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Unterrichtsentwurf zu Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter". Sprechgestaltungen im Text erkennen und benennen

Examensarbeit 2014 18 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2. Analyse der Lerngruppe und Lernsituation
2.1 Schulisches Umfeld
2.2 Bedingungen der Lerngruppe
2.3 Rahmenbedingungen
2.4 Lernstand der Lerngruppe

3. Sachanalyse
3.1 Zum Kinderbuch: Ronja Räubertochter

4. Analyse fachdidaktischer Aspekte
4.1 Bezug zum Bildungsplan 2004 für die Grundschule

5. Einordnung der Lernzeit in die geplante Unterrichtseinheit

6. Kompetenzen – Kriterien – kompetenzorientierte Lernziele – Indikatoren

7. Geplantes Lernszenario

8. Verlaufsplanung in Stichworten

9. Literaturverzeichnis

10. Versicherung

11. Anhang

2. Analyse der Lerngruppe und Lernsituation

2.1 Schulisches Umfeld

Ebersbach liegt südlich von Stuttgart. Die Hardtschule Ebersbach umfasst eine Grund- und Werkrealschule, sowie eine Förderschule. Der Leitsatz der Schule lautet: „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“. Rektor an der Hardtschule ist Herr Hirsmüller. Einzugsgebiete sind vorrangig die umliegenden Ortschaften wie Sulpach, Büchenbronn und Krapfenreut. Seit dem Schuljahr 2005/2006 ist die Hardtschule eine teilgebundene Ganztagesschule und bietet eine Betreuungsmöglichkeit von 8:00 bis 16:00 Uhr. Teilgebunden bedeutet, dass zu Beginn eines Schuljahres, die Schülerinnen und Schüler[1] sich verbindlich, für die Dauer von einem Schuljahr, anmelden. Für die Klassen 5/6 ist das Konzept der Ganztagesschule seit dem Schuljahr 2010/2011 verpflichtend. Kooperationspartner der Schule sind die Förderschule, die Außenklasse E der Vincentiusschule Donzdorf. Der Unterricht an der Schule findet in Blöcken statt. Der erste Block findet von 8:00 Uhr bis 9:30 Uhr statt, danach schließt sich die erste große Pause an. Der zweite Block beginnt um 9:50 Uhr und endet um 11:20 Uhr. Von 11:20 Uhr bis 11:40 Uhr findet eine weitere 20-minütige Pause statt. Der dritte Block dauert von 11:40 Uhr bis 13:10 Uhr. Der Nachmittagsunterricht beginnt ab 14:30 Uhr. Außer für die Pausen wurde die Schulglocke abgeschafft.

Die Grundschulklassen sind zweizügig und die Werkrealschulklassen sind ein- bzw. zweizügig. In der Mensa der Schule wird täglich ein warmes Essen angeboten. Den Kindern stehen dabei sogar drei Gerichte zur Auswahl, von denen eines vegetarisch ist.

Die Hardtschule bietet zudem für die Schüler der Grund- und Werkrealschule Montag- und Mittwochmittags verschiedene Freizeitangebote an. Die Grundschülerinnen und –schüler können zwischen Sportakrobatik, Klettern, Schule macht Spaß, Kreatives Arbeiten mit Stoff und Farbe, der Reit-AG oder Fußball auswählen.

2.2 Bedingungen der Lerngruppe

Die Klasse setzt sich aus insgesamt 20 Schülerinnen und Schülern zusammen, davon 8 Mädchen und 12 Jungen. Die Sitzordnung ist frontal ausgerichtet. Die Tische stehen in drei Reihen nebeneinander. Bei der Sitzplatzverteilung wurden die Wünsche der Kinder berücksichtigt. Ein klarer Vorteil bei dieser frontal gekennzeichneten Sitzordnung ist, dass die Kinder gut an die Tafel und zum Lehrer sehen können. Im hinteren Teil des Klassenzimmers ist ausreichend Platz für einen Stuhlkreis. Den Kindern gelingt es zumeist, zügig und ruhig einen Stuhlkreis zu bilden. Die Atmosphäre in der Klasse ist freundschaftlich und weniger von Konkurrenzdenken geprägt. Insgesamt kann die Klasse als lernfreudig und motiviert bezeichnet werden. Auch das Schüler- Lehrerverhältnis ist positiv. Die Schüler erledigen ihre Aufgaben gewissenhaft und halten sich an vereinbarte Rituale (z.B. Leisezeichen, Klingel) und Klassenregeln. Die Klasse zeigt kooperatives und soziales Verhalten. Die Schüler sind an Partnerarbeit gewöhnt und darin geübt. Bei Schwierigkeiten erklären sie einander Aufgabenstellungen und Sachzusammenhänge und tauschen sich gegenseitig aus. Die Lerngruppe ist gewohnt Arbeitsergebnisse vor der Klasse zu präsentieren, wobei sie in den meisten Fällen hoch motiviert ist.

2.3 Rahmenbedingungen

Das Klassenzimmer ist groß und verfügt über einen Laptop mit Internetanschluss und zudem einen fest installierten Beamer, einen CD-Player, ein Waschbecken, eine große Klapptafel sowie eine seitlich angebrachte Tafel. Des Weiteren ist das Klassenzimmer bunt dekoriert mit von den Schülern selbst gestalteten Plakaten und Bildern. Das vermittelt ein familiäres Gefühl. In dem hinteren Teil des Klassenzimmers befindet sich eine Sofa-Ecke für den Montag-Morgenkreis. Neben der Sofa-Ecke steht ein Regal mit vielen Kinderbüchern.

Das Klassenzimmer ist durch eine Tür mit einem weiteren Klassenzimmer verbunden, das jedoch frei ist und als Nebenraum für offene Unterrichtsformen genutzt werden kann.

Beim Klassenpflegschaftsabend wurde mehrheitlich beschlossen, dass die Schüler keine Hausaufgaben mehr aufbekommen. Die Eltern wünschten sich dies, da die Kinder zu wenig Freizeit hätten. Die zusätzlichen Übungsaufgaben werden in den dafür vorgesehenen fünf GTS Stunden in der Schule bearbeitet.

Zu Beginn des neuen Schuljahres wurde in der Klasse ein Regelsystem eingeführt. Die Namen der Schüler stehen an der linken Tafelseite unter einer Sonne. Bei der 1. und 2. Ermahnung wird das Kind, das gestört hat, auf die helle bzw. dunkle Wolke geschoben. Bei der dritten Ermahnung (Blitz) bekommt der Schüler einen Brief an die Eltern mit nach Hause. Am Ende der Woche bekommen alle Schüler die maximal auf der hellen Wolke oder auf der Sonne standen eine Sonne zum sammeln. Nach fünf Sonnen dürfen sich die Schüler eine kleine Überraschung aus der „Schatzkiste“ nehmen.

2.4 Lernstand der Lerngruppe

Das Lesen unbekannter Texte bereitet den meisten Schülern keine Probleme. Schwierig ist jedoch für einige Kinder nach wie vor die Sinnentnahme bei schriftlich gestellten Arbeitsaufträgen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die meisten der auftretenden Schwierigkeiten auf Nachlässigkeiten beim Lesen zurückzuführen sind. Da letztlich alle Jungen und Mädchen passable Leser sind, halte ich differenzierte Zugänge zu den Aufgabenstellungen für nicht erforderlich. Vielmehr werden die Schüler zur genauen und sorgfältigen Auseinandersetzung mit den Arbeitsaufträgen angehalten. Im Übrigen kann ich darauf vertrauen, dass sich die Kinder auch diesbezüglich gegenseitig helfen.

Die Klasse kann durchaus auf Erfahrungen mit Lesetechniken zurückgreifen. Die Informationsentnahme aus Texten erfolgte vor der geplanten Unterrichtseinheit dabei eher im Anwenden von technischen Lesestrategien. Die Schüler haben bisher Methoden und Techniken zur Arbeit am und mit dem Text kennen gelernt. Die Schüler können gesuchte Wörter in einem Text erkennen; angegebene Sachverhalte aus einer Textpassage erschließen; implizit im Text enthaltene Sachverhalte aufgrund des Kontextes erschließen; mehrere Textpassagen sinnvoll miteinander in Beziehung setzen.

Für die geplante Unterrichtsstunde können folgende Niveaustufen unterschieden werden:

Niveaustufe A

Der Text wird in verteilten Rollen gesprochen. Die Schüler finden zu meist passende Adjektive zur Beschreibung der Sprechstimmung.

Niveaustufe B

Der Text wird sinnbetont in verteilten Rollen gesprochen. Die Schüler finden ausdrucksstarke Adjektive zur Beschreibung der Sprechstimmung. Beim „hörenden Lesen“ achten sie auf eine lebendige Darbietung.

Niveaustufe C

Der Text wird sinnbetont und ausdrucksvoll in verteilten Rollen gesprochen. Die Schüler finden ausdrucksstarke Adjektive zur Beschreibung der Sprechstimmung. Der Zuhörer wird beim „hörenden Lesen“ in das situative Geschehen auf der „kleinen Bühne“ mit eingebunden, durch Blickkontakt und ein dramatisches Inszenieren.

Die vorliegende Unterrichtsstunde eignet sich sehr gut zur Differenzierung. Die Schüler können nach ihrem Lernstand den drei Niveaustufen zugeordnet werden. Die Zuordnung erfolgt durch den Lehramtsanwärter. Die Schüler der Niveaustufe A und B bekommen ein Arbeitsblatt mit teilweise vorgegebenen Sprechstimmungen und bereits eingetragener Sprechform. Die Schüler der Niveaustufe C bekommen das Arbeitsblatt mit einem Beispiel für die Sprechstimmung und zwei Beispielen bei der Sprechform.

3. Sachanalyse

Die Unterrichtseinheit hat das Ziel die Schüler zu mündigen Theatergängern heranzubilden (Paule 2009, S.112).

Ein Dramentext ist ähnlich wie eine Theateraufführung performativ, das heißt seine Äußerungsakte müssen beim Lesen als Sprechhandlungen rekonstruiert werden (Lösener 2008, S.69). Genau das ist es aber, was den Schülern zu schaffen mache, „die Eigenart des Dramas, ‚gesprochene Handlung zu sein […], die vertrackte Kombination von Rede und Tun, bei der sich das Tun hinter der Rede verbirgt.’“ (Lösener 2008, S.69 zit.n. Frommer). Hans Lösener geht davon aus, dass es im Text eine implizite Inszenierung geben muss, die beim Lesen innerlich umgesetzt wird. Diese implizite Insznierung bildete die entscheidende intermediale Schnittstelle zwischen Dramentext und Theateraufführung (Lösener 2008, S.67). Lösener spricht von einer intermedialen Lektüre, also ein Lesen, „das das Gelesene zugleich hört und sieht, körperlich nacherlebt und mental inszeniert und dadurch die Brücke zu anderen medialen Realisierungen schlägt.“ (Lösener 2008, S.70).

[...]


[1] Der Einfachheit halber bezeichnet „Schüler“ im Folgenden Jungen und Mädchen.

Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (Buch)
9783656679318
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275277
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GWHS) Nürtingen
Note
2
Schlagworte
schülerinnen schüler dialogtext ronja räubertochter astrid lindgren sprechgestaltungen text

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