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Unterrichtsstunde: Demokratie in der Kommune (Klasse 5)

Eine simulierte politische Auseinandersetzung am Beispiel einer öffentlichen Aussschusssitzung zur Verdeutlichung eines kommunalpolitischen Entscheidungsprozesses

Unterrichtsentwurf 2013 30 Seiten

Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1.1 Curriculare Legitimation der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1.2 Chronologische Darstellung der Stundenthemen mit inhaltlichen und didaktischem Schwerpunkt sowie dem angestrebten Kompetenzzuwachs
1.3 Didaktische Reflexion der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

2 Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde
2.1 Ziele der Unterrichtsstunde/angestrebter Kompetenzzuwachs
2.1.1 Schwerpunktziel
2.1.2 Teilziele
2.2 Zentrale didaktische und methodische Entscheidungen
2.2.1 Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler
2.2.2 Didaktische Entscheidungen
2.2.3 Methodische und mediale Schlüsselentscheidungen
2.3 Geplanter Unterrichtsverlauf

3. Literaturverzeichnis

4. Anhang

Teil 1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1.1 Curriculare Legitimation der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

Die Legitimation der Unterrichtsreihe “Demokratie in der Kommune“ lässt sich durch den Kernlehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen für das Fach Politik legitimieren. Die Thematik lässt sich dem Inhaltsfeld „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ zuordnen.[1]

Die Unterrichtsreihe ist darin dem inhaltlichen Schwerpunkt „Beziehungen zwischen Politik und Lebenswelt“ zuzuordnen. Die Auseinandersetzung mit diesem Bereich befähigt die Schülerinnen und Schüler Einsichten und Haltungen aufzubauen, die die Funktionen von Institutionen und Akteuren in Entscheidungsfindungsprozessen im kommunalen Rahmen ermöglichen.[2] Weiterhin legitimiert sich die Durchführung der Unterrichtsstunde durch den schulinternen Lehrplan der xy-Realschule.[3]

1.2 Auflistung der Stundenthemen mit Darstellung des inhaltlichen und didaktischen Schwerpunktes/ angestrebter Kompetenzzuwachs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Didaktische Reflexion der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

In der Unterrichtsreihe „Demokratie in der Kommune“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler in einem ersten Zugang mit den Handlungsspielräumen der Kommunen und der kommunalen Selbstverwaltung auseinander. Der Kerngedanke der Unterrichtsreihe ist es, den Schülerinnen und Schüler nicht nur in die Aufgaben und Grundfragen der Gemeindepolitik einen Einblick zu geben, sondern die Lernenden auch dazu motivieren, die eigene Gemeinde, ihre politischen Akteure und die aktuellen Probleme kennen zu lernen.

Zu Beginn der Reihe wird die Lerngruppe an die neue Thematik herangeführt. Mit Hilfe einer Mind-Map soll das Vorwissen zu kommunalpolitischen Bereichen aktiviert werden. Um an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen, soll durch den Einsatz von Bildern verschiedene Aufgabenbereiche der Kommune beschrieben werden. Dies soll zu der Erkenntnis führen, dass Kommunalpolitik im Leben der Lernenden eine entscheidende Rolle spielt.

Im Folgenden lernen die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Akteure in der Kommunalpolitik kennen. Dabei bilden der Rat, der Bürgermeister, die Versammlung und die Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Säulen des kommunalen Entscheidungssystems.[4] Erst im Verlauf der Unterrichtsreihe soll den Schülerinnen und Schülern bewusst werden, dass sie zusammenarbeiten und gemeinsam Entscheidungen treffen. Darüber hinaus bilden Einnahmen und Ausgaben einer Gemeinde einen entscheidenden Einfluss auf deren Politik und Handlungsspielraum. Dabei sollen die Einnahmequellen der Gemeinde erarbeitet werden und geklärt werden, mit welchen Mitteln die Gemeinden ihre Einnahmen erhöhen bzw. ihre Ausgaben senken können. Somit gelangen die Schülerinnen und Schüler zu der Erkenntnis, dass die Gemeinden mit einem Budget auskommen müssen und neue Einnahmequellen nur durch Steuern generiert werden können.

Durch das Rollenspiel „Was soll mit dem Grundstück der Stadt passieren?“ soll Kommunalpolitik für die Lernenden lebendig gemacht werden, um die Lernenden an die Problematik einer Entscheidungsfindung in der Kommune heranzuführen. Mit Hilfe des Rollenspiels erhalten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Einblicke in die alltägliche Arbeit von Politikerinnen und Politiker, sondern können diese konkret nachvollziehen. Durch die Abstimmung am Ende der Stunde mit Hilfe des Mehrheitsprinzips, soll den Schülerinnen und Schülern bewusst werden, dass für politische Entscheidungen in einem demokratischen System eine Mehrheit benötigt wird.[5]

Zum Abschluss des Themenbereichs setzen sich die Lernenden mit Möglichkeiten auseinander, die Kinder und Jugendliche besitzen, um politisch handeln zu können. Ergänzt wird dieser Handlungsbereich mit einer virtuellen Erkundungstour durch das Rathaus. Dabei können sich die Lernenden selbstständig über weitere Angebote informieren und selbst überprüfen sowie beurteilen, inwiefern ihre Kommune Möglichkeiten zur Partizipation anbietet.

Teil 2. Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde

2.1 Ziele der Unterrichtsstunde/ angestrebter Kompetenzzuwachs

2.1.1 Schwerpunktziel

Mit dieser Stunde möchte ich hauptsächlich erreichen, dass die Schülerinnen und Schüler sich handlungsorientiert mit unterschiedlichen Absichten zur Verwendung eines Grundstücks in der Stadt Dortmund befassen, um sich auf dieser Basis in arbeitsteiligen Gruppen auf Argumente einigen und die vorgegebene Meinung vertreten und erläutern können, so dass sie während der Ausschusssitzung ihren erarbeiteten Standpunkt vertreten und eine Einigung zwischen den Gruppierungen nicht erreicht werden kann, aber schlussfolgernd erkennen, dass in einer Demokratie nur über eine Mehrheit eine Entscheidung gefasst wird.

2.1.2 Teilziele

Die Schülerinnen und Schüler sollen…

- durch Bilder von der Stadt Dortmund an das Thema herangeführt und motiviert werden, indem sie in die Rollen von vier verschiedenen Gruppierungen (Jugendgruppe Skaterkids, Jugendgruppe Filmfreaks, Chefs der Firma Kinomax, Bürgerinitiative – Rettet den Park) schlüpfen.

- die unterschiedlichen Aussagen ( -Für den Bau des Spielplatzes- oder -Für den Bau des Kinos-) der beteiligten Gruppen erfassen, indem sie die relevanten Informationen aus den Sprechblasen filtern und auf dieser Grundlage Argumente entwickeln und diese stichpunktartig in eine Tabelle eintragen

- die Schwierigkeit einer politischen Entscheidungsfindung nachvollziehen, indem sie die entwickelten Argumente aus der Gruppenarbeit in die Diskussion miteinbringen und ihren Standpunkt argumentativ vertreten, wobei eine Einigung nicht erreicht wird und eine Abstimmung nach demokratischen Prinzipien zu einer Entscheidung führt

- als Beobachter der Sitzung den Präsentierenden ein Feedback geben, indem sie auf einem Beobachtungsbogen nach vorgegebenen Kriterien das Rollenspiel bewerten

- ihre Teamfähigkeit und Präsentationsfähigkeit verbessern, indem sie in den Arbeitsgruppen gemeinsame Lösungen erarbeiten und angemessen präsentieren

2.2 Zentrale didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde

2.2.1 Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2 Didaktische Entscheidungen

Die Gegenwarts-, Zukunfts- und exemplarische Bedeutung im Sinne Klafkis stellt neben der curricularen Legitimation der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge (1.1) eine weitere Legitimationsebene für das Thema dar.[6]

Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung

Die Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung des vorliegenden Themas erklärt sich dadurch, dass das Thema „Was soll mit dem Grundstück der Stadt passieren?“ nicht an Bedeutung für die Heranwachsenden verliert. Die Schülerinnen und Schüler kommen täglich mit kommunalpolitischen Entscheidungen in Berührung und sie bieten einen engen Bezug zur Lebenswelt der Lernenden. Kommunalpolitik spielt sich unmittelbar „vor der Haustür ab“. Die Möglichkeiten des Bürgerengagements zu kennen und im Unterricht zu erfahren sind wichtige Bausteine zum mündigen Bürger. Gerade die Möglichkeit, sich als Einwohner an den Diskussionen zu beteiligen, zeigt den Schülerinnen und Schüler, dass jeder Einfluss auf Politik nehmen kann.

Exemplarische Bedeutung

In der Unterrichtsstunde spielen die Lernenden eine Ausschussitzung nach und treffen eine Entscheidung. Die Diskussion über den Fall lässt die Schüler und Schülerinnen einerseits erfahren, dass der Konflikt aus unterschiedlichen Interessen der Betroffenen resultiert. Dabei sind diverse Entscheidungen denkbar. Die Lernenden erfahren, wie die Beteiligten ihre Interessen argumentativ vertreten, um in einer etwaigen Regelung möglichst starke Berücksichtigung zu finden. Dies stellt ein typisches Merkmal von demokratischen Entscheidungsprozessen dar. Daher steht der Entscheidungsprozess im kommunalpolitischen Raum beispielhaft für politische Entscheidungen im gesamten öffentlichen Raum und ist daher auf andere alltägliche Situationen übertragbar.

Didaktische Reduktion

Im Mittelpunkt der Stunde gewinnen die Lernenden Einblicke in die Schwierigkeit von kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen. Die Komplexität des Themas erfordert eine deutliche Reduktion des Stoffes, denn zum einen werden die Schülerinnen und Schüler mit allen Einzelheiten der Kommunalpolitik überfordert und zum anderen würde der zeitliche Rahmen der Unterichtsstunde nicht dazu ausreichen. Die Problematik wurde auf die Ebene der Lernenden übertragen.

Die qualitative Reduktion erfolgt durch die Begrenzung des Inhaltes auf eine exemplarisch ausgewählte Entscheidung „Was soll mit dem Grundstück der Stadt geschehen?“, die repräsentativ für die Vielzahl an kommunalpolitischen Entscheidungen im öffentlichen Raum steht. Dabei wurde der Inhalt so reduziert, dass nicht auf die Grundlage eines Entscheidungsprozesses, der Antrag, welcher aus den Reihen der Stadtverordneten kommt, eingegangen wird. Ebenfalls wird nicht die Vorberatung der Anträge in den zuständigen Fachausschüssen besprochen, die Änderungen an den Anträgen vornehmen kann.

Die quantitative Reduktion wird in unterschiedlicher Form vorgenommen. In der Erarbeitungsphase sammeln die Lernenden in ihrer Gruppe Argumente. An dieser Stelle wurde der Inhalt so reduziert, dass sich die Schülerinnen und Schüler auf die vier aussagekräftigsten Argumente einigen müssen. Während der Spielphase erhalten die Lernenden unterschiedliche Aufgaben. Die Zuschauer erhalten einen Beobachtungsbogen. Die Kriterien sind auf die Aufnahmefähigkeit der Schülerinnen und Schüler reduziert worden, um eine Überfrachtung zu vermeiden. Bei der Durchführung des Rollenspiels sind die beteiligten Personen nur auf wenige Rollen reduziert worden, um die Präsentation besser nachvollziehen zu können.

[...]


[1] Vgl. Kernlehrplan für die Realschule – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen. Politik, S. 18.

[2] Vgl. Kernlehrplan für die Realschule – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen. Politik, S. 19.

[3] Vgl. schulinterner Lehrplan für das Fach Politik.

[4] Hesse, Christine (u.A.): Kommunalpolitik, Bundeszentrale für politische Bildung(Heft Nr.: 242), Bonn, 2006. S.9.

[5] Hesse, Christine (u.A.): Kommunalpolitik, Bundeszentrale für politische Bildung(Heft Nr.: 242), Bonn, 2006. S. 14.

[6] Vgl. Meyer, Meinert A., Meyer, Hilbert: Wolfgang Klafki: Eine Didaktik für das 21. Jahrhundert? Basel 2007.

Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656701729
ISBN (Buch)
9783656703686
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275948
Institution / Hochschule
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, Gelsenkirchen; ehem. Studienseminar für Lehrämter an Schulen Gelsenkirchen
Note
2,0
Schlagworte
unterrichtsstunde demokratie kommune klasse eine auseinandersetzung beispiel aussschusssitzung verdeutlichung entscheidungsprozesses

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