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Principal-Agent-Theorie. Probleme der Gestaltung von Anreizsystemen

Hausarbeit 2013 12 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Grundgedanke der Principal-Agent-Theori
2.1 Zielsetzung
2.1.1 First-best-Lösung als Utopie
2.1.2 Second-best-Lösung in der Realität
2.2 Agency-Kosten

3. Informationsprobleme
3.1 Adverse Selection
3.2 Moral Hazard
3.3 Hold Up

4. Lösen der Informationsprobleme
4.1 Lösungsansätze für Hidden Characteristics
4.2 Lösungsätze für Hidden Action bzw. Hidden Information
4.3 Lösungsansätze für Hidden Intention
4.4 Reputation als Lösungsansatz

5. Anreizsysteme
5.1 Aufgaben
5.2 Anforderungen bei der Gestaltung von Anreizsystemen
5.3 Kritik an der Gestaltung von Anreizsystemen

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

In der alltäglichen Praxis spricht man in der Regel nicht von einer Principal-Agent-Beziehung. Des Weiteren können sich die meisten Menschen, die sich nicht mit dem Thema beruflich befassen müssen, wenig darunter vorstellen, obwohl jeder von uns solche Beziehungen und dessen Probleme kennt. Ziel dieser Hausarbeit ist es, sowohl die Principal-Agent-Theorie, als auch die in ihr beinhalteten Probleme zu erklären. Das wahrscheinlich relevanteste Problem, dass wohl jeder von uns kennt, ist die fehlende Motivation etwas zu machen. Ist das Ergebnis seiner Bemühungen nur indirekt von Bedeutung auf die Auswirkungen für einen selbst, so verhält man sich wie ein Elektron: Man geht den Weg des geringsten Widerstandes. Weiß man jedoch vorher, dass man für die Leistung, die man bringt, belohnt wird, ist man doch meist viel motivierter und konzentrierter bei der Sache. Diese Art der Belohnung thematisiert auch die Principal-Agent-Theorie, bei der sie als motivationsförderndes Instrument zur Fokussierung unternehmerische Ziele dient. Man spricht dabei von Anreizsystemen. Dabei können nicht nur materielle, sondern auch immaterielle Güter eingesetzt werden.

2. Grundgedanke der Principal-Agent-Theori e

Die Principal-Agent-Theorie ist neben der Property-Rights-Theorie und der Transaktionskostentheorie eins von drei grundlegenden Modellen der Neuen Institutionenökonomik. Sie befasst sich mit der Beziehung zweier Vertragspartnern, dem sogenannten Principal (Auftraggeber) und dem Agent (Auftragnehmer). Im Wesentlichen ist dieses Verhältnis durch unvollständige oder asymmetrische Informationen gekennzeichnet. Daraus resultierend geht es in der Austauschbeziehung um Normen und den Vorteil, für denjenigen, der diese Normen brechen kann. Dabei treten für den Agenten Möglichkeiten auf opportunistisch zu handeln, da der Principal nur unvollkommen über die Absichten des Agenten informiert ist. Somit versucht der Principal-Agent-Ansatz diese Problematik der Informationsasymmetrie mit verschiedenen Instrumenten zu minimieren, um eine Beziehung beider Vertragspartner sowohl transparent, als auch das Nutzenniveau für beide gut zu gestalten. Derartige Principal-Agent-Beziehungen bestehen zum Beispiel zwischen Ärzten und Patienten, Versicherungen und Versicherungsnehmern, Aktionären und Vorständen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern.[1]

Die folgende Abbildung soll das Grundmuster der Principal-Agent-Beziehung vereinfacht darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grundmuster der Principal-Agent-Beziehung

Die Abb. 1 zeigt, dass zunächst vom Principal ein Auftrag ausgeht, wodurch der Agent einen strategischen Vorteil hat, da er einen Informationsvorsprung besitzt. Dies bringt ihm einen Handlungsspielraum ein, welchen er zur Maximierung seines Nutzens ausspielen kann. Demnach ergeben sich zwei Fragestellungen, die aufeinander aufbauen:

(1) Welche Probleme entstehen durch Formen der Informationsasymmetrie?
(2) Wie müssen Verträge aussehen, damit sie für beide Parteien annehmbar sind?

2.1 Zielsetzung

Ziel der Principal-Agent-Theorie ist es, den Agenten so zu motivieren, dass er im Interesse seines Principals handelt. Da sich die Interessen der beiden Parteien entgegenstehen, bedarf es der Nutzung verschiedenster Anreizmechanismen, wie zum Beispiel der Gewinnbeteiligung am Unternehmen.

2.1.1 First-best-Lösung als Utopie

Die First-best-Lösung bezeichnet in der Wirtschaft einen theoretisch vollständigen Vertrag. Ihr liegt völliges Wissen durch kostenlose Informationen vor. Somit gäbe es keinen Spielraum für die Vertragspartner anders zu handeln. Des Weiteren gäbe es auch keinerlei Motivations- oder Koordinationsprobleme und man könnte stets die effektivste Arbeitsteilung anstreben.

2.1.2 Second-best-Lösung in der Realität

Die Second-best-Lösung ist das tatsächlich realisierbare Ergebnis, welches vertraglich zwischen dem Agenten und dem Principal zustande kommt. Hierbei werden die ungleich verteilten Informationen berücksichtigt. Bei dieser Lösung geht man davon aus, dass die Agenten versuchen werden ihren diskretionären Handlungsspielraum auszunutzen und ihre Interessen vor denen des Principals stellen.

2.2 Agency-Kosten

Als Agency-Kosten werden im Allgemeinen die Summe der Bindungs- und Überwachungskosten zzgl. des Wohlfahrtsverlusts bezeichnet. Zu den Bindungs- oder Signalisierungskosten rechnet man alle Aufwendungen, die ein Agent betreibt, um die Informationsasymmetrie zwischen ihm und dem Principal zu minimieren. Beispielsweise können Arbeitszeugnisse als solche angesehen werden.[2] Unter Überwachungskosten versteht man die Ressourcenaufwendungen, die benötigt werden, um den Agenten zu überwachen.[3] Weiterführend kommt es zu Koordinations- und damit verbundenen Motivationsproblemen, da sich unvollständige Informationen aus dem lückenhaften Vertrag ergeben. Somit kommt es zu Wohlfahrtseinbußen, wenn der Agent nicht oder nur bedingt das Ziel des Principals verfolgt. Die Bindungs-, Überwachungskosten und der Wohlfahrtsverlust stehen in einer Trade-off -Beziehung zueinander.[4] So ist es möglich den Wohlfahrtsverlust durch erhöhte Überwachung zu verkleinern und die Überwachung durch Signalling des Agenten nachhaltig zu senken.

[...]


[1] Vgl. Vahs, D. (2012), S. 42.

[2] Vgl. Picot u. a. (2008), S. 95.

[3] Vgl. Erlei, M. (o. J.).

[4] Vgl. Picot u. a. (2008), S. 92.

Details

Seiten
12
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656683957
ISBN (Buch)
9783656683971
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275410
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Hagen
Note
1,7
Schlagworte
Principal-Agent-Theorie Prinzipal-Agent-Theorie Anreizsysteme Moral Hazard Prinzipal Agent

Autor

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Titel: Principal-Agent-Theorie. Probleme der Gestaltung von Anreizsystemen