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Einstiegsstunde in das Themengebiet "Historischer Jesus"

Unterrichtsentwurf 2013 27 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Erschließung der didaktischen Situation

Erschließung des Unterrichtsthemas in seinem theologischen Sachzusammenhang und in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler

Didaktische Erschließung und Elementarisierung

Lernzielformulierung

Verlaufsplan der Unterrichtsstunde

Reflexion

Anlagen

Literaturverzeichnis

Einleitung

In dieser Stunde soll es um die Person Jesus Christus gehen. Dabei soll es zunächst nur um den historischen Jesus und nicht um bspw. den auferstandenen oder Jesus als den Sohn Gottes gehen. Durch die etatmäßige Lehrkraft erfolgte bereits in der Vorrangegangenen Stunde eine kleine Einführung zum Thema Jesus Christus, wel- ches eines der zentralen Themen des Lehrplans und vor allem auch das Thema des christlichen Glaubens darstellt. In der Vorrangegangenen Stunde fragte die Lehrper- son bereits einige Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler ab. Als Einstieg wur- den dazu auf einem Tisch verschiedene Jesusbilder ausgebreitet, von denen sich die Schüler zu zweit eines heraussuchen sollten, das ihrem persönlichen Jesusbild am ehesten entspricht. Im Anschluss sollten die Schüler das Bild beschreiben. Die Aus- wahl der Bilder reichte von dem leidenden Jesus, dem erhöhten Jesus bis hin zu Je- sus als dem guten Hirten. Danach fragte die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler über weitere Kenntnisse zu Jesus ab, z.B. zu Inhalten seiner Lehre.

In dieser Stunde soll an die vorangegangene Stunde angeknüpft werden und den Schülern ein Bild des historischen Jesus vermittelt werden. Darin soll es nicht um die Bearbeitung der „First, Second and Third Quest for the historical Jesus“ gehen oder ein Leben Jesu zu schreiben wie J.D. Crossan es in seinem Buch „The Historical Jesus: The Life of a Mediterranean Jewish Peasant“ beschreibt, sondern vielmehr darum anhand biblischer und außerbiblischer Zeugnisse ein Leben Jesu zu rekon- struieren. Als Grundlage für die gemeinsame Erarbeitung mit der Klasse dient ein Text aus dem Kursbuch Religion Oberstufe von Hartmut Rupp und Andreas Reinert.

Das Thema „historischer Jesus“ ist ein Teilbereich der Lehrplaneinheit 5.0 Jesus Christus - Leben und Botschaft, was ein Pflichtthema des Lehrplans für die Jahrgangsstufe I bzw. II ist. Ziel dieser Lehrplaneinheit ist es, den Schülern Wissen über historische Fakten zum Leben Jesu zu vermitteln, welche sich anhand der biblischen als auch außerbiblischen Zeugnisse rekonstruieren lassen.

Die Unterrichtseinheit ist für eine 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums konzipiert. Ich habe diese Klasse ausgewählt, da ich in dieser mehrere Stunden hospitiert und insgesamt 3 Einheiten unterrichtet habe, wodurch ich zumindest einen etwas besseren Eindruck von der Klasse gewinnen konnte und bspw. am Ende auch alle Namen der Schülerinnen und Schüler wusste.

Das Ergebnis der Stunde ist dann ein Zeitstrahl zum Leben Jesu auf dem wichtige Daten, wie die Taufe und die Kreuzigung markiert sind. Zusätzlich soll in die Zeit nach Ostern „hineingezoomt“ werden und ein zweiter Zeitstrahl mit den Ereignissen Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten erstellt werden. Damit soll von der Makroebene noch auf die Mikroebene gegangen und veranschaulicht werden, wie dicht die zentralen Ereignisse des nachösterlichen Jesu beieinander liegen. Dadurch kann man dann auch bereits einen Ausblick auf die nächsten Einheiten ge- ben bspw. zum Thema Auferstehung, zur Lehrplaneinheit 5.3 Jesus der Jude oder um in einen interreligiösen Dialog treten zu können zur Einheit 5.4 Jesus im Islam.

Erschließung der didaktischen Situation

1. Die Text-/Symbolkompetenz der Schüler der Klassenstufe

Bei der Klasse handelt es sich um eine 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums. Den Kurs evangelische Religion belegen 15 Schülerinnen und Schüler welche sich in 7 Jungen und 8 Mädchen aufteilen. In dieser Klasse gibt es im Fach der evangelischen Religionslehre mehrere Schüler mit einem stark ausgeprägten Interesse an Religion und Glaube im Allgemeinen, was sich in deren Noten widerspiegelt und ebenfalls einige im Notenbereich 3-4. Schlechte Schüler in den unteren Noten- bzw. Punktbe- reichen gibt es nicht. Da die Schule im Großraum Stuttgart liegt, gibt es in den meis- ten Klassen auch Schülerinnen und Schüler, die die BGG (Biblische Glaubensge- meinschaft) in Stuttgart, die größte Freikirche Deutschlands, besuchen. Dies wirkt sich dann natürlich auch auf die Mitarbeit im Religionsunterricht und den Religions- unterricht im Allgemeinen aus, da solche Schüler zumeist über ein sehr fundiertes Bibelwissen verfügen und auch zu ethischen Themen wie Abtreibung eine sehr klare und für Außenstehende vermeintlich konservative Haltung haben. Diese Klasse stellt hier aber eine Ausnahme dar, da kein Schüler dieser Gemeinde angehört. Die Klas- se arbeitet mündlich gut mit und beteiligt sich am Unterricht, sodass es sich anbietet mit ihr Inhalte gemeinsam zu erarbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler sind aufgrund ihrer Entwicklung in der Lage religiöse Symbole oder Bilder gut zu beschreiben und auch entsprechend zu deuten, was Sie zumindest in der vorangegangenen Stunde unter Beweis gestellt haben. Ebenfalls weisen sie ein gutes Textverständnis auf, sodass sich bei ihnen die Medien Bilder und Texte geradezu anbieten.

Betrachtet man die Stufen religiöser Entwicklung nach Fowler, dann befindet sich die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler in einem synthetisch-konventionellen Glau- ben. Dieser Glaube hat die Aufgabe verschiedene Werte und Informationen aus mehreren Interessensbereichen wie Familie, Schule, Freunde oder Medien zu ver- binden und somit eine Grundlage für das eigene Weltbild und eine eigene Ethik zu bilden. In dieser Stufe religiöser Entwicklung haben die Schülerinnen und Schüler eine Art Weltbild, eine nur bedingt gefestigte Kombination von Werten und Philoso- phien, welche allerdings nicht bewusst vorhanden sind, vielmehr wird in ihnen gelebt. Ein weiteres Merkmal dieser Stufe ist der Umgang mit andersdenkenden. Die Diffe- renzen werden als Unterschiede in der Art von Menschen erlebt und nicht als Unter- schiede innerhalb des Weltbildes.1

2. Voraussetzungen und Verortung des Themas im Lehrplan

Diese Stunde wurde als zweite Stunde des Pflichtthemas „5.0 Jesus Christus - Le- ben und Botschaft“ zu dem Unterpunkt der historische Jesus des Lehrplans für beruf- liche Gymnasien gehalten. Ebenso könnte man diese Einheit auch als Einstiegsstun- de durchführen. Das Ziel der Stunde ist es eine Biographie in der Form eines Zeit- strahls zu erstellen, wodurch der Punkt „Rekonstruktion seiner Biographie“ abge- deckt wird. In den folgenden Stunden kann man dann daran anschließen, indem man bspw. außerbiblische Quellen wie Flavius Josephus explizit behandelt.

[...]


1 Vgl. Fowler 2000, S. 191f

Details

Seiten
27
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656701705
ISBN (Buch)
9783656702115
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275570
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Theologisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Historischer Jesus Religionsdidaktik Uni Mannheim Wirtschaftsgymnasium Unterrichtsentwurf evangelische Religion Theologie

Autor

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