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Gratifikationskrisen. Eine unterschätzte Gesundheitsgefahr für das Pflegepersonal an deutschen Krankenhäusern?

Studienarbeit 2014 23 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2. Fragestellung
1.3. Definitionen
1.3.1. Gesundheit
1.3.2. Distress
1.3.3. Gratifikationskrise

2. Darstellung der Ergebnisse
2.1. Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen von J. Siegrist
2.2. Anwendung des Modells auf Gesundheits- und Krankenpfleger in deutschen Krankenhäusern
2.2.1 Extrinsische Komponenten
2.2.1.1 Verausgabung
2.2.1.2 Belohnung
2.2.2. Intrinsische Komponenten
2.2.2.1 Verausgabung
2.2.2.2 Belohnung

3. Disskussion
3.1. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit
3.2. Reflexion des eigenen Vorgehens

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

Anlage 1

Anlage 2

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen

Abbildung 2: Herzinfarkt und psychosoziale Risikofaktoren

Abbildung 3: Berufliche Gratifikationskrisen und die Bereitschaft, den
Pflegeberuf aufzugeben

Abbildung 4: Belastungen durch Konfrontation mit Tod, Krankheit und
Leiden nach Fachbereichen

1. Einleitung

1.1 Ausgangslage

Die Arbeit, im Sinne einer Erwerbstätigkeit, ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Daseins und spielt eine wichtige Rolle auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit bei der Arbeit. Belastungen am Arbeitsplatz stellen folglich ein Gesundheitsrisiko dar und können deshalb als Determinanten für Gesundheit gesehen werden.

Im Gesundheitswesen zeigt sich aufgrund des steigenden Rationalisierungsdruckes und den Folgen der demographischen Entwicklung eine zunehmende Leistungsverdichtung. Der DAK Gesundheitsreport 2012 verzeichnet einen Höchststand an Krankmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre und fixiert alarmierende Zahlen für das Gesundheitswesen: Krankenstand 4,1% im Vergleich zum Durchschnitt aller Branchen mit 3,6%. trotz des in der Pflege typischen Präsentismus. (Vgl. DAK Gesundheitsreport 2012, S.7)

Neben den typischen Berufskrankheiten nimmt dabei vor allem die Zahl an psychischen Erkrankungen zu. Simon et al. (2005) verzeichnen alleine in deutschen Krankenhäusern, dass 36.4% des dort arbeitenden Pflegepersonals, typische Burnout Symptome aufweisen. Alleine in Deutschland arbeiten 1,21 Mio. Pflegekräfte davon rund 40% in Krankenhäusern (Vgl. Simon, M (2012),S.3+4)

Die möglichen Ursachen unterstehen einem breiten öffentlichen Diskurs und der Zusammenhang zwischen psychosozialen Arbeitsbelastungen und einem erhöhten Erkrankungsrisiko rückt zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Forschung. Das Wissen über die Entstehung von Krankheiten kann uns helfen präventiv vorzugehen, den Fokus auf die Gesunderhaltung zu legen, um den Krankenstand und die damit verbundenen wirtschaftlichen und individuellen Folgen, im Sinne der Nachhaltigkeit, zu verringern.

1.2. Fragestellung

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen: Gratifikationskrisen – eine unterschätzte Gesundheitsgefahr für das Pflegepersonal an deutschen Krankenhäusern?

Ich versuche eine mögliche Erklärung für die Krankheitsentstehung des Pflegepersonals in deutschen Krankenhäusern nach dem Modell von Johann Siegrist zu geben, in dem ich herausarbeite, welche belastenden Faktoren am Arbeitsplatz der Pflege zu einer Gratifikationskrise führen und folglich Auswirkungen auf die Gesundheit haben und wie diese gemessen werden können.

1.3. Definitionen

1.3.1. Gesundheit

Was ist eigentlich Gesundheit? Zahlreiche, meist disziplinäre Definitionen versuchen sich dem Konstrukt zu nähern aber es existiert bis heute keine allgemeingültige, anerkannte Definition, welche dem Begriff Gesundheit mit seinen verschiedenen Facetten, gerecht wird. Oft wird in der Literatur Gesundheit nur unreflektiert als Fehlen von Krankheit definiert. Im Hinblick auf den zunehmenden Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz möchte ich mich nachfolgend auf die vielschichtige Definition nach Hurrelmann stützen, welche in Anlehnung an die Definition der WHO Gesundheit als: „Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person (betitelt), der gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung im Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet.“ (Hurrelmann 1994, S.16-17)

1.3.2. Distress

Um das Modell der beruflichen Gratifikationskrise verstehen zu können, ist es notwendig nachfolgende Definitionsgrundlage zu kennen. Chronischer Distress in der Arbeitswelt kann als ein ursächlicher Faktor zur Krankheitsentstehung gesehen werden. Im Vergleich zum gesunden Eustress versteht man unter diesem Begriff in Anlehnung und Abgrenzung zu Selye (Vgl. Selye, H. (1973), S. 692-699) nach Siegrist „Stressoren, die als Bedrohung bzw. Herausforderung mit ungewissem Erfolg bewertet werden, begrenzt kontrollierbar, folglich schwer zu bewältigen sind und physiologische Aktivierungszustände provozieren.“ ( Siegrist, J. (1996), S. 36ff )

1.3.3. Gratifikationskrise

Ausgehend von der Definition des Distresses wird der Begriff der beruflichen Gratifikationskrise im gleichnamigen Modell von Johann Siegrist geprägt und impliziert die weit verbreitete Form niedriger beruflicher Statuskontrolle, welche durch ein Missverhältnis zwischen hoher erbrachter Arbeitsleistung und vergleichsweise niedriger erhaltener Belohnung vorliegt. (Vgl. Siegrist, J. (1996), S. 97) Folglich basiert es auf dem Prinzip der Reziprozität, welches fokussiert auf den Arbeitsvertrag, einen fairen gegenseitigen Austausch von Pflichten und Rechten fordert.

2. Darstellung der Ergebnisse

2.1. Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen von J. Siegrist

Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen, in der einschlägigen Literatur besser bekannt unter dem englischen Titel „ effort- reward imbalance model“ basiert auf soziologischen Theorien und misst psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz mit Hilfe eines Fragebogens zur Selbsteinschätzung. Dieses Analyseinstrument besteht in der Langversion aus insgesamt 22 Fragen, basierend auf drei Skalen, die anhand von Items nach dem Likert Verfahren beantwortet werden müssen. Sechs Fragen beziehen sich dabei auf die Skala Verausgabung, also die wahrgenommenen Anforderungen und weitere zehn Fragen werden gestellt um die erfahrene Belohnung anhand von drei Subskalen zu erfragen. Das fehlende Gleichgewicht wird in Form eines Verausgabung-Belohnungs-Quotienten dargestellt. In der dritten Skala wird zudem noch die berufliche Verausgabungsneigung anhand von sechs Fragen gemessen. Sie steht für die „psychischen Muster der Bewertung und Bewältigung von Anforderungen und Belohnungen.“ (Siegrist, J. (2010) S.14) Der ausführliche Fragebogen kann im Anhang auf S. 25-26 betrachtet werden.

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Details

Seiten
23
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656690085
ISBN (Buch)
9783656690054
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275836
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Schlagworte
Gratifikationskrise Pflege Gesundheit Burnout Überlastung Gesundheits- und Krankenpflege Stress Distress Belastung Arbeitsbelastung Risikofaktoren Pflegeberuf

Autor

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