Lade Inhalt...

Teenagerschwangerschaften in Deutschland. Ein Überblick

Akademische Arbeit 2008 19 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Teenagerschwangerschaften in Deutschland

2. Durchschnittsalter der „Erstgebärenden“ und das Problem der Teenagerschwangerschaften

3. Wieso gibt es schwangere Teenager und sehr junge Mütter in Deutschland?

4. Sind Teenagerschwangerschaften ein deutsches Problem?

5. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)
5.1 Internetquellen
5.2 Literaturquellen

1. Teenagerschwangerschaften in Deutschland

Schwangerschaften von Teenagern[1] gibt es weltweit. Am meisten betroffen von diesem Phänomen sind die afrikanischen Länder, wo Verhütung kaum ein Thema ist. Aber auch die westlichen Länder kennen das Problem der Schwangerschaften im Jugendalter nur zu gut. Amerika führt in der Statistik der westlichen Länder und England innerhalb Europas.[2] Deutschland liegt in der europäischen Statistik im Mittelfeld wie die Tabelle zeigt, die auf der nächsten Seite angeführt wird. Die Zahl der Teenagergeburten in Deutschland ist im Zeitraum von 1993 bis 2002 gering, aber durchaus stetig angestiegen. Waren im Jahr 1993 etwa 6 von 1.000 Müttern unter 18 Jahren, so waren es im Jahr 2002 bereits 8 von 1.000 Müttern.[3]

Im europäischen Mittel zu liegen ist jedoch alles andere als erstrebenswert und Teenagerschwangerschaften stellen in Deutschland nach wie vor ein zentrales Problem dar. Besonders betroffen sind die Ostdeutschen Bundesländer.

„Die Zahl der minderjährigen Mütter in Sachsen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. […] Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt werden demnach in Sachsen mehr minderjährige Frauen schwanger und entscheiden sich häufiger für das Austragen des Kindes.“[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aber auch im übrigen Deutschland sind die Zahlen der Teenagerschwangerschaften alarmierend. Die Anzahl der Schwangerschaften bei unter 18- jährigen Mädchen nimmt zwar seit 2004 langsam ab, bleibt aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Dafür steigt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche jedoch fast kontinuierlich an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Ursachen für den Anstieg bei den Schwangerschaften und auch Schwangerschaftsabbrüchen bei minderjährigen Mädchen in Deutschland sind sehr vielfältig. Die wesentlichsten Gründe sind wohl die sexuelle Frühreife, mangelnder sexueller Wissensstand und eine unzureichende und verspätet Aufklärung.[7]

Betrachtet man das Alter, in dem junge Mädchen unter 18 Jahren schwanger werden, so fällt auf, dass es eine fast verschwindend kleine Anzahl an Mädchen unter 16 Jahren gibt, die schwanger werden. Die meisten jungen Frauen sind im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, wenn sie schwanger werden. Diese Tabelle zeigt keine Zahlen der 18 Jährigen jungen Frauen. Diese Werte liegen jedoch noch einmal über den Zahlen der 17 Jährigen jungen Frauen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erschreckend im Zusammenhang mit Teenagerschwangerschaften ist auch die Tatsache, dass es offensichtlich vom Bildungsniveau abhängt, ob ein Mädchen schon sehr jung schwanger wird. „Die Schulbildung hat einen massiven Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, minderjährig schwanger zu werden. Hauptschülerinnen sind erheblich häufiger betroffen als Gymnasiastinnen, und zwar in allen Altersgruppen. Da in der Population der jugendlichen Hauptschüler und Gymnasiasten etwa gleich häufig sind, kann man davon ausgehen, dass das Risiko einer Hauptschülerin etwa fünfmal so hoch ist, minderjährig schwanger zu werden, wie das einer Gymnasiastin.“[9]

Außer der Bildung gibt es noch weitere Aspekte, die typisch für eine Schwangerschaft im Jugendalter sind.

Hierzu gehört auch die Tatsache, dass die meisten Schwangerschaften am Beginn einer Beziehung entstehen, wenn die Verhütung noch nicht besprochen worden ist und das Paar einfach noch nicht gut eingespielt ist. Auch glauben viele Jugendliche, dass sie sich ausreichend vor einer Schwangerschaft schützen, die Verhütungsmittel jedoch falsch anwenden und es so doch zu einer Schwangerschaft kommt. Hier fehlt dann einfach das spezifische Wissen über die verschiedenen Arten von Verhütungsmitteln.

Festzustellen bleibt jedoch, dass über 90% der Teenagerschwangerschaften ungeplant sind und durch bessere Aufklärung vielleicht hätten verhindert werden können.[10]

[...]


[1] Unter dem Begriff Teenager verstehe ich in dieser Arbeit Menschen zwischen 13 und 18 Jahren.

[2] Stallmeister, Ute: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

[3] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Teenagerschwangerschaften in Sachsen, S. 19

[4] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Teenagerschwangerschaften in Sachsen, S. 11

[5] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Teenagerschwangerschaften international, S. 31

[6] Pro familia Forschung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen, S. 9

[7] Lichtenberger Jugendgesundheitskonferenz, „… plötzlich schwanger“, Pressemitteilung, S. 29

[8] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Teenagerschwangerschaften international, S. 13

[9] Pro familia Forschung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen, S. 18 f.

[10] Pro familia Forschung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen, S. 38 ff.

Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656670308
ISBN (Buch)
9783656670841
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274986
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,0
Schlagworte
teenagerschwangerschaften deutschland überblick

Autor

Zurück

Titel: Teenagerschwangerschaften in Deutschland. Ein Überblick