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Webbasierte Dienste als gesundheitsbezogenes Medium für Menschen mit suizidalen Ideen in Deutschland

Möglichkeiten, Chancen und Risiken

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Suizidalität

4. Internet und Suizidalität

5. Möglichkeiten, Chancen, Risiken

6. Diskussion und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

Durch immer vielfältigere Möglichkeiten und stärker werdende Auseinandersetzung mit der privaten und beruflichen Nutzung des Computers, gewinnt auch das Internet immer mehr an Bedeutung (Hübner 2002, 41). Ein Alltag ohne Computer und Internet ist nicht mehr vorstellbar (Bauer& Kordy 2008, 4). Im Gesundheitswesen hat die Integration von Telekommunikation und Informatik an Stellenwert gewonnen. Auch die Nachfrage von Gesundheitsinformationen in Internet und World Wide Web (WWW) nimmt zu (Hanna et al. 2002 52, 123). Im Jahre 2000 geriet das Thema Suizid und Internet in den Fokus. Eine Österreicherin und ein Norweger verabredeten sich über ein Internetforum zum gemeinsamen Suizid und sprangen von einem Felsen in den Tod (Bronisch 2005, 71). „»Alte« Medien“ wie Fernsehen und Zeitung (Born 2005, 10), berichteten über die Gefahren, die mit dem Internet und anderen „»neuen« Medien“ (ebd.) verbunden seien (vgl. Born 2005). In Deutschland kündigte eine 18-Jährige im Internet ihren Suizid an, die Polizei konnte sie aufgrund ihrer Ankündigung finden und davon abhalten (Bussfeld; Althaus 2003, 327). Auch andere Autoren bspw. Schmidtke et al. befassten sich mit der Thematik Internet und Doppelsuizid und der Frage ob durch Suizidforen Imitationseffekte entstehen (Schmidtke; Schaller; Takahashi & Gajewska 2008, 275; Schmidtke; Schaller & Kruse 160ff.). Aber gibt es nur negative Auswirkungen durch die Nutzung des Internets? Oder können Vorteile für Betroffene entstehen? Daraus leitete sich folgende Fragestellung ab: Welche Möglichkeiten, Chancen und Risiken bergen webbasierte Dienste als gesundheitsbezogenes Medium für Menschen mit suizidalen Ideen in Deutschland? Zu Beginn der Arbeit werden die Begriffe suizidale Ideen, Suizid und Suizidalität definiert. Anschließend wird in Verbindung dazu über die Bedeutung des Internets referiert. Nutzungsmöglichkeiten, Chancen und Risiken werden aufgezeigt. Die Arbeit schließt mit Diskussion und Ausblick. Eine Vertiefung der einzelnen Inhalte würde den Rahmen der Arbeit übersteigen, weiterführende Literatur ist angegeben.

2. Methode

Zur Bearbeitung dieser Hausarbeit wurde nach Schlagworten wie z. B. Psychiatrie, Internet, psychiatrische Patienten, Internetnutzung in verschiedenen Kombinationen recherchiert. Zur Eingrenzung des Themenbereiches wurde dies in Suizid, Suizidalität, suizidale Gedanken/ Ideen, Internet/-nutzung abgeändert. Recherchiert wurde bei google, googlescholar, National Library of Medicine und OPAC-Datenbanken. Es wurde die Methode der Literaturanalyse angewendet. Die verwendeten Monographien, Sammelbände, Zeitschriftenartikel und Internetpublikationen sind größtenteils deutschsprachig.

3. Suizidalität

Das Statistische Bundesamt (DESTATIS) berichtet, dass 2011 in Deutschland 852.328 Personen verstarben. Das sind 0,7% weniger Todesfälle als im Vorjahr (Statistisches Bundesamt 2012a, 2. Online: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/
Gesundheit/Todesursachen/Todesursachen2120400117004.pdf?__blob=publicationFile). 3,9% aller Todesfälle (32.988 Sterbefälle) im Jahr 2011 sind auf eine nicht natürliche Todesursache wie einen Unfall, eine Verletzung, Vergiftung oder vorsätzliche Handlung zurückzuführen. Suizid war in 31% dieser Todesfälle die Ursache. Es nahmen sich 10.144 Personen das Leben, davon 75% Männer und 25% Frauen (Statistisches Bundesamt 2012b, 1029. Online: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Monatsausgaben/
KurznachrichtenDezember2012.pdf?__blob=publicationFile).

Suizidideen beinhalten nach Bronisch das Nachdenken allgemein und/oder speziell über den eigenen Tod. Auch Todeswünsche und konkrete Vorstellungen einer Suizidhandlung zählen hierzu (Bronisch 2007, 12).

Ein Suizidversuch geht einen Schritt weiter. Er ist das bewusste Ausführen einer Handlung, die zum eigenen Tode führen soll. Gelingt diese Handlung und führt wie geplant zum Tode, spricht man von Suizid (Bronisch 2007, 13).

Der Begriff Suizidalität schließt alle Formen des suizidalen Erlebens und Verhaltens ein (Schotten 2008, 14).

Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt beschreibt als Ursache für suizidale Ideen oder Handlungen eine psychische Erkrankung, psychische Ausnahmesituation oder psychosoziale Krisensituation die dem Betroffenen ein Gefühl der Ausweglosigkeit vermittelt (Schmidt 2003, 10). Blume und Hegerl (2008) belegen, dass Suizidalität eng mit der Diagnose Depression zusammenhängt. Auf Thematiken wie die verschiedenen Stadien der suizidalen Entwicklung, Motive, Warnsignale, das präsuizidale Syndrom und Risikofaktoren kann an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden (vgl. Schotten 2008; Bronisch 2005; Briggs; Lemma& Crouch 2005; Sonneck 2008, 17ff.).

4. Internet und Suizidalität

Das Internet bietet immer mehr Nutzungsmöglichkeiten, Fiedler beschreibt im Zusammenhang mit dem Thema Suizidalität drei verschiedene:

(1) Statische Informationen wie Webseiten, Texte, Bilder, Film, die auf Servern im Internet gespeichert sind und die der Anwender nicht abändern kann
Bsp.: Webseiten zur Suizidprävention wie von der American Association for Suicide-prevention (afsp) - www.suicidology.org, das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland - http://www.suizidpraevention-deutschland.de/Home.html oder von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprophylaxe - www.suizidprophylaxe.de. Das Therapie-zentrum für Suizidgefährdete in Hamburg - www.unke.uni-hamburg.de bietet ebenfalls Informationen an. Auch gibt es Netzwerke von Angehörigen die im Bereich der Trauerarbeit oder Suizidprävention aktiv sind z. B. www.survivorsofsuicide.com. Allerdings findet man auch Seiten mit Anleitungen zum Selbstmord oder Suizidverherrlichung wie von der Sekte „Church of Euthanasia“ - www.churchofeuthanasia.org oder der Deutsche Gesellschaft für humanes Sterben - www.dghs.de. Auch das Psychiatrienetz - www.psychiatrie.de leistet Aufklärungs- und Informationsarbeit zu Diagnosen, Psychopharmaka und Therapie und erklärt die Struktur der psychiatrischen Versorgung in Deutschland (Blume& Hegerl 2008, 63)

(2) Zeitversetzte (asynchrone) Kommunikation wie Kontakt über E-Mails oder Mailinglists (Versenden einer Nachricht an alle Abonnenten (Schotten 2008, 55)), Foren und Diskussionsgruppen, bei der angemeldete Mitglieder sich zu bestimmten Themen austauschen und auf vorhergehende Einträge beziehen können
Bsp.: Afsp nutzt Mailingslists zur Suizidprävention. Als Forenbeispiel: www.selbstmordforum.net

(3) Zeitgleiche (synchrone) Kommunikation findet in so genannten Chats statt. Die Teilnehmer sind gleichzeitig eingeloggt, online und kommunizieren in einem virtuellen Raum miteinander. Dies kann in der Gruppe oder privat unter zwei Teilnehmern geschehen.

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Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656652816
ISBN (Buch)
9783656652809
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272940
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Fachbereich 4 - Soziale Arbeit und Gesundheit
Note
1,0
Schlagworte
webbasierte dienste medium menschen ideen deutschland möglichkeiten chancen risiken

Autor

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Titel: Webbasierte Dienste als gesundheitsbezogenes Medium für Menschen mit suizidalen Ideen in Deutschland