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Möglichkeiten und Grenzen von Jahrgangsmischung

Akademische Arbeit 2006 34 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Möglichkeiten von Jahrgangsmischung
2.1 Soziale und pädagogische Möglichkeiten
2.1.1 Bildungswirksamkeit der Differenz
2.1.2 Lernen durch Imitation
2.1.3 Lernen durch Lehren
2.1.4 Förderung des Sozialverhaltens
2.1.5 Natürlichkeitsprinzip
2.1.6 Abbau von Konkurrenz
2.1.7 Kennenlernen unterschiedlicher Rollen
2.1.8 Chance für begabte und lernschwächere Schüler
2.1.9 Wegfall des „Sitzenbleibens“
2.1.10 Entlastung des Lehrers
2.1.11 Verkürzte Eingewöhnungszeit
2.1.12 Selbstgesteuertes Lernen
2.2. Schulorganisatorische Aspekte
2.2.1 Erhalt von Schulstandorten
2.2.2 Flexiblere Einschulungspraxis
2.3 Veränderte Kindheit und ihre Herausforderung für soziales Lernen in altersgemischten Gruppen
2.3.1 Berücksichtigung der heterogenen Lernvoraussetzungen
2.3.2 Kompensation fehlender sozialer Erfahrungsmöglichkeiten
2.3.3 Ausgleich zwischen Individualisierung und sozialer Interaktion

3. Grenzen von Jahrgangsmischung
3.1 Hohe Anforderungen an den Lehrer
3.2 Kinder brauchen Gleichaltrige
3.3 Ältere Kinder lernen zu wenig
3.4 Schwierige Einführungszeit
3.5 Überforderung für jüngere und förderbedürftige Kinder
3.6 Unruhe durch Veränderung des Gruppengefüges
3.7 Hohe Kosten- und Zeitintensität

4. Schluss

5. Quellenverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)
5.1 Literatur
5.2 Internetseiten

1. Einleitung

Der Unterricht in altersheterogenen Klassen bietet vielfältige Chancen, die in einer Jahrgangsklasse nicht zu realisieren sind. Es gibt sowohl soziale und pädagogische Möglichkeiten als auch schulorganisatorische Begründungen für Jahrgangsmischung.

Einige dieser Vorteile von altersgemischtem Lernen sind lange bekannt, da sie bereits in den reformpädagogischen Konzepten von Maria Montessori, Peter Petersen u. a. zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielten.

Während ein Großteil dieser reformpädagogischen Argumente bis heute nicht an Gültigkeit verloren oder sogar noch an Bedeutung hinzugewonnen hat, lassen sich manche der daraus resultierenden Erwartungen und Möglichkeiten nicht mehr problemlos auf den heutigen Schulalltag übertragen.

Gleichzeitig existieren Begründungen von Jahrgangsmischung, „die durch veränderte Lebensverhältnisse eine neue Interpretation und zugleich eine Erweiterung erfahren“[1] oder sich durch diese neu entwickelt haben.

Parallel dazu ist es auch notwendig, Erschwernisse und mögliche Grenzen von jahrgangsübergreifendem Unterricht zu berücksichtigen.

Im Folgenden werden vielfältige Möglichkeiten und Grenzen von Jahrgangsmischung vorgestellt und im Hinblick auf ihre Gültigkeit und Bedeutung hinterfragt.

2. Möglichkeiten von Jahrgangsmischung

2.1 Soziale und pädagogische Möglichkeiten

Erziehung und Unterricht sollten sich an kindlichen Bedürfnissen orientieren und gleichzeitig so konzipiert sein, dass Kindern vielfältige soziale Erfahrungen ermöglicht werden und sie lernen, eigenverantwortlich und flexibel mit den Anforderungen des Lebens umzugehen.[2]

Der Unterricht in jahrgangsgemischten Klassen bietet an dieser Stelle reichhaltige soziale und pädagogische Möglichkeiten.

2.1.1 Bildungswirksamkeit der Differenz

Schon unterschiedliche Reformpädagogen vertraten die Meinung, dass es durch die Mischung von Jahrgängen zu stärkeren, geistigen und allgemeinmenschlichen Anregungen komme, was zu einer Förderung für die Gemeinschaft führe[3]. So betonte Montessori „die gedankliche Nähe wenig älterer Kinder zu den jüngeren und [die] daraus resultierenden Verstehens- und Erklärungsmöglichkeiten“[4], während Petersen den enormen Anregungsgehalt des „Bildungsgefälles“ heraus-stellte, welcher seiner Meinung nach zu einer Förderung der Lern- und Bildungs-prozesse führt.[5]

Diese Möglichkeit von Jahrgangsmischung scheint an Bedeutung hinzugewonnen zu haben, da der Kontakt zu andersaltrigen Kindern laut Laging aufgrund von veränderten Kindheitsstrukturen deutlich zurückgegangen ist, was einen Verlust sozialer Erfahrungen und Lernprozesse zufolge haben könnte.

Während es in einer Jahrgangsklasse eine einheitliche Norm gibt, die sich am Durchschnitt orientiert, lernen Kinder einer altersgemischten Klasse, trotz ihrer Unterschiedlichkeit gleichberechtigt nebeneinander zu stehen. Es geht heute somit keineswegs mehr um ein Konzept der Hierarchisierung unter den Schülern, wie es teilweise „im Gedanken vom Führungsverhältnis bei Peter Petersen anklingt“[6], sondern die Schüler werden als unterschiedlich und doch völlig gleich-wertig angesehen.

Mit der Erkenntnis, dass Differenz etwas Natürliches ist, entsteht laut Goetze-Emer ein solidarischer Umgang miteinander, der zufolge hat, dass sich Kinder vorbehaltlos mit den Themen der anderen, egal ob jünger oder älter, befassen können. Die ohnehin bestehende Heterogenität der Kinder wird in altersgemischten Klassen positiv verstärkt und kann somit pädagogisch wirken.[7] Kinder können aus dieser größeren Differenz heraus zum Lernen und Helfen angeregt wer-den, so dass die Unterschiedlichkeit, Laging zufolge zum Motor des individuellen Lernens und der Selbsttätigkeit wird. Aus diesem Verständnis heraus scheint es für Kinder selbstverständlich zu werden sich untereinander zu helfen.[8]

2.1.2 Lernen durch Imitation

Die Erkenntnis, dass Kinder in ganz besonderer Weise voneinander lernen können ist nicht neu. Bereits Montessori war der Ansicht, dass sich Kinder in ihrem Denken und Fühlen viel näher sind als Erwachsene und es ihnen dadurch oft leichter fällt ihren Mitschülern bestimmte Erkenntnisse zu vermitteln.[9]

In einer jahrgangsgemischten Klasse lernen Kinder unterschiedlichen Alters von-einander, da sie sich in ihren Neigungen, Fähig- und Fertigkeiten ergänzen und gleichzeitig ihren sich unterscheidenden Wissens- und Erfahrungsstand austauschen können[10] (siehe Foto[11] ). Im Gegensatz zu Jahrgangsklassen, in denen oftmals der Lehrer als einziges „Kompetenzmodell“ auftritt, besteht in altersgemischten Klassen die Möglichkeit, zwischen unter-schiedlichen Experten-Kindern[12] zu wählen.[13] Blendinger zufolge lernen die Schüler somit durch eine der natürlichsten Lernformen, die Imitation.[14] Durch Zuhören, Nachahmen, Mitmachen und selber Ausprobieren lernen die jüngeren Kinder die Arbeit der Älteren[15] kennen und schätzen, wodurch ihr Wissen erweitert und ihr Lerneifer angestoßen wird. Das bedeutet, bei den Jüngeren „wird bereits ein erstes Interesse für künftige Aufgaben geweckt und dadurch der Zugang zu Wissensgebieten erleichtert.“[16] Dieses Imitationslernen führt nicht nur zu einer verstärkten Kommunikation untereinander, sondern auch dazu, dass die jüngeren Schüler lernen. ohne Hemmungen um Hilfe zu bitten und dabei die Älteren als Autorität und Ansprechpartner zu akzeptieren. Laut Bruns werden ihnen dadurch häufig Leistungen möglich, zu denen sie in dieser Form bzw. zu diesem Zeitpunkt in einer Jahrgangsklasse noch nicht fähig wären.[17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.3 Lernen durch Lehren

Während auf der einen Seite die jüngeren bzw. leistungsschwächeren Schüler durch Imitation von den Älteren lernen, können diese wiederum von ihrer eigenen Wissensvermittlung profitieren. Aufgrund der gemeinschaftlichen Arbeit mit Kindern, die einen geringeren Erfahrungsschatz besitzen, können die älteren oder in Bezug auf Teilgebiete leistungsstärkeren Schüler Bruns Ansicht nach ihr eigenes Wissen festigen, gliedern, vertiefen und reflektieren.[18] „Werden die Älteren von den Jüngeren bei einer Arbeit um Erklärungen gebeten, so müssen diese das eigene Wissen rekapitulieren und verständlich formulieren, um es entsprechend weitergeben zu können. Dadurch erleben die Älteren [laut Stein] selbst einen Zuwachs an Wissen.“[19] Möchte ein Kind einem anderen etwas erklären, muss es den Sachverhalt selber verstanden haben. Ist dies nicht der Fall, können während des Erklärungsversuches noch bestehende Verständnisprobleme zum Vorschein kommen, die sonst möglicherweise nicht aufgefallen wären und so wahrscheinlich zu bleibenden Lücken geführt hätten.

Durch die Position des Helfenden können Kinder neben der Vertiefung ihrer fachlichen Kompetenzen und der Erfahrung für andere Kinder wichtig zu sein, auch viele Basisqualifikationen erlernen, die für den zwischenmenschlichen Umgang von großer Bedeutung sind. Dazu gehören Bruns zufolge nicht nur die Fähigkeiten sich auf andere einzustellen oder seine Erklärungen dem Sprachverständnis des Adressaten anzupassen, sondern auch, andere Kinder zu trösten, zu ermutigen und gleichzeitig zu lernen Grenzen zu setzen.[20] Aus diesen Gründen war schon Montessori der Meinung, dass Kinder „durch nichts mehr lernen, als durch das Lehren anderer“[21]

Um die Vermutung zu bestätigen, dass Kinder durch dieses Lehrverhalten häufig zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl sowie einer erhöhten Lernmotivation finden, wurden unterschiedliche Studien zur Wirksamkeit von Schülertutoren-programmen durchgeführt. Dabei wurde untersucht, welchen Einfluss diese Helfersysteme auf Bereiche wie Lernmotivation, Lerndefizite, Selbstvertrauen, Arbeitsverhalten u. a. haben. Im Ergebnis konnten fast alle Analysen positive Einflüsse auf der Sach- sowie Beziehungsebene bestätigen.

Interessant ist, dass die Steigerung der Lernfreude auf der Seite des Helfenden stärker ist, als auf der Seite des Kindes, dem geholfen wird und sich gleichzeitig herausstellte, dass sich das Helfersystem insbesondere für leistungsschwächere und schwer zu motivierende Schüler eignet.[22]

Insgesamt kann man feststellen, dass das Lernen voneinander, ob als „Lernen durch Imitation“ oder als „Lernen durch Lehren“, „eine Bereicherung und Erweiterung der in der Schule möglichen Lernprozesse“ darstellt und somit zu einer der wichtigsten Möglichkeiten der Jahrgangsmischung zählt.[23]

2.1.4 Förderung des Sozialverhaltens

Die natürliche Zusammenarbeit mit Kindern unterschiedlichen Alters in einer jahrgangsgemischten Klasse fordert ein besonderes Maß an Rücksichtnahme, Achtung und Toleranz, wodurch das Sozialverhalten jedes Kindes gefördert wird. Die tägliche Begegnung von älteren und jüngeren Schüler, welche nicht so sehr vom Leistungsdenken geprägt ist wie in Jahrgangsklassen, führt laut Bruns und Larssens dazu, dass die Kinder soziale Werte im Miteinander und Verantwortungsbewusstsein füreinander entwickeln können. Dazu gehört beispielsweise auch zu lernen, Regeln und Absprachen einzuhalten, was nicht nur von der Lehr-person sondern auch von älteren Kindern gefordert wird und somit besondere Wirkung zeigt.

In altersgemischten Klassen lernen die Schüler, ihre Unterschiedlichkeit als etwas Natürliches zu akzeptieren, was zu mehr Toleranz sowie weniger Aggressivität führen kann und somit eine positive Lernatmosphäre zufolge hat.[24] Die Älteren erfahren sich im Vergleich zu den Jüngeren als reifer was Steins Ansicht nach zu einer Stärkung ihres Verantwortungsbewusstseins führen kann.[25] Selbst Kinder, die zu aggressivem Verhalten neigen, lernen im Umgang mit Jüngeren oftmals Rücksicht zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen.[26]

Diese Möglichkeit von Jahrgangsmischung, die durchaus auch schon zur Zeit der Reformpädagogik von Bedeutung war, ist heute aufgrund eines leichten Rück-gangs von sozialen Kontakten von besonderer Wichtigkeit.

2.1.5 Natürlichkeitsprinzip

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts hatte die Aussage, altersgemischtes Lernen entspreche der „natürlichen Begegnung“ von Kindern sowie ihrer normalen lebensweltlichen Situation, durchaus ihre Berechtigung.[27] So war auch Maria Montessori der Ansicht, dass ihre Gliederung in je drei Jahrgänge umfassende Gruppen dem „Natürlichkeitsprinzip“ entspreche, da Kinder in ihrer damaligen Umwelt viele Kontakte mit andersaltrigen Kindern machten. Während dieses Argument für jahrgangsgemischtes Lernen zur Zeit der Reformpädagogik aufgrund anderer Lebensbedingungen (viele Geschwister/alltägliches Spielen auf der Straße…) sicherlich zutraf, kann man Laging zufolge heute angesichts eines Wandels der Familie offenbar nicht mehr davon ausgehen, dass altersheterogene Lerngruppen dem sozialen Lebensalltag von Kindern außerhalb der Schule entsprechen.[28] Daraus lässt sich schließen, dass dieses „Natürlichkeitsprinzip“ als Möglichkeit von Jahrgangsmischung in dieser Form nicht auf den heutigen Schulalltag übertragbar ist.

2.1.6 Abbau von Konkurrenz

In einer Jahrgangsklasse besteht aufgrund des homogenen Alters und teils gleicher Leistungsanforderungen in der Theorie immer eine Vergleichbarkeit der Leistungen. Nicht der eigene Lernfortschritt steht im Mittelpunkt, sondern der Vergleich mit der Durchschnittsleistung der anderen. Entspricht die Leistung nicht dem Durchschnitt und ist somit über oder unter diesem, kann dies zu Konkurrenz, Leistungsdruck und einem Verlust an Selbstvertrauen führen. Im Gegensatz dazu ist in einer altersheterogenen Klasse das Zusammenleben von leistungsstärkeren und -schwächeren Schülern selbstverständlich, was natürlich auch bedeutet, dass nicht an jedes Kind zeitgleich dieselben Leistungsanforderungen gestellt werden. Entspricht der Unterricht den für Jahrgangsmischung geforderten Prinzipien der Differenzierung und Individualisierung, wird die Vergleichbarkeit von Lerngeschwindigkeit, Leistungsanforderungen und Ergebnissen für die Kinder er-schwert.[29] Dadurch wird laut Hinz und Sommerfeld Konkurrenzdenken abgebaut und die Problematik von einheitlichen Leistungsvergleichen entfällt.[30]

2.1.7 Kennenlernen unterschiedlicher Rollen

In altershomogenen Klassen haben sich Kinder Bruns Ansicht nach oft schon nach kurzer Zeit Rollen zugeschrieben (Streber/Klassenclown…), die dann über Jahre beibehalten werden.[31] Dieses Problem der Stigmatisierung wird in der jahrgangsgemischten Lerngruppe „entschärft“. Aufgrund der jährlichen Verschiebung im Alters- und Leistungsgefüge sind soziale Positionen nicht festgelegt.[32] „Natürliche Erfahrungs- und Entwicklungsunterschiede von Kindern können sich so Hagstedt nicht verfestigen in Kategorien von „Lernvorsprüngen“ und „Lernrückständen“, sondern werden geradezu relativiert.“[33] Dies ist insbesondere für lernschwächere Kinder von großer Bedeutung, da auch sie die wichtige Erfahrung machen, etwas leisten zu können und Fortschritte zu machen, was zu wachsendem Selbstvertrauen führen kann. Durch den jährlichen Positionswechsel in der Alters-hierarchie, können die Kinder immer mehr Verantwortung für sich und andere übernehmen und gleichzeitig mehr Wissen und Traditionen an die Jüngeren weitergeben. So ist kein Kind auf eine Rolle festgelegt, sondern erlebt sich mal als jüngstes, mal als ältestes Kind und gleichzeitig mal als helfendes und ein anderes Mal als hilfesuchendes Kind.[34] Demzufolge haben Kinder in jahrgangsgemischten Klassen die Möglichkeit unterschiedliche Rollen für sich zu erproben.

2.1.8 Chance für begabte und lernschwächere Schüler

In einer jahrgangsgemischten Klasse lernen Kinder mit unterschiedlichem Alter und verschiedenen Lernvoraussetzungen miteinander. Wie bereits erwähnt können somit die einheitliche Norm sowie die Vergleichbarkeit von Leistungen entfallen und es kommt Hinz und Sommerfeld zufolge nicht zu einer Verfestigung von Rollen.[35] Daraus resultieren besondere Vorteile für Kinder, die nicht dem „Durchschnitt“ entsprechen. Besonders begabte Kinder, die in einer Jahrgangs-klasse oftmals unterfordert wären und somit vermutlich schnell die Freude am Lernen verlieren würden, haben die Möglichkeit sich mit Unterrichtsinhalten zu befassen, die laut Lehrplan für älteren Mitschülern vorgesehen sind.[36] Je nach Modell von Jahrgangsmischung und beispielsweise auch in der neuen Schuleingangsphase haben Schüler mit besonderer Begabung die Chance, eine „Klasse zu überspringen“[37] und dabei ihre Bezugsgruppe oder zumindest einen Teil von ihr zu behalten. Ein weiterer Vorteil, der auch schon von Reformpädagogen wie Petersen aufgeführt wurde, ist in Bezug auf den Wechsel der Rollen zu nennen. Da es in der jahrgangsgemischten Klasse immer ältere und jüngere, leistungsstärkere und leistungsschwächere Schüler gibt, stechen besonders begabte Kinder nicht so deutlich heraus, wodurch sich Goetze-Emers Meinung nach Überheblichkeitsgefühle, aber auch Rollenzuschreibungen wie „Besserwisser“ oder „Streber“ weniger manifestieren.[38]

[...]


[1] Vgl.: Bruns, Martina/Larssens, Susanne u. a.: Vorteile von Jahrgangsübergreifendem Unterricht. In: Landesinstitut für Schule. Schuleingangsphase. Fortbildung zur neuen Schuleingangsphase. Didaktische Materialien für die Moderation. Modul 1: Grundlegende Auseinandersetzung und erste Planung. Soest 2004, Medium 4.3.1 (künftig zitiert als „Bruns 2004“)

[2] Christiani 2004, S. 171

[3] Vgl.: Laging 1999, S. 12 f.

[4] Ludwig 2003, S.83

[5] Vgl.: Ebd.

[6] Kaiser, Astrid: Altersgemischtes Lernen – zurück zur Zwergschule oder auf dem Weg zur Schule der Zukunft? In: Laging, Ralf (Hrsg.): Altersgemischtes Lernen in der Schule. Hohengehren 1999, S. V (Vorwort)

[7] Vgl.:Goetze-Emer 2000, S.52

[8] Vgl.: Laging 1999, S. 18

[9] Vgl.: Stein 2005, S. 133

[10] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.2

[11] Archiv-Bild des Films „Das Schulleben an der Universitätsschule Jena“ (Voneinander lernen)

[12] → Kl. Spezialisten in einzelnen Bereichen, bei denen sich andere Kinder Hilfe holen können

[13] Hagstedt, Herbert: Lernen durch Lehren. In: Laging, Ralf (Hrsg.): Altersgemischtes Lernen in der Schule. Hohengehren 1999, S. 37 (künftig zitiert als „Hagstedt 1999“)

[14] Vgl.: Blendinger 2003, S. 190

[15] →Das Lernen voneinander ist nicht zwingend altersabhängig. Es ist auch möglich, dass jüngere Kinder in Teilgebieten leistungsstärker sind und diese älteren Mitschülern nahebringen. Wird im Folgenden von „den Älteren“ u. „den Jüngeren“ gesprochen, sollte dies berücksichtigt werden.

[16] Werner, Siegfried: Zwei Modelle. In: Christiani, Reinhold (Hrsg.): Jahrgangsübergreifend unterrichten. Berlin 2005, S. 19 (künftig zitiert als „Werner 2005“)

[17] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.2

[18] Vgl.: Ebd., Medium 4.3.1

[19] Stein 2005, S. 133

[20] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.1/4.3.4

[21] Vgl.: Montessori 1979, S. 87

[22] Hagstedt 1999, S. 36

[23] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.2

[24] Vgl.: Ebd., S. 3

[25] Vgl.: Stein 2005, S. 133

[26] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.2

[27] Vgl.: Knauf 1997, S.116

[28] Laging 1999, S.17

[29] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.2

[30] Vgl.: Hinz, Renate/Sommerfeld, Dagmar: Jahrgangsübergreifende Klassen. In: Christiani, Reinhold: Schuleingangsphase neu gestalten. Berlin 2004, S. 172 (künftig zitiert als „Hinz 2004“)

[31] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.3

[32] Vgl.: Hinz 2004, S. 171

[33] Hagstedt 1999, S. 36

[34] Vgl.: Bruns 2004, Medium 4.3.3

[35] Vgl.: Hinz 2004, S. 171

[36] Cronauge, Inga: Eine Chance für die Begabten. In: PÄD-Forum: Themenschwerpunkt: Ohne Klassen – klasse Schulen. 2/1997, S.154 (künftig zitiert als „Cronauge 1997“)

[37] → Damit ist gemeint, dass begabte Kinder die Möglichkeit bekommen die vierjährige Grundschulzeit in drei Jahren zu absolvieren, indem sie beispielsweise in einer Klasse die vier Jahrgänge umfasst nur drei Jahre bleiben oder die zwei Jahrgänge umfassende neue Schuleingangsphase in nur einem Jahr durchlaufen usw.

[38] Vgl.: Goetze-Emer 2000, S. 53

Details

Seiten
34
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656670292
ISBN (Buch)
9783656670155
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274990
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Schlagworte
möglichkeiten grenzen jahrgangsmischung

Autor

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