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Green Meetings und Events. Wettbewerbsvorteil oder Alibi?

Hausarbeit 2011 23 Seiten

BWL - Unternehmensforschung, Operations Research

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Green Meetings & Events
2.1 Begriffserklärung
2.2 Organisation und Planung von Green Meetings & Events
2.3 Analyse der Chancen und Risiken von Green Meetings
2.4 Nachhaltigkeitszertifikate für Veranstaltungen
2.4.1 ISO 14001
2.4.2 ÖKOPROFIT
2.4.3 Green Globe
2.4.4 Global Compact
2.5 Grüne Best Practice Beispiele

3 Greenwashing - das grüne Alibi
3.1 Begriffserklärung und Beurteilung
3.2 Beispiel von Greenwashing

4 Green Meetings und ihre Zukunft

5 Fazit - Wettbewerbsvorteil oder Alibi?

III Literaturverzeichnis

II ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Chancen und Risiken aus Unternehmenssicht

Abbildung 2: ÖKOPROFIT Patnerschaft

Abbildung 3: Entwicklungsstufen bei ÖKOPROFIT

Abbildung 4: 10 Prinzipien des Global Compact

Abbildung 5: Anteil von Green Meetings nach Regionen

Abbildung 7: Veranstaltungsticket der Bahn

Abbildung 8: Was ist wichtig bei der Standortwahl? Nach Region

Abbildung 9: Gibt Kriterien für Green Meetings und bringen Green Meetings höhere Teilnahmegebühren

1 Einleitung

Nachhaltigkeit ist der Begriff des 21. Jahrhunderts. In allen Lebensbereichen gewinnt der Begriff eine immer größer werdende Bedeutung. So ist es nicht weiter verwunder- lich, dass auch im Kongress und Eventbereich immer mehr Veranstalter, aber auch Veranstaltungsorte, über eine grünere und umweltfreundlichere Ausrichtung ihres An- gebotes nachdenken. In dieser Arbeit soll darauf eingegangen werden welche Möglich- keiten es gibt eine nachhaltige Veranstaltung zu organisieren und welche Aspekte da- bei beachtet werden müssen. Danach sollen verschiedene Unternehmen in Augen- schein genommen werden, die Green Meeting Konzepte anbieten. Es ist wichtig diese genau zu betrachten, da nicht alles nachhaltig ist, was sich grün nennt. Hierbei soll die Problematik des Greenwashings genauer betrachtet werden. Im darauf folgenden Ab- schnitt soll der Blick in die Zukunft gerichtet werden und analysiert werden, wie sich Green Meetings in der Zukunft entwickeln werden und welche Faktoren mit der Wei- terentwicklung einhergehen. Im letzten Abschnitt soll ein Fazit gezogen werden, in dem bewertet werden soll, ob das nachhaltige Denken Teil der Unternehmensphiloso- phie wird oder nur ein Alibi ist, damit mehr Kunden angelockt werden und das Gewis- sen erleichtert wird.

2 Green Meetings & Events

2.1 Begriffserklärung

Zu Beginn sollte erst geklärt werden, was Green Meetings oder Green Events sind. Es wird klar, dass es grundsätzlich keine eigene Definition gibt. Jeder hat eine eigenen Vorstellung von der Bedeutung des Begriffes Green Meetings. Die Vorstellungen, die wahrscheinlich die Mehrheit mit dem Begriff assoziiert, sind Events oder Kongresse die auf Umweltfreundlichkeit ausgelegt sind. Jedoch fällt es an dieser Stelle schon den meisten Experten schwer zu sagen was umweltfreundliches Verhalten bei Events bedeutet und wie dies möglicherweise umgesetzt werden kann.

Es wird also klar, dass der Begriff der Green Meetings sehr schwierig zu definieren ist. Daraus folgt, dass auch viele Veranstalter dem Problem gegenüberstehen für sich selbst festzulegen versuchen, wie ihre Grüne Veranstaltung auszusehen hat. Daraus können sich viele Problematiken ergeben, die im in dieser Arbei weiter erklärt werden.

Die beste Definition für Green Meetings wird von dem Unternehmen my green meeting gegeben. Es ist unumstritten, dass alles was wir Menschen auf der Welt tun einen Ein- fluss auf Natur und Umwelt hat, das heißt auch Events und Meetings. Bei diesen ist der Haupteinflussfaktor der Transport beziehungsweise die Beförderung der Teilnehmer zum Veranstaltungsort. Aber auch andere Faktoren wie die Technik, das Catering oder die Freizeitaktivitäten während des Events spielen eine große Rolle. Bei Green Meetings wir im Vorfeld überlegt an welchen Stellen CO2 eingespart werden können. Dafür wird regelmäßig ein Carbon Footprint erstellt. Falls an gewissen Stellen keine Möglichkeit für die Einsparung von CO2 gibt, sollte über die Kompensation durch anerkannte CO2- Kompesationsprojekte nachgedacht werden. So kann der Einfluss der Veranstaltung auf sein Minimum reduziert werden.1

2.2 Organisation und Planung von Green Meetings & Events

Wenn eine Veranstaltung auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein soll, sind vor allem in der Planung und Organisation wichtige Aspekte zu beachten. Es ist wichtig, dass alle mög- lichen Einflüsse, die durch das Event auf die Umwelt wirken, erfasst werden und über Alternativen zur Reduzierung nachgedacht wird. Es gibt viele Aspekte die hierbei eine Rolle spielen und auf welche bei der Planung und Organisation besonders geachte werden sollte. Insgesamt gibt es sechs Aspekte die bei der Planung eines nachhaltigen Events beachtet werden sollten.2

Der erste Aspekt ist der Transport zum und die Mobilität am Veranstaltungsort. Es ist wichtig, dass bei der Organisation darauf geachtet wird, wie gut der Veranstaltungsort mit der Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Darüber hin- aus sollte bei der Organisation darüber nachgedacht werden, ob ein Kombi-Ticket in Zusammenarbeit mit der Bahn angeboten wird.3 Des Weiteren sollte darüber nachge- dacht werden, wie die Mobilität am Veranstaltungsort gesichert wird. Zum Beispiel könnten Fahrräder angeboten um vor Ort mobil zu sein. Allein dadurch kann schon viel CO2 eingespart werden. Außerdem kann durch innovative Transportmittel beim Event selbst der Erlebnischarakter der Veranstaltungen erhöht werden. Solch ein Transport- mittel könnte zum Beispiel ein Segway sein, was viel Spaß bietet und darüber hinaus grundsätzlich emissionsfrei ist.

Ein weiterer Aspekt der bei einem Event eine große Rolle spielt, ist die Entstehung von Abfall und der Umgang mit diesem. Egal ob nachhaltiges oder traditionelles Event, bei beiden ist Abfallmanagement ein wichtiger Aspekt. Es gibt die Möglichkeit der Abfall- vermeidung und des Recyclings. Besonders bei grünen Events sollte sich über diese Aspekte genauer Gedanken gemacht werden. Um herauszufinden wie Abfall vermieden werden kann, sollte zuerst überlegt werden wo überall Abfall entsteht auf einem Event. Es wird schnell klar, dass von der Verpackung der eingesetzten Materialien über die verwendeten Papiertischdecken bis hin zu Papptellern und -gläsern, viel Potential für Einsparungen besteht. Es ist aber verständlich, dass Abfall nicht hundertprozentig ver- mieden werden kann. Also sollte der entstandene Abfall recycelt werden. Hieraus ha- ben der deutsche Chemiker Michael Braungart und amerikanische Designer William McDonough das Cradle to Cradel (Wiege zu Wiege) kurz C2C-Konzept entwickelt. Die verwendeten Produkte sollen, nach dem Lebenszyklus, als Grundlage für neue Produk- te dienen und wieder in den Herstellungsprozess eingeführt werden.4 Es soll nicht nur ein Recycling, sondern ein „Upcycling“ stattfinden. Wenn ein Unternehmen diesem Prinzip folgt, erhält es das C2C Zertifikat. Momentan gibt es in Deutschland jedoch nur wenige Unternehmen die C2C Produkte anbieten.5

Der nächste Aspekt der bei nachhaltigen Events beachtet werden sollte, ist das Cate- ring mit Essen und Getränken. Hier geht es primär darum Caterer zu verwenden, die zum einen ökologische und biologische Produkte verwenden. Zum anderen spielt aber bei der Nachhaltigkeit die Länge des Transportweges eine besonders wichtige Rolle. Je kürzer die Strecke ist, die ein Produkt transportiert werden muss, desto weniger CO2 wird ausgestoßen. Daraus resultieren zwei Dinge. Erstens sollte der Caterer sich in der Nähe des Veranstaltungsortes befinden, damit die fertigen Produkte nicht weit geliefert werden müssen. Viel wichtiger ist jedoch der zweite Punkt, dass die verarbeiteten Pro- dukte aus der Region stammen und nicht von beispielsweise Anbietern aus dem Aus- land eingekauft werden.

Der vierte Aspekt ist die Verwendung von Druckereien. Als erstes ist es wichtig darauf zu achten, dass so wenig Papier wie möglich verwendet wird. So sollte nicht an alle potentiellen Teilnehmer ein Brief mit Flyer geschickt werden. Viel ökologischer und auch einfacher ist es bei der Organisation Mails an ehemalige Teilnehmer zu schicken und den Flyer anzuhängen. Dadurch wird viel Geld und gleichzeitig viel Papier gespart. Auch bei den Eintrittskarten sollte auf Papier verzichtet werden. An manchen Stellen ist das Verzichten auf Papier jedoch nicht möglich. In diesem Fall sollte die Druckerei da- nach ausgesucht werden die Grüne Lösungen anbietet. Zum Beispiel kann durch ver- schiedene Methoden viel Druckertinte gespart werden. Außerdem sollte nur Tinte ver- wendet werden, die auch ökologisch abbaubar ist.

Ein weiterer Aspekt, der bei der Planung eines Green Meetings beachtet werden sollte, ist die Veranstaltungstechnik. Normalerweise wird bei der technischen Ausstattung einer Veranstaltung Unmengen von Strom unnötig verbraucht. Das Licht in den Räu- men bleibt dauerhaft an, Beamer und Overhead Projektoren werden rund um die Uhr angelassen. Hieraus ergibt sich dementsprechend viel Einsparungspotential. Es beginnt mit den einfachsten Dingen, wie dem Ausschalten des Lichtes. Darüber hinaus gibt es aber auch die Möglichkeit, technische Ausstattung gegen eine energiesparende Varian- te auszutauschen wie beispielsweise LEDs statt herkömmlichen Glühbirnen.

Nachdem all diese Maßnahmen getroffen wurden um eine nachhaltige Veranstaltung auszurichten sollte darüber hinaus noch über die Investition in CO2 Kompensationsprojekte nachgedacht werden. So kann eine vollkommen emissionsneutrale Veranstaltung entstehen. Wichtig ist hierbei, dass ausgeschriebene und vor allem zertifizierte Projekte genutzt werden, wie beispielsweise die Aufforstung von Wäldern.

Insgesamt bedarf es bei der Veranstaltung von Green Meetings einer genauen Planung unter Beachtung aller oben genannten Aspekte. Doch auch bei einem normalen Event muss ein Großteil dieser Aspekte beachtet werden. So ist es nicht zwingend der Fall, dass die Planung eines Green Meetings einen höheren Aufwand bedeutet. Außerdem sind nachhaltige Events nicht unbedingt teurer als normale Events, da sich durch die ökologische Ausrichtung viele Geldeinsparungen ergeben.

2.3 Analyse der Chancen und Risiken von Green Meetings

Nachdem nun genauer beleuchtet wurde welche Aspekte beachtet werden müssen, wenn ein Green Event veranstaltet werden soll, wird nun auf die Chancen und Risiken eingegangen, die daraus für Unternehmen entstehen. In der heutigen Zeit stellt sich jedes Unternehmen ab einem gewissen Zeitpunkt die Frage, ob es grüne Konzepte oder Lösungen anbieten möchte. In der unten stehenden Grafik werden die Chancen die durch Green Meetings entstehen, den Einstiegsbarrieren gegenübergestellt. Man- che sind jedoch nur Scheinrisiken und werden häufig als Ausrede genutzt, um den meist unwissenden Kunden zu erklären, warum sie nicht grün sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Chancen und Risiken aus Unternehmenssicht

Auf der linken Seite sind die möglichen positiven Faktoren dargestellt. Der erste wichtige Punkt, weshalb sich so viele Unternehmen für nachhaltige Konzepte entscheiden ist das gute Gefühl, etwas für Natur und Umwelt zu tun. Die Unternehmen können sich als „Helden“ präsentieren und erhalten Anerkennung durch Kunden oder die Presse. Problematisch ist hierbei, wenn es sich hierbei um kein reales, sondern nur eine marketingwirksames Umdenken handelt. Es kann zum Greenwashing kommen. Diese Problematik wird im Laufe der Arbeit weiter erläutert.

Ein weiter positiver Aspekt, der sich bildet, ist dass Kosten eingespart werden können. Durch den Versand von Mails statt Briefen kann beispielsweise schon viel Papier und Porto gespart werden.

[...]


1 http://www.my-green-meeting.de/de/wissenswertes/wie-wird-ein-meeting-zum-green- meeting.html

2 S.4f http://www.gcb.de/pdf/Broschuere_mygreenmeeting.de.pdf

3 S. 10, http://www.gcb.de/pdf/Broschuere_mygreenmeeting.de.pdf

4 Jones 2010, S. 237f

5 S. 7, http://www.gcb.de/pdf/Broschuere_mygreenmeeting.de.pdf

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656679233
ISBN (Buch)
9783656679196
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275119
Institution / Hochschule
International School of Management, Standort Dortmund
Note
2,0
Schlagworte
Eventmanagement nachhaltige Events Green Meeting Green Event

Autor

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Titel: Green Meetings und Events. Wettbewerbsvorteil oder Alibi?