Lade Inhalt...

Politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch die Massenmedien

Hausarbeit 2012 11 Seiten

Didaktik - Politik, politische Bildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisation aus verschiedenen Perspektiven – Politische Sozialisation

3. Die Politische Sozialisation durch die Massenmedien

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Ziel der modernen politischen Bildung in der Demokratie ist es, die Bürger zum einen zu einem „mündigen Bürger“ zu „erziehen“, das heißt ihm „Handlungs-Knowhow“ zu vermitteln, aber auch Urteils-, (Selbst-)Reflexions- und Kritikfähigkeit zu vermitteln, um erfolgreich in einer pluralistischen Demokratie wie der unsrigen partizipieren zu können. Anhand von Ergebnissen der Jugendforschung wie der Shell-Jugendstudie gingen das politische Interesse und die Bereitschaft der Jugend sich politisch zu engagieren seit den 1980er Jahren stetig zurück und stagnieren aktuell auf niedrigem Niveau. Es stellt sich die Frage, woraus das „politische Desinteresse“ vieler Jugendlicher resultiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schneekloth, Ulrich (2010): Jugend und Politik : Aktuelle Entwicklungstrends und Perspektiven. In: Jugend 2010: Eine pragmatische Generation behauptet sich / Shell Deutschland Holding GmbH - Frankfurt am Main, S.131.

Gerade für den heutigen Politikunterricht erscheint es von elementarer Signifikanz sich mit der medialen Berichterstattung der Massenmedien zu beschäftigen, der für die politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen heutzutage eine tragende Rolle zukommt in immer stärkerer Konkurrenz zu den klassischen Sozialisationsinstanzen wie das Elternhaus, Peergroups und die Schule. Aufgabe der Massenmedien ist es das politische Engagement der Bürger zu fördern und diese zuvor als zentrale Sozialisationsinstanz mit den nötigen Prämissen auszustatten zu einem politischen Engagement in der Lage zu sein. Zudem dirigiert die massenmediale Berichterstattung die politische Vorstellung der Bürger und hat gleichzeitig die Macht politische Institutionen zu beeinflussen. Zu Ersterem zählt beispielsweise die mögliche Generierung von Politikverdrossenheit – Malaise – durch eventuell einseitige Berichterstattung. Andererseits ist auch eine politische Mobilisierung des Bürgers durch die fortschreitende Mediatisierung möglich.

Diese schriftliche Ausarbeitung beschäftigt sich Bezugnehmend zum im Seminar „Medienpolitik“ gehaltenen Referat mit der politischen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch die Massenmedien. Ausgegangen wird von verschiedenen Konzepten zur Sozialisation und einer kurzer Begriffsklärung von politischer Sozialisation. Kern dieser Arbeit soll die Fragen sein, welche Rolle den Massenmedien bei der politischen Sozialisation junger Menschen zukommt. Abrundend fasst ein kurzes Fazit mit einem Ausblick die Ergebnisse dieser Arbeit zusammen.

2. Sozialisation aus verschiedenen Perspektiven – Politische Sozialisation

Die Demokratie ist darauf angewiesen, dass der Bürger eines Staates politischen Verhaltensregeln, das heißt soziale Normen, welche eine Form von sozial erwünschtem Verhalten und damit Erwartungen sind, an den Tag den legen. Dies muss in einem langen Lernprozess erworben werden, der politischen Sozialisation (Schulz 2008: 156).

„Sozialisation bezeichnet allgemein „die gesamte - bewusste und unbewusste - Aneignung gesellschaftsbezogener Kenntnisse, Fähigkeiten, Einstellungen und Werte und dabei sowohl die Prozesse und Inhalte als auch die Handelnden (…)“ (Andersen/Wichard 2003).

Die politische Sozialisation ist dabei „ein Teilprozess der allgemeinen Sozialisation“ (Rippl 2008: 443). Einerseits umfasst die politische Sozialisation das gesamte poltische Lernen, gezielter oder unbewusster Natur in jeder Phase des Lebens. Andererseits ist damit auch das „nicht-politische Lernen“ gemeint, das „das politische Verhalten beeinflusst“ wie durch „soziale Einstellungen“ und „politisch relevante Persönlichkeitsmerkmale“. Andere Perspektiven zur politischen Sozialisation gehen stärker fokussiert von der Vermittlung konkreter poltischer Inhalte und Kompetenzen wie Kritikfähigkeit und Meinungsbildung zum gesellschaftlich System aus. Neben der Entwicklung von Kompetenzen zur erfolgreichen Partizipation am gesellschaftlichen Zusammenleben sollte unter politischer Sozialisation des Weiteren ein dynamischer, interaktiver Prozess eines Subjekts verstanden werden, das sich produktiv mit seiner politischen Umwelt beschäftigt mit dem Schwerpunkt auf gesellschaftliche Zustände, Interessen und Machtverhältnisse. Durch die allmähliche Bildung eines eigenen Urteils soll das Subjekt im Rahmen seiner Identitätsbildung in der Lage sein, sich selbst gegenüber Herrschaftsstrukturen und gesellschaftlichen Verhältnissen zu positionieren, das heißt diese zu befürworten oder Distanz aufzubauen, wozu ein „kritisches politisches Bewusstsein“ von Nöten ist (Rippl 2008: 443/444). Die politische Sozialisation „konstituiert die politischen Denk- und Handlungsmöglichkeiten des Individuums“ (Andersen/Wichard 2003).

Der Begriff politische Sozialisation mit seinen Zielen und Prozessen wird dabei heute in erster Linie normativ gebraucht, zum einen einhergehend mit „demokratiefördernden Ziviltugenden“, welche vermittelt sollten. Weiterhin wird von „spezifischen Entwicklungsaufgaben“ und „einem kritischen politischen Bewusstsein“ zur Charakterisierung der Prozesse und Ziele von politischer Sozialisation gesprochen. Die bereits angesprochene, verwendete und vorausgesetzte Normativität ist dabei eng an die Vorstellung der Erhaltung einer bestimmten politischen Ordnung geknüpft, nämlich an die freiheitlich-demokratische Grundordnung. (Rippl 2008: 444). Bedeutende Inhalte der politische Sozialisation werden nebst gezielten Prozessen politischen Lernens von expliziten Inhalten zum Beispiel im intentionellen Kontext der Schule oder impliziter Inhalte durch das gezielte Fördern von sozialem Handeln und Toleranz gerade bei Kindern, durch beiläufiges, häufig unbewusstes Lernen erworben. Dieses beiläufige, scheinbar unbewusste aber auch unbeabsichtigte politische Lernen steht eng im Zusammenhang mit wichtigen Sozialisationsinstanzen wie die Eltern, der Freundeskreis oder die Medien, welche durch Konsum einen nicht unerheblichen Einfluss auf die politische Sozialisation von Menschen haben (Ebd.)

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656662587
ISBN (Buch)
9783656662594
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273741
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Politische Sozialisation Massenmedien Politikverdrossnheit Jugendliche

Autor

Zurück

Titel: Politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch die Massenmedien