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Social Media in Katastrophensituationen

Am Beispiel des Sommer-Hochwassers 2013 in Passau

Hausarbeit 2013 17 Seiten

Medien / Kommunikation - Forschung und Studien

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Klärung zentraler Begriffe

2. Methodik und Forschungsdesign
2.1 Begründung des methodischen Ansatzes
2.2 Forschungsdesign
2.2.1 Leitende Forschungsfrage und Hypothesen
2.2.2 Populationswahl und Stichprobe
2.2.3 Verfahrensablauf

3. Ergebnisse und Hypothesenbewertung
3.1 Hypothese
3.2 Hypothese
3.3 Hypothese

4. Diskussion

5. Fazit

6. Literatur

7. Anhang: Online-Fragebogen

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

In den letzten Jahren haben sich Social Media auch in solchen sozialen Kontexten als relevant erwiesen, für die die breite Öffentlichkeit sie zunächst nicht für relevant gehalten hatte: Sowohl die Ereignisse bei den so genannten London Riots im Jahr 2011, als sich zehntausende Jugendliche mittels Facebook und Blackberry-Plattformen zu Randalen verabredet hatten als auch die zeitgleich ablaufenden Ereignisse in der arabischen Welt zeigten deutlich, dass diese neuen Kommunikationsformen in die sozialen Prozesse auch jenseits des scheinbar dominierenden Entertainment-Faktors eingreifen können. Aktuell werden politische, karitative oder in anderer Formen aktivistische Formen der Verständigung als soziale Standardfunktionen von Social Media betrachtet (Droste 2012, S. 159f.).

Die vorliegende Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, anhand eines überschaubaren Beispiels eine Facette dieser neuen sozialen Funktionalität von Social Media aufzuzeigen: Anhand der Katastrophensituation in Passau im Jahr 2013 (Hochwasser) soll die soziale Relevanz des Mediums für die Solidarisierung bei jenem Ereignis untersucht werden. Zu diesem Zweck wurde eine Online-Befragung durchgeführt, die unterschiedliche qualitative Facetten dieser grundlegenden Fragestellung klären soll. Die Online-Befragung fand im Rahmen des Seminars „Befragung“ im Sommersemester 2013 an der Universität Passau statt.

Die vorliegende Arbeit ist so aufgebaut, dass nach einer kurzen Einleitung, die auch eine Klärung zentraler Begriffe enthält (Kapitel 1), zunächst die gewählte Methodik der vorliegenden Untersuchung sowie ihr Forschungsdesign dargestellt werden (Kapitel 2). In weiterer Folge werden die Ergebnisse der empirischen Erhebung vorgestellt (Kapitel 3), bevor diese dann vor dem Hintergrund der aktuellen Forschungsliteratur diskutiert werden sollen (Kapitel 4). Die vorliegende Arbeit schließt mit einem kurzen Fazit sowie einem Ausblick auf weiterführende Forschungsansätze (Kapitel 5).

1.2 Klärung zentraler Begriffe

Das in der Literatur gängige begriffliche Konzept von Social Media umfasst sämtliche Formen virtueller Netzwerke, die einen elektronischen Datenaustausch ermöglichen und diesen in Form einer (weitgehend) automatisierten, aber sozial differenzierbaren Netzwerkkommunikation (Teilen und Verteilen von Inhalten) organisieren. Als Beispiel für solche Plattformen, die sehr große Ausmaße mit vielen Millionen, mitunter sogar Milliarden Nutzern annehmen können sind „Facebook“, „Twitter“ oder „Tumblr“ zu nennen. Aktuelles Social Media ist multimedial funktionalisiert, international und ermöglicht einen zeitechten Datenaustausch (Zaefferer 2012, S. 25f.).

Für die vorliegende Arbeit ist auch das begriffliche Konzept der Katastrophensituation wichtig. Dieses Konzept wird im Folgenden als Bezeichnung für eine solche Situation verstanden, die innerhalb eines sozialen Raums als folgenschweres Unglück wahrgenommen und von den Betroffenen sowie dem sozialen Umfeld oder Hintergrund als für den sozialen Raum von grundsätzlicher Bedeutung eingestuft wird (Voss 2002, S. 16). An die Katastrophensituation schließt sich nach den Erkenntnissen der Diskurstheorie der so genannte Katastrophendiskurs an, in dem die Bedeutung, die Faktizität sowie die Ursachen und Folgen einer Katastrophe verhandelt und verortet werden (Hempel 2011, S. 67).

2. Methodik und Forschungsdesign

2.1 Begründung des methodischen Ansatzes

Das hier interessierende Themenfeld einer möglichen Wirkung von Social Media auf die Wahrnehmung von und das Engagement in Katastrophen determiniert die wesentliche methodische Ansatzpunkte einer empirischen Untersuchung in diesem Bereich: Da es sich bei Social Media um ein virtuelles soziales Phänomen handelt, das sich im Rahmen des Internet zuträgt, muss eine Messung der potentiellen Wirkung eines solchen Phänomens auch auf den Bereich des Internet konzentriert sein (Stegbauer 2009, S. 9f.). Davon unbenommen ist die Frage, ob und wie sich die Prozesse sozialer Verständigung weiter auch außerhalb dieser virtuellen Sphäre zutragen.

Für die vorliegende Arbeit wurde daher die Methode der Online-Umfrage gewählt. Diese besteht hier darin, Nutzer von Social Media im Hinblick auf ihrer fraglichen Präferenzen online zu befragen und dazu automatisierte Einbettungen interaktiver Erhebungstools zu nutzen. Konkret wurde das Tool des Anbieters „Socialsurvey“ genutzt, das automatisierte Befragungen dieser Art kostengünstig anbietet.[1] Die Konstruktion des Fragebogens wurde mittels der vom Anbieter bereitgestellten Software durchgeführt und orientierte sich an den Standards der für den Online-Bereich anerkannten Routinen sozialwissenschaftlicher Erhebung (Voigt 2012, S. 55f.).

Einschränkend ist zu sagen, dass die Durchführung einer repräsentativen Umfrage im Bereich der Nutzer von Social Media auf diesem Wege leider nicht möglich war. Eine Erweiterung des methodischen Spektrums zur Verbesserung der Repräsentativität war aus Kostengründen in diesem Fall leider nicht möglich.

2.2 Forschungsdesign

2.2.1 Leitende Forschungsfrage und Hypothesen

Als leitende Forschungsfrage für die vorliegende Arbeit wurde gewählt: „Die Relevanz von Social Media in Katastrophensituationen am Beispiel des Sommer-Hochwassers 2013 in Passau“. Das Hochwasser ereignete sich zwischen 01. Juni 2013 und 14. Juni 2013. Am 03. Juni 2013 erreichte der Scheitelpunkt die Stadt Passau (Passauer Neue Presse Online 03.06.2013, http://www.pnp.de/821148).

Daraus wurden die folgenden Hypothesen abgeleitet:

Hypothese 1: „Personen, die während der Flutkatastrophe die Sozialen Medien nutzten, fühlten sich auch stärker berufen, zu helfen.“
Hypothese 2: „Personen, die Social Media Kanäle als Hauptinformationsquelle während der Flut nutzten sind mit der Berichterstattung über die Hochwasserkatastrophe zufriedener als Personen, die klassische Medien als Hauptinformationsquelle nutzen.“
Hypothese 3: „Personen empfinden die Berichterstattung in Social Media als aktueller und vertrauensvoller als die der klassischen Medien.“

2.2.2 Populationswahl und Stichprobe

Die Teilnehmer der Befragung setzten sich wie folgt zusammen: Insgesamt nahmen 409 Personen an der Befragung teil davon waren 137 männlich, 272 Personen waren weiblich.

Die Befragung fand zwischen dem 23. Juli 2013 und dem 27. Juli 2013 statt und wurde durch die Zuweisung der Befragungslink möglichst auf Personen aus dem Raum Passau beschränkt. Der Befragungslink wurde u.a. auf folgenden Online-Medien platziert: Bei Facebook in den für Passau relevanten Gruppen „Du kommst aus Passau, wenn...“, „Hochwasserhilfe Passau“, „Passau räumt auf“, den persönlichen Facebook-Timelines der am Seminar beteiligten Studenten sowie der studentischen Facebook Seite des Studiengangs „Medien und Kommunikation“, der Facebookgruppe "MuK Stammtisch", " und "Mitfahrgelegenheit Passau". Bei Twitter wurde der Fragebogen in den jeweiligen lokalen Twitter-Accounts der Kommilitonen geteilt. Zusätzlich wurde der Link via Freunde, Familie und Bekannte aus Passau weiter gegeben.

In der Altersverteilung lag die Gruppe der 20 bis 29-Jährigen mit 65% klar vorne, stellt damit die Kernzielgruppe der Befragung dar. Gefolgt von den 30 bis 39-Jährigen, die nur noch einen Anteil von 12,3% darstellen und damit Platz zwei einnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.3 Verfahrensablauf

Die automatisierte Befragung verlief ohne besondere Probleme. Aus den gewonnenen Daten konnte ein Rohdatensatz hergestellt werden, der mittels SPSS im Hinblick auf die Bewertung der Hypothesen ausgewertet wurde. Dabei wurden sowohl Häufigkeitstabellen (deskriptive Statistik) als auch Signifikanztests durchgeführt (Chi-Quadrat nach Pearson, Likelihood-Quotient und linear-mit-linear-Zusammenhang).

3. Ergebnisse und Hypothesenbewertung

3.1 Hypothese 1

Als Basis für die Untersuchung dieser Aussage wurden zunächst innerhalb der vorhandenen Variablen in der Statistik-Software „SPSS“ neue Variablen berechnet, die eine Aussage darüber erlauben, in welchem Zusammenhang die Nutzung von Social Media und der Bereitschaft der Menschenzu helfen, stand.

Als Nullhypothese wurde zu Hypothese 1 formuliert: „Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Nutzung von Social Media und der Bereitschaft zu helfen“.Die in der Softwareerstellte Kreuztabelle zeigt, dass die Personen, die Social Media nicht nutzten mit 10,9% keine Bereitschaft zeigen. 90,8 % der Social Media Nutzer zeigen jedoch Bereitschaft zu helfen.

Der Wert der asymptotischen Signifikanz ist 0,967 und übersteigt den Wert des Signifikanzniveaus (0,05). Erreicht oder übersteigt der Wert der asymptotischen Signifikanz das definierte Signifikanzniveau (0,05), wird die Nullhypothese verworfen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Abbildung zeigt, dass zwar die Hilfsbereitschaft sowohl bei Social-Media-Nutzern als auch bei Nicht-Social-Media-Nutzern annähernd gleich sind, nämlich 90,8% die zu den aktiven Social Media-Nutzern gehören als auch Hilfsbreite 89,1% der Non-User.

[...]


[1] Umsetzung der Befragung via: https://www.soscisurvey.de/hochwasserpassau

Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656668237
ISBN (Buch)
9783656668206
Dateigröße
972 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274706
Institution / Hochschule
Universität Passau – Medien und Kommunikation
Note
2,3
Schlagworte
social media katastrophensituationen beispiel sommer-hochwassers passau

Autor

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Titel: Social Media in Katastrophensituationen