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Das audiovisuelle Design in Fernsehnachrichten und deren Unterschiede

Seminararbeit 2012 34 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einführung der ausgesuchten Nachrichtensendungen
2.1 ARD- Tagesschau/Tagesthemen (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands)
2.2 ZDF- Heute
2.3 RTL-RTL Aktuell
2.4 ProSieben- ProSieben News
2.5 N24_Nachrichtensender

3. Nachrichten Elemente
3.1 Bildfenster/Grafiken
3.2 Design +Farbgestaltung → Studiogestaltung Beispiel ZDF
3.3 Sehflächen
3.4 Audio: Prosodie
3.3.1 Sprechstil- Nachrichtensprecher vs. Nachrichtenmoderator (Tages
3.3.2 Intonation
3.3.3 Wortbedeutungen
3.4 Audio: Jingles

4. Sehflächen vs. multimodales Verstehen Transkriptivität (Folie)

5. Gesamteindruck

6. Literaturverzeichnis

Vorwort

In der folgenden Arbeit, möchte ich einen Vergleich zwischen den Hauptnachrichten der verschiedenen deutschen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender ziehen. Dabei messe ich sechs verschiedenen Hauptnachrichten der Sender, ARD, ZDF, ProSieben, RTL, N24, zur zentralen Tageszeit miteinander. Insofern distanziere ich mich von anderen wichtigen Nachrichtengenres, wie Frühstücksfernsehen, Nachtjournalen oder Kurznachrichten.

Umso mehr konzentriert sich der Vergleich auf die Nachrichtenkultur, die durch das audiovisuelle Design vermittelt wird. Eine große Rolle spielt dabei die Text-Bild-Beziehung und Bild-Ton-Beziehung, die zu einer komplexen Gebilde führen. Der Grund, für dieses komplexe Verhältnis ist die Multimodalität, die es dem Zuschauer durch neueste Mischformen erschwert nur den Text zu lesen. Der Begriff der Multimodalität beschreibt ein Konzept, welches erst theoretisch geprägt und später in die Praxis umgesetzt wurde.

„Der Ausdruck „Multimedia“, von lat. „multi“, viele, und „media“, Vermittelnde, bezeichnet das Konzept eines Mediums, das in der Lage ist, viele Einzelmedien und daher auch Darstellungsweisen von Informationen (Schrift, Bilder, Töne), sowie mehrere sinnliche Verarbeitungsweisen dieser Informationen(v.a. Seh-,Hör-, Tastsinn) zu synthetisieren“ (Roesler 2005, 187).

Diese Vielfältigkeit der Kommunikationsformen und deren Elemente, wie Bild, Text, Typografie, Jingle, Farben und Grafik, um nur ein paar Elemente zu nennen, führen zu attraktiven Kommunikationsmodi. Anhand von rasanten technischen Entwicklungen wird es immer leichter, Wort, Bild, Ton und Text durch multimodale Botschaften zu verbinden. Damit wird es jedoch auch schwieriger die Grenzen zwischen den Kommunikationsmodi zu erkennen und zu analysieren.

Ein wichtiger Faktor ist auch die Farblehre, welche die Wahrnehmung des Rezipienten der Nachrichten bestimmt. Gerade im Laufe des Entwicklungsprozesses der Neuen Medien und im Entstehen der multimodalen Theorie, wird der Fokus immer mehr auf die Art und Weise der Darstellung gelenkt, wobei die Informationsvermittlung in den Hintergrund tritt. Das audiovisuelle Design, welches die Prosodie der Sprecher/Moderatoren und Jingles mit einbezieht ist ein großes Themengebiet, welches ich in verschiedene Spaten analysieren werde.

Einführung der ausgesuchten Nachrichtensendungen

Geschichte

Fernsehnachrichten stellen die wichtigste Darstellungsform der Informationsvermittlung dar und müssen daher zwei Qualitätskriterien einhalten. Zum Einen sind sie daher, „wie kein anderes Genre, durch das Kriterium der Aktualität ausgezeichnet sind demgemäß als Veranstaltung zur Information über Veränderung von Relevanz anzusprechen“ (Merten 1998, 85).

Bevor die erste Tagesschau auf Sendung ging, gab es bereits die Wochenschau, die im Kino ausgestrahlt wurde. Die Wochenschau bestand überwiegend aus Filmberichten, welches von der Tagesschau bis 1960 übernommen wurde. Danach war erste Nachrichtensendung die Tagesschau, die 1952 um 20 Uhr zum ersten Mal ausgestrahlt wurde(vgl. Muckenhaupt 2000, 36). Damals war es nur einer geringen Anzahl an Haushalten bestimmt die Nachrichten zu schauen, da erst ab 1957 die Millionengrenze der verkauften Fernsehgeräte erreicht wurde. In der Anfangsphase der Nachrichtenausstrahlung, hat sich die Tagesschau gegen bebilderte Hörfunknachrichten entschieden und wählte den Weg der Fernsehfilm-Nachrichten(vgl. ebd. 40). Dabei wurde ein Fernsehsprecher nicht für geeignet genug gehalten. Zu diesem Zeitpunkt bestand eine Nachrichtensendung aus vierhundert Metern Film, welches ungefähr 4 Berichte und 15 Minuten Sendezeit betrug. Mit der Zeit, verlange das Nachrichtengenre immer mehr Aktualität und somit wurden die Tagesthemen bald drauf täglich gesendet und standen demzufolge in Konkurrenz mit den Nachrichten des Hörfunks und der Tageszeitung. Im Gegensatz zur ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands), sendete das Zweite Deutsche Fernsehen, kurz ZDF, seine Hauptnachrichtensendung zehn Jahre später. Dabei mussten sich beiden Sender drauf einigen verschiedene Konzepte dem Zuschauer zu bieten. „Die beiden öffentlichen-rechtlichen Anstalten, ARD und ZDF, wurden dazu verpflichtet, den Zuschauern unterschiedliche Programme zu bieten“(ebd. 36). Dabei setzte die ARD nicht wie gehabt auf die die Filmberichte, sondern auf den Nachrichtensprecher. Das Bild der Nachrichtensendung wandelte sich.

„Der Anspruch, umfassend über das Weltgeschehen zu berichten, führt zu Informationsflut in der Tagesschau (20 Themen in nur 15 Minuten Sendezeit). Die Folgen sind die komprimierte Ereignisdarstellung (Reduktion auf die wichtigsten Ereignisdaten) und die Informationsverdichtung im einzelnen Nachrichtenbeitrag (Komprimierung in der Nachrichtendarstellung)“(ebd. 42).

Später folgte die privat-kommerzielle Konkurrenz mit Sendungen von RTL, SAT. 1 und ProSieben. Bis heute haben sich immer mehr private Fernsehsender etabliert, die dem öffentlich-rechtlichen als starke Konkurrenz gegenüberstehen. „Die Konkurrenz führt aber auch zu ganz verschiedenen Nachrichtenstilen. Ein typisches Beispiel sind die Nachrichten im Boulevardstil, die als Konkurrenzen zur sachorientierten Tagesschau entwickelt wurden worden sind“(ebd. 48). Reine Nachrichtensender, wie N 24 und N-TV informieren die Zuschauer rund um die Uhr über das Tages- und Weltgeschehen. Durch die rasante Entwicklung der Technik und des Internets kann man unter anderem die Tageschau auch im Internet sehen.

Genauso macht es auch das ZDF mit dem neu umgebauten Studio vor. Der Umbau soll dazu beitragen, dass die Zuschauer die Informationen besser aufnehmen und verstehen können. Während der Moderation der Nachrichtenmoderatoren ist es möglich 3D-Animationen, sowie auch 3D-Modelle in den neuen Greenscreen-Studios. Dabei spielt der neue Bewegungsfreiraum eine große Rolle. Die Moderatoren können sich nun frei in der Greenscreen-Zone bewegen. „Man will den Fernsehzuschauer praktisch an die Hand nehmen und ihn zur Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge an virtuell geschaffene Erklärmodelle heranführen“(http://www.fernseh-kameraleute.de/portal/artikel.html/_/nachrichten/audiovisuelle-medien/neues-zdf-nachrichtenstudio-geht-an-den-start) (letzter Zugriff 21.08.2012). (siehe Anhang 1-2)

ARD- Tagesschau(Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands)

„Nachrichten, die sensationell sind, meldet die Tagesschau. Sensationen, die keine Nachrichten sind, meldet sie nicht“(Röhl 1991, 18:In Fernsehnachrichten .Michael Krüger 1998, 71).

Die Tagesschau hat ihre Hauptnachrichtensendung um Punkt 20.00 Uhr zu laufen und verkündigt das wichtigste des Tagesgeschehen mittels der Inverted-Pyramide eine viertel Stunde lang. Die Tagesschau wird bei dem öffentlich-rechtlichen Sender Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (kurz ARD) ausgestrahlt. Der Sprecher bzw. die Sprecherin steht rechts im Bild. Die Sprechermeldung wird sachlich vorgetragen, womit die Mimik und Gestik des Sprechers starr, sowie die Betonung meist monoton bleibt, damit es eine Informierende Wirkung auf den Rezipienten hat.

ZDF- Heute

Das Zweite Deutsche Fernsehen strahlt seine heute Sendung um 19.00 Uhr aus. Die Nachrichtensendung des ZDF läuft ca. 20 Minuten. Ebenfalls, wie bei den Tagesthemen finden wir Nachrichtenmoderatoren vor, die es in Deutschland unter anderem durch Tagesthemen und dem Heutejournal seit den siebziger Jahren gibt. Der inhaltliche Fokus stellt noch immer das Tagesaktuelle geschehen, sowie die Relevanz der Meldungen dar(vgl. Muckenhaupt 2000, 138).

ProSieben- Newstime

Dieses Format wird von der ProSiebenSat.1 Media AG produziert, die ihren sitz in München haben(vgl. ebd. 135). Die Nachrichtensendung hat Ihren festen Platz um 20:00 Uhr kurz vor der prime time, die um 20.15 anfängt. Darauffolgend werden wöchentliche Serien oder auch Spielfilme gezeigt. In diesem Format setzt ProSieben, genau wie alle anderen privaten Fernsehsender auf eine Mischung von wichtigen tagesaktuellen Informationen und Unterhaltung. Rottöne sind bei diesem Nachrichtenformat die präsenten Farben.

RTL Aktuell

RTL Aktuell ist die 20-Minütige Hauptnachrichtensendung des privaten Senders und wird jeden Abend um 18.45 Uhr ausgestrahlt. RTL steht für Radio Télé Luxembourgeoise, welches mit dem Teilunternehmen der RTL Deutschland Fernsehen GmbH & CO.KG. zusammenarbeitet. Der Hauptsitz der GmbH ist in Köln(vgl. ebd. 135). Eingebettet ist hier das Nachrichtenformat in den täglichen laufenden Daily Soaps von RTL. Vor und nach den Nachrichten werden meist 30-Minütige Daily Soap Folgen ausgestrahlt. RTL setzt auf eine bunte Farbmischung, wobei die Farben lau und Rot hervorstechen.

N24

N24 ist ein deutscher Nachrichtensender, der unter anderem zu der ProSiebenSat.1 Media AG gehört. Seit 2010 wird der Sender jedoch von der N24 Media AG betrieben. Dabei werden Börsenzahlen im Liveticker rund um die Uhr gezeigt. Der Sender hat unter anderen vier verschiedenen Nachrichten Formate, dabei wird die Hauptnachrichtensendung immer zur vollen Stunde zwischen 13:00 und 20:00 Uhr ausgestrahlt.

Sehflächen

„Sehflächen sind Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplanten Layout gemeinsame Bedeutungseinheiten bilden […] Sie ziehen Aufmerksamkeit auf sich, ermöglichen größte Informationsmengen auf kleinsten Raum, erlauben vielfältige Präsentations-, Strukturierungs-, Orientierung- und Rezeptionsweisen und unterstützen den schnellen Blick“(Schmitz 2011, 25-26).

Nach Schmitz betont der Begriff Sehfläche, „die integrative visuell-grafische Konstitution von Schrift und Bild sowie deren holistische Kopräsenz in der Wahrnehmung von Text- Bild- Kommunikaten“(Schmitz 2011, 21). Diese intergrative visuell-grafische Konstitution kann eine einfache Sehfläche sein, wie an dem Anwendungsbeispiel eines Nutelladeckel bis hin zur einer komplexen Sehfläche, wobei ein semiotisches Artefakt, wie die Verknüpfung von Bild und Text bei Fernsehnachrichten analysiert wird(vgl. ebd.). Dabei wurde festgestellt, dass sogar schon einfachste Sehflächen eine komplexe Anordnung folgen. Laut Schmitz weisen bei jeder Sehfläche Text und Bild Gemeinsamkeiten in Herkunft, Aussehen und Funktionen auf, aber Unterscheiden sich in der Art(vgl. Schmitz 2011, 21). In den Fernsehnachrichten haben wir eine Sehfläche mit mehreren Komponenten. Der Sprecher/Moderator, das Bildfenster hinter dem Sprecher/Moderator, Überschriften und der gesprochene sowie geschriebene Text wirken auf den Rezipienten ein. Dabei „sind Texte nicht einfach Texte und Bilder nicht einfach Bilder. Unter dem Einfluss des

jeweils anderen Modus verändern sie vielmehr ihre Form und Funktion und gehen als wechselseitig aufeinander bezogene Teile in ein bedeutungsvolleres Ganzes ein“(Schmitz). Van Leeuwen erklärt, dass „the meaning of images( and of other semiotic codes, like dress, food, etc.) is always related to and, in a sense, dependent on, verbal text”(Van Leeuwen 1996, 18). Damit bestätigt er die multimodalen Realtionen zueinander.

Bildfenster im Laufe der Geschichten

Bildfenster fungieren als ersten Hinweis auf die aktuelle Meldung. Das Bildfenster wird hinter dem Nachrichtensprecher/-moderator entweder rechts oder links angezeigt. Dabei spielt die Position des Sprechers eine große Rolle. Die Bildfenster sind statisch angeordnet und können mit einem Titel, Schrift im Bild oder einer Ortsangabe beschriftet sein. Meistens werden die Bilder dafür benutzt, den Zuschauer einen ersten Einblick zugeben.

„Sie sollen das Nachrichtenthema auf den Punkt bringen. Die wichtigsten Orientierungshilfen sind die schriftlichen Schlagzeile (z.B. `Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt´), das Institutionen oder Personenbild (z.B. ein Foto des Arbeitsamtes), die schriftliche Namensnennung oder Kennzeichnung der dargestellten Situation oder Person und die geografische Information (schematische Karte mit Ortsangaben)“(Muckenhaupt 2000, 65).

Besonders wichtig sind die Bildfenster für das Verstehen des gesprochenen Textes. Sie sollen zum besseren Verständnis der Nachrichten beitragen und werden deshalb auch nur statisch benutzt und nicht dynamisch. „Bildfenster enthalten statische Informationen. Sie sind deshalb für den Zuschauer über einen längeren Zeitraum wahrnehmbar und können gelesen werden“(ebd. 65). Mit der Weiterentwicklung des HD-Fernsehens und der technischen Möglichkeiten, werden zum Beispiel bei RTL die statischen Bilder nicht nur eingeblendet, sondern ebenfalls in Szene gesetzt. Zum Beispiel setzt ProSieben auf 3D animierte Bildfenster, die meistens aus mehreren Bestandteilen bestehen. (siehe Anhang 3) In manchen Beiträgen wirken sich fast karikaturhaft und dynamisch. Zusammenfassend distanziert sich der Sender vom alt her gebrachten und derer Funktion: „Die statischen Informationen vor allem unter den Aspekten thematische Orientierung und bessere Verständlichkeit“ zu gestalten(ebd. 185). Eine weitere Veränderung ist die Bildfenstergröße, wo noch in den 80er und 90er Jahren auf eine angemessene Größe geachtet wurde, kann es heute vorkommen, dass der Sprecher/Moderator ohne ein Bildfenster auf die nächste Meldung verweist. Eine Folge der Verkleinerung bzw. Weglassung der Fenster, ist das Nachrichtensendungen eher ästhetische und anspielende Funktionen als orientierende Funktionen haben(vgl. ebd. 185).

„Bildmedien gewinnen gegenüber Schriftmedien an Bedeutung für die individuelle und kollektive Orientierung in modernen Gesellschaften. Bilder und Bildsequenzen erhalten Schlüsselfunktionen für den Zugang zu verschiedenen Bereichen gesellschaftlicher Wirklichkeit, werden zu Schlüsselbildern und Schlüsselbildsequenzen“(Schütte 1998, 240).

Vergleicht man die Bildfenster von der Tagesschau (siehe Anhang 4) und RTL Aktuell (siehe Anhang 5-6) fallen bestimmte Unterschiede auf. Während RTL Aktuell in der Einstellung des Beitrages den Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel links im Bild einblendet und größer darstellt, sieht man den Nachrichtensprecher der Tagesschau rechts im Bild. RTL Aktuell fokussiert somit mehr den Moderator und lässt das Thema im Hintergrund stehen. Außer den beteiligten Personen sieht man kein weiteres Element, welches auf das Thema hinweist. Der Moderator erwähnt mit den Worten: ‚Angriff auf Merkel‘ das Thema.

Im Gegensatz dazu sitzt der Nachrichtensprecher bei der Tagesschau rechts im Bild, was bedeutet, dass das Bildfenster hinter ihm links zu sehen ist. Dadurch wird der Fokus auf das Thema gelenkt und nicht auf den Redner, Auf dem Bildfenster ist Angela Merkel erkennbar. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt und die Zuschauer das Wissen ist der Name als Bildunterschrift gegeben. Mit der zugehörigen Bilderüberschrift: ‚Kritik aus den eigenen Reihen‘, wird auf das Thema aufmerksam gemacht.

Design

Das Design, ist das Erscheinungsbild einer Nachrichtensendung, welches den Stil erkennen lässt und den Zuschauer keinen Platz für Verwechslungen gibt, sondern vielmehr den Wiedererkennungswert einer Sendung steigert. Das Erscheinungsbild spiegelt das Logo und die eigenen Farben wieder. Damit möchten die Sendungen ihren jeweiligen Widererkennungswert garantieren. Das Erscheinungsbild, wird hauptsächlich geprägt, „durch den Vorspann, die Art und Weise, wie eine Sendung eröffnet wird […], und durch das Bildschirm-Layout (Position des Nachrichtensprechers/Moderators, Bildfenster im Hintergrund, Schrifteinblendungen, Sendungslogo)“(Muckenhaupt 2000, 25).

Generell kann man durch die rasante Entwicklung der technischen Möglichkeiten kaum noch längerfristige Aussagen über das Erscheinungsbild/Design von Nachrichtensendungen machen. Die Inhalte bleiben die Gleichen, meist werden sie nur in neue Kleider gesteckt, denn das Erscheinungsbild ist zum Spielplatz neuer Techniken, vor allem der Computeranimation geworden (vgl. ebd. 25).

Visualisierung

In der Visualisierung der Fernsehnachrichten wird zwischen traditionellen und innovativen Elementen unterschieden. Die „Blue-Box-Technik“(Meckel 1998, 204) gehört zu den traditionellen Technikverfahren und wird zur Unterstützung der Bildfenster eingesetzt. In diesem Verfahren sitzt oder steht der Redner vor einer einfarbigen, meist blauen Wand, die für den Zuschauer nicht sichtbar ist. Später wird das Bild bearbeitet und die blaue Wand durch ein Bildfenster ersetzt. Dieses Verfahren spart Zeit und Geld ein. Durch den gestiegenen Einsatz der Blue-Box erhalten Meldungen mit der Zeit auch ihre ganz eigene Dynamik. Sie erscheinen nahe zu lebendiger. Zum Beispiel können dies Fotos von Personen oder Orten, Landkarten, Flaggen, Logos von Organisationen, Grafiken oder aufbereitete Titel sein(vgl. Brosius 1998, 215).

Neben dem traditionellen Element, bestehen mit der Entwicklung der Technik auch neue und innovative Elemente in Nachrichtensendungen. Eine neue Errungenschaft ist das virtuelle Studio, welches ohne jegliche Kulisse entsteht. Dabei werden nicht nur, wie beim Blue-Box-Verfahren, Teile am Computer eingesetzt, sondern das gesamte Studiobild entsteht am Computer. Die Moderatoren können sich dabei frei im Studio bewegen und dem Rezipienten ein leichteres Gefühl vermitteln. / lockere Gefühl eines Nachrichtenmoderators

„Das virtuelle Studio befreit die Fernsehproduktion von zwei Beschränkungen, die der räumlichen Gestaltung von Fernsehnachrichtenstudios bislang relativ enge Grenzen gesetzt haben. Es ermöglicht zum einen, daß [!] die ModeratorInnen sich frei im Raum bewegen können und nicht an eine bestimmte Position gebunden sind, weil der Computer jede Bewegung berechnen und in das Ausgangsbild umsetzten kann“(Meckel 1998, 205).

„er läuft de facto durch einen leeren blauen Raum, für den Zuschauer aber z.B. durch das Reichstagsgebäude. Ein sogenannter Motion-Control-Kamera-Kopf stimmt die Bewegungen des Moderators über einen Spezialrechner mit der künstlichen Kulisse ab“(Nellessen 2006, 211). (siehe Anhang 2)

Der Kosten- und Zeitaufwand in der Produktion beträgt im Ganzen ebenfalls etwas weniger, da keine Kulisse vor, während oder nach der Sendung auf- und abgebaut werden muss.

Ein weiteres neues Element sind virtuelle Bildsequenzen. Diese virtuellen Bildsequenzen sind nützlich, um komplexe Geschehnisse zu verdeutlichen und vorzutragen, so dass der Zuschauer sie leichter versteht. Zum Beispiel benutzte RTL diese Technik zum Thema des Tsnuami in Fukushima und dem damit verbunden Explosion der Reaktoren des lokalen Atomkraftwerkes. (siehe Anhang 7-8)

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Details

Seiten
34
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656654865
ISBN (Buch)
9783656654858
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273234
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
2,7
Schlagworte
Fernsehen NAchrichten Multimodalität Medien Fernsehgeschichte Sender Transkriptivität
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