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Die Sexualpädagogik am Beispiel von Summerhill

Eine kritische Betrachtung der antiautoritären Erziehung Alexander Sutherland Neills

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 25 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Gesellschaftliche Hintergründe
2.2 Das Menschenbild Neills: Der Glaube an das gute Kind

3 Analyse
3.1 Onanie
3.2 Homosexualität
3.3 Sexualspiele, Schwangerschaft
3.4 Aufklärung
3.5 Nacktheit

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Lars hat sich in sein Zimmer zurückgezogen. Als seine Mutter unerwartet das Kinderzimmer betritt, erwischt sie ihn beim Onanieren und der kleine Junge bekommt es mit der Angst zu tun. Seine Mutter ist außer sich und greift hastig ein: „Was machst du da? Das ist ja ekelhaft! Hör sofort auf damit! Willst du dumm und verrückt werden?“ Sie schlägt ihm auf die Hände. „Hör auf damit, sagte ich! Sag mal, spinnst du? Ich kann`s ja gar nicht glauben. Du bist krank! Geh dich waschen! Mach so weiter, dann bleibst du für immer kleinwüchsig! Ich will das nicht noch einmal sehen! Hast du mich verstanden? Du hast jetzt erst einmal Hausarrest, bis du über dein Handeln nachgedacht hast!“

Wir leben in einer Zeit, in der sexuelle Darstellungen in der Öffentlichkeit weit verbreitet sind.[1] Sexualität[2] wird durch Medien vergesellschaftet und ist aus der eigenen Umwelt nicht mehr wegzudenken. Dennoch fällt es den meisten Menschen offensichtlich schwer, über Sexualität, insbesondere über die eigene, zu reden. Das Thema ist mit Zwängen und Tabus belegt. Es löst häufig Empörung und Scham aus, über sexuelle Inhalte zu sprechen. Diese Scham führt zu Sprachlosigkeit, Unsicherheit und zur Vermeidung entsprechender Situationen. Die Folge ist, dass Fehlinformationen, Irrtümer und Halbwahrheiten unter den Kindern kursieren, da sie nicht selten durch ihre Freunde statt durch ihre Eltern aufgeklärt werden. Diese leisten ihren Sprösslingen kaum Hilfestellungen und warten passiv auf Fragen seitens der Kinder. Eine angemessene Vorsorge vor Schwangerschaften oder Geschlechtskrankheiten ist somit nicht gewährleistet.

Da Sexualerziehung offensichtlich ein sensibles Thema zu sein scheint, bei dem ständig Fehler unterlaufen und mich das Thema aufgrund meiner frühreifen Stieftochter unmittelbar betrifft, habe ich mich näher mit Alexander Sutherland Neills Einstellung zur Sexualität in seiner antiautoritären Erziehung befasst. Er vertritt seinerzeit eine neuartige Ansicht bezüglich des angemessenen Umgangs mit der Sexualität und steht symbolisch für eine freiheitliche Sexualpädagogik.[3]

Ziel dieser Hausarbeit ist es, Neills Auffassungen zur Sexualpädagogik zu analysieren und auf fragwürdige Aspekte hin zu überprüfen. Hierbei sollen alle relevanten Punkte nacheinander angesprochen werden, mit Ausnahme des Themenbereiches Religion, welche in diesem Zusammenhang zwar höchst interessant, aber aufgrund von Platzmangel nicht diskutiert werden kann. Zunächst müssen für das Leserverständnis Grundlagen geschaffen werden. Darauf aufbauend werden im Hauptkapitel die Ansichten Neills zur Onanie, Homosexualität, Sexualspiele, Schwangerschaft, Aufklärung und Nacktheit wiedergegeben. Ein Resümee fasst alle wichtigen Ergebnisse zusammen.

2 Grundlagen

2.1 Gesellschaftliche Hintergründe

„Mitten hinein in die Auseinandersetzung mit Studentenunruhen und Hochschulreformen, mit Schülerrebellion und Demokratisierung der Schule, mit der allgemeinen Erziehungskriese und der antiautoritären Erziehung platzte bei uns ein Taschenbuch mit dem Titel >Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung<.“[4] Das Buch sollte in den USA ein durchschlagender Erfolg werden und eine außerordentlich lebhafte Diskussion auslösen.[5] Die „sexuelle Revolution“ der 60er Jahre brachte Veränderungen des Sexualverhaltens hervor, die sich durch die wachsende Bereitschaft der Frauen, sich auf flüchtige sexuelle Beziehungen einzulassen, ausgelöst wurde. Die kulturelle Haltung gegenüber dem Ausdruck von Sexualität hatte sich grundlegend verändert.[6]

Als Neill im Jahre 1921 seine Internatsschule Summerhill im englischen Lyme Regis (Suffolk) gründete, schwebte ihm die Idee einer völlig freien Erziehung ohne sexuellen Tabus, auferlegten Zwängen und Einschränkungen vor Augen. Ordnung und Disziplin sollen zum Vorteil der Freiheit und des Glückes, Bestrafung zugunsten des Verständnisses und autoritäre Lenkung zugunsten der kindlichen Selbstbestimmung aufgegeben werden. In dieser revolutionären Internatsschule wurde nach völlig neuartigen Grundsätzen erzogen. Neill wollte dem Kind bei seiner Entwicklung jede Freiheit lassen und hierbei die Autorität der Erwachsenen zum Schwinden bringen.[7] Daher legte er auf Zensuren, Prüfungen, Hausarbeiten[8] und Unterricht keinerlei Wert. Bei Letzterem war der Besuch sogar freiwillig. Angesichts des offenen Umgangs bezüglich der Sexualität stellt sich nun die Frage, ob Summerhill tatsächlich eine Schule sein kann. Der Autor räumt diesem Thema zumindest in seinem Buch einen breiten Raum ein, aber ist Summerhill tatsächlich ein Ort an dem Sex eine so große Rolle spielt? Um Neills Auffassung besser verstehen zu können, ist es unumgänglich sich zunächst mit seinem Menschenbild näher zu befassen. Was bedeutet es für Kinder und Lehrer, in Summerhill zu lernen, lehren und zu leben?

2.2 Das Menschenbild Neills: Der Glaube an das gute Kind

Neill glaubte an das Gute im Kind,[9] auch wenn er sich in Summerhill auf Problemkinder spezialisierte, welche an anderen Schulen durch ihr asoziales und passives Verhalten auffielen.[10] Er war überzeugt davon, dass sie im Stande der Unschuld geboren werden.[11] Der Ursprung ihrer Schwierigkeiten liege nicht in ihnen selbst, sondern in der schlechten Gesellschaft.[12] Es bedürfe weiter nichts, als sie gegen diese Gesellschaft (Einflüsse durch Lane, Adler[13] und Reich) in Schutz zu nehmen und sich gegen sie auf die Seite des Kindes zu stellen.[14] Nicht schlechte körperliche oder seelische Anlagen verderben das Kind, sondern die Schlechtigkeit der Welt, die moralische Erziehung der Eltern und Lehrer[15].[16] Altkonservative Erziehungsziele wie Gehorsam, Kriegstauglichkeit und althergebrachte Ausprägungen von Möglichkeitsidealen führen dazu, dass das Gute im Kinde nach und nach abgetötet wird.[17] Dies sei nach Neill Mitursache für die Weltkriege und den Holocaust.[18] Kinder sind von Natur aus lernwillig und saugen von sich aus das nötige Wissen neugierig auf. Sie entfalten das in ihnen angelegte Gut voll, wie es ihrer Bestimmung entspricht, wenn sie nicht von Erwachsenen unterdrückt, gar gezwungen[19] oder beeinflusst werden.[20] Kinder sind ohne Fehl und Makel und durchaus Fähig Mitleid und Herzlichkeit zu empfinden sowie von Natur aus verständig und realistisch. Nach Neill gibt es weder einen kriminellen Instinkt noch irgendeine natürliche Neigung zur Böswilligkeit im Kinde.[21] An dieser Stelle möchte ich Erich Fromm zitieren, der Neills radikal freiheitliches[22] Kindheitsideal, wie ich finde, am schönsten wiedergibt:

„Neills Hauptziel ist es, Kinder heranzuziehen, die lebendig sind, innerlich aktive Menschen, nicht passive Zuschauer und Konsumenten. Für ihn hat Erziehung nur einen Zweck: Leben. Intelligenz, Geschick, geistiges Niveau, Kreativität sind durchaus wertvoll. (…) Sie sollten das Leben nicht beherrschen dürfen. (…) Neills Erziehungsziel ist der gute Mensch.“[23] Seine Aufgabe sei es, „(…) Kinder großzuziehen, deren Lebensziel es ist, mehr zu sein, und nicht, immer mehr zu haben, immer mehr zu konsumieren.“[24] „Neills Grundmaxime ist nichts anderes als Liebe zum Leben[25] (Hervorhebung v. Verf.).

Selbstverständlich wurde Neill aufgrund seines Menschenbildes häufig kritisiert. So warf man ihm beispielsweise vor, er würde zwar Kinder lieben, die Eltern und Erwachsenen hingegen verdammen und sie schlicht und einfach als dumm und schlecht bezeichnen.[26] Seine Sicht auf eine ausschließlich problematische Menschheit sei daher zu einseitig. An anderer Stelle heißt es: „Die Vorstellung, daß das Kind von Geburt an böse sei und befleckt von der Ursünde, ist von der Wahrheit ebenso weit entfernt wie Rousseaus und Neills Vorstellung, daß es von Natur gut sei. Ob sich das Kind zu einem guten oder zu einem schlechten Menschen entwickelt, das hängt wesentlich von seiner Erziehung ab. Es kommt wohl kein Kind zu Welt, in dem nicht die Anlagen zum Guten wie zum Schlechten schlummern (…).“[27]

In welcher Hinsicht auch immer man Neill angreifen mag- Kritikpunkte ließen sich zu Hauf finden, denn nicht selten wird er missverstanden! Seine Absicht war es nicht, das Kind zu verwöhnen oder ihm um jeden Preis den Willen zu lassen,[28] sondern ihm war wichtig, dass man das Kind achtet, es aufrichtig und ehrlich behandelt (in jeder Hinsicht!) und dass es frei von Schuldgefühlen, eindringlicher Beeinflussung und ethischer oder religiöser Unterweisung aufwachsen kann.[29]

[...]


[1] Man erinnere sich nur an die Kinderschockoladen-Werbung, in welcher sich die männliche Schockolade mit einem weiblichen Milchglas vereint.

[2] Zunächst ist Sexualität ein sehr weitgefasster Begriff, da er für jeden Menschen etwas unterschiedliches bedeuten kann. „Sexualität zu definieren macht einige Mühe. Sexualität umfasst zu viel und zu Widersprüchliches, ist weitgehend dem Irrationalen und Unbewussten verhaftet“ SIELERT, U.: 2005, 37. Neben Geschlechtsverkehr, Leidenschaft und Erotik kann sie auch für Geborgenheit, Nähe, Hautkontakt, Vertrauen, Partnerschaft und Bindung stehen. Dies sind Werte die mit zunehmendem Alter und in schwierigen Lebenssituationen stark an Bedeutung gewinnen. Geschlechtlichkeit hat eine große Auswirkung darauf, wie wir uns als Mensch, als Kind, Frau oder Mann fühlen. Damit trägt sie zu einem wichtigen Teil unserer Identität bei und ist nicht auf bestimmte Lebensphasen beschränkt, sondern beeinflusst unser Menschsein bis zum Tode. „>Sexualität ist, was wir daraus machen. Eine teure oder billige Ware, Mittel der Fortpflanzung, Abwehr gegen Einsamkeit, eine Form von Kommunikation, ein Werkzeug der Aggression (der Herrschaft, der Macht, der Strafe und der Unterdrückung), ein kurzweiliger Zeitvertreib, Liebe, Luxus, Kunst, Schönheit, ein idealer Zustand, das Böse oder das Gute, Luxus oder Entspannung, Belohnung, Flucht, ein Grund der Selbstachtung, eine Form von Zärtlichkeit, eine Art der Regression, eine Quelle der Freiheit, Pflicht, Vergnügen, Vereinigung mit dem Universum, mystische Ekstase, Todeswunsch und Todeserleben, ein Weg zum Frieden, eine juristische Streitsache, eine Form, Neugier und Forschungsdrang zu befriedigen, eine Technik, eine biologische Funktion, Ausdruck psychischer Gesundheit oder Krankheit oder einfach eine sinnliche Erfahrung<“ SIELERT, U.: 2005, 37. Sexualität kann begriffen werden als allgemeine, auf Lust bezogene Lebensenergie, die sich des Körpers bedient, aus vielfältigen Quellen gespeist wird, ganz unterschiedliche Ausdrucksformen kennt und in verschiedenster Hinsicht sinnvoll ist. Ebenda, 41.

[3] Sexualpädagogik ist eine Aspektdisziplin der Pädagogik, welche sowohl die sexuelle Sozialisation als auch die intentionale erzieherische Einflussnahme auf die Sexualität von Menschen erforscht und wissenschaftlich reflektiert. (…) Sexualerziehung als Praxis meint die kontinuierliche, intendierte Einflussnahme auf die Entwicklung sexueller Motivation, Ausdrucks- und Verhaltensformen sowie von Einstellungs- und Sinnaspekten der Sexualität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen “ SIELERT, U.: 2005, 15.

[4] WEIDLE, G. E.: 1971, 8.

[5] Bei kaum einem anderen Buch sollten die Meinungen so weit auseinanderfallen, wie später zu zeigen sein wird. Man spricht daher vom Polarisierungseffekt.

[6] Teilweise auch aufgrund des wissenschaftlichen Fortschrittes. Die Einführung der Pille in den frühen sechziger Jahren gab den Frauen mehr sexuelle Freiheit, da die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft geringer wurde. Den extremen Wandel sexueller Erfahrungen zeigt sehr anschaulich ZIMBARDO, P. G. /GERRIG, R. J. (Hrsg.): 2008, 437. Heute spricht man im Vergleich zu damals offener und öfter über Sex. Früher dachte man an Sex, heute „macht“ man es.

[7] Sein Wille war nicht, die Zwangsgesellschaft zum Umsturz zu bringen, sondern so viele Kinder wie möglich glücklich zu machen. Neill erhoffte sich Menschlichkeit und Freiheit durch die Erziehung und nicht durch technische Fortschritte oder politische Institutionen.

[8] „>Sind sie für Hausaufgaben?< > Ich halte nicht einmal etwas von Schulstunden, es sei denn die Kinder entscheiden sich freiwillig dafür<“ NEILL, A. S.: 1966, 338.

[9] „Wenn wir einen Säugling betrachten, dann wissen wir, daß an ihm keine Schlechtigkeit ist (…)“ NEILL, A. S.: 1966, 234. Sie werden nicht im Stande der „Erbsünde“ geboren. APPLETON, M.: 2000, 66.

[10] KÜHN, A. D.:1995, 64.

[11] Psychoanalytische Einflüsse auf Neill: Homer Lenes: Er glaubte ebenfalls an das angeborene Gute im Kind und wies Neill auf die Bedeutung der freien Erziehung hin. In Folge beschäftigte sich Neill auch mit Freud, Jung und Adler und las psychologische Autoren wie Pfister, Frink, Nicoll und andere. Neill kritisierte Freuds Menschenbild und pessimistische Grundstimmung, die das alte Vorurteil von der Bösartigkeit der menschlichen Natur in einem Triebjargon erneuert hat (der Mensch als ein seinen Artgenossen feindlich gesinntes und seinen übermächtigen Trieben (aggressions- und Sexualtrieb) ausgeliefertes Wesen). Freud hielt im Gegensatz zu Neills Erziehungsauffassung nicht viel von Freiheit. Neill hingegen lehnte jede Form von Gewalt im Umgang mit Kindern strikt ab. SCHMIDT-HERRMANN, U.: 1987, 52-53. Ein weiterer Psychoanalytiker der Neill und sein Erziehungsziel beeinflusste, war sein Freund und Arzt Wilhelm Reich. Reich war im Gegensatz zu Freud der Auffassung, dass der Mensch von Natur aus friedlich und liebend war. Das zentrale Moment des individuellen Glücks war für ihn ausschließlich sexueller Natur. Ebenda, 59.

[12] Das schwierige Kind ist schlicht und einfach ein Kind, das „unglücklich“ ist, da es im Krieg mit sich selbst und der Welt steht.

[13] Im Unterschied zu Freud betonte Neill die entscheidende Bedeutung der Umweltereignisse. „Während Freud die Triebe, insbesondere den Sexualtrieb, als die treibende Kraft im Seelenleben gesehen hatte, betonte Adler die soziale Orientierung des Menschen (…), welche die zwischenmenschliche Beziehung in den Mittelpunkt stellt“ SCHMIDT-HERRMANN, U.: 1987, 51.

[14] „Schön wäre es, wenn die Dinge so einfach lägen“ WEIDLE, G. E.:1971, 89. „Neills Mangel an psychologischem Tiefgang (…)“ Ebenda, 90.

[15] Die meisten Lehrer gehen seiner Meinung nach davon aus, dass der Mensch von Natur aus böse ist. Doch das Böse würde erst erzeugt von jenen, die durch krampfhaftes Bemühen ein gar nicht vorhandenes Böses zu unterdrücken versuchten und somit das Kind zerstörten. Hierzu Erich Fromm: „Unser Erziehungssystem zielt darauf ab, Menschen hervorzubringen, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind: Menschen die reibungslos zusammen arbeiten, Menschen, die immer mehr konsumieren wollen, alle mit dem gleichen genormten Geschmack, leicht beeinflussbar, mit vorhersagbaren, manipulierbaren Bedürfnissen“ WEIDLE, G. E.:1971, 206. Zu viel Konservatismus im Bildungssystem, zu viel Festhalten an autoritären Traditionen und an überholten Erziehungs-, Lehr- und Lernmethoden, zu viel mechanisches Pauken, zu viel Zwang, Gehorsam und Leistungsdrill, zu wenig Freiheit und Möglichkeit schöpferischer Entfaltung. Ebenda, 9. Atmosphäre des Misstrauens, des mechanischen Lernens und der Passivität. „In den Fabriken, die man Schulen nennt, werden die Kinder gezwungen, Unmassen mechanisch gelernter Fakten in sich hineinzustopfen; und zu bestimmten Zeiten werden sie einer feierlichen Folter, Prüfung genannt, unterworfen und sollen Fakten auf einem leeren Blatt Papier wieder von sich geben- worauf ihr Kopf dann wieder so leer ist wie zuvor“ WEIDLE, G. E.:1971, 47.

[16] Es sei erst der Gebrauch von Wörtern wie „unartig“, „schlecht“ oder „schmutzig“, der Schaden anrichte.

[17] Daher sollte ein Kind „(…) etwas so lange nicht tun, bis es selbst überzeugt ist, daß es das tun sollte“ NEILL, A. S.: 1979, 43.

[18] „Hebt die Unterdrückung der Sexualität auf, und die Jugend wird für die Obrigkeit verloren sein“ (ein notwendiger Stützpfeiler des autoritären Staates) NEILL, A. S.: 1966, 202. „(…) Auftakt zur atomaren Vernichtung, denn sie setzen die Fortdauer des Hasses und die Äußerung dieses Hasses in Kriegen voraus“ NEILL, A. S.: 1966, 203.

[19] „Wenn Unterdrückung von Zwang falsch sind- ist dann nicht das Fehlen jeglicher Herausforderung und Erprobung unter sachkundiger Anleitung ebenso ein Mangel?“ WEIDLE, G. E.:1971, 38.

[20] „Weder die Geschichte der Menschheit noch die Geschichte der Pädagogik liefern überzeugende Beweise dafür, daß das von Erwachsenen unbeeinflusste Kind sich ganz aus eigenem Antrieb (wie Neill behauptet >entsprechend seinen Möglichkeiten< entwickelt“ WEIDLE, G. E.:1971, 38.

[21] wie S. Freud es behauptete

[22] „Absolute Freiheit gibt es nicht. Wer einem Kind immer seinen Willen lässt, befindet sich auf einem gefährlichen Weg. Kein Mensch ist ganz frei; denn er muß die Rechte anderer achten“ NEILL, A. S.: 1966, 321.

[23] WEIDLE, G. E.:1971, 209.

[24] Erich Fromm in: WEIDLE, G. E.:1971, 205.

[25] WEIDLE, G. E.:1971, 207.

[26] WEIDLE, G. E.:1971, 186. Diese Kritik ist nicht verwunderlich, da Neill ausdrücklich äußerte, es gäbe kein problematisches Kind, sondern nur problematische Eltern. NEILL, A. S.: 1979, 112.

[27] Ein „ (…) Wechselspiel, in dem die Gesellschaft und die Anlagen des Individuums, das in ihr heranwächst, sich gegenseitig beeinflussen (…)“ WEIDLE, G. E.:1971, 135.

[28] „(…) ein verwöhntes Kind ist ein schlechter Mitmensch“ NEILL, A. S.: 1979, 168. Zügellosigkeit als Beeinträchtigung der Freiheit des Anderen.

[29]Eine liebevolle Umwelt ohne elterliche Dressur wird die meisten Schwierigkeiten der Kinder beseitigen“ NEILL, A. S.: 1979, 163.

Details

Seiten
25
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656683568
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275094
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Padagogisches Institut
Note
gut
Schlagworte
sexualpädagogik beispiel summerhill eine betrachtung erziehung alexander sutherland neills

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