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Distributionsstrukturplanung an einem Beispiel

Hausarbeit 2014 34 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Distributionsstrukturplanung
2.1 Definition, Ziel und Einordnung in die Logistik
2.2 Einflussfaktoren auf die Struktur
2.2.1 Lieferservicepolitik
2.2.2 Kunden-, Auftrags- und Absatzstruktur
2.2.3 Produktionsstruktur
2.3 Vorgehensweise

3. Entwicklung einer neuen Distributionsstruktur
3.1 Das Unternehmen August Lenz GmbH
3.2 Klassifizierung der Mengen
3.2.1 ABC-Analyse
3.2.2 XYZ-Analyse
3.2 Vertikale Distributionsstruktur
3.2.1 Zentralisierungsgrad
3.2.2 Kostenüberlegungen
3.2.3 Mögliche Zwischenlösung
3.3 Horizontale Distributionsstruktur
3.3.1 Anzahl der Lager je Lagerstufe
3.3.2 Standortplanung
3.3.3 Mögliche Endlösung

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Distributionslogistik stellt sich zwischen Warenproduktion und dem Kunden als Warenabnehmer als wichtiges Bindeglied und Herzstück dar. Die Bedeutsamkeit wird umso deutlicher, betrachtet man die gegenwärti- ge weltweite Marktsituation. Der globale Wettbewerb, die ständig stei- genden Kundenanforderungen sowie die häufig angewendete Niedrig- preispolitik von Unternehmen sorgen dafür, dass sich die Ausrichtung vieler Unternehmen geändert hat. Dabei zielen Unternehmensstrategien immer häufiger auf die Befriedigung von Kundenwünschen ab.

Die Planung und Umsetzung einer effizienten Distributionsstruktur er- öffnet einem Unternehmen die Nähe zum Kunden. Nach Wannenwetsch (2007, S. 308) ist die inbegriffene Standortplanung auf Grund des anhaltenden „dynamischen Prozesses, der auch künftig Märkte und Kundengewohnheiten berücksichtigen muss“, von besonderer Bedeutung. Dieser Hintergrund bildet die Ausgangslage der vorliegenden Arbeit.

Somit ist das Ziel dieser Arbeit, dem Leser in den folgenden vier Kapi- teln einen Einblick in die Distributionsstrukturplanung zu geben und er- örterte Grundlagen anhand eines Beispiels zu skizzieren und umzusetzen. Dabei ist die Zusammensetzung der Arbeit folgendermaßen gestaltet:

Im ersten Abschnitt wird auf die grundlegende Theorie zur Distributions- strukturplanung eingegangen. Darin inbegriffen sind Definition, Ziel und Einordnung sowie wirkende Einflussfaktoren und die Vorgehensweise. Der darauffolgende Abschnitt umfasst die Umsetzung der Theorie in die Praxis. Die Neuplanung der Distributionsstruktur der August Lenz GmbH zeigt eine hergeleitete Variante. Letztlich endet die Arbeit mit einem Fazit, in dem eine kritische Würdigung der Distributionsstruktur- planung und eine kurze Zusammenfassung zum Ausdruck kommen.

2. Distributionsstrukturplanung

In dem folgenden Kapitel soll der Grundstein zum Verständnis für diese Arbeit gelegt werden. Beginnend mit einer Definition zum Begriff Distributionslogistik werden im ersten Abschnitt zudem die Einordnung sowie die Relevanz und das Ziel der Distributionsstrukturplanung deutlich. Anknüpfend daran werden in Abschnitt 2 die Einflussfaktoren auf die Strukturplanung erläutert, bevor im dritten und letzten Abschnitt des Kapitels kurz auf die Vorgehensweise eingegangen wird.

2.1 Definition, Ziel und Einordnung in die Logistik

Um den Begriff „Distributionsstrukturplanung“ zu erläutern, soll dem Leser eine kurze Einführung in die Distributionslogistik gegeben werden. In der Literatur wird diese als Subsystem der Unternehmenslogistik definiert und beschäftigt sich mit „der Verfügbarkeit und Verteilung von verkaufsfähigen Waren“ (Koether, 2012, S.17). Detaillierter beschrieben zählt „die Organisation und Abwicklung einer kostengünstigen und zuverlässigen Belieferung der Kunden“ als Gegenstand.

In Abbildung 2.1 wird ersichtlich, dass der erste Schritt zur Optimierung der logistischen Prozesse die Distributionsplanung darstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Einordnung der Distributionsplanung in die Logistik

Daran anknüpfend kristallisierten sich für Koether (2012, S. 27) die nachstehenden Gestaltungsmöglichkeiten für die Planung heraus:

- Auswahl und Gestaltung von Prozessen und Stufen
- Auswahl von Standorten
- Planung und Auslegung von Lagern
- Planung und Durchführung der Kundenbelieferung

Aus den genannten Gestaltungsmöglichkeiten wird letztlich der Begriff der Distributionsstrukturplanung ableitbar. So beschäftigt sich diese mit der Planung „der Gesamtheit aller Lager auf dem Lieferweg zum Endkunden“ (Mathar & Scheuring, 2011, S. 249).

Die Distributionsstrukturplanung zählt aufgrund der längerfristigen Aus- richtung und kostenintensiven Gestaltung zur strategischen Planung. Nach Zimmermann (2005, S. 52) sind die Ziele bei der Optimierung der Distributionsstruktur zum einen die Maximierung des Lieferservices und zum anderen die Minimierung der Gesamtkosten. Der daraus entstehende Zielkonflikt gilt als das zu lösende Problem in der Strukturplanung. Es gilt das Prinzip: „So viele Lager(stufen) wie nötig und so wenige La- ger(stufen) wie möglich“ (Mathar & Scheuring, 2011, S. 250).

2.2 Einflussfaktoren auf die Struktur

Im folgenden Kapitel soll kurz und prägnant auf die Einflussfaktoren eingegangen werden, welche bei der Planung einer geeigneten Distributi- onsstruktur zu beachten sind. Im Einzelnen wirken drei Faktoren auf die Planung ein: die vorhandene Lieferservicepolitik, die Kunden-, Auftrags- und Absatzstruktur sowie die Produktionsstruktur (vgl. Zimmermann, 2005).

2.2.1 Lieferservicepolitik

„Den wichtigsten Einflussfaktor und zugleich Treiber“ der Strukturpla- nung stellt heutzutage die Lieferservicepolitik dar (Hoppe & Conzen, 2002, S. 52). Die im Laufe der Zeit gewachsenen Kundenansprüche verlangen von den Unternehmen eine klare Umstrukturierung und zugleich Neuanpassung ihrer Vertriebsstruktur. In Abbildung 2.2 wird die Einordnung der Elemente des Lieferservices deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Einordnung und Elemente des Lieferservices in Anlehnung an Specht (2005)

Dazugehörig sind die Lieferzeit als Zeitspanne zwischen Auftragsbeginn und Auslieferung der Produkte (vgl. Darr, 1992) sowie die Lieferzuverlässigkeit als „Wahrscheinlichkeit, mit der eine zugesagte Lieferung nach Art, Menge, Zeitpunkt und Ort eingehalten wird“ (Dietel, 1997, S. 152). Des Weiteren zählen die Lieferbeschaffenheit, welche als Qualität der Lieferung bezüglich des Zustandes und der Genauigkeit definiert wird, und die Lieferflexibilität zu den vier Bestandteilen des Lieferservices. Letztere beschreibt die Flexibilität, kurzfristig auf kundenindividuelle Wünsche reagieren zu können.

2.2.2 Kunden-, Auftrags- und Absatzstruktur

Der einzelne Kunde an sich stellt jedoch nicht nur durch seine Anforde- rungen ein wichtiges Kriterium bei der Distributionsstrukturplanung dar, sondern muss auch als Gesamtes betrachtet werden. So sind nach Zim- mermann (2005, S. 41) die Anzahl, die Zusammensetzung und die geografische Verteilung der Kunden mitentscheidend für die Planung.

Sobald ein Unternehmen in der günstigen Position ist, einen größeren Kundenstamm zu haben, besteht zwar keine unmittelbare Abhängkeit mehr. Jedoch erfordert diese Dimension zugleich eine äußerst durchdachte Struktur, um den Anforderungen der Kunden täglich gerecht werden zu können - der Planungsaufwand wächst.

Gleichermaßen besteht ein Unterschied hinsichtlich der Kunden- zusammensetzung. So erfordert der Kleinkunde, welcher als Kunde mit kleinen Gesamtabnahmemengen definiert wird, eine andere Distributionsstruktur als ein Großkunde (vgl. Konen et al., 1982).

Die geografische Verteilung ergibt sich aus der Analyse der Kunden- struktur. Entscheidend für die spätere Strukturplanung wird sein, die Absatzmengen zu untersuchen und die Kunden zu clustern. Somit kann gewährleistet werden, dass ein optimal flächendeckendes Netz zur Distribution entsteht.

Neben der Kundenstruktur sollte auch die sich daraus ergebene Auftrags- und Absatzstruktur berücksichtigt werden. Dabei gibt die Auftrags- struktur Auskunft über bestellte Produkte und deren Mengen sowie weitere ableitbare Aussagen zur Gesamtauftragsmenge, Zusammensetzung und Bestellhäufigkeit an (Zimmermann, 2005, S. 42). Hingegen sind aus der Absatzstruktur unmittelbar Angaben zur Verteilung der Absatzmengen und somit „die Anzahl der Sendungen in die jeweiligen Gebiete“ (Siegert & Ambrosch, 1998, S.209) herleitbar.

2.2.3 Produktionsstruktur

Ergänzend und als dritter Einflussfaktor, ist die vorhandene Produktions- struktur, die das Unternehmen begleitet, zu sehen. Beeinflusst wird die Planung hier insbesondere durch die Anzahl und Lage der Produktions- standorte. So beschreibt Konen (1985, S. 57 f.) die Problematik durch „historisch vorgegebene oder durch Übernahme von Unternehmen“ vorhandene Standorte, an denen sich die Distribution entsprechend orientieren muss. Gerade im Wandel hin zur Globalisierung befinden sich kostengünstige Produktionsstandorte häufig im Ausland (vgl. Vastag, 1995) und erfordern damit eine entsprechende Planung der Distributionsstruktur, um tatsächlich Gesamtkosten einsparen zu können.

Im Weiteren Verlauf dieser Arbeit steht die Produktionsstruktur als Einflussfaktor auf Grund der gegebenen Rahmenbedingungen des Umfangs außen vor, sodass die Konzentration auf die in den Kapiteln 2.2.1 und 2.2.2 erläuterten Lieferservicepolitik und Kunden-, Auftragsund Absatzstruktur liegt.

2.3 Vorgehensweise

Grundsätzlich wird in der Literatur zwischen der Neuplanung einer Dis- tributionsstruktur und der Reorganisation einer bestehenden Distributi- onsstruktur unterschieden. Da jedoch die in dieser Arbeit später behan- delte August Lenz GmbH eine komplette Neuplanung ihrer Vertriebs- struktur benötigt, wird in diesem Abschnitt der Arbeit nur der Ablauf der Neuplanung betrachtet.

Nach Tempelmeier (1983, S. 13) wird bei einer Neuplanung davon ausgegangen, dass lediglich die Rahmenbedingungen der Lieferservice- politik, der Kunden-, Auftrags- und Absatzstruktur sowie der Produktionsstruktur festgelegt sind. Es gilt somit: „Weder die Distributionselemente noch die vertikale und horizontale Distributionsstruktur“ (Zimmermann, 2005, S. 51) sind vordefiniert.

Somit entspringt der optimalen Distributionsstruktur zum einen die Pla- nung der vertikalen als auch der horizontalen Struktur. Im Weiteren Ver- lauf dieser Arbeit werden diese zwei Planungsschritte nacheinander und unter Berücksichtigung der in Kapitel 2.2 beschriebenen Einflussfaktoren ermittelt.

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Details

Seiten
34
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656653363
ISBN (Buch)
9783656653332
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273201
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
distributionsstrukturplanung beispiel

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