Lade Inhalt...

Das Frauenbild bei T. Livius auf dem Hintergrund der Reden anlässlich der Abrogation der "lex Oppia"

Sumptus et luxuria als mundus muliebris?

Seminararbeit 2011 22 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Konstruktion von Weiblichkeit in der Antike
1.2. Frauen-und Weiblichkeitsbildbei T.Livius
1.3. LiviusunddieergänzendenQuellendesPlautus
1.4. Forschungsstand zu relevanten Aspekten der Arbeit
1.5. Gliederung der Arbeit

2. Hauptteil
2.1. Zur römischen Rechtsgeschichte in augusteischer Zeit
2.2. Leben und Werk des Livius in augusteischer Zeit
2.3. Streit um die lex Oppia
2.3.1. Das Szenarium
2.3.1.1. Historizität der Frauendemonstration
2.3.1.2. Zunehmende Emanzipierungstendenzen?
2.3.2. Rededuell: M. Porcius Cato - L. Valerius
2.3.2.1. Zur Authentizitätder beiden Reden
2.3.3. Plädoyer des Konsuln
2.3.3.1. Zum Machtverlust der Männer
2.3.3.2. WettstreitunterFrauen
2.3.3.3. Der Vergleich der luxuria miteinerwildenBestie
2.3.4. Plädoyer des Volkstribunen
2.3.4.1. Engagement der Frauen
2.3.4.2. FrauenunddasschwacheGeschlecht
2.3.4.3. Zum gesellschaftlichen Hintergrund derRogation
2.3.4.4. BedeutungderFarbePurpurfür die matronae
2.3.4.5. Anspruch der F rauen aufSchmuck

3. Schlussteil
3.1. Konträres Urteil über Charakter und Motive der Frauen?

4. Quellen
4.1. Gedruckte Quellen
4.2. Darstellungen

1. Einleitung

1.1. Konstruktion von Weiblichkeit in der Antike

In Bezug auf die Charakterisierung der Frau in der römischen Gesellschaft des Prinzipats meint Veyne aufzeigen zu können, dass die „vollständige Verwirklichung des Menschentums“[1] nur den männlichen Angehörigen der Oberschicht möglich gewesen sei. Der Frau würde demnach das volle Menschsein aberkannt.[2] Die These impliziert darüber hinaus die Vorstellung von der Unterordnung der Frau unter den Mann. Schon aus den mythischen Darstellungen Hesiods geht hervor, dass Zeus den Menschen die Frauen als Strafe für den Raub des Feuers durch Prometheus gebracht habe. Zudem würden Frauen das Ende der Zufriedenheit bedeuten, sie würden den Menschen stattdessen einzig Begierde, Verzweiflung und Verlorenheit bringen.[3] Eingehend reflektiert Plato in seiner Abhandlung den Umstand, dass die Männer schon rein von ihren natürlichen Anlagen her die Frauen bei allen Handlungen übertreffen müssten.[4] Die Vorstellung von der schwächeren Natur der Frau findet sich auch bei Aristoteles und Xenophon. Sie leiten die Überordnung des Mannes über die Frau aus der Natur ab. Während bei Aristoteles das Bessere über das Geringere herrsche, würde, so Xenophon, die Frau ausserhalb ihrer domus als vorgesehenen Handlungsraum wider die Natur agieren. Bei Seneca werden die Frauen schliesslich auf ihre Funktion als Gebärerinnen reduziert.[5]

1.2. Frauen- und Weiblichkeitsbild bei T. Livius

Die aufgeführten (nicht abschliessenden) Beispiele verdeutlichen, dass in der antiken Welt offenbar Vorstellungen eines Weiblichkeitsideals bestanden, die der Frau einen dem Mann untergeordneten Platz zuwiesen. Die Unmündigkeit sei natürlich gegeben, ausserdem habe sich eine ehrenwerte matrona nicht in Angelegenheiten einzumischen, die ausserhalb ihrer domus von Männern der Oberschicht besetzt würden. Gleichzeitig drängt Seneca die Frau in die Rolle einer mater familias und zementiert so ihren Status als Mutter. Wir können davon ausgehen, dass auch Livius sich traditionellen Frauenbildern bedient. Es scheint zudem angebracht, das Frauen- und Weiblichkeitsideal des T. Livius anhand des Rededuells zwischen dem Konsuln M. Porcius Cato und dem Volkstribunen L. Valerius zu untersuchen, das sich im Jahr 195 v. Chr. anlässlich der Abrogation der lex Oppia zugetragen haben soll.[6] Zu fragen wäre demnach:

Welches Frauen- und Weiblichkeitsbild kolportiert T Livius? Welche Charakteristiken schreibt T Livius den Frauen zu? Lassen sich womöglich Gemeinsamkeiten der beiden Reden herausarbeiten?

Es soll in diesem Zusammenhang klargestellt werden, dass die Arbeit nicht für sich alleine stehen darf und kein abschliessendes Urteil gefällt werden kann und soll (hierfür wäre eine umfangreichere Arbeit zwingend). Es soll vielmehr darum gehen, einen Diskussionsbeitrag zu leisten. Unterstützend zur Ausarbeitung einer eigenen Position sollen demnach Forschungsmeinungen in die Arbeit integriert werden.

1.3. Livius und die ergänzenden Quellen des Plautus

Die mir zur Verfügung stehende Quellenedition der „nicht vollständig erhaltenen Darstellung der römischen Geschichte in ursprünglich 142 Bänden“[7] erschien in der Sammlung Tusculum 1986 in der zweiten Auflage. Das Hauptwerk des T. Livius, die „Römische Geschichte“, wurde von Hans Jürgen Hillen herausgegeben und von der lateinischen in die deutsche Sprache übersetzt.[8] Die in Buch 34 vorzufindenden moralischen Bewertungen anlässlich der Ausserkraftsetzung der lex Oppia sind zudem dort mit den Komödien Aulularia [9] und Poenulus [10] des Plautus zu vergleichen, wo es für das Verständnis sinnvoll erscheint und wo die Komödien ergänzenden Charakter aufweisen.

1.4. Forschungsstand zu relevanten Aspekten der Arbeit

Schon 1861 veröffentlichte Johann Jakob Bachofen im Sinne einer Matriarchatstheorie das Werk „Das Mutterrecht“ und betrachtete somit die Mutterrolle in antiken Gesellschaften gesondert. Er stellte damals fest, dass „es an irgend erheblichen Vorarbeiten fehlt: die bisherige Forschung hat überhaupt für die Erklärungjener Kulturperiode, der das Mutterrecht angehört, noch nichts geleistet.“[11]

Es kann davon ausgegangen werden, dass der Frau als Gegenstand der Geschichte in den Folgejahren vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt wurde. So reflektierte Johannes Teurer 1913 über den politischen sowie sozialen Einfluss der Frauen auf die machtpolitischen Bestrebungen ihrer Familien gegen Ende der römischen Republik.[12]

In Bezug auf die Untersuchungen zum Geschichtswerk des T. Livius sind vor allem die umfangreichen Arbeiten von Erich Burck zu nennen, der 1934[13] sowie 1967[14] und 1992[15] wohl seinen Teil dazu beitrug, dass Livius, insbesondere was sein Leben und Werk in augusteischer Zeit anbelangt, besser verstanden wird.

Zu erwähnen ist im Zusammenhang mit Livius der wertvolle Beitrag von Barbara Kowalewski von 2002[16], der die Frauengestalten im Geschichtswerk des T. Livius näher beleuchtet. Hinsichtlich der Bedeutung von Wertvorstellungen bei Livius und insbesondere in der frühen Kaiserzeit sei auf das neuste Werk von Angelika Starbatty im Jahre 2010[17] verwiesen, das die Problematik des sozialen und gesellschaftlichen Status mit der Frage nach der Kleidung als Statussymbol verbindet.

1.5. Gliederungder Arbeit

Im Hauptteil soll zuerst die historische Situation, in der das Werk entstanden ist, beleuchtet werden, bevor die Intentionen des Livius in den Fokus des ersten Abschnitts des Hauptteils rücken. Danach werde ich die Quelle in den Mittelpunkt meiner Betrachtungen und Interpretationen stellen. Die Gliederung des Hauptteils folgt weitgehend der von Kowalewski für den szenischen Rahmen und für die Plädoyers von M. Porcius Cato und L. Valerius ausgearbeiteten Disposition.[18] Im Schlussabschnitt sollen die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst wiedergegeben und weiter zu verfolgende Fragen angeschnitten werden.

2. Hauptteil

2.1. Zur römischen Rechtsgeschichte in augusteischer Zeit

Zwar bedeutete der Prinzipat des Augustus nicht sofort eine Zäsur der rechtsgeschichtlichen Entwicklung, gleichwohl war der Zusammenbruch der Republik offensichtlich das Ergebnis einer sich selbst zerstörenden Oberschicht.[19] Auch die gescheiterte Erziehung des Senats zum zweiten Führungsorgan des Imperiums muss innerhalb dieser Entwicklung gesehen werden, auch wenn der Einfluss des Kaisers die Unfruchtbarkeit einer Senatsopposition begünstigt haben könnte.[20] Obgleich der Senat geschwächt worden sein mag, zog Augustus Konsequenzen aus Caesars Scheitern und entschied sich dafür, die gewonnene Macht in der öffentlich-rechtlichen Struktur des republikanischen Amtsrechts zu verankern, nicht ohne auf das Ideal des mos maiorum zu verweisen.[21] Augustus versuchte vermutlich, durch eine systematische Perfektionierung republikanischer Ansätze der „alten“ Sittengesetzgebung einen neuen Inhalt zu geben.[22] Im Rahmen dieser neuen politischen und gesellschaftlichen Ordnung erhielt mutmasslich auch der Luxus, (der als Problem mit ansteigender Tendenz weiterhin existierte), einen neuen Stellenwert.[23] Augustus versuchte, dieser Entwicklung von zwei Seiten her entgegenzuwirken. Einerseits finanzierte Augustus finanzschwache Senatoren durch Spenden, andererseits regelten rigorose Aufwandsbeschränkungen vornehmlich das Privatleben des Senatorenstandes[24] und im Jahr 18 v. Chr. begann eine Sittengesetzgebung grossen Stils.[25] Auch wenn Augustus sich immer wieder auf den mos maiorum als Grundelement seiner Politik stützte:[26] [27]

Legibus novis me auctore latís multa exempla maiorum exolescentia iam ex nostro saeculo reduxi et ipse multarum rerum exempla imitandaposteris tradidi[21] so setzte sich Augustus aber doch mit der lex Iulia et Papia über bislang geachtete Traditionen hinweg.[28]

[...]


[1] Veyne, Paul: Die römische Gesellschaft, München 1995, S. 49, zit. nach Jochum-Bortfeld, Die Verachteten, S. 45.

[2] Vgl. Jochum-Bortfeld, Die Verachteten, S. 45.

[3] Vgl. Ebd., S. 124.

[4] Vgl. Ebd., S. 125.

[5] Vgl. Ebd., S. 125-127.

[6] Liv. 34, 1,1-8, 4.

[7] Nickel, Ab urbe condita, S. 9.

[8] Vgl. T. Livius, Römische Geschichte. Buch XXXI-XXXIV, lateinisch und deutsch, hg. von Hans Jürgen Hillen, München 21986 (Sammlung Tusculum).

[9] Vgl. Plautus, Komödien. Band I. Amphitruo - Asinaria - Aulularia, lateinisch und deutsch, hg. von Peter Rau, Darmstadt 2008 (Edition Antike).

[10] Vgl. Plautus, Komödien. Band V Poenulus - Pseudolus - Rudens, lateinisch und deutsch, hg. von Peter Rau, Darmstadt 2008 (Edition Antike).

[11] Johann Jakob Bachofens Gesammelte Werke. 3. überarbeitete Auflage des Originals von 1861, Bd. 1, hg.

von Karl Meuli, Basel 1948, S. 9.

[12] Vgl. Teufer, Johannes: Zur Geschichte der Frauenemanzipation im alten Rom, Leipzig 1913. Das Werk war mir bei der Vorbereitung zu meiner Arbeit leider nicht zugänglich.

[13] Vgl. Burck, Erich: Die Erzählungskunst des T. Livius, Berlin 1934.

[14] Vgl. Burck, Erich (Hg.): Wege zu Livius, Darmstadt 1967. Im gleichen Zeitraum (um 1964) veröffentlichte Haffter seinen Aufsatz über die römische Ideologie bei Livius. Er geht der Frage nach, inwieweit sich die „Römische Geschichte“ des Livius mit der Auseinandersetzung über die Gründung Roms bei Vergils Aeneis vergleichen lässt. Vgl. Haffter, römische Ideologie.

[15] Vgl. Burck, Geschichtswerk des Livius. Inzwischen (1985) legte Deininger einen Aufsatz über das ausgesprochen ambivalente Verhältnis von Livius zu Augustus vor. Darin kommt Deininger zum Schluss, dass die Zeitperiode zwischen ausgehender römischer Republik und beginnendem Prinzipat für Livius kaum als Neuordnung eines wie auch immer gearteten neuen Systems unter Augustus wahrgenommen worden sein konnte. Vielmehr deute alles daraufhin, dass Livius den Prinzipat gerade nicht als eine „neue“ politische Ordnung im Sinne eines Systemwandels erfasst habe. Vgl. Deininger, Livius und Prinzipat. Zu erwähnen seien freilich drei weitere Werke, die inzwischen erschienen sind. Pomeroy verfasste 1975 ein viel beachtetes Werk über die politischen sowie sozialen und gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten von Frauen und über die ihnen auferlegten Restriktionen. Vgl. Pomeroy, Goddesses. Hopkins' 1983 erschienenes Buch „Death and Renewal“ beschäftigt sich vornehmlich mit dem Problem der dynastischen Herrschaftssicherung und dem Problem der Nachfolgeregelungen bei politischen Ämtern in der Spätzeit der Republik. Zudem wird der zunehmende Einfluss von Frauen während und nach dem 2. Punischen Krieg auf die ihnen sonst verwehrten öffentlichen Sphären geschildert. Vgl. Hopkins, Death and Renewal. Mit „Regimen morum“ verfasste Baltrusch im Jahr 1988 das wohl umfassendste Werk zu der Problematik des staatlichen Eingriffs in das Privatleben der Römerinnen und Römer der Oberschicht in Republik und frühen Kaiserzeit. Minutiös werden leges sumptuariae erklärt und in den historischen Kontext eingebunden. Vgl. Baltrusch, Regimen morum.

[16] Vgl. Kowalewski, Frauengestalten. Es mag kaum erstaunen, dass sie aufgrund der Fülle an auszuwertendem und zu interpretierendem Quellenmaterial die Erwartungen hinsichtlich einer tiefgründigen Analyse des Frauenbildes bei T. Livius nicht ganz erfüllen kann.

[17] Vgl. Starbatty, Aussehen.

[18] Vgl. Kowalewski, Frauengestalten, S. 343-346.

[19] Vgl. Wolf, Rechtsgeschichte, S. 3.

[20] Vgl. Ebd., S. 13. Bei einer solchen Entwicklung gestaltete sich die Stellung des Senats offenbar äusserst zwiespältig. Einst das klassische Führungsorgan der res publica, hatte der Senat seit Caesar und dem Zweiten Triumvirat die Leitung der Aussenpolitik, Kriegsführung und sein Weisungsrecht an die Magistrate eingebüsst und im frühen Prinzipat des Augustus die Macht vollends an den princeps verloren. Vgl. hierzu auch Baltrusch, Regimen morum, S. 134-135, der vorausschickt, dass es offensichtlich niemandem entgangen sein konnte, dass der princeps die entscheidende Kontrolle über die Mitgliedschaft im Senat ausübte. Die faktische Entmachtung des Senates habe überdies auch der Verlust an Entscheidungsgewalt in eigener Sache gezeigt. Indessen wurde die soziale Stellung der Senatoren von Augustus anerkannt. Eine Kompensation des politischen Machtverlusts konnte folglich nur noch durch die Steigerung des sozialen Ansehens erfolgen.

[21] Vgl. Bringmann, Republik, S. 410. In gewissem Sinne sei für die Akzeptanz der Herrschaft des Augustus der Entschluss, die Machtausübung in Übereinstimmung mit den aus der Republik stammenden Prinzipien von Recht und Gesetz auszuüben, überaus bedeutsam gewesen. Vgl. zudem S. 409, wo Bringmann meint, dass Augustus seine Alleinherrschaft als einen Prinzipat stilisiert habe, der auf der Anerkennung überragender Leistungen und Verdienste um den Staat beruht habe. So habe die Herrschaft des Augustus ihre Legitimität nicht nur aus der Überwindung des Bürgerkriegs gezogen, sondern auch aus der ganz bewussten Anknüpfung an die Traditionen der Republik. So sei das Neue gewissermassen mit dem Anspruch in Erscheinung getreten, die idealisierte respublica der Vorfahren wiederherzustellen. Zudem sei nach Baltrusch, Regimen morum, S. 136 das Programm der moralischen Erneuerung auf der Basis des mos maiorum ein ebenso bedeutender Teil der Neuordnung wie die rechtliche Definition des Verhältnisses von Senat und princeps gewesen. Beides zusammen sollte die durch jahrzehntelange Bürgerkriege zerstörte Einheit langfristig wiederherstellen.

[22] Vgl. Baltrusch, Regimenmorum, S. 133.

[23] Vgl. Ebd., S. 154. Entscheidend für dieses Problem sei das aus der sozialen Abgrenzung der Stände erwachsene neue Standesbewusstsein im Ritterstand und vor allem unter den Senatoren gewesen, mit dem man die verlorengegangene Machtstellung zu kompensieren suchte. Dadurch habe sich die Bedeutung der Statussymbole im allgemeinen und des öffentlich zur Schau getragenen, standesgemässen Luxus im besonderen verstärkt.

[24] Vgl. Ebd., S. 154. Andererseits meint Strothmann, Augustus, S. 60, dass vornehmlich die Ehegesetzgebung als Massnahme zur Einleitung eines neuen Zeitalters angesehen werden dürfte und Wolf, Rechtsgeschichte, S. 14-15 geht auf die moralische Gesundung mittels Ehegesetzen ein.

[25] Vgl. Baltrusch, Regimenmorum, S. 163-168. In Bezug aufden mos maiorum schreibt Wolf, Rechtsgeschichte, S. 15, dass die Sittengesetze und deren mutmasslicher Einsatz gegen Regimegegner und die revolutionierende Zulassung der Sklavenaussage gegen den eigenen Herrn ganz die Handschrift des Alleinherrschers tragen würden. Vgl. Baltrusch, Regimen morum, S. 153: Gesetze „liessen sich ebenso für andere Zielsetzungen gebrauchen.“

[26] Vgl. Baltrusch, Regimenmorum, S. 180.

[27] Augustus. res gest. 8.

[28] Vgl. Baltrusch, Regimen morum, S. 180 f. Es bestand offensichtlich ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen Ziel und Mittel der Gesetze. So bedeutete die lex Iulia de adulteriis einen Eingriff in die Hausgewalt, da sie die Strafverfolgung des Ehebruchs aus dem privaten in den öffentlichen Bereich verlagerte und Wolf, Rechtsgeschichte, S. 20 meint, dass bei aller Inanspruchnahme römischer Vätertugend die Gesetze missachtend in ein uraltes Herkommen eingriffen, das auf der Respektierung der Autonomie des Hausverbandes beruhte und insofern mehr zum Abbau als zur Wiederherstellung alter Ordnung beigetragen habe. Strothmann, Augustus, S. 269 meint zum Verständnis des Prinzipats des Augustus, dass er zwar einerseits die Herrschaft durchaus gewaltsam an sich gerissen habe, andererseits habe er Traditionen mit in die neue Ordnung genommen. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass Augustus durchaus mit Traditionen brach. So seien nach Wolf, Rechtsgeschichte, S. 20 Augustus' Anstalten zum Schutz des Frauenguts und zur Abschwächung der veralteten Frauentutel wohltätig

Details

Seiten
22
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656658320
ISBN (Buch)
9783656658276
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273612
Institution / Hochschule
Universität Zürich – Philosophische Fakultät Historisches Seminar
Note
5.5
Schlagworte
sumptus luxuria mundus muliebris Geschichte Gender Frauen Frau Feminismus Patriarchat Matriarchat Luxus Gesetz Kleidung weibisch verweichlicht Tyrann Oppia lex Cato Valerius Livius Antike Griechenland Rom archaisch Mythos Rogation Abrogation

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Das Frauenbild bei T. Livius auf dem Hintergrund der Reden anlässlich der Abrogation der "lex Oppia"