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Philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction

Inwieweit lassen sich philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction-Werken wiederfinden?

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Science-Fiction als Genre

3 Science-Fiction Werke und Zeitkonzept-Analysen
3.1 Zeitreisen in die Zukunft
3.1.1 Die Zeitmaschine
3.1.1.1 Analyse
3.1.2 Planet der Affen
3.1.2.1 Analyse
3.2 Zeitreisen in die Vergangenheit
3.2.1 A Sound of Thunder
3.2.1.1 Analyse
3.2.2 Die Langoliers
3.2.2.1 Analyse

4 Fazit

5 Literatur

1 Einleitung

„Was ist den überhaupt Zeit? Wer könnte das leicht und kurz erklären? Wer kann etwas über sie zur Sprache bringen oder sie auch nur in Gedanken erfassen? Was aber ist uns im Reden vertrauter und sicherer gegenwärtig als die Zeit? Und wir verstehen das Wort durchaus, wenn wir es aussprechen; und wir verstehen es auch, wenn wir es hören, falls ein anderer es ausspricht. Was also ist Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht.“[1]

Wie das Zitat aus Aurelius Augustinus Bekenntnissen zeigt, beschäftigte die Frage nach dem Wesen der Zeit bereits Philosophen der Antike. Gleichzeitig zeigt Augustins Überlegung auch bereits die Schwierigkeit auf, sich mit einem alltäglichen und auf den ersten Blick so selbstverständlichen Phänomen auseinander zu setzen. Eine endgültige Erklärung für die Beschaffenheit der vierten Dimension ist – trotz bahnbrechender Erkenntnisse durch Einsteins Relativitätstheorie - bis heute nicht gefunden. Stattdessen sammelten sich seit der Antike eine Vielzahl an Studien und Theorien aus dem Bereich der Physik und Astrophysik sowie Hypothesen und theoretische Überlegungen aus dem Gebiet der Philosophie und Geistesgeschichte. Auch im Feld der Kunst wurde sich der Thematik der Zeit vielfach gewidmet und besonders Literatur und Film beschäftigten sich dabei oft auch mit der Möglichkeit von Zeitreisen. Die dabei entstanden Werke werden im Allgemeinen dem Genre der Science-Fiction zugeordnet.

In dieser Arbeit wird es darum gehen, eine Brücke zwischen den Überlegungen der verschiedenen Fachbereiche zu schlagen. Die Fragestellung dabei lautet: Inwieweit lassen sich philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction Werken wiederfinden? Es soll also erörtert werden, in welchem Maße sich die in Literatur und Film dargestellten Zeitkonzepte auf philosophische (oder zum Teil auch physikalische) Grundlagen stützen oder ob es sich doch eher um vollkommen freie und fiktionale Gedankenspiele handelt.

Um diese Frage zu beantworten, soll zunächst in das Genre der Science-Fiction eingeführt werden. Daraufhin sollen aus Beispielen der Literatur- und Filmgeschichte die jeweils dargestellten Zeitkonzepte herausgearbeitet werden. Als Forschungsobjekte wurden Klassiker des Genres ausgewählt, deren Zeitkonzepte sich alle etwas unterschiedlich darstellen. Zur Überprüfung dieser Zeitkonzepte werden Texte und Theorien verschiedenster Epochen und Philosophen herangezogen, die in Zusammenhang mit den Werken jeweils sinnvoll erscheinen. Im Fazit werden die Erkenntnisse der Arbeit abschließend zusammengefasst.

2 Science-Fiction als Genre

Eine allgemeine Definition beschreibt die Science-Fiction zunächst als Gattung, die „utopische, meist fantasievoll ausgemalte (Zukunfts-)Welten darstellt, wobei naturwissenschaftlich-technische Aspekte eine bedeutende Rolle spielen.“[2] Wie auch der Name schon andeuten lässt, gehen Wissenschaft und Fiktion in diesem Genre also Hand in Hand. Oft werden gegenwärtige Erfindungen und Entwicklungen weitergedacht und so werden mehr oder weniger vorstellbare Zukunftsvisionen entworfen. In früheren Werken des Genres ist diese Zukunftsvision oft geprägt von dem Glauben an den Segen des technischen Fortschritts (positive Utopie), während in späteren Werken auch die bedenklichen Aspekte gegenwärtiger Entwicklungen thematisiert werden (negative Utopie / Dystopie).[3]

Typische Motive und Sujets der Science-Fiction sind Technikeuphorie, Weltraum und Raumschiffe, außerirdische Wesen, Weltuntergangsszenarien und besonders Zeitreisen:[4]

„Zumindest potentiell setzt der SF-Film, als ein spezifisches Genre, die bekannten Raum- ebenso wie die Zeitkoordinaten außer Kraft und eröffnet damit Handlungsdimensionen, die bei den Kinobesuchern weniger das Wahrgenommene als vielmehr den Wahrnehmungshorizont selbst aufbrechen können.“[5]

Manchmal finden sogenannte „Zeitreisefilme“ auch als eigenes Subgenre Erwähnung.[6] Und innerhalb dieses Subgenres kann man wiederum Unterteilungen vornehmen. So kann man beispielsweise berücksichtigen, ob sich ein Werk mit Zeitreisen in die Zukunft oder in die Vergangenheit beschäftigt (natürlich gibt es auch Beispiele in denen beides möglich ist). Diese Unterteilung erweist sich als sinnvoll und hilfreich in Bezug auf das Vorhaben dieser Arbeit, da sie eine erste systematische Kategorisierung der Zeitdarstellungen in den verschiedenen Werken erlaubt.

Bevor nun zu den Science-Fiction Werken selbst und den Analysen der Zeitdarstellung übergegangen wird, sei noch angemerkt, dass es natürlich weitaus mehr beachtenswerte Werke in Literatur und Film gibt, die sich mit der Thematik der Zeit und Zeitreise auseinander setzen. Hier soll aber keine Aufzählung all jener Werke erfolgen, denn dies würde allein schon aufgrund der Vielzahl den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Vielmehr wurde hier eine Auswahl an Beispielen getroffen, die das Genre gut repräsentieren und ausreichend unterschiedlich in Bezug auf ihre Zeitkonzeptionen sind, um eine interessante Analyse zu gewährleisten.

[...]


[1] Aurelius 2009, S. 23 f.

[2] Brockhaus 2005, S. 5678

[3] Vgl. Brockhaus 2005, S. 5678

[4] Vgl. Faulstich 2008, S. 38

[5] Faulstich 2008, S. 40

[6] Vgl. URL: http://www.toptimetravelmovies.com/time/alphabetical_list.cfm

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656657064
ISBN (Buch)
9783656696179
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273509
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Zeitphilosophie Science-Fiction Film

Autor

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Titel: Philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction