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Tiere und Tierhaftes in Hartmann von Aues "Iwein"

Seminararbeit 2010 29 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verfasser und Werk
2.1. Hartmann von Aue
2.2. Quelle und Überlieferung

3. Tiersymbolik – Textanalysen und Interpretationen
3.1. Der Wilde Mann
3.2. Die Quelle
3.3. Der Löwe und der Drache
3.4. Der Ritter mit dem Löwen

4. Erzählstrukturen, Motive, Deutungsversuche
4.1. Heilsgeschichtliche Struktur
4.2. Der doppelte Cursus
4.3. Geistliche Naturdeutungen
4.4. Bezüge zur Bibel
4.5. Tiefenpsychologische Interpretationen
4.6. Historisch-soziologische Interpretationen
4.7. Keltische Motive
4.8. Motive der Freundschaft

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bei den am Anfang der Menschheitsgeschichte graphisch erstellten Zeichen handelt es sich um Höhlenmalereien, auf denen meist Tiere nebst Menschen dargestellt wurden. Der Zweck dieser prähistorischen Abbildungen ist nicht eindeutig bekannt, aber es gibt Deutungsversuche, die davon ausgehen, dass es sich um religiöse Symbole handeln könnte. Der Vergleich mit heutigen Naturvölkern zeigt nämlich, dass meist Orte, insbesondere Höhlen und Grotten, mit solchen Zeichnungen versehen werden, die man als heilig erachtet und die man sich als Verknüpfungspunkte zwischen dem Diesseits und einer übernatürlichen Unterwelt vorstellt. Die mythischen Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Göttern sind keine Erfindung der Bibel, vielmehr sind sie eine Weiterführung einer archaischen Konvention. Als der Mensch sich weiter entwickelte, liess er alte Gewohnheiten ab und wurde im Zuge der Neolithischen Revolution sesshaft, jedoch schien er seine Neigung zum Gebrauch der Tiersymbolik nicht abgelegt zu haben. Viele Skulpturen und Bildnisse Götter vorchristlicher Hochkulturen erscheinen mit Tierköpfen oder tierhaften Körperteilen. Oftmals fungieren sie als Vermittler zwischen Leben und Tod, denn einerseits stehen diese alten Gottheiten für Fruchtbarkeit,

und andererseits für Vergänglichkeit. Man denke nur an die altnordischen Götter Njörðr, Ullr, Freya und Freyr, oder den von Tacitus in der Germania erwähnten germanischen Gott Nerthus. Sie alle werden mit einem heiligen, von Ochsen gezogenem Wagen, mit der Sonne und Menschenopfer in Verbindung gebracht.

Ihre Ambivalenz der Bedeutungsmöglichkeit steht in der Analogie zu der der Frau Welt, deren Vorderseite von wunderschönem Antlitz ist, deren Rücken aber voll mit Ungeziefer versehen ist. Die Existenz des einen setzt die Existenz des anderen voraus, „ohne Licht gibt es auch keinen Schatten“ und auf diese Weise endet das Leben nicht, sondern „geht über in den Tod“. Es scheint nicht verwunderlich zu sein, dass Tiersymbolik dabei oft eingesetzt wird, denn das rational nicht erklärliche, die in Mythen eingekleideten Geschichten lassen sich nur durch Bildhaftigkeit ausdrücken. Und was wäre denn dazu besser geeignet als Tiere, denen man spätestens seit Äsop (600 v. Chr.) bestimmte Merkmale zuweist, um den didaktischen Effekt der Texte beim Zielpublikum zu verstärken. In Indien wurde das so genannte Panchatantra (200 v. Chr.), eine Sammlung von Fabeln und moralischen Geschichten geschrieben, welches auch Eingang in andere Kulturen fand.[1] Es wurde von den Sassaniden[2] bis ins dritte Jahrhundert n. Chr. als Hofdichtung weiterentwickelt. Bereits im Frühmittelalter verwendeten die Germanen häufig für Runen Schlangen, Drachen, Eber, Wölfe, Raben, Adler und Pferde als Grundmotive, die zur Unkenntlichkeit abgewandelt und verziert wurden.[3] Im 15. Jahrhundert wurden im Zuge der Inquisition auch reale Tiere als Symbole dem Teufel zugeordnet. Hexen und Hexer benutzten angeblich einerseits verschiedene tierische Zutaten wie beispielsweise Krähenfüsse für das Brauen von Zaubertränken, denen man damit magische Wirkung zusprach, und andererseits waren Tiere auch bei Hexensabbaten als Teilnehmer zugegen: Frösche quakten, schwarze Katzen miauten und es wurden statt Besen auch schon mal fliegende Ziegenböcke als Transportmittel zu den Teufelsanlässen verwendet. „Alle diese Elemente [antichristliche Riten] haben eine lange, zum Teil ins Frühmittelalter oder gar in die Antike zurückreichende Geschichte“.[4]

Als die literarischen Strömungen im 18. und 19. Jahrhundert nach der Aufklärung wieder dem Gedankengut des Mittelalters und der „Volkskultur“ mehr Wertschätzung zu verleihen beabsichtigt hatten, wurden auch gewisse Vorstellungen über Tiere in die Literatur mit hinein projiziert. In Goethes Werken finden sich viele Tiermetaphern, man denke nur an die berühmteste, als der Pudel im Faust seine Gestalt ändert, und sich Mephistopheles offenbart: „Das ist des Pudels Kern.“.[5] Andere Beispiele für Tiermetaphorik wären die berühmten Schlangen in E.T.A. Hoffmanns „Der goldne Topf“. Diese von den Ursprüngen der Menschheit bis in die Gegenwart reichende Verwendung von Tiermetaphorik hat diverse Motive und Funktionen, doch eines haben allesamt gemeinsam: Man kann dem Signifikat „Tier“ verschiedene signifikante Inhalte zuordnen, die zueinander auch widersprüchlich sein können, aber dennoch assoziativ sind.

Dass auch in Hartmanns von Aue Iwein der metaphorische (und metonymische) Gebrauch der Tiere bestimmte Funktionen hat, soll die vorliegende Arbeit darstellen. Hierbei ist anzumerken, dass die Beziehungen zwischen Mensch und Tier verknüpft sind zum Verhältnis zwischen Mensch und Gott, was eines der zentralen Themen Hartmanns von Aue ausmacht. In diesem Aufsatz werden alle vorkommenden Figuren und Erscheinungen, die sich, mittelbar oder unmittelbar, in ein paradigmatisches Bedeutungsfeld des „Tierischen“ einordnen lassen, genauestens geprüft, beschrieben und gedeutet. Die Zielsetzung ist es, folgende Fragen zu beantworten:

- Wie lässt sich das Tierhafte bzw. wie lassen sich Tiere im Iwein darstellen?
- Welche Funktionen haben die Tiere in der Erzählung und für was stehen diese?
- Welche Funktion hat der jeweilige Erzählteil, in welchem etwas Tierartiges vorkommt, im Kontext und im Verhältnis zu anderen Elementen und zum Gesamtwerk?

Der Aufbau der Arbeit gliedert sich folgendermassen: Als erstes liefere ich im zweiten Teil nach der Einführung einige Angaben zum Autor des Iwein, zum Werk selber sowie der Quellenlage.

Im darauf folgenden, dritten Teil soll eine genaue Textanalyse der Szenen erfolgen, in denen Tiere im Verlauf der Erzählung auftauchen und dem Hauptprotagonisten entweder hilfreich oder hinderlich entgegentreten.[6] Dabei werde ich die Geschichte paraphrasieren, wobei ich auf die „tierreichen“ und „tierartigen“ wichtigen Stellen textanalytisch eingehe und mit zahlreichen Dis- und Exkursen versehe sowie Interpretationsmöglichkeiten andeute. Die wichtigen Szenen dabei sind die Begegnung mit dem Wilden Mann, das Betreten einer mythischen Quelle, der Kampf zwischen dem Drachen und dem Löwen, und alle Abenteuer die Iwein mit Hilfe des Löwen beschreitet.

Anschliessend werden im vierten Teil einige Motive, Erzählstrukturen, die sich über das Gesamtwerk hinstrecken sowie einige Deutungsmöglichkeiten angeführt.

Der Endteil beinhaltet eine kurze Zusammenfassung und es werden einige Verweise angemerkt.

2. Werk und Verfasser

Informationen über den Autor sind minimal, sodass sie nur ausreichen um einen wagen Umriss der Person Hartmann von Aue zu bilden. Auch die Überlieferung des Iwein fällt spärlich aus.

2.1. Hartmann von Aue

Hartmann von Aue lebte in etwa um 1200 herum und war Zeitgenosse von Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Strassburg und Heinrich von Veldeke. Seine Person nennt er in den Prologen seiner Werke Hartmann von Ouwe und bezeichnet sich als unfreien Dienstadeligen und Ministerialen. Geringfügige alemannische Spuren in seinen Reimen lassen darauf schliessen, dass seine Herkunftsregion der Südwesten des deutschsprachigen Gebiets, das Herzogtum Schwaben, war. Sein finanzieller Gönner war vermutlich ein führendes Geschlecht der Region. Damals waren dies die Staufer, die Zähringer und die Welfen. Die Lage begünstigte gewiss räumlich den Einfluss des Französischen und das Gebiet war nahe dem Wirkungskreis von Chrétiens de Troyes, dessen Werke nicht nur Hartmann von Aue als Vorlage nahm, sondern auch Wolfram von Eschenbach. Hartmanns Iwein hatte, ebenso wie Erec, mit dessen Fertigstellung er den deutschen höfischen- und Artusroman begründet hatte[7], als Vorlage ein Werk von Troyes. Zwischen diesen beiden Werken fertigte er Gregorius und Der arme Heinrich an. Seine literarischen Schöpfungen, die beiden Artusromane Erec und Iwein, die legendenhaften Erzählungen Gregorius und Der arme Heinrich sollten Bausteine einer Hochblüte der deutschsprachigen mittelalterlichen Literatur werden. Weitere Produkte seines Schaffens sind das Klagebüchlein[8], sowie einige Kreuz- und Minnelieder. Hartmann von Aue hatte selbst seinen unzweifelbaren Bildungsstand geäussert, was nicht zu verleugnen ist, da seine Werke von hoher theologischer und philosophischer Kenntnis zeugen. Obwohl es nicht gesichert ist, verfügte er vermutlich über sehr gute französische Sprachkenntnisse, wofür seine Übertragungen Chrétiens sprechen.[9] Von Gottfried von Strassburg wird er in einem Exkurs in seinem Romanfragment Tristan gelobt und seine Dichtung gepriesen.

2.2. Quelle und Überlieferung

Im Gegensatz zum Erec, welcher nur in einer vollständigen Handschrift und drei Fragmenten erhalten geblieben ist, ist die Überlieferung des Iwein sehr umfangreich. Fünfzehn vollständige Handschriften und siebzehn Fragmente haben die Zeit überlebt. Eine davon ist Teil des Ambraser Heldenbuchs. Dass das Werk aufgrund der vielen, bis heute erhalten gebliebenen Handschriften populärer war als der Erec ist möglich, aber es könnte auch sein, dass es vom Iwein nicht weniger Handschriften gab, sondern dass möglicherweise viele davon verloren gegangen sind.[10] Als Vorlage hat Hartmann von Aue Chrétiens Le chevalier au lion verwendet, jedoch hat er es geringfügig verändert und eigene Akzente gesetzt. Laut dem Verfasserlexikon wurde der Iwein zunächst auffallend lange von der Forschung vernachlässigt, der Erec hingegen fand mehr Beachtung.[11] An dieser Stelle sei auch die Bedeutung des höfischen Romans für die Entwicklung der literaturtheoretischen Wissenschaften angemerkt.[12]

3. Tiersymbolik – Textanalysen und Interpretationen

Der Artusroman Iwein beginnt mit einem Prolog, in welchem der Erzähler ein wenig von sich berichtet und sich selber als Hartmann von Aue benennt, ähnlich wie er das auch im Der arme Heinreich voranstellt. Die Erzählung beginnt am Artushof, wo Iwein vom Ritter Kalogrenant von einer Lichtung voll wilder Tiere erfährt, in der sich ein wilder, unkultivierter Mann befindet, der entgegen seinem äusseren Anschein ein friedlicher Hirte sei.

3.1. Der Wilde Mann

Die seltsame Begebenheit, die dem Ritter Kalogrenant widerfahren ist, beginnt mit einer Beschreibung der Wildnis, in welche er auf seiner aventiure eingedrungen ist.

dâ râmet ich der wilde

und vânt nach mitten morgen

in dem walde verborgen

ein breitez geriute

âne die liute.

da gesach ich mir viel leide

ein swære ougenweide,

aller der tiere hande

die man mir ie genande,

vehten unde ringen

mit eislîchen dingen.

dâ vâhten mit grimme

mit griulîcher stimme

wisente und ûrrinder.

dô gehabt ich hinder,

und rou mich daz ich dar was komen. (V. 398 – 403)[13]

Kalogrenants Schilderung seiner Abenteuer ist eine Erzählung in der Erzählung. Dabei umschlingt die Rahmenerzählung die Binnenerzählung, mit der die Vorgeschichte und die weiteren Handlungen aufgebaut werden. Um zu der Lichtung zu gelangen, muss Kalogrenant zuerst in einen Wald eindringen, nachdem er eine Burg verlassen hatte. Vorhergehende Ereignesse werden zeitraffend erzählt (die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit), bis der Ritter zur Lichtung kommt. Hier erfolgt die Erzählung zeitdeckend (die Erzählzeit gleicht der erzählten Zeit). Der Erzähler weiss hierbei nicht mehr und nicht weniger als die Figuren, weshalb es sich laut Genette um eine interne Fokalisierung handelt. Dass Kalogrenant nach der Begebenheit nicht viel mehr über das Ereignete weiss, hat er wohl keinen Erkenntnisgewinn daraus bezogen.[14] Dabei findet ein Wechsel der Umgebung statt, der einen Übergang vom Hof in die Wildnis darstellt. Es ist eine Transgression, bei welcher eine Überschreitung der Grenze zwischen einer höfischen, geregelten, gesellschaftlichen, von Menschen erschaffenen Welt in eine dunkle, wilde, „urige“, primitive, natürliche vollzogen wird. Vermutlich erfolgt dieses Vorankommen über mehrere Stufen, denn bevor Kalogrenant in die gerodete Stelle des Waldes gelangt, äussert der Burgherr, er habe noch nie von einem Fremden gehört, welcher auf aventiure unterwegs sei, und zweitens erfährt man nicht, wieso er den Ritter bittet, er möge bei seinem Rückweg ihn nicht erneut besuchen. Nach dem Verlassen der Burg schreitet er über ein offenes Feld, bevor er dann ins Dickicht eindringt. Dies alles könnten Indizien sein, dass die Transgression die sich ereignet, stufenweise beschaffen ist.

Die Szenerie von einem Ort, an dem sich alle Tiere, von denen er je gehört hatte, befinden, erscheint unwirklich und traumhaft. Dass ein solcher Ort mit der Wirklichkeit nicht zu vereinbaren ist, lässt einige Vermutungen zu. Es könnte sich also um eine traumhafte Begebenheit handeln, einen Ort, der nicht an die Dimensionen von Raum und Zeit gebunden ist. Träume sind paradigmatisch an gleicher Stelle mit Visionen und Prophezeiungen einzuordnen.[15] Auf diese Weise könnte man die Begebenheit als eine Voraussage Kalogrenants an Iweins Zukunft deuten. Offensichtlich gab es Abenteuer zu bestehen, für welche Kalogrenant vielleicht nicht unpassend gewesen wäre, weil er nicht ritterlich genug gewesen wäre, sondern weil er schlicht und einfach nicht dazu prädestiniert war. Die Stelle mit den wilden Tieren könnte möglicherweise für das „Innere“ des Iwein stehen. Die Triebkräfte in seiner selbst seien im Kampf, und er müsse noch sein Selbst erkennen. Vielleicht war Kalogrenant nicht imstande aus diesem Abenteuer als Gewinner zu treten, da es nicht seine Person war, die diese Erkenntnis zu gewinnen bestimmt war. Wenn man Hartmanns von Aue andere Werke betrachtet und den göttlichen Aspekt als Instanz hinzuzieht, kann man mit anderen Worten das Betreten der gerodeten Stelle als einen Blick in die Transzendenz beschreiben. Um auf den rechten Weg zu kommen, um Gott gefällig zu sein, ist es für Iwein wichtig, das höfische Leben mit seinen inneren Triebkräften in Einklang zu bringen und auch die Natürlichkeit nicht zu verleugnen. Aus diesen Gründen würden sich die Tiere im Kampf befinden.[16]

[...]


[1] Vgl. Schmidt.

[2] Das Sassanidenreich war ein persisches Grossreich der Spätantike (ca. 3. bis 7. Jahrhundert n. Chr.).

[3] Vgl. Haseloff.

[4] Schwerhoff, S. 111.

[5] Ganz im Sinne von Machiavelli: „Jeder sieht, was Du scheinst. Nur wenige fühlen, was Du bist.“

[6] Man darf behaupten, dass Tiere, die hinderlich erscheinen, indirekt auch förderlich sind, da der Protagonist, durch das Bewältigen von Gefahren, die von ebendiesen ausgehen, „wächst“.

[7] Iwein und Erec sind Artusromane, welche in Versreimen erzählt und zur höfischen Epik gezählt werden.

[8] Der auch als das zweite Büchlein bekannte Textkorpus beinhaltet ein allegorisches Streitgespräch zwischen herze und lîp.

[9] Vgl. Verfasserlexikon, Sp. 500 – 506.

[10] Viele Ereignisse in der Geschichte haben gezeigt, dass nicht nur die Ereignisse mit der höheren Wahrscheinlichkeit eintreten können, sondern auch ein Faktor des Zufalls eine Rolle spielt.

[11] Vgl. Verfasserlexikon, Sp. 514 – 516.

[12] Abgrenzungs- und Definitionsversuche zwischen Epos und Roman wurden auf verschiedene Weisen unternommen (beispielsweise mit dem Buchdruck und der Wiedergabeart der Texte, ob man sie auswendig lernte, vortrug, sang, oder nur las). Exemplarisch sollen George Lukács (mit seiner berühmten Romantheorie) und Franz Borkenau genannt werden. Der österreichische Geschichtsphilosoph Borkenau sah den höfischen Roman als einen Übergang zwischen altertümlichem Epos (welches seiner Meinung nach ein Rezept zur Selbstfindung nach „barbarischen“ Zeitaltern war) und dem neuzeitlichen Roman an.

[13] Sämtliche Versangaben beziehen sich auf das Primärwerk Hartmann von Aue: Iwein, Berlin 2001.

[14] Da der Erzähler eine Figur in seiner Erzählung ist, ist diese laut Genette homodiegetisch.

[15] Das Orakel von Delphi der Antike bspw. versetzte sich mittels bestimmter Dämpfe in tranceähnliche Zustände und sagte damit die Zukunft voraus. Die Offenbarung des Johannes, welche eine Zukunftsvoraussage ist, ist in codierter Form beschaffen, die an die Symbolik von Träumen erinnert.

[16] Oder um es mit Worten der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung zu äussern: Die Anima und der Animus befinden sich in einem Kampf, der ausgewogen sein muss, damit der Weg der Individuation beschritten wird.

Details

Seiten
29
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656663669
ISBN (Buch)
9783656663614
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273934
Institution / Hochschule
Universität Zürich – Deutsches Seminar
Note
2,3
Schlagworte
Iwein Hartmann von Aue

Autor

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