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Finanzierungsmodelle innovativer und nicht-innovativer Unternehmensgründungen

von Dharmveer Matta Singh (Autor) Julian Zell (Autor)

Seminararbeit 2012 47 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche und inhaltliche Abgrenzungen zu Unternehmensgründungen und Finanzierungsarten
2.1 Innovative und nicht-innovative Unternehmensgründung
2.1.1Risikounterschiede bei innovativen und nicht-innovativen Unternehmensgründungen
2.2. Finanzierungsphasen einer Unternehmensgründung
2.3 Eigen-, Fremdkapital- und Mezzanine Kapitalfinanzierung
2.4 Außen- und Innenfinanzierung

3. Finanzierungsmodelle für innovative Unternehmensgründungen
3.1 Crowdfunding
3.1.1 Definition des Begriff Crowdfunding
3.1.2 Crowdfunding Phasen
3.1.3 Der IKEA Effekt bei Crowdfunding Projekten
3.1.4 Risiken des Crowdfundings
3.1.5 Vorbemerkungen zur empirischen Erhebung
3.1.6 Ergebnisse der empirischen Erhebung
3.2. Business Angels
3.3 Venture Capital
3.3.1 Definition Venture Capital
3.3.2 Die vier Phasen des Investmententscheidungsprozesses

4. Finanzierungsmodelle für Mischmodelle und nicht-innovative Unternehmensgründungen
4.1 Öffentliche Fördermittel
4.2 Kredit bei einem Kreditinstitut

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufteilung des Innovationsbegriffes

Abbildung 2: Risikokategorien von Gründungsmodellen

Abbildung 3: Finanzierungsarten nach der Rechtsstellung des Kapitalgebers

Abbildung 4: Merkmale der Finanzierungsarten nach der Rechtsstellung des Finanziers

Abbildung 5: Innenfinazierung

Abbildung 6: Die drei Phasen eines Crowdfundingprozesses

Abbildung 7: Diagramm zur Frage 1.8 und 1.9

Abbildung 8: Unterscheidung Venture Capital, USA / Europa

Abbildung 9: Die Venture Capital - Gesellschaft als Finanzintermediär

Abbildung 10: Außenfinazierung junger Unternehmen

Abbildung 11: Kreditvergabe

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 : Anzahl der Unternehmen

Tabelle 2 Hauptmotivation für eine Investition

Tabelle 3 Investition in andere Finanzprodukte

Tabelle 4 Unternehmensgründer und Investoren

Tabelle 5 Hindernis für eine Investition 17

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Es existieren verschiedene Finanzierungsmodelle für Unternehmensgründungen. Diese lassen sich in Finanzierungsmodelle für innovative und nicht-innovative Unternehmensgründungen aufteilen. Dabei wird zunächst der Innovationsbegriff definiert und die verschiedenen Finanzierungsarten erläutert. Zu den innovativen Finanzierungsmodellen lassen Business Angels, Crowdfunding und Venture Capital zählen. Beim Crowdfunding wurde zusätzlich eine empirische Analyse für den deutschen Markt durchgeführt. Zu den nicht-innovativen Unternehmensgründungen zählen die Bankkredite. Desweiteren gibt es noch eine Mischform, Öffentliche Fördermittel. Bei den Modellen werden die Vor- und Nachteile angeführt und die einzelnen Phasen von der Kontaktaufnahme bis zum Exit skizziert.

1. Einleitung

Die Konkurrenzfähigkeit einer Volkswirtschaft hängt stark von der Leistungsfähigkeit seiner Unternehmen ab. Großunternehmen stellen immer noch den Hauptteil der Wirtschaftskraft einer Nation dar. Sie schaffen Arbeitsplätze, sorgen für Kapitalzuflüsse und prägen das Image der Nation im Ausland.

Doch jedes Großunternehmen hat einmal klein angefangen, daher ist es für eine Volkswirtschaft unerlässlich die richtigen Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen zu bilden.

In Deutschland wurden im Jahr 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 144.000 Betriebe, „deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen“ (Statistisches Bundesamt, 2012, o.S.) gegründet.

Damit aber aus solchen Unternehmensgründungen später gehobene Mittelständler oder größere Konzerne werden, müssen die Unternehmensgründer einige Herausforderungen meistern. Neben den bürokratischen Hürden und einer tragfähigen Idee, welche wirtschaftliche Aussichten hat, stellt die Kapitalbeschaffung eine große Herausforderung dar. Für einen Unternehmensgründer existieren dabei verschiedene Möglichkeiten. Abhängig von der Geschäftsidee, der Branche und den persönlichen Präferenzen kann der Unternehmensgründer aus einer Reihe von Finanzierungsmodellen wählen.

In der vorliegenden Facharbeit werden verschiedene Finanzierungsmodelle für Unternehmensgründungen dargestellt. Dabei wird zwischen innovativen und nicht- innovativen Unternehmensgründungen unterschieden, wobei der Fokus auf Finanzierungsmodelle für innovative Unternehmensgründungen liegt. Zunächst werden die relevanten Begriffe im Bezug auf das Thema abgegrenzt. Im nächsten Schritt werden die verschiedenen Finanzierungsmodelle für innovative Unternehmensgründungen erklärt. Hierbei wird auf die Finanzierung von Business Angels, über Crowdfunding-Plattformen und Venture Capital-Gesellschaften näher eingegangen. Unterstützend wurde hierfür eine empirische Analyse zum Thema Crowdfunding und deren Investoren durchgeführt. Im letzten beiden Kapiteln wird auf Öffentliche Fördermittel und Bankkredite eingegangen.

2. Begriffliche und inhaltliche Abgrenzungen zu Unternehmensgründungen und Finanzierungsarten

2.1 Innovative und nicht-innovative Unternehmensgründung

Der Begriff „Innovation“ hat seinen etymologischen Ursprung vom lateinischen Wort „innovātiō“, was wörtlich mit „Veränderung“ bzw. „Erneuerung“ übersetzt werden kann (Duden, 2012, o.S.).

Eine einheitliche Definition ist jedoch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur nicht zu finden. Häufig erfolgt in der Literatur eine Unterteilung des Innovationsbegriffs in eine ergebnisbezogene und eine prozessbezogene Dimension, die auf Schumpeters Interpretation des Unternehmers- und Innovationsbegriffs beruht. Schumpeter bezeichnete das Ergebnis eines Innovationsprozesses als die Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion und dessen Durchsetzung am Markt. Eine neue Produktionsfunktion wird dann aufgestellt, wenn immaterielle oder materielle Produktionsfaktoren neu kombiniert werden. Für Schumpeter war nur derjenige Unternehmer, der gleichzeitig auch Innovator war. Für das Durchsetzen neuer Kombinationen gab es für Schumpeter fünf Aktionsalternativen (Schumpeter, 1951):

-„Die Schaffung eines Gutes bzw. eines Gutes in neuer Qualität
-Die Anwendung einer neuen Produktionsmethode
-Die Erschließung eines neuen Marktes
-Die Nutzung neuer Bezugsquellen von Rohstoffen und Halbfabrikaten
-Die Durchsetzung einer auf Marktverhältnisse bezogenen Neuorganisation“ (Szyperski, Nathusius, 1999, S. 25)

Somit definierte Schumpeter die Unternehmensgründung als etwas Neues und auf dem Markt bisher Unbekanntes. Szyperski und Nathusius stützen sich auf diese Definition und definieren den Gründungsbegriff als den „Prozess der Schaffung dieses gegenüber seiner Umwelt qualitativ abgegrenzten und vorher in gleicher Struktur nicht existenten System“ (Szyperski, Nathusius, 1999, S. 25)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufteilung des Innovationsbegriffes Quelle: Eigene Darstellung, 2012

Da aber die Entscheidung, ob eine Innovation und somit etwas komplett Neues für den Markt vorliegt, abhängig vom jeweiligen Unternehmensgründer oder dem Kapitalgeber getroffen wird, ist für die vorliegende Arbeit der subjektive Innovationsbegriff relevant (Wippler, 1998).

Die Subjektdimension wird weiter in eine ergebnisbezogene und prozessbezogene Dimension aufgeteilt. Auf der subjektiv-ergebnisbezogenen Ebene wird zwischen einer Basisinnovation und einer Verbesserungsinnovation unterschieden. Die Basisinnovation beruht auf die Invention eines neuartigen Produktes. Wohingegen die Verbesserungsinnovation auf die Weiterentwicklung eines schon auf dem Markt vorhandenen Produktes oder Prozesses basiert. Verbesserungsinnovationen sind letztendlich eine Weiterentwicklung der Basisinnovationen (Dietz, 1989; Heitzer, 2000).

Auf der subjektiv-prozessbezogenen Ebene wird der Innovationsbegriff in drei Phasen gegliedert: Invention, Innovation und Diffusion. In der Inventionsphase werden Forschungs- und Entwicklungsergebnisse ausgewertet, damit diese in der Innovationsphase kommerziell verwertet werden können. In der Diffusionsphase erfolgt dann die Durchsetzung am Markt (Hardenberg, 1989).

Für die vorliegende Arbeit werden innovative Unternehmensgründungen als Gründungen definiert, die in ihrem Gründungskonzept eine Basis- oder Verbesserungsinnovation für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung enthalten und einen spürbaren Mehrwert für den Konsumenten bieten.

Im Gegensatz zu den innovativen Unternehmensgründungen, gibt es noch die nicht- innovativen Unternehmensgründungen, welche den deutlich größeren Anteil von Gründungen darstellen. Typische Beispiele sind hierfür die Gründungen im Einzelhandel oder in der Gastronomiebranche, auch als Franchise-Nehmer. Bei diesen Gründungen werden keine neuen, auf dem Markt bisher unbekannte, Kombinationen durchgesetzt, sondern bestehende und erfolgreiche Konzepte kopiert (Nathusius, 2001).

Aus juristischer Sichtweise ist in Deutschland eine Unternehmensgründung, ob innovativ oder nicht-innovativ, mit der Eintragung des Unternehmens in das Handelsregister, durch eine natürliche oder juristische Person oder durch eine Gewerbeanmeldung, abgeschlossen (Dietz, 1989).

2.1.1 Risikounterschiede bei innovativen und nicht-innovativen Unternehmensgründungen

Neben dem unterschiedlichen Neuerungsgrad der Unternehmensgründung unterscheiden sich innovative und nicht-innovative Unternehmensgründungen vor allem unter dem Aspekt des Risikos. Der Begriff „Risiko“ wird hier im Sinne eines Fehlerpotentials verstanden, das negative Auswirkungen auf die Zielerreichung des Gründungsunternehmens aufweisen kann (Unterkofler, 1989).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Risikokategorien von Gründungsmodellen

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Nathusius, 2001, S. 10

Bei beiden Gründungen liegt ein allgemeines Gründungs- und Unternehmensrisiko vor. Das Gründungsrisiko besteht darin, dass durch die Gründung eines Unternehmens eine neue Wirtschaftseinheit in den Markt eintritt und diese erfolgreich eine Markteinführung und Marktdurchdringung bewältigen muss dabei können jederzeit ungeplante Situationen auftreten, aus denen sich möglicherweise Risiken für den angestrebten Gründungserfolg ergeben. Das Unternehmensrisiko definiert sich in allen „Beziehungen des Unternehmens im internen und externen Zusammenhang unter Einbezug der politischen Rahmenbedingungen und der relevanten Umweltfaktoren“ (Nathusius, 2001, S. 10).

Für eine innovative Unternehmensgründung gibt es des Weiteren ein Produktentwicklungsrisiko. Das Produktentwicklungsrisiko spiegelt sich in der technischen Unlösbarkeit oder eines zu großen monetären Entwicklungsaufwandes für das innovative Produkt bzw. die innovative Dienstleistung wieder. Eng verbunden mit dem Produktentwicklungsrisiko ist das Fertigungsrisiko, das Probleme bei den Produktions- oder Logistikprozessen beschreibt (Nathusius, 2001).

Das Time-to-market-Risiko definiert das Risiko, dass andere Unternehmen mit der gleichen innovativen Idee in den Markt eintreten können und somit den zu erwarteten Pioniergewinn schmälern. Deshalb ist es für ein innovatives Gründungsunternehmen sehr wichtig, am Anfang direkt größere Märkte abzudecken bzw. in den relevanten Märkten die Marktführerschaft zu erlangen, um somit Konkurrenten den Markteintritt zu erschweren (Hitschler, 1993).

Daneben gibt es noch das Marktakzeptanzrisiko. Bei innovativen Produkten und Dienstleistungen ist es am Anfang sehr schwer einschätzbar, wie der Markt auf die Innovation reagiert, da keine Vergleiche mit ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen möglich sind (Wippler, 1998).

Das Managementrisiko bezieht sich auf das Management von innovativen Unternehmensgründungen. Das Risiko besteht darin, dass durch die Unerfahrenheit des Gründers und des Gründungsteams, Schwierigkeiten bzgl. der unternehmerischen oder marktorientierten Aufgaben auftauchen können (Nathusius, 2001).

Für innovative Unternehmensgründungen stellt das Finanzierungsrisiko auch eine große Hürde dar. Oft übersteigt der Finanzbedarf die Möglichkeiten des Gründers oder des Gründungsteams. Bankkredite können auch nur im geringen Maße erteilt werden, da Unternehmensgründer nicht über die finanziellen Sicherheiten verfügen, die für die Kreditfinanzierung unerlässlich sind. Somit müssen sich innovative Unternehmensgründer andere Finanzierungsformen suchen (Weimerskirch, 1999).

2.2. Finanzierungsphasen einer Unternehmensgründung

Die Finanzierung von Unternehmensgründungen lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. In der Literatur hat sich eine Einteilung in drei Phasen etabliert:

-Early Stages: Ideenfindung und Gründung
-Expansion Stages: regionale, nationale und internationale Expansion
-Later Stages: Restrukturierung und Nachfolge (Fueglistaller et al, 2012).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Finanzierungphasen

Quelle: Eigene Darstellung, 2012 in Anlehnung Fueglistaller et al, 2012, S. 259

Die Early Stages kann man wiederum in Pre-Seed, Seed- und Startup-Phase unterteilen. In der Pre-Seed und Seed-Phase ist noch kein Unternehmen gegründet worden. Vielmehr konzentrieren sich die Unternehmer auf die Ideenfindung, -formulierung und -umsetzung und stellen eventuell den ersten potenziellen Kundenkontakt her. Doch bereits hier entstehen schon die ersten Kosten und somit Kapitalbedarf. Es müssen Marktstudien erworben oder durchgeführt werden, eventuell ein Businessplan erstellt werden oder die ersten Prototypen entwickelt werden (Kollmann, Kuckertz, 2005).

Diese Kosten können vom Unternehmensgründer selbst getragen werden. Handelt es sich aber bei der Geschäftsidee um eine neue Technologie, also eine innovative Unternehmensgründung, und müssen dafür Prototypen erstellt werden, so übersteigt der Kapitalbedarf die Möglichkeiten der Unternehmensgründer. Hier können dann externe Kapitalgeber ansetzen und über eine Außenfinanzierung die Unternehmensgründung unterstützen. Geeignet hierfür sind beispielsweise Privatkredite, Öffentliche Fördermittel, Business Angels oder Crowdfunding. Bankkredite sind in dieser Phase noch nicht möglich, da der ein Einstieg in dieser Phase mit zu großen Risiken verbunden ist (Achleitner, 2001; Jacobi, 2011).

In der nächsten Phase, der Startup-Phase, wird der Markteintritt vorbereitet. Hierfür müssen Produktions- und Personalkapazitäten, sowie Vertriebskanäle aufgebaut werden und eine interne Organisationsstruktur implementiert werden (Kollmann, 2011).

Nach einem erfolgreichen Markteintritt ist das nächste Ziel des Unternehmens ein schnelles Wachstum zu erzeugen. Um schnell den Break-Even-Point zu erreichen und somit in die Gewinnzone zu kommen. Dazu müssen Produktions- und Vertriebskapazitäten ausgebaut werden. Genauso müssen die Marketingmaßnahmen verstärkt werden, um eine höhere Marktdurchdringung zu erlangen. Um diese Ziele zu erreichen, reicht jedoch der Cash Flow nicht aus. Auch hier müssen externe Kapitalgeber hinzugezogen werden. Doch im Vergleich zu den Early Stages hat das Unternehmen nun die Möglichkeit Bankkredite oder Kredite anderer Finanziers zu erhalten, da das Risiko für das Scheitern des Unternehmens durch einen erfolgreichen Markteintritt geringer geworden ist. Gleichzeitig stellt aber das schnelle Wachstum das Management vor großen Herausforderungen. Das Unternehmen muss zum Teil umstrukturiert werden um diese zu erfolgreich zu bewältigen (Achleitner, 2001).

Die letzte Phase ist die Later Stage Phase. In dieser Phase ist das Unternehmen am Markt schon etabliert und erwirtschaftet Gewinne. Nun braucht das Unternehmen externe Kapitalgeber, wenn die Eigentümerverhältnisse verändert werden sollen. Beispielsweise durch einen Management-Buy-Out oder Management-Buy-In. Beim Management-Buy-Out übernimmt das Management die Kapitalmehrheit von externen Kapitalgebern. Beim Management-Buy-In erwirbt ein neues Management die Kapitalmehrheit des Unternehmens (Achleitner, 2001).

In der vorliegenden Arbeit wird sich die Beschreibung der Finanzierungsmodelle auf die ersten beiden Phasen, Early Stages und Expansion Stages, beschränken. In diesen beiden Phasen ergeben sich die größten Differenzen bei den Finanzierungsmodellen für innovative und nicht-innovative Unternehmensgründungen.

2.3 Eigen-, Fremdkapital- und Mezzanine Kapitalfinanzierung

Es gibt zwei verschiedene Finanzierungsformen: Eigenkapitalfinanzierung und Fremdkapitalfinanzierung. Der Hauptunterschied besteht in der Haftung. Während bei der Eigenkapitalfinanzierung deren Investor voll haftet, je nach Finanzierung mit der eingezahlten Summe oder mit dem persönlichen Gesamtkapital, sind Fremdkapitalfinanzierungen nichthaftend. (Nathusius, K., 2011).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Merkmale der Finanzierungsarten nach der Rechtsstellung des Finanziers, Quelle: Nathusius, K., 2011, S. 20

Beim Eigenkapital gibt es keine Zinsrückflüsse, sowie keine Tilgungstermine, im Gegensatz zum Fremdkapital (Nathusius, K., 2011).

Finanzierungsformen, welche sich nicht genau einer Finanzierungsform zuordnen lassen, gehören zum „Mezzanine Kapital“. Ein Beispiel von „Mezzanine Kapital“ ist das stille Beteiligungskapital, welches auf die sich einige Anbieter beschränken, wie zum Beispiel die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften in den Bundesländern (MBG).

Bei einer stillen Beteiligung tritt der Investor nicht nach außen erkennbar als Gesellschafter auf, besitzt aber Unternehmensanteile. Dadurch ist eine Haftung im Außenverhältnis nicht möglich (Gereth, Schulte, zitiert in Nathusius, K., 2001, S. 21).

2.4 Außen- und Innenfinanzierung

Hier wird nach der Herkunft der Finanzmittel unterschieden.

Bei Innenfinanzierung spricht man von einer Finanzierung über den positiven Cash Flow, dem Überschuss an liquiden Mitteln die durch die erbrachte Leistung im Unternehmen zustande kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Innenfinazierung Quelle: Franke, Hax, 2009, S. 15

Da Unternehmensgründungen zu Beginn der Gründung noch keinen eigenen Umsatz erzeugen können, bzw. der Cash Flow durch Anlaufschwierigkeiten und z.T. durch Entwicklungskosten nicht positiv ist, ist die Innenfinanzierung für sie nicht möglich (Nathusius, 2001).

Fließt das Geld von außen zu, so spricht man von Außenfinanzierung. Dies kann zum Beispiel in Form einer Beteiligungs- oder Kreditfinanzierung passieren.

3. Finanzierungsmodelle für innovative Unternehmensgründungen

3.1 Crowdfunding

3.1.1 Definition des Begriff Crowdfunding

„Crowdfunding is the process of one party financing a project by requesting and receiving small contributions from many parties in exchange for a form of value to those parties.“ (Rubinton, 2011, S. 3).

Die Projekte lassen sich in 3 Hauptgruppen aufteilen:

Dem Kulturellen Bereich, hier geht es um die Finanzierung von beispielsweise Filmen, Musik oder Kunst.

Dem sozialen Bereich, hier handelt es sich um Hilfsprojekte, welche Spendengelder sammeln.

Der dritte Bereich umfasst Finanzierung von Unternehmenm, beziehungsweise von deren Dienstleistungen und Produkten (Ordanini et al. 2011).

In dieser Arbeit wird der Fokus stark auf die dritte Gruppe gelegt.

Um ein Crowdfunding-Projekt zu starten, empfiehlt es sich, auf eine der Crowdfunding-Plattformen zurückzugreifen. Auf diesen Plattformen können Unternehmensgründer ihre Projekte vorstellen und Informationsmaterial zu den Projekten online stellen, zum Beispiel einen Businessplan oder falls vorhanden Prototypen und Betaversionen des Produktes. Der Unternehmensgründer legt eine Mindestsumme fest, welche erreicht werden muss, um das Projekt durchzuführen. Nur wenn diese Summe in einem, meist von den Crowdfunding-Plattformen festgelegtem, Zeitrahmen erreicht wird, ist die Finanzierung erfolgreich und kann umgesetzt werden.

Crowdfunding-Investoren werden direkt am Projekt beteiligt und stellen somit Risikokapital zur Verfügung, welches keine Garantie auf Rückzahlung hat ( Berger, Udell, 1998).

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Details

Seiten
47
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656653707
ISBN (Buch)
9783656653684
Dateigröße
951 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273331
Institution / Hochschule
Universität Hohenheim – Lehrstuhl für Entrepreneurship
Note
1,3
Schlagworte
Finanzierungsmodelle Unternehmensgrüdung Crowfunding Business-Angel Venture Capital VC Innovative Gründung Eigenkapital Fremdkapital Finanzierungsphasen Öffentliche Fördermittel

Autoren

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Titel: Finanzierungsmodelle innovativer und nicht-innovativer Unternehmensgründungen