Lade Inhalt...

Borderline Persönlichkeitsstörung. Ursachen, Störungsbild und Therapieansätze

Seminararbeit 2013 16 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Borderline Persönlichkeitsstörung

1 Störungsbild

2 Ursachen der Krankheit

3 Diagnostische Kriterien
3.1 Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV

4 Differentialdiagnostik und Komorbidität

5 Therapie
5.1 Dialektisch behaviorale Therapie (DBT)
5.1.1 Studien zur Wirksamkeit der Therapie
5.2 Medikamentöse Behandlung

6 Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Dabei wird insbesondere auf das Krankheitsbild, die Diagnostik und die Therapie eingegangen. Bezüglich der Therapie wird die dialektisch behaviorale Therapie (DBT) fokussiert. Dies deshalb, weil es sich dabei um eine der am meisten durchgeführten Therapieansätze bei dieser Persönlichkeitsstörung handelt.

Charakteristisch für die Borderlinestörung sind Störungen der Affektregulation, Störungen der Wahrnehmung des Selbstbildes oder Probleme im Umgang mit Nähe und Distanz. Bei einem Borderlinepatienten führen Bedürfnisse oft zur Aktivierung konträrer Schemata. So führt beispielsweise das Bedürfnis nach Liebe dazu, dass er sich aggressiv oder sehr dominant verhält. Oder das Bedürfnis nach Macht führt zu einem „Hunger nach bedingungsloser Zuwendung und Liebe“ (Bohus, 2002, S. 8).

Um die Störung zu diagnostizieren werden insbesondere die Kriterien des DSM-IV verwendet. Hinsichtlich dieser Störung werden sie im Vergleich zu den ICD-10 Kriterien als überlegen beschrieben (Bohus, 2002).

Die DBT setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen. So wird sie beispielsweise in Gruppen- und Einzelsitzungen durchgeführt. Die Therapie integriert verschiedene therapeutische Ansätze, wie beispielsweise Elemente der Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Hypnosetherapie aber auch Elemente der fernöstlichen Meditationstechnik (Pelzer, 2010.). Ein Schwerpunkt der Therapie liegt im Aufbau von Fertigkeiten (Skills) der folgenden vier Bereiche: Stresstoleranz, Emotionsmodulation, zwischenmenschliche Fertigkeiten und innere Achtsamkeit.

In einer aus 23 Studien bestehenden Metaanalyse von Kröger et al. (2007) wurde die Wirksamkeit dieses Therapieansatzes untersucht. Dabei ergab sich eine globale Effektstärke von 0.62.

Borderline Persönlichkeitsstörung

Persönlichkeitsstörungen können in drei Cluster eingeteilt werden (Gruppe A, B und C). Zur Gruppe B gehören die histrionische, narzisstische, antisoziale und die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Personen mit solchen Störungen werden oftmals als emotional, dramatisch oder launisch beschrieben. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist dabei die am häufigsten diagnostizierteste Störung dieses Clusters (Pelzer, 2010). In Amerika sind circa 2% der Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen (Bohus, 2002). Dabei sind 70% der Betroffenen weiblich. Die Krankheit wurde 1938 das erste Mal von Adolph Stern diagnostiziert (a.a.O.). Stern war dabei der Auffassung, dass Borderline-Patienten weder an einer Neurose noch an einer Psychose litten. Vielmehr wies ihr Krankheitsbild Merkmale beider Störungen auf. Bezüglich der Erstmanifestation der Krankheit gibt es keine eindeutigen Antworten. In einer Studie von Jenkes konnten die Patienten in zwei Gruppen unterteilt werden. Die erste Gruppe von Patienten wurde das erste Mal durchschnittlich mit 14 Jahren auffällig. Die zweite Gruppe wies mit 24 Jahren erstmals Merkmale der Borderlinestörung auf (a.a.O.). Die Suizidrate bei Borderlinepatienten liegt zwischen 7% und 10% (a.a.O.). „Als Risikofaktoren für vollendete Suizide werden impulsive Handlungsmuster, höheres Lebensalter, Depressionen, komorbide antisoziale Persönlichkeitsstörungen sowie frühkindlicher Missbrauch benannt“ (Bohus, 2002, S.11). Zudem ist zu sagen, dass Patienten, die Selbstmord begehen, in 50% der Fälle dies bereits in der Vergangenheit versucht haben. Diese Zahlen zeigen, wie gefährlich die Störung sein kann, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird.

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Borderline-Persönlichkeitsstörung und ihre Symptome näher zu beschreiben. Ein weiteres Ziel ist das Auseinandersetzten mit einer der gängigsten Therapieformen (Dialektisch behaviorale Therapie (DBT)), die bei Borderlinepatienten durchgeführt wird. In einem ersten Schritt wird nachfolgend das Störungsbild beschrieben, bevor näher auf die möglichen Ursachen eingegangen wird. Im weiteren Verlauf wird dann detaillierter auf diagnostische Kriterien, auf die genannte Therapieform und auf deren Wirksamkeit eingegangen.

1 Störungsbild

Die Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind vielseitig. Schäfer et al. (2006) unterteilen die Symptome in folgende sieben Bereiche: Angst, dissoziative Phänomene, selbstverletzendes und selbstschädigendes Verhalten, psychoseähnliche Symptome, Essstörungen, Sucht und Suizidalität. Bohus (2002) unterteilt die Symptome in fünf Problembereiche: Affektregulation, Selbstbild, psychosoziale Integration, kognitive Funktionsfähigkeit, Verhaltensebene.

Nachfolgend wird näher auf die Problembereiche von Bohus (2002) eingegangen. Günstig an der Unterteilung in Problembereiche ist die Tatsache, dass nicht lediglich Symptome beschrieben werden, sondern dass auch darauf eingegangen wird, weshalb diese auftreten.

Affektregulation:

Ein Hauptsymptom der Borderlinestörung ist die Störung der Affektregulation. Patienten reagieren oft sehr stark auf schwache Reize oder Impulse. In einem solchen Szenario werden sie bereits durch schwachen Impulse von Emotionen überwältigt. Es ist ihnen dabei nicht möglich, diese differenziert wahrzunehmen. Sie leiden an einem hohen Erregungsniveau, weshalb sie mit heftigen Emotionen auf schwache Reize reagieren. Erleben sie dann diese starken Emotionen, fällt es ihnen schwer (Verzögerungen), wieder auf ein normales Erregungsniveau „hinunterzufahren“ (a.a.O.).

Sie erleben oftmals täglich Spannungszustände, mit denen sie nicht umgehen und die sie nicht kontrollieren können. Diese überfallen sie häufig sehr schnell, werden als intensiv erlebt und können bis zu mehreren Stunden andauern. Diese Wahrnehmung kann aber nicht mit einer Panikattacke verglichen werden, da Patienten die Emotionen nicht korrekt identifizieren können und auch nicht wissen, was die Ursache für diese Gefühle sind. Als Bewältigungsstrategie solcher Anspannungszustände wenden zahlreiche Patienten dysfunktionalen Verhaltensmuster an (bsp. Selbstverletzendes Verhalten) (Bohus, 2002).

Neben den eben beschriebenen emotionalen, intensiven Phasen erleben Patienten auch Phasen der totalen emotionalen Leere. In solchen Momenten haben Patienten keinerlei Gefühlswahrnehmungen. Sie fühlen sich selber somit beinahe gar nichts mehr, was zum Gefühl des Identitätsverlusts führen kann. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb sich Patienten oft selbst schädigen. Sie versuchen damit, sich selber wieder zu spüren, um so die Kontrolle wieder zu gewinnen.

Problembereich Selbst und Selbstbild:

Patienten weisen Unsicherheiten bezüglich der eigenen Identität oder des eigenen Körpers auf. So fühlen sie sich oft fremd in ihrem Körper oder weisen eine negative Wahrnehmung des Körperbildes auf. Zusätzlich sagen Patienten oft, dass sie nicht wirklich wissen, wer sie tatsächlich sind (a.a.O.). So erlebt sich ein grossteil der Patienten als „abgeschnitten von sich selbst“ (Bohus, 2002, S. 7). Zusätzliche Essstörungen treten bei Borderlinepatienten häufig auf.

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656675938
ISBN (Buch)
9783656675907
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274682
Institution / Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
1
Schlagworte
Borderline Persönlichkeitsstörung DSM DBT

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Borderline Persönlichkeitsstörung. Ursachen, Störungsbild und Therapieansätze