippokrates beschreibt den Sophisten als jemanden „… der in intelligenten Verfahrensweisen sachkundig ist“ (e.d.312c). Doch erst als Sokrates erklärt dass auch Maler oder Zimmermänner in ihren bestimmten Fächern sachkundig sind, versteht Hippokrates worauf er hinaus will. Sein letzter Versuch eine Erklärung abzuliefern, weswegen er so dringend zu diesem Sophisten möchte, nämlich weil dieser einen ‚gewaltig im Reden‘ mache, scheitert wiederum, da er nicht erklären kann worüber der Sophist fähig mache zu reden und womit genau er sich denn auskenne (vgl. e.d.312 d-e). Schlussendlich zeigt sich, dass Hippokrates nicht ausreichend begründen kann wieso er Protagoras aufsuchen möchte, denn er weiß nicht, worin der Sophist „… sachkundig ist und auch seinen Schüler dazu macht“ (e.d.312e). Diese Unklarheiten werden auch im Rest des gesamten Dialoges nicht verschwinden, denn wie Hippokrates an dieser Stelle, kann auch Protagoras selbst keine deutliche Antwort auf die Frage nach der Lehrbarkeit der Tugend geben. Doch genau diese Frage vermag das Gespräch der beiden zu klären.

Aus diesem Grund versucht Sokrates, dem Jungen Hippokrates klar zu machen, in welche Gefahren er seine Seele begibt, wenn er sie dem sophistischen Unterricht ausliefert. Denn die Seele ernährt sich doch von Kenntnissen, die dieser Sophist anpreist (vgl. e.d.313c). Aber ohne das Wissen über die Qualität dieser, sollte Hippokrates diese nicht leichtsinnig annehmen und so die Gefahr eingehen, sich seine Seele zu verderben (wie man sich den Magen mit schlechter Kost verderben kann) (vgl. e.d.313d-314b). Auf diese Weise macht Sokrates anschaulich, auf was genau zu achten ist, wenn man etwas begehrt zu lernen. Zunächst muss einem bewusst sein, was genau man lernen möchte, um im Anschluss überprüfen zu können, ob man dafür den richtigen Lehrer gewählt hat. Trotz dieser Erkenntnisse suchen Sokrates und Hippokrates den Sophisten Protagoras auf um zu klären, wie es im Einzelnen um die Lehren der Sophistenbestellt ist.

In diesem ersten Teil des Dialoges wird der Gesprächsstil Sokrates sehr deutlich. Die Mäeutik oder Maieutik (μαιευτική maieutikḗ) die man aus dem Griechischen mit dem Begriff der „Hebammenkunst“ übersetzen kann, soll metaphorisch das „Gebären“ einer Erkenntnis beschreiben. Diese didaktische Methode die Sokrates hier verfolgt, soll durch gezielte Fragen, seinen Schützling Hippokrates dazu veranlassen, die Einsicht über die Lehrinhalte eines Sophisten selbst zu „gebären“.

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Details

Seiten
19
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656692454
ISBN (Buch)
9783656695325
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275955
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,0
Schlagworte
Sophisten Protagoras Sokrates Gutsein Lehrbarkeit Antike Philosophie

Autor

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Titel: Sokrates' Dialog "Protagoras" und der Streit über die Lehrbarkeit des Gutseins zwischen Philosophen und Sophisten