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Vorbereitung einer Exkursion zur Deutschherrenkapelle in Saarbrücken

Hausarbeit 2014 18 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ziele des Seminars
1.2 Didaktische Begründung
1.3 Vorgehensweise
1.4 Aktueller Forschungsstand

2 Didaktische Vorüberlegungen
2.1 Informationen zur Deutschherrenkapelle
2.2 Möglichkeit zur didaktischen Nutzung des Lernortes
2.3 Lehrplananalyse
2.4 Vor- und Nachbereitung
2.5 Lernziele

3 Exkursion
3.1 Ablauf und methodsich-didaktische Begründung:
3.2 Reflexion

4 Schlussbetrachtung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ziele des Seminars

Außerschulische Lernorte bieten für Schülerinnen und Schüler[1] viele verschiedene Möglichkeiten in Bezug auf das historische Lernen. In den authentischen Erfahrungsräumen außerhalb des Schulgebäudes können Lernprozesse angeregt, erweitert oder ergänzt werden. Doch damit das didaktische Potenzial dieser Lernorte ausreichend genutzt und der Prozess des historischen Erkenntnisgewinns für SuS erfahrbar wird, kommt es darauf an, wie die Lehrperson den Besuch des außerschulischen Lernortes didaktisch und methodisch aufbereitet.[2] Dabei muss der Lernort mit der alltagsweltlichen Lebensumgebung sowie der aktuellen Lebenswelt der SuS in Beziehung gesetzt werden.[3]

Mit diesen Aspekten beschäftigte sich auch das Seminar ''Außerschulische Lernorte'', in dessen Rahmen sich die Studierenden mit der fachdidaktischen Umsetzung von entsprechenden Konzepten an exemplarischen historischen Orten auseinandersetzten.[4] Das Seminar zeigte, wie man den Geschichtsunterricht auch außerhalb des Klassenzimmers durchführen kann, welche Perspektiven dadurch geöffnet werden, welche Kriterien beachtet werden müssen und wie man die Eignung eines außerschulischen Lernortes prüfen kann.

Ziel des Seminars war es, selbst eine Exkursion schülerorientiert zu planen, inklusive Vor- und Nachbereitung, Lernziele und Einbettung in den gängigen Lehrplan.

Der Fokus des Seminars war auf die Stadt Saarbrücken festgelegt. Daher wurde den Seminarteilnehmern vermittelt, wie man fachdidaktische Konzepte an exemplarischen historischen Orten und in historischen Museen in Saarbrücken umsetzen kann.[5] Dabei lag das Augenmerk auch auf der Nähe der SuS zum außerschulischen Lernort, da dies die Motivation und das Interesse der Lernenden steigern kann. Den Studierenden wurde somit bewusst gemacht, wie der historische Nahraum als außerschulischer Lernort genutzt werden und dadurch das Interesse an der Regionalgeschichte sowie der Geschichte allgemein gesteigert werden kann.

1.2 Didaktische Begründung

Im Folgenden möchte ich das von mir ausgewählte Exkursionsthema, die Deutschherrenkapelle, begründen. Das Mittelalter stellt für die meisten SuS ein sehr interessantes und spannendes Thema dar, mit dem diese sich auch gerne in ihrer Freizeit auseinandersetzen. Die SuS verfügen oft über einen großen Erfahrungshorizont, was mittelalterliche Themen wie Ritter, Burgen, Ritterorden usw. betrifft. Aus diesem Grund können die SuS ihr bereits vorhandenes Wissen mit dem vergleichen, was sie auf der ehemaligen Ordensanlage erwerben. Durch den Vergleich von früher und heute können die SuS außerdem einen historischen Wandel bzw. Historizität herausarbeiten.

1.3 Vorgehensweise

Im folgenden Kapitel werde ich zunächst den aktuellen Forschungsstand zum Thema außerschulische Lernorte darstellen, um auf diesem Hintergrundwissen aufbauend den Hauptteil zu beginnen.

Im Hauptteil dieser Hausarbeit werde ich den von mir ausgesuchten historischen Lernort, die ehemalige Kommende des Deutschen Ordens in Saarbrücken, vorstellen. Dabei werde ich auf ihre Geschichte sowie auf die unterschiedlichen Nutzungen in der Geschichte der Anlage verweisen. Anschließend werde ich den Lernort einer didaktischen Analyse unterziehen bzw. den didaktischen Nutzen dieses Ortes aufzeigen. Im nächsten Schritt werde ich eine Lehrplananalyse vornehmen. Damit möchte ich zeigen, inwiefern eine Verortung des Themas im Lehrplan möglich ist. Um zeigen zu können, wie ich das Exkursionsthema in den Unterricht eingebettet habe, werde ich auch die Vor- sowie die Nachbereitung erläutern. Um darzulegen, welche Kompetenzen erworben werden sollen, werde ich im letzten Unterkapitel des zweiten Kapitels das Exkursionsziel sowie weitere Lernziele formulieren.

Nach diesen didaktischen Vorüberlegungen beginnt das dritte Kapitel. Dort werde ich den Ablauf der Exkursion, unter Berücksichtigung der angewendeten Methoden, erläutern sowie auswerten, wozu ich das gegebene Feedback heranziehen werde.

In der anschließenden Schlussbetrachtung werde ich meine Erfahrungen des Seminars wiedergeben sowie reflektieren.

1.4 Aktueller Forschungsstand

SuS verfügen oft über ein Vorwissen in Bezug zu dem historischen Lernort. Dieses ist jedoch im Unterricht oft nicht nutzbar, da der Geschichtsunterricht eine kritisch- reflektierte Erschließung und Bearbeitung des Besuchten vornimmt. Ein historischer Ort soll nicht nur gekannt und besucht, sondern zum Lernort werden.[6]

Eine lokale Verankerung der Vergangenheit ist wichtig im Geschichtsunterricht.[7] Lernen an außerschulischen Lernorten bedeutet nämlich nicht nur, dass man außerhalb der Schule lernt, sondern dass man neue Methoden, neue Quellenarten, der Einbezug des unmittelbaren Lebensraumes der SuS sowie die Orte in ihrem ursprünglichen Zusammenhang erleben und kennen lernt.

Kuchler beschreibt das Ziel einer Exkursion wie folgt:

Mit SuS historische Orte zu besuchen, dort Anschauungsmaterial für den Geschichtsunterricht zu erkunden, einen verbesserten Zugang zu vergangenen Zeiten zu erreichen und zu eigenständigen Denken anzuregen.[8]

Hey hingegen definiert Exkursionen als „ Organisationsform des historisch- politischen Unterrichts, die ein bestimmtes Thema durch die Arbeit an und mit möglichst originalen historischen Zeugnissen außerhalb der Schule.“ [9]

Kuchler beschreibt demnach eine Exkursion als Möglichkeit, den Geschichtsunterricht zu erweitern, einen besseren Zugang zur Geschichte zu bekommen und dass die SuS mit Hilfe ihres eigenständigen Denkens den historischen Lernort erkunden. Hey sieht eine Exkursion eher als Unterrichtsergänzung. Man sucht demnach einen außerschulischen Lernort zu dem gerade im Unterricht besprochenen Thema aus, um dann mit den originalen historischen Zeugnissen arbeiten zu können. Beide Definitionen zusammengenommen beschreiben meiner Meinung nach das Ziel von Exkursionen und den Zweck, den das Besuchen von außerschulischen Lernorten verfolgt.

Was alles unter den Überbegriff der außerschulischen Lernorte fällt ist umstritten. Historische Orte werden als „Orte, an denen Geschichte lebendig geworden ist“, „Orte, in denen sich geschichtliche Entwicklungen niedergeschlagen haben, wo Geschichte zum Ereignis wurde“ oder als „Orte, an denen sich große Geschichte zugetragen hat“ definiert.[10] Kuchler findet zum Beispiel, dass Orte wie Museen nicht zu den historischen Lernorten zählen, da SuS sich dort mit Geschichte beschäftigen sollen, wo diese tatsächlich stattgefunden hat. Die Lernorte sollen demnach also in ihrem ursprünglichen Zusammenhang vorhanden sein, was bei Museen o.Ä. nicht gegeben ist.[11] Hey hingegen zählt zu möglichen Exkursionszielen auch Museen, archäologische Grabungen, Bibliotheken, Stadterkundungen, historische Ausstellungen, Heimatmuseen, Besuche von Archiven usw., da er die Orte des historisches Lernens als ortsunabhängig betrachtet und die Grenzen zwischen Lernorten und Medien verwischen.[12]

Heutzutage stellen Quellen im Geschichtsunterricht den zentralen Lerngegenstand dar, wobei die Textanalyse eine Vorrangstellung inne hat. Die Arbeit mit schriftlichen Quellen stößt jedoch immer mehr auf Ablehnung und die SuS fordern den Einsatz neuer Medien im Schulalltag. SuS erwarten von Geschichte Lebendigkeit, Ursprünglichkeit und Authentizität.[13] Zwar ist eine Begegnung mit der Geschichte selbst, wie sie von den Kindern erwartet wird, auch an außerschulischen Lernorten nicht mehr möglich, jedoch gilt es aus der Begegnung mit dem historischen Ort Fragen abzuleiten und sich um eine Rekonstruktion von Geschichte zu bemühen. Die aktuelle Lebenswelt der SuS kann durch z.B. Lokalerkundungen miteinbezogen werden, wobei die Kinder einen kritischen Umgang mit ihrer real existierenden Umwelt erlernen.[14]

Außerdem ermöglicht der Besuch von außerschulischen Lernorten multisensorisches Lernen. Anfassen, begehen, vermessen, betasten, abmalen, fotografieren, klimatische Bedingungen erfahren, all das ist im normalen Unterrichtsalltag nicht in der Form realisierbar. SuS sollen lernen, die ihnen gebotenen Narrationen zu hinterfragen, sich selbst Orientierung zu verschaffen und die besuchten Orte in das eigene Geschichtsbewusstsein zu integrieren.[15] Des Weiteren erlernen die SuS einen Umgang mit Dignität, Permanenz, Authentizität sowie Historizität. Dabei erwerben sie einen Umgang mit dem Wissen, dass der historische Ort nur einmal existiert hat, dass der historische Ort aber trotzdem dauerhaft überlebt. Das heute Vorgefundene muss als Teil der Geschichte wahrgenommen und ein Gegenwartsbezug hergestellt werden, da sich die Nutzung eines Ortes über die Jahrzehnte hinweg dauerhaft ändert. Dass sich der historische Ort in einem stetigen Wandel befindet, stellt eine grundlegende Erkenntnis dar und laut Pandel eine „zentrale Dimension des Geschichtsbewusstseins“ [16]. Daher gilt es tiefer in der Geschichte zu graben und die unterschiedlichen Schichtungen von Geschichte zu erkunden. Gleichzeitig erlernen SuS scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen sowie unterschiedliche Zeitebenen zu trennen und zu ergründen.[17]

[...]


[1] Im Folgenden mit SuS abgekürzt.

[2] Vgl. Berit Pleitner: Außerschulische Lernorte, in: Michelle Baricelli, Martin Lücke (Hrsg.), Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichtes, Band 2, Schwalbach/Ts. 2012, S.290-291.

[3] Vgl. Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.33.

[4] Vgl. Website der Universität des Saarlandes, online unter: https://www.lsf.uni-saarland.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=75289&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung, zuletzt eingesehen am 9.03.2014.

[5] Ebd.

[6] Vgl. Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.5-6.

[7] Vgl. Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.8.

[8] Zit.n.: Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.15.

[9] Zit.n.: Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.15.

[10] Zit.n.: Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.17.

[11] Vgl.: Ebd, S.15.

[12] Zit.n.: Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.15.

[13] Vgl.:Ebd, S.32.

[14] Vgl.: Ebd, S.33.

[15] Vgl.: Ebd, S.35.

[16] Zit. n.: Kuchler, Christian: Historische Orte im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2012, S.39.

[17] Vgl.: Ebd, S.34-41.

Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656651680
ISBN (Buch)
9783656651673
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273104
Institution / Hochschule
Universität des Saarlandes – 3.4 Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
vorbereitung exkursion deutschherrenkapelle saarbrücken

Autor

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Titel: Vorbereitung einer Exkursion zur Deutschherrenkapelle in Saarbrücken