Lade Inhalt...

Gregor VII und Heinrich IV. Der Beginn der Auseinandersetzungen

Hausarbeit 2013 11 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographien
2.1. Gregor VII
2.2. Heinrich IV

3. Auseinandersetzung

4. Schluss

1. Einleitung

Will man den Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Papst Gregor VII. und dem Salierkönig Heinrich IV. erörtern, so ist es nicht damit getan nur die Abläufe dieses Konfliktes zu requirieren. Vielmehr ist es hier unabdingbar die Leitmotive jener Personen zu verstehen und auf dieser Grundlage zu deuten, wie sich daraus ihr politisches Selbstverständnis so konträr zueinander entwickeln konnte. Dass in jener Zeit ein Bruch entstand, welcher das christliche Abendland bis in die jüngste Vergangenheit prägte. War bei Heinrichs Vater die Zusammenarbeit zwischen regnum und sacerdotium noch geprägt von Zuversicht und zumindest oberflächlicher Einheit so ist es später nur noch als ein Kräftemessen um die Vormachtstellung des christlichen Abendlandes zu verstehen. Wie dieser Konflikt entstehen konnte und welche Abläufe zu Beginn des Jahres 1076 passierten, soll in dieser Arbeit eruiert werden.

2. Biographien

Im Hauptaugenmerk dieser Arbeit stehen die zwei rwalisierenden Personlichkeiten Kaiser Heinrich IV. ur>d Papst Gregor der VII.. Um den ab 1075 entstandenen Konflikt zwischen diesen besser zu verstehen und beschreiben zu kbnnen, mochte ich hier jewels eine kurze Lebensbeschreibung bekler bis zum Beginn der Auseinandersetzungen voranstellen und zuglekh die Beweggriinde ihres Handelnssondieren.

2.1. Gregor VII.

Papst Gregor VII. wurde als Hildebrand zwischen 1020 und 1025 in der Toskana geboren. Genaueres über seine Abstammung ist nicht bekannt, er entstammte aber wahrscheinlich einer nicht adligen Familie. Mit jungen Jahren kam er nach Rom und wurde dort von der Kirche ausgebildet. Weiter belegt ist, dass er im Jahre 1047 Gregor VI. in dessen Exil nach Köln begleitete und dort weitere Ausbildung erhielt.[1]

1049 kehrte er mit Papst Leo IX. zurück nach Rom. Ob er zu diesem Zeitpunkt als Mönch nach Rom zurückkehrte, wie Tilman Struve dies beschreibt oder ob er nach Forschungsergebnissen Uta-Renata Blumenthals „nicht nach den Regeln des heiligen Benedikt lebte", sondern lediglich „ein Angehöriger einer Klerikergemeinschaft“[2] also ein Kanoniker war, ist bis heute noch nicht ausreichend bewiesen. Allerdings scheint mir Letzteres wahrscheinlicher.

Papst Leo IX., welcher gemeinhin als der erste Reformpapst gilt, protegierte Hildebrand und ernannte ihn zum Subdiakon. Die Protektion durch Leo IX. äußerte sich auch später in verschiedenen Niederschriften Hildebrands. So nannte er ihn in R. II, 14 „seinen Vater" und in R. VI, 11. „Sanctus" [3]. Leo IX. war ein Papst, welcher zur Realisierung seiner Reformpläne auch vor einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den Normannen nicht zurückschreckte. Man darf also durchaus annehmen, dass Hildebrand dieser sehr energischem Intervention, im Kontext des Gebrauchs „sanctus“, durchaus beipflichtend gegenüberstand.

Ab dieser Zeit wurde er wiederholt als Legat beauftragt, wodurch er zwischen 1056 und 1057 auch an den französischen und den deutschen Hof gelangte. [4] Als Legat war er für die Durchsetzung päpstlicher Interessen zuständig, was wesentlich die Programmatik der Kirchenreform involvierte. Während dieser Reisen in Bistümer die fernab von Rom lagen, in denen das Bewerkstelligen der päpstlichen Reformpläne diffizil war, muss ihm die Dringlichkeit der Reform bewusst geworden sein.

Ab 1058 war Hildebrand vermutlich Archdiakon und zuständig für die Finanzverwaltung des Heiligen Stuhls. Auch leitete er verschiedene politische Vorhaben Papst Nikolaus II. und Alexanders II.. Durch diese Präsens am päpstlichen Hof hatte er entscheidenden Einfluss auf das Reformpapsttum und avancierte zu einem der einflussreichsten Männer am Heiligen Stuhl.[5]

Während der Funeralien Papst Alexander II. wurde Hildebrand am 22. April 1073 tumultartig von der römischen Stadtbevölkerung zum Papst erhoben und später durch die Bischöfe bestätigt. Hildebrand gab sich in Anlehnung an Gregor VI. und Gregor der Große (I.) den Namen Gregor VII.. Es irritiert zunächst, dass Gregor VII. als ein Verfechter des Reformpapstums nicht nach den Regeln des Papstwahldekretes gewählt wurde. Jedoch muss man hier anführen, dass diese Wahl durch Populus und Klerus, als eine „per göttliche Eingebung - per quasi inspirationem" angesehen werden muss.[6] Des Weiteren sollte man nicht negieren, dass eine nachträgliche Bestätigung durch die Kardinäle erfolgte.[7]

2.2. Heinrich IV.

Heinrich wurde am 11. November 1050 als Sohn des Kaisers Heinrich III. und der Kaiserin Agnes geboren. Die Wahl zum König erfolgt 1053 und die anschließende Krönung in Aachen fand im darauffolgenden Jahr 1054 statt. Mit nur fünf Jahren an Weihnachten 1055, wurde Heinrich mit Bertha, der Tochter des Markgrafen Otto von Turin verlobt.[8]

Sein Vater Kaiser Heinrich III., starb bereits wenige Monate später am 5. Oktober 1056 im Beisein des Papstes Viktor II.. Die Vormundschaft über seinen kleinen Sohn übertrug Heinrich III. dem Papst selbst. Dieser starb jedoch im darauffolgenden Sommer 1057.[9] Zuvor setzte sich Viktor II. noch für eine Regentschaft der Kaiserin Agnes ein. Zwar schreibt Wilfried Hartmann „die Regentschaft sei anfänglich gegen den Willen der Fürsten durchgesetzt"[10] worden. Hiergegen spricht aber die Tatsache, dass der Kaiserin Agnes sogar das Recht auf Designation, im Falle des Todes Heinrich IV. geben wurde für die These Stefan Weinfurters. Er sieht hierin ein „hohes Interesse am Fortbestand der salischen Dynastie".[11] Denn de facto wurde der Kaiserin so die Entscheidungsbefugnis über den dynastischen Forbestand im Reich gegeben. Demnach war man zu diesem Zeitpunkt an einer Weiterführung der salischen Dynastie - also unter Heinrich IV. - sehr interessiert.

Innenpolitische wie außenpolitische Probleme, einseitige Beratung, diverse Fehlentscheidungen und Intrigen am Hofe führten zu einer signifikanten Schwächung der Regentschaft Kaiserin Agnes. In dem Jahresbericht des Klosters Niederalteich wird dies durch einen Chronisten eindrücklich beschrieben.[12] Weiterhin konnte sie auch nicht verhindern, dass in Rom „Papst Stefan IX. und Papst Nikolaus II. ohne Mitwirkung des deutschen Hofes"[13] erhoben wurden. Dies ist für die Klärung der hier aufgeworfenen Fragestellung insofern dezisiv, da in dieser Zeit die Erfassung des Papstwahldekretes fällt. Mit der enthaltenen Königsklausel und der Umschreibung „honor et reverentia -Amt und Würde"[14] lässt man fortan offen, welchen Einfluss der deutsche König oder Kaiser auf eine Papstwahl hat.[15]

Die Stimmung am deutschen Hofe war zu diesem Zeitpunkt also mehr als angespannt. Aus Sorge um die Zukunft des Landes und wohl auch aus Interesse am eigenen Machtgewinn setzte sich der Kölner Erzbischof und Reichskanzler von Reichsitalien Anno II. von Köln an die Spitze eines Komplotts.

[...]


[1] Biographien

Im Hauptaugenmerk dieser Arbeit stehen die zwei rivalisierenden Persönlichkeiten Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor der VII.. Um den ab 1075 entstandenen Konflikt zwischen diesen besser zu verstehen und beschreiben zu können, möchte ich hier jeweils eine kurze Lebensbeschreibung beider bis zum Beginn der Auseinandersetzungen voranstellen und zugleich die Beweggründe ihres Handelns sondieren.

[2] Kelly, John Norman Davidson: Lexikon der Päpste, Stuttgart 1988, S.171.

[3] Blumenthal, Uta Renata: Gregor VII.. Papst zwischen Canossa und Kirchenreform. Darmstadt 2001, S.20.

[4] Martens, Wilhelm: Gregor VII - Sein Leben und Wirken, Leipzig 1894. S.41.

[5] Struve, Tilmann: Art. „ Kaiser Heinrich IV.“, in: Lexikon des Mittelalters Online, Stuttgart, 1999.

[6] Kelly, John Norman Davidson: Lexikon der Päpste, Stuttgart 1988, S.171.

[7] Martens, Wilhelm: Gregor VII - Sein Leben und Wirken, Leipzig 1894. S.52.

[8] Struve, Tilmann: Art. „ Papst Gregor VII.", in: Lexikon des Mittelalters Online, Stuttgart, 1999.

[9] Struve, Tilmann: Art. „ Kaiser Heinrich IV.", in: Lexikon des Mittelalters Online, Stuttgart, 1999.

[10] Struve, Tilmann: Art. „ Kaiser Heinrich IV.", in: Lexikon des Mittelalters Online, Stuttgart, 1999.

[11] Hartmann, Winfred, Der Investiturstreit. Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Oldenbourg. München, 2005, S. 14.

[12] Weinfurter, Stefan, Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit, Sigmaringen 1992, S. 98.

[13] Weinfurter, Stefan, Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit, Sigmaringen 1992, S. 99.

[14] Bulst-Thiele, M. L.: Art. „Kaiserin Agnes" in: Lexikon des Mittelalters Online, Stuttgart, 1999.

[15] Hartmann, Winfred, Der Investiturstreit. Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Oldenbourg. München, 2005, S. 17.

Details

Seiten
11
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656646372
ISBN (Buch)
9783656646334
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272891
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Historisches Institut
Note
2,3
Schlagworte
gregor heinrich beginn auseinandersetzungen

Autor

Zurück

Titel: Gregor VII und Heinrich IV. Der Beginn der Auseinandersetzungen