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Systemtheorie und ihre betriebswirtschaftliche Bedeutung

Seminararbeit 2003 11 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Systemtheorie und Kybernetik

2 Geschichte der Kybernetik und Systemtheorie

3 Grundbegriffe der Kybernetik
3.1 Das System
3.2 Die Begriffe Regelung und Steuerung
3.3 Informations-, Stoff- und Energieflüsse in Systemen
3.3.1 Systembeziehungen
3.3.2 Arten der Informationsströme

4 Die betriebliche Anwendung
4.1 Der Betrieb als offenes System
4.2 Anwendung der Systemtheorie am Beispiel eines Produktionssystems
4.2.1 Das Produktionssystem im System-Umwelt-Modell
4.2.2 Das Regelkreismodell

5 Verzeichnis
5.1 Indizies
5.2 Abbildungen
5.3 Quellen

1 Systemtheorie und Kybernetik

Die Systemtheorie (Kybernetik) ist eine Theorie, die versucht, die Erscheinungen und Gesetz­mäßigkeiten unterschiedlicher komplexer Systeme mit Hilfe einheitlicher Begriffe und Werkzeuge verstehbar und bearbeitbar zu machen. Ein System wird als „Menge von (eher vielen) Elementen*, die in ihrer Verschiedenheit zusammenarbeiten und als Ganzes ein bestimmtes Verhalten (des Systems) aufrecht erhalten“[1] definiert. Das zeitliche Verhalten eines Systems wird Prozess genannt.

Systeme sind oft mit zyklischen Prozessen verknüpft: Regelkreise (funktionale Rückkopplung) und Recycling (Stoffkreisläufe). Robuste Systeme erhalten den Betrieb auch bei Störungen, Wechsel von Elementen oder veränderten Umweltbedienungen aufrecht.[2]

In der Betriebswirtschaftslehre ist der Systemansatz dadurch gekennzeichnet, dass der Betrieb oder die Unternehmung als System betrachtet wird und sich systemtheoretischer Modelle und Methoden bedient.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Richtungen der Systemtheorie

Kybernetik ist nach Flechtner[3] die allgemeine, formale Wissenschaft von der Struktur dynamischer Systeme, den in ihnen bestehenden Beziehungen und ihrem Verhalten. Kybernetik umfasst, wie in der Abbildung zu sehen, die Lehre von der Steuerung, Regelung und Anpassung dynamischer Systeme mit Hilfe von Instrumenten, die einen gewünschten Zustand dadurch herbeizuführen trachten, dass bei Störung des Systems zielkonforme Reaktionen ausgelöst werden.[4] Kybernetik wird auch als Theorie der Selbstorganisation bezeichnet. [5]

Elemente Elemente eines Systems sind jene Komponenten, die nicht mehr aufgelöst bzw. weiter unterteilt werden können.[6]

2 Geschichte der Kybernetik und Systemtheorie

Wie in der Definition (Kapitel 1) beschrieben, beschäftigt sich die Kybernetik mit der Informations- und Regelungstheorie. In den Wirtschaftswissenschaften wurden Steuerungs- und Regelungsprobleme schon sehr früh aufgegriffen. Es existierten entsprechende Fragestellungen und akzeptable Lösungen, bevor die »neue« Wissenschaft, die Kybernetik, entstand. Beispiele dafür sind die Kreislaufmodelle von Quesnay, Ricardo, Cassel, Karl Marx und Keynes, welche im Grunde die später entwickelten Regelkreismodelle darstellen.[7]

Die Kybernetik entstand in den 1940er Jahren als neuer Wissenschaftszweig, der Themen der Nachrichtenübertragung, der Regelung und statischer Mechanik betrachtet hat.

Norbert Wiener (1894 – 1964) wurde als Begründer der Kybernetik bekannt, er verwendete den Ausdruck in seinem Werk „Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine”. Er leitete das Wort aus dem griechischen „kybernetes“ für Steuermann ab und wollte damit den seiner Meinung nach bedeutenden Artikel von 1868 über einen Rückkopplungsmechanismus von James Clerk Maxwell (1831 – 1879) ehren. Als Mitbegründer der Kybernetik wird Heinz von Foerster (1911 – 2002) genannt, da er durch die Herausgabe der Tagungsbände „ Cybernetics“ maßgeblich an der Entwicklung dieser Theorierichtung beteiligt war.

Die Kybernetiker haben erkannt, dass das Problem der Regelung und Steuerung von Systemen in allen »Wissenschaftszweigen« ähnlichen Gesetzmäßigkeiten gehorcht und deshalb in allen Bereichen mit ähnlichen Methoden zu erforschen ist.[8]

In die 2. Generation des Wiener Kreises gehört Karl Ludwig von Bertalanffy (1901 – 1972). Er ist Begründer der „ theory of stationary open systems“ und der „ General System Theory“, die er „Allgemeine Systemlehre“ nannte. Er entwickelte die „organismische“ Auffassung der Lebens­erscheinungen und sah darin die zentrale Idee des Fließgleichgewichtes.[9] Er grenzte diese scharf von Wieners Kybernetik ab, die er als Maschinen-Theorie bezeichnete.

Eine weitere Auffassung der Systemtheorie kommt von Niklas Luhmann (1927 – 1998). Er gibt dem System einen „Sinn“ und macht dadurch die begriffliche Abgrenzung noch schwieriger. Luhmann geht in seiner Systemtheorie axiomatisch davon aus, dass es Systeme und deren Umwelten gibt. Die Systeme sind autopoietisch* geschlossen, erhalten und steuern ihre Prozesse selbst, ohne dabei auf die Umwelt direkt zugreifen zu können. Soziale Systeme sind dabei solche, die im Selbstlauf Kommunikation an Kommunikation anschließen.[10]

[...]


[1] www.wikipedia.de - Systemtheorie

[2] www.wikipedia.de - System

[3] Flechtner, Hans-Joachim: Grundbegriffe der Kybernetik. Eine Einführung, 3. Aufl., Stuttgart 1968, Seite 10

[4] Baetge, Jörg: Betriebswirtschaftliche Systemtheorie, Opladen 1974, Seite 11

[5] Krieger, D.J.: Einführung in die allgemeine Systemtheorie, München 1996, Seite 12

[6] www.ifi.unizh.ch/ikm/Vorlesungen/IM2/SS01/ IM2_files/Vorlesung/terminologie-2.pdf

[7] Baetge, Jörg: Betriebswirtschaftliche Systemtheorie, Opladen 1974, Seite 13

[8] Baetge, Jörg: Betriebswirtschaftliche Systemtheorie, Opladen 1974, Seite 21

[9] www.hyperkommunikation.ch/lexikon/systemtheorie

[10] www.wikipedia.de

Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638294447
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27381
Institution / Hochschule
Fachhochschule Hof – Bereich Wirtschaft
Note
1,3
Schlagworte
Systemtheorie Bedeutung

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