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Die Kulturkommunikation zwischen der Song-Dynastie und ihren nördlichen Nachbarn

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 18 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die kulturellen Merkmale der Song-Dynastie und ihrer nördlichen Nachbaren
2.1. Die kulturellen Merkmale der Song-Dynastie
2.2. Die allgemeine kulturelle Vorstellung der nördlichen Nachbaren der Song-Dynastie

3. Die kulturelle Kommunikation zwischen der Song und ihrer nördlichen Nachbarn
3.1. Die kulturelle Kommunikation zwischen der Song und Liao
3.2. Die kulturelle Kommunikation zwischen der Song und Xixia
3.3. Die kulturelle Kommunikation zwischen der Song und Jin

4. Zusammenfassung

1. Einleitung

China ist ein multi-ethnisches Land. Die Song, aber nicht nur die Song, die hauptsächlich von Han-Chinesen errichtet wurde, sondern auch die Liao, Xixia und Jin, die hauptsächlich jeweils von der Qidan, Dangxiang und Nüzhen gegründet wurden, haben großen Beitrag für die Entwicklung der chinesischen Kultur geleistet. Die ehemalige Landkarten werden in Abb. 1 und Abb. 2 dargestellt.

Nach der Periode der Fünf Dynastien und der Zehn Staaten in China, von 960 bis 1279 beherrschte die Song-Dynastie das Kaiserreich China. In diesen 319 Jahren haben die drei Staaten, nämlich die Liao, Xixia und Jin, die von den Nomaden beherrscht wurden, mit der Song-Dynastie nebeneinander existiert. Dazu John K. Fairbank: „who maintained their own cultural identity while ruling over a multiethnic state including large Han Chinese populations, and each controlled large territories that had long been ruled by Chinese”.1 Die Song regierte damals nur über einen kleinen Teil Chinas, das im Laufe der Zeit sogar immer kleiner wurde. Obwohl das beherrschte Gebiet der Song viel kleiner als das der Tang-Dynastie war, obwohl das Reich ständig von angrenzenden Staaten angegriffen wurde und obwohl die Song- Dynastie einen Verfall in Politik und Militär durchlaufen hat, hat es aber eine wichtige Rolle in der chinesischen feudalen Geschichte gespielt. Kulturell konnte die Song-Dynastie aber eine Blütezeit erleben2. Herr John King Fairbank hat gesagt, dass die boomende chinesische Zivilisation der Tang und Song-Dynastie vom siebten Jahrhundert bis zum 12 Jahrhundert ohne Zweifel Europa kulturell fast übertroffen habe. Und ausserdem hat die Kultur der Song die weitere chinesische kulturelle Geschichte stark beeinflusst und im großen Maße weiter entwickelt.

Abb.1 die ehemalige Landkarte der nördlichen Song-Zeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Die ehemalige Landkarte der Nan Song-Zeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zwischen der Song und den nomadischen Reitervölkern gab es auch Kulturkommunikation außerhalb von Kriegen. In der Liao, Song, Xixia und Jin Zeit bildete die große nationale Migration ein neues Muster, und zwar haben die Han-Chinesen mit den anderen Nationalitäten zusammen gelebt. Der umfassende wirtschaftliche und kulturelle Austausch der verschiedenen Nationalitäten hat die ethnischen Minderheiten weiter entwickelt und gleichzeitig haben auch die nomadischen Regime schnell das Governance-System von den Dynastien der zentralchinesischer Ebene akzeptiert. Die nationale Integration ermöglichte der chinesischen Nation, die damalige beispiellose Entwicklung zu erreichen.

Die vorliegende Arbeit soll hauptsächlich die Frage behandeln, was die Merkmale der Kultur in der Song-Dynastie und ihrer nördlichen Nachbarn sind. Insbesondere welche kulturellen Aspekte die verschiedene Staaten bzw. Nationalitäten miteinander ausgetauscht haben, wie dies geschah und welche Auswirkungen die Kulturkommunikation auf die Gesellschaft hatte. Im Rahmen dieser Fragestellungen sollen die kulturelle Entwicklung sowie die geschichtliche Beziehung zwischen der Song und Liao, Xixia, Jin näher erläutert werden.

Um einen ersten Einstieg in das Thema zu erreichen, beginnt die Arbeit mit einer Beschreibung des Hintergrundes der kulturellen Entwicklung während der Song-Dynastie. In den darauf folgenden Kapiteln werden die kulturellen Erscheinungen der Song und der Nomaden unter gesellschaftlichen Gesichtspunkten untersucht. Es folgt eine Darstellung der Kulturkommunikation zwischen ihnen. Gegen Ende der Arbeit wird versucht die Auswirkungen zu erklären. Im Bezug auf die Literaturlage ist anzumerken, dass sich nur wenige Quellen mit der Kultur von Liao, Xixia und Jin befassen, welche auch wissenschaftlichen Ansprüchen kaum genügen.

2. Die kulturellen Merkmale der Song-Dynastie und ihrer nördlichen Nachbarn

2.1. Die kulturellen Merkmale der Song-Dynastie

2.1.1. Hintergrund des kulturellen Aufschwungs

Nachdem die Song begründet wurde, standen sich die 3 Separatregime und restlichen Mächte der Fünf Dynastien und die Song gegenüber. Auf der einen Seite versuchte der Herrscher dringend ein paar Maßnahmen zu finden, um die Militärmacht zu kontrollieren und die selbstständigen lokalen Regime zu verhindern, gleichzeitig hat der Kaiser auf der anderen Seite an die Verwaltungsstrategie gedacht, und suchte eigene Ideen um den Staat besser regieren zu können. Aus eigener Erfahrung hat er deutlich bemerkt, dass die größte Bedrohung für sein Regime die Macht der Generalgouverneure ist, und dass der wesentliche Grund für die Unruhe in der Gesellschaft insbesondere auch die starke militärische Macht ist, die auch in die Politik eingegriffen hat. Darum wurde die Macht der Generalgouverneure zurück auf die Zentralregierung übertragen und Zivilbeamte wurden zu lokalen Führern ernannt, die für Militär und Verwaltung verantwortlich waren. Die zentrale Maßnahme war: Das zivile Beamtentum wurde mit mehr Macht ausgestattet, der Kanzler neben dem Kaiser zum mächtigsten Mann im Staat und an Stelle der Militärgouverneure wurden überall Zivilfunktionäre ernannt. Um die Gesellschaft besser kontrollieren zu können, hat der Begründer der Dynastie die Ideologie der konfuzianischen Ethik betont. Deswegen wurden Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur in der Song-Dynastie im großen Maße weiter entwickelt.

2.1.2. Die kulturellen Merkmale der Song-Dynastie

Kulturell konnte die Song-Dynastie aber eine Blütezeit erleben. Die bekannteste Malerei ist „Qingming shanghetu“, die die damalige Blütezeit der Song ganz klar dargestellt hat, wie in Abb. 3.

Im folgenden werden die kulturellen Merkmale erklärt, die die Song-Kultur gekennzeichnet haben, nämlich die wirtschaftliche Kultur, die wissenschaftliche Kultur, die geistliche Kultur und die institutionelle Kultur4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 „Qingming shanghetu“. In dem Bild wurden Straßen, Geschäfte, Fluss, Boote, Menschen usw. in der Hauptstadt „Bianliang“ dargestellt.

Das wirtschaftlich kulturelle Gesicht: Bestimmte Regionen standen nun für bestimmte Produkte (Eisen, Zucker, Reis, Tee). Und das beeinflusste Binnenhandel und -verkehr positiv. Manufakturen entwickelten sich viel besser als in der Tang-Dynastie. Die bekannteste Entwicklung war die Einführung des Papiergelds: „Jiao Zi“. Es ist das erste Papiergeld der Welt, 600 Jahre bevor das erste Papiergeld in Europa eingeführt wird. Auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Kultur einiger Bergregionen und nationale Minderheitengebiete hatten eine bedeutend bessere Entwicklung im Vergleich zur Tang.

Die Seite der wissenschaftlichen Kultur: Die wissenschaftlich-technischen Leistungen waren bemerkenswert. Von den vier großen Erfindungen des alten China können drei der Song- Dynastie zurechnen werden, nämlich der Kompass, das Schießpulver und die Buchdruckkunst, wie in Abb. 4. Die von Bi Sheng erfundene Drucktechnik mit beweglichen Lettern wurde 400 Jahre früher als in Europa verwendet, siehe Abb. 5. Die erste astronomische Uhr der Welt wurde in der Song-Dynastie erfunden. Ab dem 11. Jahrhundert entstanden umfangreiche Sammelwerke, die den gesamten Wissensschatz der Zeit übersichtlich darstellten. Daneben erschienen Textsammlungen und Spezial-Nachschlagwerke über Medizin, Geographie, Musik, Mathematik usw.

Unter geistesgeschichtlichem Aspekt ist die Erweiterung der Neu- und Umformung des Konfuzianismus zum Neo-Konfuzianismus zu nennen. Durch eine Reihe von Gelehrten wurde der Konfuzianismus, zum Teil unter dem Einfluß buddhistischen und taoistischen Gedankengutes, auf eine neue philosophische Grundlage gestellt. Die Guwen-Bewegung wurde erfolgreich durchgeführt. Die bemerkenswerteste Entwicklung war die Bildung einer neo-konfuzianische Schule, die zum Teil religiös, zum Teil philosophisch betont war. Die Chinesen nennen sie die Schule des Li-ismus. Der Li-ismus war eine Art Zusammenfassung oder kritische Sichtung der Ethik, der Moral und des Glaubens der Vergangenheit, und damit dem Geist der Zeit vollkommen gemäß. Es gab verschiedene Literaturarten der Geschichte. Das Bekannteste war, das von Sima Guang verfasste Geschichtsbuch "Zi Zhi Tong Jian", das als Vorbild der Annalen betrachtet wurde. Bei der Literatur zählten Ouyang Xiu und Su Shi zu großen Prosaisten dieser Zeit. Die Ci-Gedichte galten als der literarische Gipfel in der Song- Dynastie. Auch das Prüfungssystem „keju“ wurde weiterhin verbessert. Nach 1065 hielt man

Abb. 4 Buchdruckkun st. Abgebildet ist „Chunqiu jingzhuan jijie“. (Links)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 die von Bi Sheng erfundene Drucktechni k mit beweglichen Lettern.(Rechts)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 So bei Dentis Twitchett and John K. Fairbank: Alien regimes and Border States, 907—1368. In: The Cambridge History of China. Volume 6, S.1.

2 Ye, Tan: Songdai shehui fazhan de wenhua tezheng (Die kulturelle Eigenschaft der gesellschaftlichen Entwicklung von der Song-Dynastie). In: Shehuixue yanjiu (Soziologieuntersuchung).1996 S.82ff.

3 Wo bei Gu, kuixiang; Yuan Chen: Songchao xiangguo yu wenhua jianshe. (die Song und dem Aufbau der Kultur). China Academic Journal Electronic Publishing House S.156ff.

4 Wobei Zhang, bangwei: Qianzhan Guhou Kann Songdai. In: Lishixue Yanjiu Xingfangxian (die neue Forschung der Geschichte). Hebei xuekan zhazhi she, Hebei 2006, S.98.

Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668075115
ISBN (Buch)
9783668075122
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272534
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Chongqing Normal University
Note
2.0
Schlagworte
kulturellen Merkmale kulturelle Kommunikation alte China Song Chinesische Geschichte

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