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Die Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften und die der Universität Moskau mit Blick auf die Zielsetzungen ihrer Gründer

Hausarbeit 2001 12 Seiten

Geschichte - Asien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Die Aufklärung kommt nach Russland und die Idee einer Akademiegründung reift
2. Die Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften
3. Die Gründung der Universität in Moskau
4. Peter der Aufklärer oder Bildung als staatsdienstliche Einrichtung?
5. Elisabeth Petrovna und die Gründung der Moskauer Universität

III. Schlus

IV. Bibliografie

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften sowie der der Universität in Moskau. Die zentrale Frage soll sein, welche Zielsetzungen seitens der russischen Herrscher dabei im Vordergrund standen: War es die „Liebe zum Volk“, der Wille, das Volk kulturell zu bilden? Oder war es die „Liebe zum Staat“, die Peter I. und Elisabeth dazu bewegten, eine Bildungsinstitution zu gründen, wie sie es bis zum jeweiligen Zeitpunkt in Russland noch nicht gab?

Die Antworten auf diese Fragen können politischer, moralischer oder auch wirtschaftlicher Natur sein. Hierbei ist es auch von Bedeutung, auf die jeweiligen Initiatoren der Gründungen einzugehen, da untersucht werden soll, welcher Herkunft sie waren und welcher Art deren Einfluss auf Politik und Gesellschaft war. Eine solche Frage zu stellen, ist auch deshalb interessant und wichtig, da bei deren Bearbeitung ein Einblick in die Charaktere beider Herrscher zu erwarten ist. Waren sie eventuell selbst die Initiatoren oder waren sie „nur die Gründer aus formaler Sicht“?

Der Weg der Erörterung dieses Themas führt über die Erläuterung des Aufklärungsgedankens in Europa und Russland zur Zeit Peters I. Dem folgend sollen die Gründungsgeschichten beider Lehranstalten in einer verknappten, der Thematik jedoch angemessenen Form dargestellt werden. Anschließend sollen die oben stehenden Fragen erörtert und beantwortet werden, wobei die Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die betreffenden Herrscher, Peter I. (der Große) und Elisabeth I., gelegt werden wird.

II. Hauptteil

1. Die Aufklärung kommt nach Russland und die Idee einer Akademiegründung reift

Während des 18. Jahrhunderts waren viele Länder Europas von Veränderungen grundlegender Art geprägt. Das Wachsen der Manufakturen und das Aufblühen des Handels ließen die Wirtschaft einen Schritt voran machen. Damit und mit der Erstarkung des Bürgertums verknüpft war ein neues Gesellschaftsdenken, das sich seinen Weg durch Europa bahnte. Die Schlagworte dieses Denkens waren Rationalismus und Vernunft. Vor diesem Hintergrund erfolgte eine Zugrundelegung der modernen Wissenschaften. Deren spürbare Entwicklung war unter diesen Voraussetzungen erst möglich.

Spricht man von einer Entwicklung der Wissenschaften, muss man jedoch beachten, dass es sich vorrangig um die Naturwissenschaften handelte, da durch Vernunft und Rationalismus der Wissenschaftsbetrieb naturwissenschaftlich geprägt war[1].

In Russland zeigte vor allem das Unterrichtswesen und die Volksbildung die geistige Entwicklung dieser Zeit[2].

Allerdings fehlten im Russland dieser Zeit Wissenschaftler, welche die Weltwissenschaft repräsentierten. Diesbezüglich nahmen gebildete Zeitgenossen das vorpetrinische Russland, den Entwicklungsland der Wissenschaften betreffend, als „tabula rasa“, wie Gottfried Wilhelm Leibniz es ausdrückte, war. Dem muss jedoch hinzugefügt werden, dass wiederum das Wissen über Russland oft nicht genügend ausgeprägt war, um ein zutreffendes Bild darzustellen[3].

Verglichen mit den Ländern Westeuropas war Russland nichts desto Trotz in Hinblick auf Wirtschaft, Kultur und Militär ein zurückgebliebenes Land[4]. Tatsächlich gab es im Russland vor Peter I. keine Akademien und Universitäten.

Mit der Thronbesteigung Peters begann erstmals der Gedanke der Gründung einer russischen Akademie der Wissenschaften zu reifen: 1697 hatte Peter Leibniz um die Ausarbeitung einer Denkschrift über die Organisation der wissenschaftlichen Forschung ersucht[5]. Auch gibt es Hinweise, dass der Zar bereits 1699 daran dachte, die Moskauer Slavisch-Lateinisch-Griechische Akademie um die Lehrfächer Recht, Medizin und Mathematik zu erweitern[6].

[...]


[1] Vgl. Erich Donnert: Russland im Zeitalter der Aufklärung, Leipzig 1983, S. 68.

[2] Ebda. S. 54.

[3] Ebda. S..68.

[4] Vgl. Helga Kurm: Innovationen in der russisch-sovjetischen Bildungsgeschichte, S. 177. In: Winfried Böttcher, Elmar Lechner, Walter Schöler (Hrsg.): Innovationen in der Bildungsgeschichte europäischer Länder, Frankfurt a. M. 1992, S. 177-195, (Bildungsgeschichte und europäische Identität 1).

[5] Vgl. Donnert: Aufklärung S. 68.

[6] Vgl. Julia Oswalt: Die inneren Reformen 1700-1725, S. 344.

Details

Seiten
12
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638116558
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2739
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Geschichtswissenschaften
Note
3,0
Schlagworte
Zar Peter der Große Zarin Elisabeth Lomonossov-Universität Petersburger Akademie der Wissenschaften

Autor

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Titel: Die Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften und die der Universität Moskau mit Blick auf die Zielsetzungen ihrer Gründer