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Untersuchung der zweiten Philippischen Rede

Angriff auf Antonius’ Konsulat. Lupercalia (84b – 87)

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Klassische Philologie - Latinistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Analyse der Paragraphen 84b – 87 der zweiten Philippischen Rede
2.1 Formale Analyse
2.1.1 Gliederung des Abschnittes
2.1.2 Sprachliche Analyse anhand verwendeter Stilistik, Wortwahl und Grammatik
2.1.2.1 Paragraph
2.1.2.2 Paragraph
2.1.2.3 Paragraph
2.1.2.4 Paragraph
2.2 Inhaltliche Analyse
2.2.1 Einordnung in den politischen Hintergrund // inhaltliche Dimensionen der Szene
2.2.2 Das Lupercalienfest

3. Schlussbemerkung

1. Einführung

Marcus Tullius Cicero – ein Name, welcher einem Studenten der klassischen Philologie zweifelsfrei ein Begriff ist und ihm im Laufe seines Studiums immer wieder begegnen wird. Der Grund dafür liegt in Ciceros immenser Bedeutung für die Antike und damit für die Wissenschaft der klassischen Philologie.

Als „Anwalt der Antike“ ging der Redner, Schriftsteller und Philosoph Cicero in die Geschichte ein und prägte schon zu Lebzeiten eine ganze Generation von Autoren.

In der folgenden Arbeit soll nun einen Ausschnitt der zweiten und längsten Rede eines seiner bedeutendsten Werke, der Philippischen Reden gegen Marcus Antonius, als Beispiel seiner rhetorischen Arbeit und seines Einflusses auf den geschichtlichen Verlauf der späten römischen Republik näher betrachtet werden.

Ihr Name „Philippicae“ ist „Ausdruck der Bewunderung Ciceros für den athenischen Redner Demosthenes“[1], der 341 v. Chr. seine eigenen philippischen Reden dem Widerstand gegen den makedonischen König Philipp widmete.

Von den in der Literatur vermuteten 17 Reden zählen heute 14 erhaltene in die Sammlung der Philippischen Reden.[2] Insofern erweist sich die Quellensituation, die der folgenden Arbeit zu Grunde liegt, als hervorragend, weil die Reden zu einem Großteil erhalten sind. Außerdem ist keine andere politische Persönlichkeit der Antike durch ihre eigenen Schriften so gut charakterisiert und nachvollziehbar wie Marcus Tullius Cicero, sowohl hinsichtlich biographischer Daten als auch geistiger und emotionaler Einstellungen. Im Besonderen unterscheidet sich die zweite Rede dieser Zusammenstellung von den restlichen 13, da sie als Einzige als Flugschrift konzipiert und niemals persönlich vor dem Senat gehalten wurde, aber dennoch den Charakter einer Senatsrede in sich trägt.[3]

Die Entstehungszeit der Philippischen Reden fällt in die Endzeit der römischen Republik. Die folgende Arbeit wird also neben dem politischen Hintergrund der zweiten philippischen Rede als Hauptteil eine sprachliche und inhaltliche Analyse ihrer Paragraphen 84b – 87 beinhalten und ihre Bedeutung für den gesamten Redeverlauf. Die Analyse wird sich an meinen eigenen Einschätzungen, dem vorhandenen Kommentar von Ramsey und einiger Hintergrundliteratur orientieren.

2. Analyse der Paragraphen 84b – 87 der zweiten Philippischen Rede

2.1 Formale Analyse

Zum ersten sollen nun die Paragraphen §84b - §87 der zweiten Philippischen Rede formal analysiert werden, was einer Gliederung des Abschnittes und einer sprachlichen Untersuchung bedarf.

2.1.1 Gliederung des Abschnitts

Der Paragraph 84 befindet sich im letzten Teil der Confirmatio der Rede. Cicero ist im vorhergehenden Teil der Confirmatio bereits aggressiv auf Antonius’ Ausschweifungen in Kindheit und Jugend und seine öffentliche Karriere während des Bürgerkrieges eingegangen. Zum letzten Angriff auf Antonius Konsulat geht er nun ab dem 80. Paragraphen über, wo sich auch der folgende Abschnitt befindet.

Die Paragraphen 84b – 87 lassen sich in vier große Passagen unterteilen. Den ersten Abschnitt beginnt Cicero, nachdem er in Paragraph 84a Antonius’ Verhalten und Einstellungen zur Konsulatswahl Dolabellas scharf kritisiert hat, mit einem einleitenden Zwischensatz:

„Sed ne forte ex multis rebus gestis M. Antoni rem unam pulcherrimam transiliat oratio, ad Lupercalia veniamus.“ (Z. 13-14)

Er fordert hier das imaginäre Publikum, d.h. die Senatoren, erneut auf, ihm ihre Aufmerksamkeit zu schenken, indem er auf die vermeintlich schönste Tat des Marcus Antonius verweist: „rempulcherrimam“ (Z. 13-14) und diese mit dem Ausdruck „ad Lupercalia“ (Z. 14) auch eindeutig benennt.

Die folgenden vier Sätze bilden den zweiten Teil des ersten Abschnittes:

„Non dissimulat, patres conscripti: apparet esse commotum; sudat, pallet. Quidlibet, modo ne nauseet, faciat quod in porticu Minucia fecit. Quae potest esse turpitudinis tantae defensio? Cupio audire, ut videam ubi rhetoris sit tanta merces, ubi campus Leontinus appareat.” (Z. 15-19)

Cicero spricht die Senatoren an dieser Stelle direkt an und verweist, indem er in der dritten Person von ihm spricht, konkret auf das Thema der Rede: Antonius. Auffällig sind hier zwei Begriffe, die Cicero wählt, um – in sehr ironischem Tonfall allerdings - Antonius’ Situation und Verhalten näher zu erläutern. Diese Begriffe gilt es zu klären. Die „porticus Minucia vetus“ wurde im Jahr 107 v. Christus von dem Konsul Marcus Minucius Rufus als Symbol seiner Siege über die Thraker gestiftet und befand sich auf dem Marsfeld.[4] Sie diente dem Zweck der Getreideverteilung, und, wie Cicero hier andeutet, zu seiner Zeit wohl ebenfalls den Volksversammlungen. Antonius hatte sich einmal, wie Cicero bereits zuvor ausgeführte, aufgrund von Trunkenheit auf der Porticus Minucia übergeben. Der zweite auffällige Begriff ist „campus Leontinus“. Dieser Fleck Erde befand sich im Norden der altgriechischen Stadt Leontini auf Sizilien und wurde Marcus Antonius Redelehrer Sextus Clodius von Marcus Antonius als Geschenk überlassen.[5]

[...]


[1] siehe Ramsey (2003), S.17: “…C.’s admiration for the Athenian orator Demosthenes”

[2] vgl. ebd., S. 14

[3] vgl. Giebel (2008), S. 192

[4] Vgl. Ramsey (2003), S. 283

[5] Vgl. Haase (1989), S. 85

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656689454
ISBN (Buch)
9783656689447
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275730
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,3
Schlagworte
untersuchung philippischen rede angriff antonius’ konsulat lupercalia

Autor

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